Der Autor nimmt hier mehr oder weniger bekannte verstorbene Persönlichkeiten genauer unter die Lupe. Er schreibt eine mal längere, mal kürzere Biografie und schreibt dann über ein imaginäres Gespräch, ...
Der Autor nimmt hier mehr oder weniger bekannte verstorbene Persönlichkeiten genauer unter die Lupe. Er schreibt eine mal längere, mal kürzere Biografie und schreibt dann über ein imaginäres Gespräch, das er mit ihnen im Jenseits führt.
Das Cover ist gut gemacht und deutet auch schon einige der Persönlichkeiten an, die in diesem Buch ihre Rolle haben werden.
Der Schreibstil des Schweizer Autors ist ausgezeichnet. Jedes Kapitel beginnt mit einer fabelhaften cartoonartigen Illustration der betreffenden Person.
Danach wird über das Leben der jeweiligen Person berichtet. Einige sind sehr ausführlich beschrieben, andere (wie Winston Churchill) nur kurz. Danach beginnt ein fiktives Interview mit der jeweiligen Person. Dieses Gespräch ist nicht nur satirisch gemeint, es ist auch so geschrieben. Und trotzdem erfährt man auch in diesem Part noch einige interessante Dinge über die Persönlichkeiten.
Am Ende jedes Kapitels findet sich ein kurzer Übergang zum nächsten wichtigen Menschen.
Die Biografien waren allesamt sehr gut geschrieben; mit den Interviews wurde ich am Anfang nicht so recht warm. Zu Beginn wahren kaum interessante Details versteckt und die Satire war nur leicht zu spüren. Erst im Laufe des Buches wurde es deutlich besser, sodass ich mich gut unterhalten und informiert fühlte.
Die Lebensgeschichte wurde immer eloquent, kurzweilig und interessant erzählt.
Mit einem Lächeln im Gesicht interessantes und informatives Lernen während dem Lesen und sich dabei unterhalten - das schafft dieses Buch sehr gut.
Fazit: Biographien einiger interessanter Persönlichkeiten mit einem satirischen Gespräch aus dem Jenseits. 4,5 von 5 Sternen
Ramona Töpfer alias Mona de la Mare versucht eine erfolgreiche Selfpublisherin zu werden. Sie macht viele Lesungen und ist auf den sozialen Medien sehr aktiv. Als sie während einer Lesereise ermordet wird, ...
Ramona Töpfer alias Mona de la Mare versucht eine erfolgreiche Selfpublisherin zu werden. Sie macht viele Lesungen und ist auf den sozialen Medien sehr aktiv. Als sie während einer Lesereise ermordet wird, gerät ihr Bruder Frank unter Verdacht. Deshalb beauftragt deren Vater den Privatdetektiv Andreas Mücke mehr über Mona herauszufinden. Für Andy ist das der erste große Fall, denn eigentlich hat er bis vor kurzem in einer Druckerei gearbeitet.
Das Cover passt natürlich zum Buch, das in Bad Münstereifel spielt, allerdings ist es insgesamt doch ein wenig langweilig, obwohl es andererseits doch auch zu gefallen weiß.
Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt. Zudem gefällt mir, dass Mücke nicht nur aus dem Auftrag besteht, sondern auch seine privaten Probleme und ein Leben abseits der Arbeit hat.
Ebenfalls gut gemacht ist die Prise Humor, die in einigen Szenen zu finden ist, obwohl es sich doch um einen ernstzunehmenden Krimi handelt und nicht um einen Regionalkrimi mit viel Humor, wie ihn manch andere Autoren zelebrieren.
Der Fall selbst ist interessant, obwohl der Leser doch spätestens 100 Seiten vor Ende des Buches den Mörder identifizieren kann.
Der Spannungsbogen ist gut, auch wenn er manchmal etwas nachlässt, wenn es um das Privatleben von Andy ging. Dies störte aber in diesem Fall überhaupt nicht.
Andy Mücke ist auch selbst eine sehr interessante Figur - v.a. in seinen Beziehungen. So freut man sich auf ein Wiederlesen in einer Fortsetzung.
Überraschend für mich waren auch die Kapitel, in denen aus Sicht des Mörders geschrieben wurde. Allerdings schloss der Autor damit auch die meisten Verdächtigen aus.
Fazit: Auftakt einer Regionalkrimi-Reihe mit einer kleinen Prise Humor. 4,5 von 5 Sternen
Der Archäologieprofessor Frederick Crichton kommt von Boston um in New York eine Stelle am Metropolitan anzutreten, doch die Stelle ist bereits vergeben. Er bekommt allerdings den Auftrag bei einem Millionär ...
Der Archäologieprofessor Frederick Crichton kommt von Boston um in New York eine Stelle am Metropolitan anzutreten, doch die Stelle ist bereits vergeben. Er bekommt allerdings den Auftrag bei einem Millionär die Echtheit eines ägyptischen Artefakts zu bestätigen. Doch es entwickelt sich anders, denn er stellt fast, dass dies eine Fälschung ist. Als kurz darauf auch noch die Statuette verschwindet und der Millionär ermordet wird, steht Crichton selbst unter Mordverdacht.
Das Cover passt natürlich perfekt in die 1920er und auch zum Buch, aber es gefällt mir nicht wirklich.
Der Schreibstil des Autors ist gewohnt gut, Orte und Charaktere werden hervorragend dargestellt.
Geheimakte-Leser kennen Professor Crichton natürlich als Tutor von Max Falkenburg; hier bekommt er als jüngerer Professor das erste Mall eine Hauptrolle. Carl Falkenburg (der Vater von Max) wird nur kurz erwähnt.
Die Story beginnt ruhig, nimmt dann aber Spannung auf; auch wenn der Täter nicht so schwierig zu ermitteln ist (v.a. für den Leser). Dass das ganze noch mit echten Personen (wie gewohnt bei der Geheimakte) angereichert ist, ist dann das Tüpfelchen auf dem i.
So lernt man einige illustre Personen kennen und auch der Plot ist gut gezeichnet. Auch an Action mangelt es nicht, sodass ich hervorragend unterhalten wurde.
Fazit: Auftakt um Frederick Crichton - gelungen. 5 von 5 Sternen
W ist mit einem Flugzeug nach Murmansk (Russland) unterwegs, Sein Sitznachbar fragt ihn, ob die Wahrheit immer ans Licht kommen soll. Nur wenige Minuten später stürzt das Flugzeug in Finnland ab. W hat ...
W ist mit einem Flugzeug nach Murmansk (Russland) unterwegs, Sein Sitznachbar fragt ihn, ob die Wahrheit immer ans Licht kommen soll. Nur wenige Minuten später stürzt das Flugzeug in Finnland ab. W hat überlebt und dabei die Notizen von Ian, seinem Sitznachbar. Kann er herausfinden, warum das Flugzeug abgestürzt ist? Und wie soll er überleben?
Das Cover des Buches ist passend und gut gemacht, auch wenn es natürlich sehr einfach und comichaft gemacht ist.
Ich liebe Escape-Bücher und ich mag auch Spielbücher hin und wieder gerne. Dieses Buch bietet beides in einem, ohne dabei zu überladen oder umständlich zu sein. Das Level ist für Fortgeschrittene festgesetzt.
Die Story ist durchgehend gut und hat einen angenehmen Schreibstil. Die meisten Escape-Bücher sind in der direkten Anrede geschrieben, deshalb fiel es mir etwas schwer, dass ich hier W war und nie direkt angesprochen wurde. Das sollte man für ein weiteres Buch eventuell ändern.
Die Entscheidungen fallen einem manchmal schwer, ebenso wie manche Rätsel, die man lösen sollte. Es gibt dazu jeweils 1 Tipp und natürlich auch eine Auflösung. Der Lösungsweg ist immer eindeutig und kann durch die Nummer die das nächste Kapitel angibt, auch einfach und leicht überprüft werden.
Man bekommt Punkte, die man aber auch für Tipps oder falsche Entscheidungen verlieren kann. Sterben, also er Neustart des Buches, ist aber nicht möglich.
Insgesamt hat mir das Buch schöne und spannende Rätselstunden bereitet und hat mir ausgezeichnet gefallen.
Fazit: Tolle Mischung aus Escape- und Spielbuch. Bitte mehr davon. 5 von 5 Sternen
Der ehemalige Politiker Peter Pilz zeigt in diesem Buch den Aufbau der "Neuen Volkspartei" mit ihrem österreichischen Wunderkind und zweimaligem Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Das Cover des Buches ist ...
Der ehemalige Politiker Peter Pilz zeigt in diesem Buch den Aufbau der "Neuen Volkspartei" mit ihrem österreichischen Wunderkind und zweimaligem Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Das Cover des Buches ist natürlich sehr passend in der Farbgebung und durch das Konterfei von Sebastian Kurz.
Der Schreibstil des Autors ist sehr gut; er geht nicht immer chronologisch vor, sondern teilt das Buch in Themengebiete ein.
Warum der Aufstieg von Sebastian Kurz gelang, hat vielerlei Gründe. Das eine ist natürliche die Planung, die Kurz mit seinen "Buben" schon einige Zeit vorher betrieb. Dies wird perfekt in dem Buch beschrieben, wobei natürlich (noch) die Unschuldsvermutung gilt. Zum anderen - was im Buch nicht erwähnt wird und vielleicht auch nur meine eigene Meinung widerspiegelt - ist es die Tatsache, dass den Bundeskanzlern (bzw. den Spitzenkandidaten der Parteien) zuvor seit langem etwas fehlte - Charisma und Eloquenz. Alleine wenn ich an Schüssel, Gusenbauer, Faymann, Spindelegger oder "Django" Mitterlehner denke, zeigt dies dass die beiden oben erwähnten Eigenschaften total fehlte. Der erste, der beides wieder mitbrachte, war der SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern, der ja dann durch Sebastian Kurz abgelöst wurde, als der die Koalition platzen ließ.
Kurz selbst besaß natürlich auch Charisma und die Redegewandtheit wurde ihm durch vorgeschriebene Texte antrainiert. Auch in diesem Buch wird dies gut beschrieben. So merkte man schon immer in diversen Interviews, wie Kurz manchmal mantraartig immer die gleichen Antworten wiederholte - und wenn sie tausendmal nicht auf die Frage passte. Und - ebenfalls im Buch beschrieben - fehlte ihm noch etwas: politische Inhalte. Einige wenige Punkte wurden von der rechten FPÖ übernommen, mit denen er dann auch prompt in die Koalition ging - bis zum Ibiza-Video.
Und gerade dieses Ibiza-VIdeo, mit dem die Koalition platzte und Kurz damit auch endlich Kickl als Innenminister loswerden konnte, sollte ein großes Problem für die türkise Volkspartei werden. Nicht nur, dass Kurz als Bundeskanzler nach einem Misstrauensantrag abgesetzt wurde, begannen langsam auch die Ermittlungen gegen das türkise Netzwerk.
Zwar wurde Kurz und die Volkspartei wiedergewählt und ging eine Koalition mit den Grünen ein, allerdings mussten Kurz und Finanzminister Blümel "freiwillig" abtreten. Kurz hat mittlerweile einen Manager-Posten in Silicon Valley bei Thiel Capital bei einem Trump-Vertrauten - für einen jungen Mann ohne abgeschlossene Ausbildung (abgebrochenes Jus-Studium) keine schlechte Karriere. Dies wird im Buch alles natürlich noch nicht erwähnt, da es bereits erschien als Kurz noch Kanzler war.
Dabei war alles gut geplant: Wahlkampf mit vielen Spenden auch durch teilweise nicht sehr seriöse Millionäre und Firmen, dafür gab es dann gute Posten (siehe z.B. den mittlerweile ebenfalls zurückgetretenen ÖBAG-Chef Thomas Schmid. Dann schaute man noch, dass man die Medien auf eine Linie brachte: der ORF wurde schwarz, Kronen-Zeitung und Kurier wurden zu einem Teil von René Benko gekauft etc. etc.
Ja und dann brauchte man natürlich auch noch die richtigen Ministerien und die Staatsanwaltschaft. Nur die WKStA konnte man nicht auf Plan bringen, denn die ermittelte in der SOKO Ibiza zwar primär gegen H.C. Strache und die FPÖ, allerdings bot das Ibiza-Video auch einige Aussagen über die ÖVP. Und letztendlich hat die FPÖ nur darüber geredet, die "Neue Volkspartei" hat es gemacht. Auch wenn die SOKO-Ermittler die Ermittlungen behinderten (wahrscheinlich durch die Nähe zu den Türkisen) führte dies zu Hausdurchsuchungen bei Schmid, Blümel und Kurz. Und was da an Chats rauskam ist zwar nicht wirklich beweisend für eine kriminelle Machenschaft, die Indizienlage ist allerdings doch sehr hoch. Dazu führten Falschaussagen (hier gilt natürlich ebenso die Unschuldsvermutung). So wusste Blümel zuerst nicht, ob er einen Laptop hatte, dann war seine schwangere Frau damit spazieren (wurde auch nicht im Buch erwähnt) und Kurz selbst wollte ein "Nein" seiner Aussage aus dem Protokoll mehrmals streichen lassen. Da nutzte dann auch die "Schredder-Affäre" nichts mehr. Und auch der Bundespräsident musste v.a. das Finanzministerium und Blümel dann auch zur Herausgabe von Daten zwingen.
Zwar wurde die SOKO Ibiza durch die ÖVP und ihrem Koalitionspartner beendet, aber die Ermittlungen auch wegen Falschaussagen geht weiter.
Zwar mussten einige wie Kurz und Blümel gehen, allerdings hat man doch noch einige Politiker der türkisen, die eine erfolgreiche Zurückverwandlung in die schwarze ÖVP verhindert. Der neue Bundeskanzler Nehammer, Wirtschaftsministerin Köstinger und Nationalratspräsident Sobotka, der übrigens als Beschuldigter selbst den SOKO-Ausschuss leitete, sind noch immer in der Politik in Top-Positionen.
Und wie betonte Kurz mehrfach, was das wichtigste für ihn ist - wichtiger als das Können für das eingeteilte Ressort - Loyalität. Die hat er zwar durch die meisten Landeshauptleute und die Bevölkerung verloren, aber noch immer gibt es viele Loyale. Ob er die auch in den USA findet?
Der Autor weiß natürlich auch wovon er redet: Zuerst war er bei den Grünen, dann gründete er seine Partei "JETZT - Liste Pilz", die es zur ersten Amtszeit Kurz´ auch in den Nationalrat schaffte. Zum anderen betreibt er die Online-Zeitung ZackZack, wo er - wie auch für dieses Buch - hervorragend recherchiert.
Quellenangaben und Erklärungen bilden den Abschluss des Buches.
Fazit: Erschütterndes Polit-Profil über den österreichischen Ex-Kanzler und sein türkises machtgeiles Team. 5 von 5 Sternen