Profilbild von SaintGermain

SaintGermain

Lesejury Star
offline

SaintGermain ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SaintGermain über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2026

Die verschwundene Schwester

Home Before Dark
0

Im November 1967 hat die 14-jährige Marsibil einen heimlichen Brieffreund mit dem sie sich treffen will. Allerdings hat sie sich als ihre ältere Schwester Stina ausgegeben, die genau an diesem Tag verschwindet ...

Im November 1967 hat die 14-jährige Marsibil einen heimlichen Brieffreund mit dem sie sich treffen will. Allerdings hat sie sich als ihre ältere Schwester Stina ausgegeben, die genau an diesem Tag verschwindet und zwar am Treffpunkt, wo Marsibil nicht hinkam, weil sie eingeschlafen ist. Gefunden wurde nur ihre blutige Jacke. 10 Jahre danach bekommt Stina einen Brief von ihrem ehemaligen Brieffreund und kehrt in ihren Heimatort zurück. Sie will das Verschwinden ihrer Schwester klären; doch sie kann sich nicht auf ihre eigenen Erinnerungen verlassen.

Das Cover ist ein echter Hingucker, dazu der Farbschnitt passend dazu. Der Titel ist für mich aber nicht wirklich passend.

Der Schreibstil der Autorin ist hervorragend; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben.

Die Inhaltsangabe ist eigentlich nicht so gut, wie das Buch wirklich ist, weil die Handlung viel vielschichtiger ist als es durch den Klappentext wirkt.

Zwar glaubt man - als geübter Krimileser - schon bald auf der Lösung über das Verschwinden von Stina zu sein; am Ende stellt sich dann aber vieles als ganz falsch raus. So gibt es wirkliche Überraschungsmomente; die Spannung ist das ganze Buch über sehr hoch.

Der Plot selbst wirkt eben durch diese Vielseitigkeit auch sehr spannend und die Autorin tut ihr bestes, damit fast jeder ein Motiv für das Verschwinden von Stina hat; auch als eine 2. junge Frau tot aufgefunden wird.

Clever gemacht ist auch, dass es zwischen der Gegenwartshandlung aus 1977 aus Sicht von Marsibil auch immer wieder Kapitel gibt, die 1967 aus der Sicht von Stina geschrieben sind.

Dies erhöht die Dramatik umso mehr.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, aber sicher nicht das letzte.

Fazit: spannende Wendungen in einem vielseitigen Psychothriller. 5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2026

Oma Käthe auf Solopfaden 3 - Silver

Die stummen Turteltauben von Sylt
0

Ein frischverliebtes älteres Paar wird tot am Strand gefunden; beide sind ertrunken und ein Abschiedsbrief wird gefunden. Als Hinnerk und Oma Käthe Besuch von der besten Freundin der Toten bekommen, glauben ...

Ein frischverliebtes älteres Paar wird tot am Strand gefunden; beide sind ertrunken und ein Abschiedsbrief wird gefunden. Als Hinnerk und Oma Käthe Besuch von der besten Freundin der Toten bekommen, glauben sie auch an keinen Selbstmord mehr, denn sie wurde gestalkt, vermutlich durch einen Mann aus dem Dating-Portal "Silver". Hinnerk überredet Käthe undercover zu ermitteln, während er seinen Sohn Nils weiter im Glauben lässt, es sei ein Selbstmord gewesen.

Das Cover ist passend und gut gemacht; die Covers der bisherigen Backes-Reihe waren aber besser gemacht, da sie auch auffälliger waren.

Der Schreibstil des Autors ist wie immer ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben.

Der Humor ist wie immer hervorragend, speziell in welche Rollen Käthe hier insgesamt spielen darf und in welche Situationen sie hineingerät. Der Fall selbst: ja es gibt wieder einige Verdächtige, aber ein geübter Krimileser (wie ich), wird keine Probleme haben, den Täter schon sehr früh zu identifizieren. Dies stört aber aufgrund der Qualität des Buches - mitsamt seines Humors - überhaupt nicht.

So ist trotzdem Spannung von der ersten bis zur letzten Seite garantiert und das in einem humorigen Setting, wie man es vom Autor gewohnt ist.

Man kann das Buch definitiv als Einzelband lesen; allerdings empfehle ich die ganze Reihe um Jupp zu lesen (und natürlich die 2 vorher erschienen Bände über Käthe), dann versteht man vieles von Oma Käthe besser.

Am Ende gibt es dann schon einen kleinen Ausblick auf den nächsten Fall von Jupp.

Auf diesen freue ich mich natürlich schon wieder sehr, genauso, wenn Käthe wieder Solo ermitteln darf.

Fazit: Toll, dass der heimliche Star seine eigene Reihe bekommen hat und dieser Ableger genauso flasht. 5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Wallin & Henriksson 3 - Die Tote am Astrid-Lindgren-Freizeitpark

SchwedenRache (Schwedenkrimi)
0

Elly - eine junge Angestellte des Astrid-Lindgren-Freizeitparks - wird etwas außerhalb des Geländes mit Pfeil und Bogen erschossen aufgefunden. Der Polizeichef der Stadt, Marten Henriksson, nimmt zusammen ...

Elly - eine junge Angestellte des Astrid-Lindgren-Freizeitparks - wird etwas außerhalb des Geländes mit Pfeil und Bogen erschossen aufgefunden. Der Polizeichef der Stadt, Marten Henriksson, nimmt zusammen mit seiner Kollegin und Ex-Frau Lena Wallin die Ermittlungen auf. Da die Tote eine glückliche Ehe führte und beliebt war, verfolgt das Ermittlerteam eine Spur, die sie zum Klärwerk führt, da Elly beweisen wollte, dass diese Keime in den Fluss gebracht haben. Diese streiten das natürlich ab. Und nach und nach wirkt auch das Familienleben von Elly nicht mehr so harmonisch, wie es zuvor den Anschein hatte.

Das Cover ist passend zu einem Schweden-Krimi, passend zum bisher 3. Buch der Reihe und gefällt mir diesmal außergewöhnlich gut.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Das Ermittler-Duo (und das ganze Ermittlungsteam) konnten mich ja seit dem 2. Fall überzeugen. Dass ein Pärchen oder Ex-Pärchen miteinander ermittelt ist nichts Neues, in diesem Fall wirken sie auch sympathisch und scheinen Potential für eine Reihe zu haben. Dadurch, dass sie sich definitiv weiterentwickelt haben, ist sicher einiges mit ihnen möglich. Und die Weiterentwicklung ist auch hier deutlich sichtbar, auch wenn die beiden immer wieder etwas aus ihrem aktuellen Fall an ihre Vergangenheit triggert.

Der Fall selbst ist wieder gut gewählt, auch dass man Schweden für diese Reihe als Schauplatz gewählt hat.

Die Spannung war insgesamt sehr hoch; Überraschungsmomente gab es definitiv auch,. Die Lösung war wieder gut gewählt und absolut logisch, aber auch ein wenig überraschend.

Im Übrigen scheint sich die Autorin in Schweden gut auszukennen.

Fazit: Spannender 3. Fall. 5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Wenn man nicht offen sprechen kann...

John of John
0

Cal (John Calum MacLeod) kehrt nach seinem Textilstudium in Edinburgh, wo er ohne Job und Wohnung lebte, zurück auf seine Heimatinsel der äußeren Hebriden. Der Mutter seiner Mutter (Ella) geht es schlechter ...

Cal (John Calum MacLeod) kehrt nach seinem Textilstudium in Edinburgh, wo er ohne Job und Wohnung lebte, zurück auf seine Heimatinsel der äußeren Hebriden. Der Mutter seiner Mutter (Ella) geht es schlechter und sein Vater John kann und will sich nicht um sie kümmern. John wohnt als Crofter dort als Schafzüchter und Weber von Tweeds. Während Cal auf der Insel auch seinem ehemaligen Sexpartner Doll begegnet, der ihm aber aus dem Weg geht, will er dem älteren Nachbarn Innes näherkommen. Dieser ist jedoch mit John mehr oder weniger zusammen. Beide wissen voneinander nicht dass sie schwul sind, vor allem da es für den sehr religiösen John auch eine Sünde wäre. So kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen John, der zwischen Moral und Liebe gefangen ist, und Cal, der mit langen gefärbten Haaren ins Elternhaus zieht. Zudem gibt es auch noch Cals Mutter.

Das Cover ist jetzt nicht gerade sehr auffällig oder hervorstechend; passt aber irgendwie zum Buch. Die verschiedenen Farben und die Mischung aus hell und dunkel passen hervorragend in mehrfacher Hinsicht.

Der Schreibstil des Autors ist hervorragend; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben. Auch die verschiedenen Farbnuancen, die genannt werden, machen das Buch noch lebendiger.

Die Ausgangshandlung ist interessant und gleichzeitig auch nichtssagend, sodass man als Leser gespannt ist, wie und was sich alles entwickelt. Und diesbezüglich gibt es einige Entwicklungen rund um die Bewohner der Insel, die John und Cal eigentlich nur peripher betreffen bzw. erst am Ende eine Rolle spielen.

Wobei man aber auch sagen muss, dass das Buch zwischen Seite 100 und 450 auch immer wieder fast unnötige Ausschmückungen und Episoden enthält, die dann etwas langatmig wirken.

Am Ende hingegen geht es dann eher sehr rasant zu.

Zum Ende muss ich auch noch was sagen.: Ich bin nicht wirklich ein Fan von offenen Enden, wenn nicht eine Fortsetzung geplant ist. Nur in Ausnahmefällen ist dies ok, wenn die Fantasie des Lesers angeregt wird und man sich selbst sein Bild oder die Möglichkeiten ausmalen kann. Hier ist es mir dann aber doch zu offen - so als ob eine Fortsetzung eine Option wäre, was aber (soviel ich weiß) nicht geplant ist.

Ich gebe dem Buch aber trotzdem eine Leseempfehlung, weil der Autor es versteht wichtige Themen anzusprechen und dies auch nicht plump oder obszön umsetzt. Wobei obszön jetzt eigentlich nicht böse gemeint ist, sondern explizite Szenen meint, die in dieses Buch aber auch nicht passen würden.

Fazit: Perfekte Message, aber einige Längen und unvollendeter Schluss. 4 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2026

Isle Blind

Bachelorette Party
0

Annelieses Junggesellinnenabschied auf der abgelegenen schwedischen Schäreninsel Isle Blind verspricht ein traumhaftes Wochenende. mit Yoga, Entspannung und Gesprächen unter den Freundinnen. Tessa, die ...

Annelieses Junggesellinnenabschied auf der abgelegenen schwedischen Schäreninsel Isle Blind verspricht ein traumhaftes Wochenende. mit Yoga, Entspannung und Gesprächen unter den Freundinnen. Tessa, die einen True-Crime-Podcast hatte, denkt bei der Insel allerdings an ein Verbrechen aus der Vergangenheit als 4 Mädchen spurlos verschwanden. Jetzt wurde auf der kleinen Insel von Irene ein Yoga-Wellness-Hotel aufgebaut. Irenes Schwester war eine der verschwundenen Personen. Die 6 Gäste vom Junggesellinnenabschied und Irene verstehen sich blendend, während der Koch Adam in seiner Küche werkt. Doch bald schon entdeckt Tessa, dass das Beiboot - ihr einziger Kontakt zum Festland - im offenen Meer treibt und ihr schwant Böses. Ihre Handys hat Irene unter sicherer Verwahrung und Tessa will nicht nur mehr über den Cold Case rausfinden, sondern befindet sich mittendrin in der Gefahr.

Das Cover des Buches entspricht dem Original und gefällt mir ausgezeichnet. Irritiert haben mich am Anfang 2 Sachen. Das Buch wurde aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt. Dies erklärte sich dadurch, da die schwedische Autorin, die in Spanien lebt, das Buch auf Englisch geschrieben hat. Nicht nachvollziehbar für mich ist allerdings der "deutsche" Titel, der ja auch im Original gleich heißt. Warum hat man den nicht ins Deutsche übersetzt? Im Buch ist auch immer von Junggesellinnenparty die Rede und nicht von einer Bachelorette Party unter der sich manche ältere LeserInnen nicht viel vorstellen können.

Der Schreibstil der Autorin ist hervorragend; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt. Dazu gibt es immer wieder rückblickende Kapitel zu den 4 ursprünglich Vermissten, was mir gut gefiel.

Diese Rückblicke gab es übrigens auch im einzigen bisherigen Buch, das ich von der Autoren-Tochter gelesen habe: " Das Dorf der toten Seelen". Dieses Buch ist allerdings viel besser als das gerade genannte, das mich überhaupt nicht überzeugen konnte.

Natürlich spielt das Buch auch ein wenig an die Ausgangslage von vielen Büchern an. Der Ursprung dazu wohl Agatha Christie´s "Und dann gabs keines mehr". Trotzdem ist die Geschichte eine ganz andere und ist auch mehr Thriller als Krimi.

Klarerweise ist einiges dann doch vorhersehbar; aber doch gibt es einige Überraschungen. Die Frage des Buches ist also weniger das "Who-Done-It", sondern mehr das Motiv.

Ich fühlte mich jedenfalls glänzend unterhalten und durch die relativ kurzen Kapiteln, die teilweise am Ende Cliffhanger bieten, ist es ein Buch, das man nicht so schnell aus der Hand legen will.

Fazit: Glänzender Thriller. 5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere