Wichtiges Buch
ZusammenkunftInhalt:
Fragmentarisch setzen sich in diesem dünnen Buch Szenen aus dem Leben der namenlosen Schwarzen Ich-Erzählerin zu einem nachhallende Einblick in ihren Alltag zusammen. In Grossbritannien erlebt ...
Inhalt:
Fragmentarisch setzen sich in diesem dünnen Buch Szenen aus dem Leben der namenlosen Schwarzen Ich-Erzählerin zu einem nachhallende Einblick in ihren Alltag zusammen. In Grossbritannien erlebt sie alltäglichen Rassismus und Sexismus, muss einen enormen Mehraufwand leisten, um ernst genommen zu werden und voranzukommen, muss einstecken, sich zusammenreissen und wird dabei immer wieder mit eigenen (körperlichen) Grenzen konfrontiert.
Meine Meinung:
Das Buch ist mir schon oft begegnet und empfohlen worden, entsprechend wollte ich mir selber ein Bild machen. Und obwohl es nur wenige Seiten hat, liest es sich nicht so schnell, wie erwartet. Die Themen sind intensiv, lassen Raum zum Nachdenken und Leerstellen, die man selber füllen kann, aber nicht muss. Die einzelnen Textfragmente, Listen und Gedanken springen zwischen verschiedenen Szenen hin und her. Mal befinden wir uns in einem Büro im beruflichen Kontext, mal im hart erarbeiteten Townhouse, der Protagonistin, mal auf einer Gartenparty und mal im Krankenhaus.
Natasha Brown benennt Missstände, das immer noch kolonialistische Gedankengut und das kaum überwindbare Klassensystem, in dem ihre unbenannt bleibende Protagonistin agiert und ohne Namen steht sie um so mehr für so viele Frauen, welche ähnliche Abwertungen, Hürden und Übergriffe erfahren.
Meine Empfehlung:
Das Buch ist eine sprichwörtliche Zusammenkunft von schlechten Erfahrungen aber auch von Mut und Kraft, welche sich diesen entgegenstellen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Geschichte zu lesen, sich den teilweise äusserst unangenehmen Szenen zu stellen und sich und das eigene (rassistische) Handeln zu hinterfragen.