Gemütlich und einfach liebevoll erzählt
Am Himmel funkelt ein neuer TagInhalt:
In diesem sommerlichen Roman von Meike Werkmeister reisen wir mit Zoé für ein Praktikumsjahr nach Hampstead in London. Im gemütlichen Viertel innerhalb der lebhaften Stadt finden sich Blumenmärkte, ...
Inhalt:
In diesem sommerlichen Roman von Meike Werkmeister reisen wir mit Zoé für ein Praktikumsjahr nach Hampstead in London. Im gemütlichen Viertel innerhalb der lebhaften Stadt finden sich Blumenmärkte, Schwimmteiche und das Frühstückslokal von Ravi, Zoés liebenswertem Vermieter. Auch Zoé richtet sich ihr Zuhause auf Zeit so richtig wohnlich ein und hat ein besonderes Händchen für Pflanzen, Farben und Formen, das sie auch in ihrem Job so richtig ausleben kann. In ihrem Inneren sieht es allerdings nicht ganz so friedlich aus und ein nicht verwundener Schmerz, eine Person aus der Vergangenheit und eine grosse Unruhe treiben sie um.
Meine Meinung:
Auch diesen Roman von Meike Werkmeister habe ich innerhalb von kürzester Zeit inhaliert. Besonders gut gefallen haben mir Zoés Vermieter Ravi und seine Kochkünste und natürlich auch die traumhaft schön beschriebenen Landschaften rund um die Naturteiche in Hampstead. Zoés Entwicklung und Selbstfindungstrip allerdings hat mich nicht ganz überzeugt und auch der Schluss der Geschichte mit dem gegen Ende leider ein wenig künstlich auf Missverständnissen basierenden Drama (sehr 08/15, was ich sonst von Werkmeister nicht kenne) hat mich nicht ganz überzeugt. Das ist allerdings jammern auf höchstem Niveau. Die äusserst kreativ, bunt und vielschichtig gestalteten Nebenfiguren - allen voran die Schwimmerin Dawn und Ravis Familie - sowie die Leichtigkeit und der Humor, mit der die Geschichte erzählt ist, haben dies alles wettgemacht. Am liebsten hätte ich sofort wieder einmal eine Reise nach London gebucht, so traumhaft schön und liebevoll ist das Viertel Hampstead beschrieben. Auch möchte ich einmal mehr Werkmeisters Recherchen loben. Sie hat nicht nur ihre Schauplätze selber besucht, sondern sich mit in London lebenden indischen Familien ausgetauscht, um Ravi und seine Familie authentisch zu beschreiben. Ausserdem hat sie ein Sensitivity Reading in ihre Arbeit inkludiert. Dieser sensible Umgang mit Menschen und ihren Schicksalen merkt man Werkmeisters Geschichten einfach immer an und das gefällt mir einfach sehr, sehr gut.
Als besonderes Plus finden sich im Anhang übrigens diesmal keine Rezepte (obwohl sich dort einige von Ravis Frühstückskreationen oder indischen Gerichten sicher sehr gut gemacht hätten), sondern Tipps und Tricks zur Pflege ausgewählter Zimmerpflanzen.
Meine Empfehlung:
Wenn ihr den Sommer noch einmal ein wenig verlängern und/oder gemütlich nach London reisen wollt, kommt dieser Roman sicher genau richtig. Werkmeisters Romane sind übrigens keine Buchreihe im eigentlichen Sinne, da aber viele ihrer Figuren wiederholt auftauchen, empfehle ich euch trotzdem, die Bücher chronologisch zu lesen.