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Veröffentlicht am 11.10.2016

mir fehlen die Worte, leider

Die Stille vor dem Tod
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Zum Autor:
Cody McFadyen ist ein amerikanischer Thriller Autor, der mit seiner Familie in Kalifornien lebt. Bevor er mit dem Schreiben der Smoky Barrett - Reihe begann, arbeitete er unter anderem im sozialen ...

Zum Autor:
Cody McFadyen ist ein amerikanischer Thriller Autor, der mit seiner Familie in Kalifornien lebt. Bevor er mit dem Schreiben der Smoky Barrett - Reihe begann, arbeitete er unter anderem im sozialen Bereich und unterstützte Drogenabhängige sowie Selbsthilfegruppen, begab sich auf einige Weltreisen und arbeitete als Webdesigner. (Quelle: Website des Bastei Lübbe Verlags) Auf das aktuelle Buch mussten seine Fans sehr lange warten, was im Netz zu dem Gerücht einer schweren Krankheit des Autors führte. Nun ist er aber zurück und wird auch einige Lesungen in Deutschland geben.

Zum Cover:
Das Cover ist im typischen "Cody McFadyen - Stil" gehalten: grau, schwarze Töne mit einem Hauch rot. Abgebildet ist die untere Hälfte des Gesichts sowie die Schultern einer Frau, welche die Leise-Geste mit dem Zeigerfinger vor den Lippen macht. Diese Geste passt sehr gut zum deutschen Titel des Buches. Das Bild, welches auch als Zeichen für Geheimnisse und das Stillschweigen über diese interpretiert werden kann, passt zudem auch gut - in meinen Augen sogar besser als der Titel - zum Inhalt des Buches. Alles in allem ein Cover, das zu der Reihe - und somit ins Bücherregal - passt, das durch die auffällige Schriftart und Schriftgröße des Titels aber auch neue Leser anziehen könnte.

Zum Buch:
Dieser Thriller ist der fünfte in der Reihe um die Agentin Smoky Barrett, die im Laufe der letzten Bücher bereits viel durchgemacht hat und immer wieder mit den Schlimmsten der Schlimmsten zu tun hat, sei es privat oder gemeinsam mit ihrem Team.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:
Im ersten Teil geht es sehr zügig zur Sache, das Team befindet sich wie gewohnt in einer brenzligen Situation und auf den Fersen eines Serienmörders. Als Leser ist man schnell wieder Teil des Teams und fühlt sich selbst wach und aufmerksam. Als die brenzlige Situation erst einmal gelöst zu sein scheint, passiert etwas Neues und die Lage wendet sich um 180Grad. Plötzlich ist sie noch gefährlicher, noch aussichtsloser als zuvor. Da jedoch die Protagonistin in höhster Gefahr ist und das Buch sich noch am Anfang befindet, wird dem Leser schnell klar, das Smoky schon irgendwie aus der Lage herauskommen wird.

Im zweiten Teil wird es dann extrem still. Dies mag dem Titel des Buches entsprechen, führt die Geschichte jedoch kaum weiter und hat mich persönlich zwar nicht gelangweilt, aber irgendwie hat trotzdem was gefehlt. Man erfährt viel über die Gedanken der Protagonisten, es gibt Rückblicke, man erfährt durch ihre Träume was sich in den letzten Wochen ereignet hat, das zum Fall gehört, aber ermittelt wird nicht. Es ist ein sehr persönlicher, sehr monolog-artiger Teil und war für mich für ein Buch von McFadyen sehr ungewöhnlich. Man ist doch sehr viel mehr Action und ein schnelleres Voranschreiten gewöhnt.

Im dritten Teil wird dann endlich bezüglich der Ereignisse im ersten Teil ermittelt. Das Team kommt wieder zusammen und beginnt zu arbeiten. Doch auch diese Arbeit wird im Grunde in Gesprächsrunden im Büro erledigt. Dann wird noch dahin und hierhin geflogen und am Ende wird ein Verdächtiger festgenommen, der irgendwie in die Ereignisse passt, aber auch eher in die, die im letzten Teil des Buches aufgedeckt werden, als zu denen aus dem ersten Teil. Das Buch endet im Grunde damit, dass die Hauptverursacher der Geschehennisse nicht im geringsten aufgespürt sind, der Fall für mich auch nicht gelöst oder auch nur annähernd gelöst ist. Ein sehr merkwürdiges Ende.

Die Charaktere in diesem Buch sind diesselben wie in den vorhergehenden Büchern um Smokey Barrett. Man erfährt ein wenig mehr über den einen oder anderen Charakter, vor allem über James werden ein paar neue Details ans Licht gefördert, und im mittleren Teil des Buches erfährt man natürlich eine Menge über das Kopfkino und die Ängste von Smoky. Eigentlich sollte dies dazu führen, dass man den Charakteren näher kommt, aber irgendwie hat es bei mir hier nicht funktioniert. Es war irgendwie zu neutral, zu sehr ein Abklappern von Fakten als das bei mir große Gefühle für die Protagonisten entstanden sind. Vielleicht war es einfach etwas zu viel, zu überspitzt.

Fazit:
Ich habe mich sehr auf den fünften Band um Smoky Barrett gefreut, da man zwischenzeitlich ja davon ausgehen musste, dass er nie erscheinen würde. Nun ist er erschienen und hat mich leider auf fast ganzer Linie enttäuscht. Hier und da ist es das Team, so wie wir es kennen, und der Schreibtstil so wie man ihn von McFadyen gewöhnt ist, aber größtenteils ist das Buch ein komplett anderer Stil, ein komplett anderes Werk als die voran gegangenen. Vielleicht war es so beabsichtigt. Vielleicht sollte der Leser in diesem Buch mehr über das Innenleben der Protagonistin erfahren. Vielleicht sollte es mit einem gewaltigen Cliffhänger enden - wobei er micht nicht so richtig zum Weiterlesen auffordert, auch wenn ich weiß, dass ich auch einen sechsten Band lesen würde. Aber irgendwie verwirrt dieses Buch mehr, als dass es Freude macht. Es ist kein McFadyen wie man ihn kennt. Eventuell wäre meine Reaktion anders, wenn das Buch zügig nach dem vierten Band erschienen wäre, vielleicht hätte es dann mehr Sinn ergeben. Eventuell gäbe es dann ja mittlerweile schon einen nächsten Band. Aber so. Nach so langer Zeit ein Buch in der Hand zu haben, das so komplett vom Rest abweicht, das so anders ist als alle Vorgänger, ist sehr merkwürdig. Zwischenzeitlich habe ich überlegt, ob er das Buch angefangen und erst Jahre oder Monate später weiter geschrieben hat und dann einfach keinen Fluss mehr drin hatte. Natürlich, falls er wirklich krank gewesen ist - denn offiziell weiß man ja nichts -, verändern sich Menschen in so einer Zeit und damit bestimmt auch der Schreibstil, es wäre nachvollziehbar. Trotzdem leider eine große Enttäuschung.

Leseempfehlung:
Es gibt mit Sicherheit Leser, die mit dem Buch mehr anfangen können als ich. Als erstes Buch von McFadyen möchte ich es auf gar keinen Fall empfehlen, da es ganz anderes ist als alle seine andren Werke. Wer jedoch wissen möchte wie es mit Smoky weiter geht, sollte es wohl oder übel lesen. Vor allem wenn wir als Fans hoffen, dass die Geschichte weiter geht und der 6. Band wieder der "alte" McFadyen wird. Dies sozusagen nur ein Zwischentief ist.

Ich gebe dem Buch schweren Herzens leider nur 2 Sterne. :(

Veröffentlicht am 21.09.2016

Bleibt hinter Cupido & Co. zurück

Samariter
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Zur Autorin:
Jilliane Hoffman war selbst Staatsanwältin in Florida und unterrichtete für den Bundesstaat die Spezialeinheiten der Polizei. Sie hat bereits mehrere erfolgreiche Thriller geschrieben unter ...

Zur Autorin:
Jilliane Hoffman war selbst Staatsanwältin in Florida und unterrichtete für den Bundesstaat die Spezialeinheiten der Polizei. Sie hat bereits mehrere erfolgreiche Thriller geschrieben unter anderem "Cupido" und "Morpheus". (Quelle: Website des Rowohlt Verlags)

Zum Cover:
Das Cover passt farblich sowie von der Anordnung der Grafik, des Titels und dem Namen der Autorin zu einigen der vorherigen Bücher, vor allem zu der Reihe um "Cupido". Dies ist einerseits schön anzusehen, andererseits auch sehr verwirrend. Ich persönlich habe erwartet, dass dieses Buch an die drei Bände über "Cupido" anschließt und eben auch die Charaktere wieder kehren. Dies war leider nicht der Fall. Die Hauptperson dieser Bücher wird nur in einem kurzen Satz am Rande erwähnt. Daher hätte ich mir für dieses Buch lieber ein Cover gewünscht, dass man zwar direkt mit der Autorin in Verbindung bringt, das jedoch nicht den falschen Eindruck erweckt, man bekäme eine Fortsetzung der Reihe.

Zum Buch:
In diesem amerikansichen Thriller steht ganz besonders eine Familie mit Mittelpunkt, die bereits in der Vergangenheit typische kleine und große Auseinandersetzungen durchgemacht hat und durch welche das Vertrauensverhältnis nicht mehr unversehrt ist. Als die Ehefrau dann zur falschen Zeit am falschen Ort ist und im Zuge dessen eine falsche Entscheidung nach der anderen fällt, geraten die Dinge außer Kontrolle. Sie wird von einer harmlosen Bürgerin zur Gejagten worunter nicht nur ihre Familie leidet.

Die Charaktere in diesem Buch sind auf der einen Seite sehr normal und natürlich auf der anderen Seite empfand ich die Frau schon als sehr naiv und unverantwortlich. Ihr Mann, der sie in Zeiten vor dieser Geschichte, betrogen hat und nun versucht die Ehe wieder auf die gerade Bahn zu bringen, konnte auch nicht allzu viele Sympathiepunkte sammeln. Er war zwar nicht die schlimmste Sorte, konnte mich mit seiner Art und seinem Handeln öfter nicht überzeugen.

Am interessantesten waren die Ermittler - ein Mann, der sich mit jeder Seite vom übergewichtigen, in Selbstmitleid schwimmenden Ex-Mann zu einem fitten, am Leben teilhabenden Mann wandeln und seine irgendwann dann schwangere Kollegin, die Pepp in die Konversationen und Handlungen gebracht hat.

Der Thriller verfolgt durchaus einen roten Faden, ist schlüssig, auch wenn man die eine oder andere Entscheidung eines Charakters persönlich vielleicht nicht nachvollziehn kann. Er hat den mehrere kleine Höhepunkte mit unerwarteten Ereignissen, schafft es aber nicht zu überraschen. Das Ende ist dann gleich durchschnittlich wie der Rest.

Fazit:
Dieser Thriller ist ein Buch ohne Überraschungen, ohne spektakuläre Ereignisse oder andere Stellen, die mir lange im Gedächtnis bleiben werden. Er ist durchschnittlich und hat mich dadurch ein wenig enttäuscht. Die anderen Bücher der Autorin haben mich allesammt in den Bann gerissen und waren echte Pageturner. Leider konnte ich es von diesem Buch nicht sagen. Ich bin dran geblieben und habe fleißig weiter gelesen in der Erwartung doch noch ein Highlight anzutreffen, aber dies war nicht der Fall. Schade, ich habe mir viel mehr erwartet. Vor allem mehr Charaktere von früher - aufgrund des verwirrenden Covers.

Leseempfehlung:
Leser, die begeistert waren von "Cupido", "Morpheus" und "Argus" werden hier wohl eher so wie ich ein wenig enttäuscht werden. "Samariter" kann einfach nicht mit deren Intensität mithalten. Es ist wesentlich seichter und detailloser. Wer Thriller liebt, vor allem mit Familiendramatik, ist hier richtig. Wer eher etwas richtig Fesselndes sucht, sollte zu einem anderen Buch greifen.

Veröffentlicht am 21.09.2016

Erotikroman mit Charme und Pepp

Dirty Rowdy Thing - Weil ich dich will
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Zum Autorenduo:
Christina Lauren ist ein Pseudonym der beiden amerikanischen Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings. Bereits seit 2009 schreiben sie gemeinsam Bücher und dieses hier ist das vierte ...

Zum Autorenduo:
Christina Lauren ist ein Pseudonym der beiden amerikanischen Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings. Bereits seit 2009 schreiben sie gemeinsam Bücher und dieses hier ist das vierte und letzte Buch der "Beautiful" - Reihe, durch welche sie bekannt geworden sind. (Quelle:Buch)

Zum Cover:
Das Cover ist dieses Mal ganz in einem kräftigen rot gestaltet und bildet einen Mann in legerer Kleidung von der Nase abwärts ab. Dieser ist in schwarz-weiß gezeichnet und lässt einen muskulösen Oberkörper leicht erkenen. Der Titel, sowie Verlag und Autor sind auf diesselbe Weise auf dem Cover verteilt wie schon beim ersten Band der "Filthy"-Reihe. Auch die Gestaltung des Covers allgemein passt sich an und lässt ein harmonisches Bild im Bücherregal entstehen. Ob das Cover interessant für neue Leser ist, ist schwer zu beurteilen, da es in meinen Augen und bei meinem nun 6. Buch von Christina Lauren, einfach ein typisches Cover ist, das mir als Leser dieser Autoren direkt deutlich macht, was ich da vor Augen bzw. in der Hand habe. Die Farbgebung springt aber ins Auge.

Zum Buch:
Bei diesem Buch handelt es sich um einen erotischen Roman, der den zweiten Teil der Reihe "Filthy Boy" bildet und im Gesamtbild als sechstes Buch der Autoren zu finden ist. Die "Filthy Boy"-Reihe lässt sich getrost ohne die vorhergehende "Beautiful"-Reihe lesen, vor allem dieser zweite Band, der lediglich auf den ersten Band der Reihe Bezug nimmt, welchen man daher dringend gelesen haben sollte.

Im Sinne eines erotischen Romans werden diverse Sexualpraktiken explizit beschrieben. Die Wortwahl ist dabei nicht ordinär, sondern gut gewählt und passend zu den Charakteren. Die Sex-Szenen wirken realistisch, nicht über- oder untertrieben und bilden ein rundes Bild einer Beziehung zwischen zwei jungen Menschen.

Der Roman spielt in Kalifornien und stellt eine Gruppe von vier jungen Männern und vier jungen Frauen in den Vordergrund, die sich vor einiger Zeit auf einer Reise kennengelernt haben und nun Freunde bzw. mehr als dies geworden sind. In diesem Buch stehen der Kanadier Finn und die Amerikanerin Harlow im Vordergrund. Beide sind starke Persönlichkeiten, die sehr genau wissen, was sie wollen und was nicht. Ihre Beziehung können beide sehr klar definieren und in diesen Grenzen halten; jeder kennt seine Position in ihrem Verhältnis und weiß was er bzw. sie bekommt. Zumindest lassen sie es sich selbst und ihren Gegenüber stets so glauben. Im Laufe der Geschichte kommen jedoch diverse Ereignisse dazu, unter anderem familiäre Schwierigkeiten auf beiden Seiten, so dass beide die Ablenkung durch den jeweils anderen suchen, mehr Zeit miteinander verbringen als gewohnt und neue Seiten aneinander entdecken.

Zu diesen neuen Seiten gehören auch Sexualpraktiken, die man zur Zeit häufig in der Literatur findet: Bondage. Die Autoren schaffen es jedoch dies nicht in den Vordergrund zu rücken und es lediglich als Teil zu sehen, wodurch die Beziehung zwischen Finn und Harlow weiterhin realistisch bleibt und nicht auf ein momentan beliebtes Pferd aufspringt. Es scheint zu sein, wie es im wirklichen Leben ist: Es gibt eine Art Hype und man macht mal mit, guckt sich das ganze an. Genauso "echt" wirkt es in diesem Buch.

Der Roman entwickelt sich in einem guten Fluss ohne dabei einen wirklichen Höhepunkt oder einen extremen Wendepunkt zu erreichen. Es gibt Höhen und Tiefen im Verhältnis der zwei Hauptcharaktere, aber nicht, wie in den bisherigen Büchern der Autoren, einen großen Knall im letzten Drittel. Irgendwie habe ich die ganze Zeit auf ihn gewartet, um dann am Ende froh zu sein, dass es diesmal anders gelaufen ist. Das es durchaus Spannungen gab, aber eben nicht den vorhersehbaren Verlauf der Geschichte. Das hat mir persönlich wirklich gut gefallen.

Fazit:
Dies war nun mein sechstes Buch von Christina Lauren und ich wurde für mein Durchhaltevermögen belohnt. Auch wenn ich nicht von jedem der Bücher begeistert war und vor allem bei den letzten Büchern die Vorhersagbarkeit kritisiert hatte, hat mir die Dynamik in diesem wieder gut gefallen. Die Charaktere hatten Stil, hatten starke Persönlichkeiten und vor allem die realistischen Höhen und Tiefen ihrer Beziehung haben mir gut gefallen. Die erotischen Szenen hatten Pepp, waren in der Länge und der Menge der Details interessant geschrieben und stellten vor allem die Frau nicht als ein kleines graues Mäuschen dar, das sich dem reichen Typen unterwirft. Im Gegenteil hier hat im Grunde die Frau die Hosen an. Eine Erfrischung im Haufen der gegenwärtigen erotischen Literatur.

Leseempfehlung:
Leser, die Bücher von Christina Lauren, bereits gelesen haben, werden wahrscheinlich auch wieder zu diesem hier greifen. Wer wie ich von den letzten beiden Büchern weniger angetan war, kann diesem durchaus noch einmal eine Chance geben. Mich hat es zumindest wieder wesentlich mehr begeistert. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte lieber mit dem ersten Band der "Filthy"-Reihe beginnen, vielleicht sogar lieber noch mit dem ersten Band der "Beautiful"-Reihe, was jedoch nicht zwingend notwendig ist. Ich würde sagen, die "Filthy"-Reihe spricht eventuell auch eher jüngere Leserinen an, da die weiblichen Charaktere eher Studentinnen gleichen und nicht in großen Firmen arbeiten. Von der Intensität der erotischen Szenen her, gibt es niemanden für den ich dieses Buch speziell empfehlen oder nicht empfehlen würde, da es eine gute Mitte zwischen zu lasch und zu detailliert bildet. Einfach lesen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Fußballkrimi ohne Fußballfeeling

Abstauber
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Zum Autor:
Frank Goldammer ist ein 1975 in Dresden geborener deutscher Autor. Seine Romane spielen in seiner Heimatstadt und sollen dem Leser ein Gefühl für die Menschen dort geben. (Quelle: Gmeiner Verlag)

Zum ...

Zum Autor:
Frank Goldammer ist ein 1975 in Dresden geborener deutscher Autor. Seine Romane spielen in seiner Heimatstadt und sollen dem Leser ein Gefühl für die Menschen dort geben. (Quelle: Gmeiner Verlag)

Zum Cover:
Das Cover zeigt einen Fußball ganz offensichtlich auf einem Fußballfeld mit einem Tor im Hintergrund. Ein Scheinwerfer beleuchtet die Szene ein wenig und verleiht zusätzlich den Eindruck eines Stadions. Der Name des Autors, Titel des Buches sowie der Hinweis, das es sich hier um einen Fußball-Krimi handelt, sind klein gehalten. Zudem ziehren drei Sterne - die die WM-Titel der deutschen Fußballnationalmannschaft zum Erscheinungstermin des Buches darstellen - den Titel. Dieses kleine aber feine Detail gefällt mir sehr. Ansonsten spricht das Cover fast ausschließlich Fuball interessierte Leser an, dies jedoch sehr explezit, so wie es bei mir der Fall gewesen ist. Alles in allem schlicht, aber fein.

Zum Buch:
Dieses Buch ist ein Einzelband und enthält keine großen Bezüge zur realen Welt des Fußballs. Es spielt zwar zur Zeit der EM in Polen und der Ukraine, dies sind jedoch schon alle Fakten, die der Autor eingebracht hatte. Alle anderen Namen, Charaktere und Geschehennisse sind frei erfunden und ähneln auch nicht im geringsten bekannten Persönlichkeiten oder Ereignissen.

Die Handlung spielt in Deutschland, zum größten Teil in Dresden, aber auch in Hamburg und Berlin. Leider kenne ich mich in keiner der drei Städte gut aus, so dass ich nicht beurteilen kann, ob diese detailliert, korrekt oder ebenfalls frei erfunden beschrieben sind. Im Mittelpunkt steht die deutsche Herren-Fußballnationalmannschaft, ihr Trainer, der DFB-Präsident und eine Ermittlereinheit um Hauptkommissar Falk Tauner, der für Fußball und dessen Beteiligte nicht viel übrig hat. Es geschieht ein Mord, dem er jedoch betraut wird und der aufgrund der Beteiligung der Nationalmannschaft für viel Aufsehen sorgt. Während sich ganz Deutschland auf die anstehende EM vorbereitet und alle nicht aktiv Beteiligten diskutieren wie weit die Mannschaft es schaffen wird, gehen dem Hauptkommissar alle diese Diskussionen ziemlich auf den Nerv und so richtig mit dem Fall beschäftigen mag er sich auch nicht. Am liebsten schnell zu einer Lösung kommen und dann das Thema Fußball vergessen. Doch so leicht macht es ihm weder der Fall, noch die Presse oder seine Kollegen, denen allen mehr an der Wahrheitsfindung liegt als dem Hauptkommissar.

Fazit:
Das Fußballfeeling kommt in diesem Buch nur schwer rüber, obwohl jede Zeile nur so vor Fußball trotzt. Zwar sind einige nette, aber nicht sonderlich tiefgründige oder interessante, Charaktere dabei, die den Sport lieben und sich für ihn einsetzen, jedoch wurde für mich alles überlagert von der Übellaunigkeit und dem Desinteresse des Hauptkommissars. Seine Sticheleien und Kommentare gegen den Sport waren für Fußballliebhaber schon sehr an der Grenze und haben meiner Ansicht nach in einem Buch, das hauptsächlich Fußballfans anspricht, in diesem Ausmaß nichts zu suchen. Auch die Tatsache, das keiner der Akteure im Fußballumfeld, sei es der Trainer oder einer der Spieler auch nur ansatzweise an einen realen Charakter erinnert hat, hat mich gestört. Man kann sich vieles vorstellen, wenn man mit etwas Realitätssinn und nicht nur Fußballfanatismus an den Sport und diese Leidenschaft geht, aber das meiste, das der Autor hier niedergeschrieben hat, konnte ich mir beim besten Willen so nicht vorstellen. Schnell bekommt man den Eindruck, dass der Autor selbst kein großer Fußballfan ist und zur damaligen EM-Zeit auf ein Pferd gesprungen ist, das sich gut verkaufen könnte.

Dass das Buch am Ende doch noch auf zwei Bewertungspunkte kommt, lag allein am Ende, das doch noch ein wenig interessant wurde. Ein wenig, aber den Karren aus dem Dreck ziehen konnte es nicht mehr.

Leseempfehlung:
Ich versuche normalerweise jedem Buch eine Leseempfehlung auszusprechen, auch wenn ich die Zielgruppe einschränke; hier fällt es mir aber sehr schwer. Mich selbst hat das Buch so wenig mitgerissen, eher geärgert als Laune gemacht, dass ich im persönlichen Gespräch wohl niemandem das Buch ans Herz legen würde. Leser, die vielleicht selbst eher auf Kriegsfuß mit dem Fußball stehen oder die über seitenweise profane Meckerei bezüglich des Sports hinwegsehen können, könnten dem Buch aber eventuell eine Chance geben. Nur bitte, was die reale Welt des Fußball betrifft, nicht viel Wiedererkennungswert erwarten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gute Mischung zwischen Fiktion und Realität

Der Wintertransfer (Scott Manson, Bd. ?)
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Zum Autor:
Philip Kerr ist ein in Edinburgh geborener Schriftsteller, der in der Vergangenheit für die Bücher "Game over" und "Das Wittgensteinprogramm", beides Bücher, die nicht den Fußball thematisieren, ...

Zum Autor:
Philip Kerr ist ein in Edinburgh geborener Schriftsteller, der in der Vergangenheit für die Bücher "Game over" und "Das Wittgensteinprogramm", beides Bücher, die nicht den Fußball thematisieren, bereits den Deutschen Krimi Preis erhalten hat. Er ist selbst Fan eines englischen Fußball-Erstligisten. (Quelle: Klett-Cotta)

Zum Cover:
Das Cover zeigt eine Nachtaufnahme eines Fußballstadions, welches stark den Umrissen des Stadions des FC Arsenal London ähnelt. Der Name des Autor sowie der Titel, die zusammen mehr als die obere Hälfte des Covers ausmachen, ziehen definitiv eher die Aufmerksamkeit auf sich, als das Coverbild an sich. Wobei sowohl der Titel, als auch die Abbildung sehr deutlich auf das Thema dieses Thrillers aufmerksam machen und somit nicht-Fußballfans eher nicht nach dem Buch greifen werden. Für Fußballfans sind jedoch beide Aspekte gut getroffen und wecken das Interesse.

Zum Buch:
Dieses Buch ist der erste Band in einer Reihe um den Fußballtrainer Scott Manson. Die Hauptcharaktere sind frei erfunden, als auch der Verein, der im Mittelpunkt steht. Einige andere Namen von Personen, Vereinen und Orten entsprechen jedoch den Tatsachen im internationalen Fußball der heutigen Zeit.

Die Handlung spielt in London mit einem Erstliga-Verein als "Hauptcharakter", der, für England nicht untypisch bzw. mittlerweile für einige große europäische Klubs, einem russischen Milliardär gehört, dessen Herkunft man nicht wirklich nachvollziehen kann, noch weniger seinen Besitz. Er kauft sowohl Trainer als auch Spieler aus aller Welt ein, um einen möglichst erfolgreichen Verein zu schaffen. Wie er dies schafft, wird in diesem fiktiven Fall schnell deutlich. Nein, er hat nichts mit der Mafia oder anderen ilegalen oder zwilichtigen Machenschaften zu tun, zumindest offiziell nicht. Als dann jeoch sein Trainer verschwindet und bald tot aufgefunden wird, soll doch lieber sein Nachfolger und im Verein bereits vorher tätige Scott Manson den Schuldigen finden, als dass die Polizei zu viele Fragen stellt. Und so kommt der Hauptcharakter in diesem Buch an zwei Jobs gleichzeitig: den des Cheftrainers und den des Privatermittlers. Bei beiden Jobs ist er sich nicht sicher, ob er sie überhaupt will und ob er ihnen gewachsen ist, versucht sie jedoch besten Wissens und Gewissens und mit jeder Menge Charme zu bewältigen. Wenn seine Vergangenheit nicht wäre, wäre er vielleicht auch besser auf die Medien und die Polizei zu sprechen, was ihm die Arbeit wohl auch erleichtern würde. Aber er ist wie er ist und die Situation erfordert seinen vollen Einsatz, möchte er nicht am Ende ohne beide Jobs da stehen. Ach ja, und nebenbei muss er noch seine Mannschaft trainieren und Siege nach Hause bringen, denn sein Vorgänger war zwar nicht bei jedem beliebt, aber doch sehr erfolgreich. Druck von allen Seiten, wo runter irgendwann auch sein Privatleben zu leiden beginnt.

Scott Manson, Cheftrainer und Privatermittler, macht einen sehr normalen Eindruck. Menschlich, mit Stimmungsschwankungen, Zweifeln, Frust und Erfolg. Es macht Spaß ihn durch diese Herausforderung zu begleiten, zu lesen wie er sich den neuen Aufgaben stellt und immer im Hinterkopf zu haben, ob es wohl im wahren Leben so ähnlich auch laufen könnte. Oder ob gewisse Dinge tatsächlich so laufen? Denn immer wieder wirft der Autor ein Ereignis auf, eine Pressekonferenz, einen Kommentar oder eine Szene, der man als Fußbalfan absolut zustimemn kann. So zittert und freut man sich im Grunde mit Scott Manson wie mit seinem Team.

Fazit:
Mit der Verknüpfung zwischen Fiktion und Realität schafft der Autor für fußballinteressierte Leser eine gelungene Atmosphäre. Man weiß zwar sicher, dass es sich um Fiktion handelt, kann sich aber gewisse Handlungen, Gedankengänge und Aktionen gut in der Wirklichkeit vorstellen. Das persönliche Interesse des Autors am Fußball wird durch die leidenschaftliche Schreibweise deutlich, die vielen kleinen Details, die Reaktionen der Charaktere und die ganzen anderen Kleinigkeiten, die für wahre Fans - und dazu zähle ich mich auch - zu diesem Sport gehören. Die Liebe für den Sport bringt der Autor in jeder Zeile ein und lässt das Thema somit sehr authentisch erscheinen. Es wird dem Leser deutlich, dass er das Buch nicht nur geschrieben hat, weil sich das Thema gut verkaufen lässt und wenig im Genre Thriller bedient wird. Hinzu kommt ein interessanter als auch sympathischer Hauptcharakter und fertig ist der erste Band eines gelungenen Fußball-Thrillers.

Leseempfehlung:
Leser, die sich für Fußball interessieren und auch gerne mal einenThriller lesen, sollten diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Es ist zwar nicht sehr verschlungen und ausgewieft, jedoch stringend und nicht vorhersehbar. Ich freue mich schon auf den nächsten Band, der bereits bei mir liegt.