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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2026

Eine Komödie

Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs
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Das Wellnesshotel „Perfekt“ ist Zufluchtsort für verschiedenste Menschen. Eine davon ist Sophie, abgebrannt, Ex-Mann mit bester Freundin liiert, ohne Massage-Diplom, angestellt als Masseurin. Sie und eine ...

Das Wellnesshotel „Perfekt“ ist Zufluchtsort für verschiedenste Menschen. Eine davon ist Sophie, abgebrannt, Ex-Mann mit bester Freundin liiert, ohne Massage-Diplom, angestellt als Masseurin. Sie und eine bunte Truppe wollen das Hotel er- bzw. behalten. Obwohl der Chef ein unsympathischer Antreiber ist.
Eingefügt sind wiederholte Tipps und Hinweise aus der hoteleigenen Broschüre. Viele Ratschläge, ausgerichtet auf dem Chef geldsparende Unterhaltung. Diese Hinweise nerven. Es häufen sich gewollt komische Missverständnisse. Wer Slapstick mag, ist hier richtig. Mysteriöse Todesfälle? Kommen reichlich vor. Verwechslungen auch. Es geht also sehr turbulent zu, vor dem geistigen Auge entfaltet sich ein komödiantisches Stück. Auf der Bühne besser aufgehoben, in diesem Genre durchaus unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Ist sie nicht

Ein unheimlich guter Mensch
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Lillian mit Doppel-L ist einsam und sucht krampfhaft den Mann, der sie liebt. Selbstverleugnung und der Verlust jeglicher Selbstachtung begleiten ihre Bemühungen. Sie lässt sich von Henry benutzen und ...

Lillian mit Doppel-L ist einsam und sucht krampfhaft den Mann, der sie liebt. Selbstverleugnung und der Verlust jeglicher Selbstachtung begleiten ihre Bemühungen. Sie lässt sich von Henry benutzen und findet das ok.
Hilft alles nicht, Henry erwidert die Liebe trotz aller Bemühungen nicht in erwünschtem Maße. Dabei kann Lilian auch anders. Höchst unsympathisch, gemein und herablassend behandelt sie andere Menschen, besonders ihre beste Freundin.
Und was stellt sie mit dem enttäuschenden Wunschmann an? Ein Zauber soll sie rächen. Das geht sowas von schief, die Folgen sind unerwartet.
Nein, diese Lilian ist egozentrisch angelegt, manipulativ, leidet an enormer Selbstüberschätzung, hält sich für gut und genial. Ihre Wahrnehmung ist verzerrt. Außerdem trinkt sie zu viel.
Kirsten King hat ihre Hauptfigur konsequent überzeichnet. Sie sorgt für negative Gefühle beim Lesen, die angekündigte Witzigkeit habe ich vermisst. Ich hatte sehr auf Lillians Erkenntnis, dass sie doch nicht so toll ist, einen läuternden Twist, gehofft. Vergeblich.
Fazit: angenehmer Schreibstil, offene Sprache, polarisierende, aber nervende Protagonistin. Ich wurde enttäuscht, von der „Heldin“ und vom Buch.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

161 Kilometer

Der Tod hat einen langen Atem
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Wie peinlich ist das denn? Ermittler Peer Pedes und Kommissarin Stephanie müssen die Pride Parade in einer Art Golfwägelchen anführen. Spott und Hohn nicht nur der Kollegen ist ihnen gewiss. Nicht mehr, ...

Wie peinlich ist das denn? Ermittler Peer Pedes und Kommissarin Stephanie müssen die Pride Parade in einer Art Golfwägelchen anführen. Spott und Hohn nicht nur der Kollegen ist ihnen gewiss. Nicht mehr, als sie auf einen abgetrennten Fuß stoßen. Ein Fall? Ein Fall! Umso mehr, als tags darauf ein abgetrennter Arm in einem Gebüsch aufgestöbert wird. Sofort heftet sich ein sensationsgierige Reporter an das Polizistenteam. Das Autorenduo Achilles erspart den Ermittlern auch in ihrem 3. Fall nichts. Der Marathonlauf entlang der berühmten Mauer birgt so einige ( unangenehme ) Überraschungen. Mit viel Humor und Schlagfertigkeit gehen Peer und Stephanie auf Spurensuche. Gut gezeichnete Nebencharaktere wie die sympathische Uli bringen mehr Salz ins Geschehen. Auch historische Hintergründe werden einbezogen, das macht diese Mörderjagd authentisch.
Gelesen wird das Hörbuch mit sehr angenehmer Stimme von Hajo Schumacher.
Krimi mit zunehmendem Tempo, verrückten Mördern und menschlichen Tragödien - klare Hör- bzw. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Was für eine Zukunft!

Cryptos
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Jana programmiert Phantasiewelten. Perfektes Leben, perfekte Welt. Die wirkliche Welt ist nicht lebenswert. Als in einer Wunschzone eine Störung auftritt, bleibt Jana in einer diesen Welten gefangen. Alle ...

Jana programmiert Phantasiewelten. Perfektes Leben, perfekte Welt. Die wirkliche Welt ist nicht lebenswert. Als in einer Wunschzone eine Störung auftritt, bleibt Jana in einer diesen Welten gefangen. Alle Welten sind originell, einige wunderschön, aber auch gefährlich. Nicht wirklich, wird man gefressen, findet man sich in seinem zuhause lebendig wieder. Aber neuerdings: nicht! Tot ist tot. Wer sabotiert die Traumwelten? Das will Jana unbedingt herausfinden. Böse, sogar tödliche Überraschungen erwarten sie. Kein Ausweg in Sicht. Inzwischen geschehen auch in der Realwelt unkontrollierbare Dinge.
Ursula Poznanskis Figuren wirken authentisch, sind vielschichtig angelegt. Ihre Welten sind inspirierend, wecken Wünsche. Unerwartete Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen. Ein Bild einer möglichen, gar nicht so weit entfernten Zukunft wird entworfen: Klimaschutz, Lebensmittelsorge, kaum körperliche Arbeit und strenge Kontrolle.
Die Autorin schreibt wunderbar und atemberaubend spannend, phantasievoll und originell. Ich habe es geliebt, dieses Buch zu lesen und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Leo, 20, Busfahrerr

Pina fällt aus
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Das Unglaubliche geschieht: Pina hat einen schweren Unfall, wird ins Koma versetzt. Niemand erfährt davon. Nicht einmal ihr 20jähriger, autistischer und auf ihre Hilfe angewiesener Sohn Leo. Im Haus wohnen ...

Das Unglaubliche geschieht: Pina hat einen schweren Unfall, wird ins Koma versetzt. Niemand erfährt davon. Nicht einmal ihr 20jähriger, autistischer und auf ihre Hilfe angewiesener Sohn Leo. Im Haus wohnen noch die sechzehnjährige Schulabbrecherin Zola, der Einsiedler Wojtek und die lebensmüde 86jährige Inge. Aber: was haben sie mit Leo zu tun? Alle haben genug eigene Probleme.
Vera Zischke schildert die Charaktere der anderen Hausbewohner detailliert. Sehr glaubhaft, sehr vorstellbar. Einige Verhaltensweisen kommen dem Leser bekannt vor.
Wie die Entwicklung verläuft und die Gedankengänge von Zola, Inge und Wojtek werden verfolgt. Man hofft das Beste …
Die Autorin stellt die Frage, worum es wirklich im Leben geht. In einer Welt, in der Viele möglichst für sich bleiben. Soziale Abkapslungen und Kälte spürbar sind. Auch hier möchten die Bewohner gern Verantwortung abgeben. Ein so nicht voraussehbarer Prozess wird in Gang gesetzt.
Nachdenklich machend, emphatisch geschrieben, emotional mitnehmend.
Lesenswert.

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