Da war so ein Kribbeln...
Das Hannibal-SyndromWer sich für Serienmörder und was dahinter steckt, interessiert, ist mit dem Hannibal Syndrom in der Hand genau richtig.
Stephan Harbort räumt zu Anfang erst einmal mit dem Klischee denken auf und hinterfragt ...
Wer sich für Serienmörder und was dahinter steckt, interessiert, ist mit dem Hannibal Syndrom in der Hand genau richtig.
Stephan Harbort räumt zu Anfang erst einmal mit dem Klischee denken auf und hinterfragt sowohl die Taten als auch die dazugehörige Denkensweise.
Beispielsweise mit dem falschen Fernsehbild in Bezug auf das FBI und stellt es richtig.
Er steckt auch die Täter nicht alle in eine "Schublade", sondert sortiert, beurteilt und sondiert.
Stephan Harbort schreibt Detailgetreu, sodass mit etwas Fantasie, die sogenannten 7 Verlaufsphasen schnell begriffen und verinnerlicht sind.
Wie er in einem Kapitel so schön schreibt: " Die Fantasie ist das Ritual. Das Ritual ist die Fantasie."
Manchmal so genau, das einem Speiübel wird.
In den verschiedenen Kapiteln wird auch die Vergangenheit (Kindheit) und die Gegenwart durchleuchtet, sodass schnell ein Eindruck entsteht, mit wem man es als TäterIn zu tun hat.
Meist sind es ähnliche "Werdegänge". Wie zum Beispiel die schlechte Kindheit, die Unzulänglichkeit, Versagensängste. 80% der Taten werden durch Konflikte in der Vergangenheit der Täter begünstigt.
Jeder Täter ist auf Bewusstseinsdominante Teilkräfte fixiert, sprich Wiederholungsdrang -reiz u. -notwendigkeit. "Die Grundproblematik wird also auch durch das morden nicht gelöst."
Stephan Harbort konzentriert sich mehr auf die Pathologie, sowie die Psychologie und nicht die Morde an sich.
Und genau das macht das Buch so interessant, denn er beschreibt ausführlich, aber verständlich.
In 15 Kapiteln wird von mindestens einem Serienmörder berichtet, es wird vom Werdegang, Gerichtsverfahren, Gutachten, wissenschaftlichen Erkenntnissen, polizeiliche Ermittlungen und Interviews erzählt.
Stephan Harbort verwendet allerdings manchmal Worte, die fantasiert scheinen wie "Persönlichkeitsimmanent", im Duden dann doch vorhanden sind.
Er spart nicht mit der brutalen Wirklichkeit, die nichts für schwache Nerven sind.
Und trotzdem ist es ehrlich und direkt geschrieben.