Irgendwo zwischen Perfektionsdruck, Selbstverlust- und -findung
BestieBestie erzählt nicht nur eine Geschichte über Freundschaft. Bestie erzählt vor allem eine Geschichte übers Frausein in der heutigen Zeit: Irgendwo zwischen Perfektionsdruck, Selbstverlust- und -findung ...
Bestie erzählt nicht nur eine Geschichte über Freundschaft. Bestie erzählt vor allem eine Geschichte übers Frausein in der heutigen Zeit: Irgendwo zwischen Perfektionsdruck, Selbstverlust- und -findung in den Zwanzigern.
Vor der Kamera ist Anouk Leben perfekt, hinter verschlossenen Türen sieht dies etwas anders aus. Zumindest für sie selbst. Für Delia bleibt Anouk auch noch die perfekte Content Creatorin als sie mit ihr zusammenzieht und Einblicke hinter die perfekt ästhetisierte Social Media Fassade erlangt. Könnte sie doch bloß auch so ein Leben leben, ihre schwierige Vergangenheit endlich hinter sich lassen. Aber vielleicht kann sie das ja. Nicht mehr Delia sein, nicht mehr immer das Gefühl haben, alles falsch zu machen, ein Leben führen wie Anouk.
Joana June schafft es mit „Bestie“ auf eine unglaubliche Weise, die Gefühle, mit denen man sich als junge Frau in den Zwanzigern auseinandersetzen muss, wiederzugeben. Die Struggles der Charaktere fühlen sich an wie die eigenen und überhaupt könnte das Buch auch jetzt gerade in meinem eigenen Leben spielen. Zumindest fühlt sich die Atmosphäre so real an. „Bestie“ ist nicht nur eine Geschichte über eine Freundschaft, vor allem ist es eine Geschichte darüber, wie es ist jung und weiblich zu sein in den 2020er Jahren. Eine Geschichte über sozialen Druck, den Einfluss von Fremdwahrnehmung auf den eigenen Selbstwert und die Bedeutung von Feminismus. Diese schwierigen Thema flechtet Joana June wie nebenbei in die Handlung ein. Das Buch regt dazu an, sich mit seinen eigenen Unsicherheiten auseinanderzusetzen, während es einen so fesselt, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Das hat für mich lange kein Buch geschafft. Und erst recht kein Debüt.