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Veröffentlicht am 07.07.2022

Es gibt nicht nur Gut und Böse

Blaukäppchen und der gute Wolf
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Als Blaukäppchen durch den Wald läuft, trifft sie auf den Wolf. Der ist ganz traurig, weil alle Tiere Angst vor ihm haben und nicht mit ihm spielen wollen. Sofort schnappt sich Blaukäppchen den armen Tropf, ...

Als Blaukäppchen durch den Wald läuft, trifft sie auf den Wolf. Der ist ganz traurig, weil alle Tiere Angst vor ihm haben und nicht mit ihm spielen wollen. Sofort schnappt sich Blaukäppchen den armen Tropf, der es gar nicht gewohnt ist, dass man ihm hilft. Gemeinsam treffen sie auf viele Tiere. Der Frosch z.B. hat Angst vor dem Wolf, weil er so große Ohren hat, der Hase wegen der großen Ohren uns so geht es immer weiter. Doch Blaukäppchen schafft es den ängstlichen Tieren zu erklären, dass diese Eigenschaften nicht schlimm sind. Ob die Tiere nun mit dem Wolf spielen?

Das Cover ist allein schon wegen der blauen Kappe interessant für Kinder und passt sehr gut zur Geschichte.

Das Märchen von Rotkäppchen kennt sicher jeder, daher haben wir nicht schlecht gestaunt, als wir hier vom Blaukäppchen gelesen haben. Mittlerweile denke ich, dass auch diese andere Kleidungsfarbe eine Botschaft gegen eingefahrenes Rollendenken ist (Mädchen=Rot). Der Wolf in diesem Buch ist jedenfalls überhaupt nicht böse, wie man es erwarten könnte. Es geht darum, wie andere Tiere ihn rein nach seinen Äußerlichkeiten beurteilen, ohne den einsamen Gesellen überhaupt näher kennenzulernen. Und da auch wir Menschen ganz groß im Vorschnellen Urteilen sind, finde ich diese Botschaft ganz toll.

Im Buch wiederholt sich die Art der Szene immer wieder. Erst trifft man ein Tier, dann nennt es seine Ängste, Blaukäppchen erklärt, warum diese nicht gerechtfertigt sind. Oft haben die Tiere sogar ähnliche Erfahrungen gemacht oder mögen die Dinge, die der Wolf mag. Der Text ist in diesen Szenen nahezu immer gleich aufgebaut, was für größere Kinder etwas langweilig wirken könnte, für Kleine aber bestimmt lustige Möglichkeiten zum Mitsprechen ergibt. Am Ende geht es fast ein bisschen zu problemlos in ein Happy End über. Die Illustrationen gefallen uns sehr gut, besonders die Tiere und ihre Gesichtsausdrücke. Viel zu entdecken außerhalb des Textes gibt es aber nicht.

Das Nachwort von Hunde-Experte Martin Rütter ist kindgerecht gehalten und sensibilisiert Kinder für den Wolf, der langsam in unsere Gegen zurückkehrt. Kurz zeigt er auf, wie ein Leben mit dem Wolf möglich ist.

Ein Bilderbuch für Toleranz und Akzeptanz, das Kindern zeigt, dass es auch wichtig ist, hinter die Fassade zu blicken. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Lesen in seiner ganzen Vielfalt

Ich lese!
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Wann lesen wir? Mit wem lesen wir? Wo lesen wir? Und für wen?


Der Zeichenkünstler Attilio zeigt in diesem nahezu quadratischen und sehr handlichen Bilderbuch die Vielfalt des Lesens und die Liebe zum ...

Wann lesen wir? Mit wem lesen wir? Wo lesen wir? Und für wen?


Der Zeichenkünstler Attilio zeigt in diesem nahezu quadratischen und sehr handlichen Bilderbuch die Vielfalt des Lesens und die Liebe zum Buch auf eine sehr eindrucksvolle Weise, die Kinder sofort verstehen, obwohl die Zeichnungen sehr klar, einfach und flächig gehalten sind. Keine kleinen Details lenken von der Botschaft ab, die der Autor vermittelt. Auch die Farben sind begrenzt. Auf jeder weißen Doppelseite kann man links einen prägnanten Satz vorlesen, zu dem es rechts ein Bild gibt. Die Tiere, die hier lesen wirken fröhlich, befreit, neugierig, wissbegierig, aufmerksam und freudig. Und all diese Reaktionen zeigen sie, weil sie lesen.


Schon für meine jüngste Enkelin mit nicht mal 2 Jahren ist dieses Buch wunderbar zum Anschauen geeignet, mal abgesehen davon, dass es keine dicken Pappseiten hat. Es ist kein Buch, das man einmal liest und dann im Schrank verstaut. Man blättert tatsächlich immer wieder darin. Den Kindern hat es auch viel Spaß gemacht, die Situationen auszuprobieren und zu erzählen, wie und wo sie selbst schon ein Buch angesehen haben. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so wirkt, ist es ein ganz bezauberndes Bilderbuch, das das Lesen in den Mittelpunkt rückt und auch erwachsenen Lesern ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

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Veröffentlicht am 01.07.2022

Glaube an die Liebe!

Immer der Liebe entgegen (Zeit für Rügen)
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Nach einem Seitensprung ihres Freundes zieht die 33-jährige Fotografin Maja einen Schlussstrich und nimmt sich eine vierwöchige Auszeit auf Rügen. Bei Ankunft an der gemieteten Ferienwohnung kommt es jedoch ...

Nach einem Seitensprung ihres Freundes zieht die 33-jährige Fotografin Maja einen Schlussstrich und nimmt sich eine vierwöchige Auszeit auf Rügen. Bei Ankunft an der gemieteten Ferienwohnung kommt es jedoch zu Unstimmigkeiten zwischen Bengt und seiner 80-jährigen Tante Fine, die die Wohnung ohne sein Wissen vermietet hat. Maja darf trotzdem bleiben. Beim Fotografieren am Strand trifft Maja auf Kai, der sie anspricht. Er leitet ein Hotel in Baabe und verspricht ihr einen lukrativen Auftrag für einen Internetauftritt, den sie annimmt.

Mit der herzlichen Fine versteht sich Mama sofort prima. Nach und nach öffnet sich auch Bengt, der ebenfalls einen unglückliche Liebe verarbeiten muss. Die beiden kommen sich näher, doch eine Intrige und Misstrauen drohen alles zu zerstören.

In ihrem Buch beschreibt Hanne Holmgren sympathische Menschen, glaubwürdige Charaktere (Ausnahmen bestätigen die Regel). Tante Fine ist ein besonderes Unikum, sie hat es im positiven Sinne faustdick hinter den Ohren. Der Text ist leicht und flüssig lesbar, alles ist sehr bildhaft beschrieben, die Emotionen glaubhaft geschildert. Außerdem werden dem Leser die Naturschönheiten und die Geschichte Rügens näher gebracht.

"Immer der Liebe entgegen" ist ein absoluter Wohlfühlroman, der Urlaubsstimmung und Fernweh erzeugt. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Das ansprechende und liebevolle Cover passt richtig gut.

5 Sterne

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Veröffentlicht am 01.07.2022

Andere Erwartung

Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit
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London 1904: Neun Jahre nach seiner geliebten Frau verstirbt auch das Familienoberhaupt der Stephens, Leslie, nach langer Krankheit. Um von ihrem dominanten Halbbruder George loszukommen, mieten sich die ...

London 1904: Neun Jahre nach seiner geliebten Frau verstirbt auch das Familienoberhaupt der Stephens, Leslie, nach langer Krankheit. Um von ihrem dominanten Halbbruder George loszukommen, mieten sich die jungen Geschwister Thoby, Vanessa, Virginia und Adrian ein eigenes Haus in Bloomsbury. Sie wollen alte Konventionen hinter sich lassen und frei leben. Die Brüder dürfen studieren, während Vanessa der Kunst und Virginia dem Schreiben frönt. Thoby hat die Idee, wöchentliche Treffen mit seinen Freunden im Haus zu organisieren, um über Literatur und Kunst zu philosophieren. Die Schwestern lassen es sich natürlich nicht nehmen, daran teilzuhaben. Die Bloomsbury-Group ist damit geboren.

Da ich bisher weder Berührungspunkte mit Virginia Woolf noch mit ihren Werken hatte, habe ich die Buchauswahl nach dem Cover und der Kurzbeschreibung getroffen. Der historisch-biografische Roman über die Geschwister Stephen und ihre Freunde, der späteren Bloomsbury-Group, war "überraschend" anders als erwartet, keinesfalls "mitreißend". In diesem Buch ist Virginia weder eine Ikone der literarischen Moderne noch der Frauenbewegung. Das könnte sich natürlich in den nächsten zwei Bänden noch entwickeln. Insofern sind für diesen Band die Angaben irreführend.

Ich habe lange gebraucht, um mich an den Schreibstil der Autorin zu gewöhnen. Er ist wohl dem Zeitgeist angepasst. Das Buch habe ich zu Ende gelesen, aber es hat mich nicht gepackt. Positiv hervorzuheben sind die große, gut lesbare Schrift, die Bebilderung in der vorderen Klappe, das Literaturverzeichnis sowie das erklärende Nachwort am Ende des Romans.

3 Sterne

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Veröffentlicht am 20.06.2022

Toll für fußballbegeisterte Erstleser

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 7 - Fußball
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Im siebten Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser dreht sich alles um Fußball. Das Cover lässt gleich erkennen, dass es sich um einen Reihentitel handelt. Der Grundaufbau ist bei allen Titeln ...

Im siebten Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser dreht sich alles um Fußball. Das Cover lässt gleich erkennen, dass es sich um einen Reihentitel handelt. Der Grundaufbau ist bei allen Titeln gleich: Ein Inhaltsverzeichnis zeigt farblich gekennzeichnet die verschiedenen Kapitel. Zu jedem Kapitel gibt es knifflige Leserätsel, die das Leseverständnis überprüfen. Zunächst erfährt der junge Leser viel über die Geschichte des Fußballs und die wichtigsten Regeln. Dann geht es um den Werdegang des Fußballers, um Techniken und das Training. Im dritten Teil wird vorgestellt, was Profikicker ausmacht. Ein Kapitel über die verschiedenen Fußballwettbewerbe folgt am Ende.

Uns hat das Buch wieder gut gefallen. Die Schriftgröße ist genau passend für Leseanfänger und die vielen Bilder motivieren zusätzlich und sorgen dafür, dass man den Text besser versteht. Gerade, weil in diesem Jahr wieder eine Weltmeisterschaft stattfindet, kommt dieser Titel zu einer passenden Zeit und wir konnten unser Wissen über das Runde, das in das Eckige muss auffrischen. Nur das "Abseits" hat gefehlt. Vor allem auch die vorgestellten Stadien haben uns staunen lassen. Ganz toll waren die Rätsel, die gar nicht so einfach zu knacken sind, aber die Herausforderung haben wir gerne angenommen. Die Lösungen sind super für die Selbstkontrolle. Wir sind und bleiben Fans - von Fußball und von dieser Erstleser-Reihe.

5 Sterne

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