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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2024

Mehr London, wenig Griechenland

Die verheimlichte Tochter
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Alexandra wächst behütet in den 1960er Jahren in Athen im Schatten der königlichen Familie auf. Als erst ihre Mutter tragisch verunglückt und dann die königliche Familie in Exil fliehen muss, wird es auch ...

Alexandra wächst behütet in den 1960er Jahren in Athen im Schatten der königlichen Familie auf. Als erst ihre Mutter tragisch verunglückt und dann die königliche Familie in Exil fliehen muss, wird es auch für Alexandra und ihren Vater als königlichen Berater Zeit, Griechenland zu verlassen. So wird die Familie ihrer Tante Alexandras Zufluchtsort, ihr Vater sucht sein Glück als Lebemann.

In der Gegenwart erhält die 30-jährige Galeristin Ella, wie in den ersten beiden Bänden der "verlorenen Töchter" in einem Londoner Notariat eine kleine Schachtel überreicht, die ein altes Foto und ein vergilbtes Notenblatt enthält. Auch sie begibt sich sofort auf die Suche nach ihren Wurzeln.

Dieser Band um ein tragisches Familienereignis und die daraus resultierenden Folgen führen uns von Griechenland nach London und wieder zurück nach Griechenland. Alexandra lebt nach dem Tod ihrer Mutter bei der Familie ihrer Tante in London, dort fühlt sie sich wohl und genießt einige Freiheiten. Von ihrem Vater hört sie kaum noch was. Sie spielt virtuos Violine und lernt dadurch Bernhard kennen und lieben, war ihrem Vater, der nach Jahren wieder auftaucht, ein Dorn im Auge ist. Er hat andere Pläne mit Alexandra. Viele Jahre später erhält Ella ein Kästchen, das im Frauenhaus von Hope gefunden wurde. Die Spuren führen nach Griechenland ans Ägäische Meer. Leider ist hiervon wenig zu lesen. Trotzdem hat mir diese Buch wieder gut gefallen. Es ist zwar der gleiche Aufbau, hält aber doch einige Überraschungen parat. So schließt Ella Freundschaft mit Mia, der Enkelin von Hope, von der wir hoffentlich in einem der weiteren Bände mehr erfahren werden. Geärgert hat mich, dass Alexandras Vater nach Jahren auftaucht und sie für seine Zwecke missbraucht.

Die Geschichte hat mich aufgesogen und nicht mehr losgelassen. Tolle Charaktere, die gut ausgearbeitet sind und ein fließender, emotionaler Schreibstil überzeugen. Eine wunderbare, leichte Lektüre zum Träumen und Entspannen. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Unterhaltsame, vorhersehbare Story

Wacholderglück
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Durch ein schlimmes Kindheitserlebnis hält Daisy es an keinem Ort der Welt lange aus. Erst als ihr Großonkel Reg verstirbt und ihr ein historisches Bahnhofsgebäude hinterlässt, kehrt sie nach Ottercombe ...

Durch ein schlimmes Kindheitserlebnis hält Daisy es an keinem Ort der Welt lange aus. Erst als ihr Großonkel Reg verstirbt und ihr ein historisches Bahnhofsgebäude hinterlässt, kehrt sie nach Ottercombe Bay zurück. Um das Erbe antreten zu können, müsste Daisy jedoch ein Jahr lang in Ottercombe Bay sesshaft werden. Kann die unstete Daisy diese Bedingung erfüllen?

Bücher von Bella Osborne kannte ich bisher nicht. Eigentlich hat mich das schöne, idyllische Cover angesprochen. Die Geschichte, bei der es um Vertrauen, Freundschaft und Liebe geht, hat mich gut unterhalten, obwohl das Ende vorhersehbar war. Der Schreibstil ist flüssig und lebendig. Was soll Daisy mit einem alten, renovierungsbedürftigen Bahnhof anfangen? doch Onkel Reginald hat sich was dabei gedacht, das Erbe an eine Bedingung zu knüpfen. So ist Daisy quasi gezwungen, über ihre Zukunft nachzudenken und dich der Vergangenheit zu stellen, um den Tod ihrer Mutter aufzuarbeiten. Manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden. Ihre alten Freunde Tamsyn, Max und Jason sowie Tante Coral unterstützen sie dabei nach Kräften.

Dass es auch Turbulenzen und unerwartete Verwicklungen gibt, besonders durch Max' Vater Pasco und Corals Hund Bugsy, lockert die Geschichte auf. Insgesamt sind die Charaktere gut gezeichnet, man kann sie mögen. Der titelgebende Wacholder ist mir aber, außer im Gin, etwas zu kurz gekommen. Das ist mir 3,5 Sterne wert!

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Gut recherchierte Geschichte nach wahren Begebenheiten

Eine ehrenwerte Frau
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Nach einem Fehltritt wird Florence von ihrem Mann, einem Prediger verstoßen und muss sich mit ihrem ältesten Sohn eine neue Heimat suchen. Der jüngere eheliche Sohn verbleibt beim Vater. Sie befindet sich ...

Nach einem Fehltritt wird Florence von ihrem Mann, einem Prediger verstoßen und muss sich mit ihrem ältesten Sohn eine neue Heimat suchen. Der jüngere eheliche Sohn verbleibt beim Vater. Sie befindet sich in einer komplizierten Lage. Aus einem schwerwiegenden Grund weist auch ihre Schwester sie aus ihrem Haus. Erst als sie eine Anstellung als Pflegerin in einem Privathaushalt findet, kommt Florence etwas zur Ruhe. Ihren Sohn Cyril gibt sie derweil in ein Waisenhaus. Nach dem Tod der Hausherrin zieht sie in eine andere Gegend, um die Affäre mit dem Hausherrn geheim zu halten. Von ihm bekommt sie im Laufe der Jahre vier weitere Kinder. Da Florence nicht frei ist, heiratet er eine andere und stirbt aber nach einiger Zeit. Florence muss jetzt schauen, wie sie mit den vier unmündigen Kindern in der so schon schwierigen Vorkriegszeit über die Runden kommt. Um ihre Kinder zu schützen, lässt sie sich darauf ein, für Deutschland während des ersten Weltkrieges zu spionieren.

Patricia Clough hat in diesem Roman die Geschichte ihrer Großmutter aufgearbeitet, über die in ihrer Familie nie ein Wort verloren wurde. Das ist ihr gut gelungen. Der Text ist fesselnd und spannend geschrieben. Über Florence Schicksal und ihre Eskapaden zu urteilen, möchte ich mir nicht anmaßen. Es waren äußerst schwierige Zeiten für eine Frau, noch dazu mit Kindern. Es ist schwerlich vorzustellen, wie man selbst in dieser Situation gehandelt hätte. Als ehrenwert würde ich ihren Lebenswandel aber nicht bezeichnen, eher als getrieben. Getrieben in eine ungewollte Ehe, getrieben von ihren Gefühlen, getrieben von den deutschen Häschern.

Interessant waren die Ausführungen zu den deutschen Machenschaften im Untergrund und die Spionagemethoden im ersten Weltkrieg. "Eine ehrenwerte Frau" ist ein emotionales, aufrührendes Buch, das ich gerne weiterempfehle. Das stilvolle Cover passt hervorragend zum Inhalt des Romans.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Emotional und unterhaltsam

Seesterntage
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Lara und Linn sind Zwillingsschwestern. Gemeinsam führen sie das "Hygge Up", einen Vintage-Möbelladen in einem idyllischen Hinterhof. Leider ist Linn alles andere als zuverlässig. Immer wieder bleibt alles ...

Lara und Linn sind Zwillingsschwestern. Gemeinsam führen sie das "Hygge Up", einen Vintage-Möbelladen in einem idyllischen Hinterhof. Leider ist Linn alles andere als zuverlässig. Immer wieder bleibt alles an der verantwortungsbewussten Lara hängen. Statt ihren Unmut zu kommunizieren, entschuldigt sie das Verhalten ihrer Schwester. Erst als Linn sich kurz vor der arbeitsintensiven Adventszeit ohne Ankündigung nach Gran Canaria absetzt und Lara mit dem Geschäft und ihrem Welpen Snørre allein lässt, wächst in Lara die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann. Zu allem Überfluss zieht auch noch einer der Exfreunde von Linn mit seinem Tattoo-Studio in die Nachbarschaft. Doch aus der anfänglichen Abneigung entwickeln sich bald Gefühle und die Vorbehalte wandeln sich in Liebe um.

Bisher kannte ich keine Bücher von Svenja Lassen. Das wird sich nun ändern. Durch diese romantische, detailreiche, leicht lesbare Liebesgeschichte hat sie mich überzeugt. Das winterliche Flensburg und die umliegende Landschaft an der Ostsee geben einen wunderbaren Rahmen ab.

Sowenig sich Lara auf ihre Schwester Linn verlassen kann, umso mehr kann sie auf ihre Eltern und Familie zählen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie merkt, wie manipulierend und selbstgerecht Linn handelt. Hendrik in ihr Herz zu lassen dauert, denn Lara traut ihren Gefühlen nicht und möchte auch ihre Schwester nicht verletzen. Da ist der süße Zwergpudel Snørre schneller. Bis auf Linn sind alle Charaktere sehr sympathisch dargestellt. Die Freunde sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die man mögen muss. Nötigenfalls rücken sie Lara auch den Kopf zurecht.

Seesterntage ist ein emotionaler, stimmungsvoller Roman mit Happy End, der Lust auf mehr (Meer) macht. Er wirkt zwar nicht lange nach, hat mich aber dennoch gut unterhalten. Dafür bekommt er 5 Sterne. Das ansprechende Cover spiegelt die Geschichte gut wieder.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Toller Roman zum Schwelgen und Träumen

Die Rosenholzvilla
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Flugbegleiterin Elisa reist auf Bitten ihrer Mutter ins Tessin, um sich um ihren alten Großvater zu kümmern, der einen Schlaganfall erlitten hat. Der brummige, sture Stardirigent, der schon seit frühester ...

Flugbegleiterin Elisa reist auf Bitten ihrer Mutter ins Tessin, um sich um ihren alten Großvater zu kümmern, der einen Schlaganfall erlitten hat. Der brummige, sture Stardirigent, der schon seit frühester Kindheit Elisas musikalisches Talent gefördert hat, ist darüber nicht sehr erfreut. Sechzehn Jahre lang hatten sie keinen Kontakt mehr, nachdem Elisa bei ihrem ersten Cellokonzert abbrechen musste und daraufhin lange in Behandlung war. Auch die Nachbarin Mariella Fasetti behandelt sie herablassend. Die ungleichen Söhne der Instrumentenbauerfamilie Fabio und Danilo finden jedoch großen Gefallen an Elisa.

Nach er Salzgarten-Saga entführt uns Tabea Bach nun ins bezaubernde Tessin und die Welt der Musik. Es ist ihr wieder hervorragend gelungen, die verschiedenen Charaktere zum Leben zu erwecken und Stimmungen zu schaffen. Elisa kehrt nach vielen Jahren zurück und hat erst Berührungsängste, das Trauma um das abgebrochene Konzert und der unverstandene Rückzug des Großvaters sind noch lebendig. Die jäh beendete musikalischen Kindheit und der Verlust des Opas müssen verarbeitet werden. Das gelingt Elisa in dem wunderschönen Ambiente des Tessin mit den herrlichen Bergen und Seen, auch mit Hilfe von Fabio und Danilo. Sie kann sich wieder frei fühlen. In der Instrumentenwerkstatt der Brüder Fasetti werden Erinnerungen wach und damit die Sehnsucht nach der Musik wieder geweckt. Die Vergangenheitsbewältigung durch Elisa, ihre Mutter und den Großvater schreitet voran und lässt einiges in einem anderen Licht erscheinen.

Ich habe mit Elisa mitgefiebert und konnte das Buch nicht aus der Hand legen, es ist wie ein Film vor meinem inneren Auge abgelaufen: Spannend, geheimnisvoll und doch so romantisch. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das zum Träumen einlädt. Irritiert war ich von den (Trennungs-)Fehlern, aber dafür kann die Autorin nichts. Deshalb vergebe ich fünf Sterne und hoffe auf die baldige Fortsetzung der Geschichte.

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