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Veröffentlicht am 15.09.2024

Gut recherchierte Geschichte nach wahren Begebenheiten

Eine ehrenwerte Frau
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Nach einem Fehltritt wird Florence von ihrem Mann, einem Prediger verstoßen und muss sich mit ihrem ältesten Sohn eine neue Heimat suchen. Der jüngere eheliche Sohn verbleibt beim Vater. Sie befindet sich ...

Nach einem Fehltritt wird Florence von ihrem Mann, einem Prediger verstoßen und muss sich mit ihrem ältesten Sohn eine neue Heimat suchen. Der jüngere eheliche Sohn verbleibt beim Vater. Sie befindet sich in einer komplizierten Lage. Aus einem schwerwiegenden Grund weist auch ihre Schwester sie aus ihrem Haus. Erst als sie eine Anstellung als Pflegerin in einem Privathaushalt findet, kommt Florence etwas zur Ruhe. Ihren Sohn Cyril gibt sie derweil in ein Waisenhaus. Nach dem Tod der Hausherrin zieht sie in eine andere Gegend, um die Affäre mit dem Hausherrn geheim zu halten. Von ihm bekommt sie im Laufe der Jahre vier weitere Kinder. Da Florence nicht frei ist, heiratet er eine andere und stirbt aber nach einiger Zeit. Florence muss jetzt schauen, wie sie mit den vier unmündigen Kindern in der so schon schwierigen Vorkriegszeit über die Runden kommt. Um ihre Kinder zu schützen, lässt sie sich darauf ein, für Deutschland während des ersten Weltkrieges zu spionieren.

Patricia Clough hat in diesem Roman die Geschichte ihrer Großmutter aufgearbeitet, über die in ihrer Familie nie ein Wort verloren wurde. Das ist ihr gut gelungen. Der Text ist fesselnd und spannend geschrieben. Über Florence Schicksal und ihre Eskapaden zu urteilen, möchte ich mir nicht anmaßen. Es waren äußerst schwierige Zeiten für eine Frau, noch dazu mit Kindern. Es ist schwerlich vorzustellen, wie man selbst in dieser Situation gehandelt hätte. Als ehrenwert würde ich ihren Lebenswandel aber nicht bezeichnen, eher als getrieben. Getrieben in eine ungewollte Ehe, getrieben von ihren Gefühlen, getrieben von den deutschen Häschern.

Interessant waren die Ausführungen zu den deutschen Machenschaften im Untergrund und die Spionagemethoden im ersten Weltkrieg. "Eine ehrenwerte Frau" ist ein emotionales, aufrührendes Buch, das ich gerne weiterempfehle. Das stilvolle Cover passt hervorragend zum Inhalt des Romans.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Emotional und unterhaltsam

Seesterntage
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Lara und Linn sind Zwillingsschwestern. Gemeinsam führen sie das "Hygge Up", einen Vintage-Möbelladen in einem idyllischen Hinterhof. Leider ist Linn alles andere als zuverlässig. Immer wieder bleibt alles ...

Lara und Linn sind Zwillingsschwestern. Gemeinsam führen sie das "Hygge Up", einen Vintage-Möbelladen in einem idyllischen Hinterhof. Leider ist Linn alles andere als zuverlässig. Immer wieder bleibt alles an der verantwortungsbewussten Lara hängen. Statt ihren Unmut zu kommunizieren, entschuldigt sie das Verhalten ihrer Schwester. Erst als Linn sich kurz vor der arbeitsintensiven Adventszeit ohne Ankündigung nach Gran Canaria absetzt und Lara mit dem Geschäft und ihrem Welpen Snørre allein lässt, wächst in Lara die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann. Zu allem Überfluss zieht auch noch einer der Exfreunde von Linn mit seinem Tattoo-Studio in die Nachbarschaft. Doch aus der anfänglichen Abneigung entwickeln sich bald Gefühle und die Vorbehalte wandeln sich in Liebe um.

Bisher kannte ich keine Bücher von Svenja Lassen. Das wird sich nun ändern. Durch diese romantische, detailreiche, leicht lesbare Liebesgeschichte hat sie mich überzeugt. Das winterliche Flensburg und die umliegende Landschaft an der Ostsee geben einen wunderbaren Rahmen ab.

Sowenig sich Lara auf ihre Schwester Linn verlassen kann, umso mehr kann sie auf ihre Eltern und Familie zählen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie merkt, wie manipulierend und selbstgerecht Linn handelt. Hendrik in ihr Herz zu lassen dauert, denn Lara traut ihren Gefühlen nicht und möchte auch ihre Schwester nicht verletzen. Da ist der süße Zwergpudel Snørre schneller. Bis auf Linn sind alle Charaktere sehr sympathisch dargestellt. Die Freunde sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die man mögen muss. Nötigenfalls rücken sie Lara auch den Kopf zurecht.

Seesterntage ist ein emotionaler, stimmungsvoller Roman mit Happy End, der Lust auf mehr (Meer) macht. Er wirkt zwar nicht lange nach, hat mich aber dennoch gut unterhalten. Dafür bekommt er 5 Sterne. Das ansprechende Cover spiegelt die Geschichte gut wieder.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Toller Roman zum Schwelgen und Träumen

Die Rosenholzvilla
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Flugbegleiterin Elisa reist auf Bitten ihrer Mutter ins Tessin, um sich um ihren alten Großvater zu kümmern, der einen Schlaganfall erlitten hat. Der brummige, sture Stardirigent, der schon seit frühester ...

Flugbegleiterin Elisa reist auf Bitten ihrer Mutter ins Tessin, um sich um ihren alten Großvater zu kümmern, der einen Schlaganfall erlitten hat. Der brummige, sture Stardirigent, der schon seit frühester Kindheit Elisas musikalisches Talent gefördert hat, ist darüber nicht sehr erfreut. Sechzehn Jahre lang hatten sie keinen Kontakt mehr, nachdem Elisa bei ihrem ersten Cellokonzert abbrechen musste und daraufhin lange in Behandlung war. Auch die Nachbarin Mariella Fasetti behandelt sie herablassend. Die ungleichen Söhne der Instrumentenbauerfamilie Fabio und Danilo finden jedoch großen Gefallen an Elisa.

Nach er Salzgarten-Saga entführt uns Tabea Bach nun ins bezaubernde Tessin und die Welt der Musik. Es ist ihr wieder hervorragend gelungen, die verschiedenen Charaktere zum Leben zu erwecken und Stimmungen zu schaffen. Elisa kehrt nach vielen Jahren zurück und hat erst Berührungsängste, das Trauma um das abgebrochene Konzert und der unverstandene Rückzug des Großvaters sind noch lebendig. Die jäh beendete musikalischen Kindheit und der Verlust des Opas müssen verarbeitet werden. Das gelingt Elisa in dem wunderschönen Ambiente des Tessin mit den herrlichen Bergen und Seen, auch mit Hilfe von Fabio und Danilo. Sie kann sich wieder frei fühlen. In der Instrumentenwerkstatt der Brüder Fasetti werden Erinnerungen wach und damit die Sehnsucht nach der Musik wieder geweckt. Die Vergangenheitsbewältigung durch Elisa, ihre Mutter und den Großvater schreitet voran und lässt einiges in einem anderen Licht erscheinen.

Ich habe mit Elisa mitgefiebert und konnte das Buch nicht aus der Hand legen, es ist wie ein Film vor meinem inneren Auge abgelaufen: Spannend, geheimnisvoll und doch so romantisch. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das zum Träumen einlädt. Irritiert war ich von den (Trennungs-)Fehlern, aber dafür kann die Autorin nichts. Deshalb vergebe ich fünf Sterne und hoffe auf die baldige Fortsetzung der Geschichte.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Dieses Buch ist ein wahrer Boden-Schatz

Unser größter Schatz: Der Boden
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Unser größter Schatz: Der Boden gehört zu einer Sachbuchreihe bei Beltz & Gelberg, die verspricht, große Themen einfach zu erklären. Für mich war dieses Buch der erste Band daraus und zunächst war ich ...

Unser größter Schatz: Der Boden gehört zu einer Sachbuchreihe bei Beltz & Gelberg, die verspricht, große Themen einfach zu erklären. Für mich war dieses Buch der erste Band daraus und zunächst war ich überrascht, dass das Format kleiner ist als erwartet. Doch beim Lesen konnten wir feststellen, dass das Buch für Grundschüler so genau richtig ist und viel einfacher zu handhaben, als andere Sachbücher. Das Titelbild zeigt einen sehr schönen ersten Überblick über die enthaltenen Facetten des Bodens, welche im Buch besprochen werden. Dazu gehören nicht nur die Entstehung, der Aufbau und die Beschaffenheit des Bodens, es geht auch um seinen Nutzen. Ich finde, das Buch macht sehr deutlich, wie wichtig die Ressource Boden für uns Menschen ist. Themen wie Landwirtschaft, Bebauung, Bodenversiegelung; Desertifikation, Abholzung des Regenwaldes, Moore, Wattenmeer, Bodenschätze, Grundbesitz, Bodenrechte und viele mehr sind mit aktuellen Fakten aufbereitet, die uns erstaunen und auch nachdenklich stimmen. Die Schlagworte zeigen aber auch schon, dass manche Aspekte gar nicht mal so leicht zu erklären sind, ohne Fremdwörter zu benutzen. Häufig werden diese aber gleich im Text geklärt. Das Buch ist ab 7 Jahren empfohlen. Alleinlassen würde ich ein Kind damit in diesem Alter aber nicht unbedingt, sondern die Themen dann gemeinsam durchgehen.

Die Illustrationen im Inneren sind vom selben Stil, wie die auf dem Cover und werden ergänzt durch einfache Grafiken und ggf. Karten, die sehr zum Verständnis beitragen. Wer Wert auf Fotografien legt, der wird hier vergeblich danach suchen. Uns hat das Fehlen aber überhaupt nicht gestört. Die Textmenge ist machbar, da die Bilder die einzelnen Infos gut einteilen, der Schriftgrad ist ebenfalls ok, hätte aber aufgrund des noch vorhandenen Platzes aber auch größer sein können. Ich war positiv überrascht von der Bandbreite der Informationen und allein dafür hat das Buch schon 5 Sterne verdient. Es ist toll, dass der Boden als oft vernachlässigtes Thema hier in einem eigenen Buch hervorgehoben wird. So wird auch Kindern die Wichtigkeit bewusst.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Starkes, fesselndes Buch mit Tiefgang

Das Licht in den Birken
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Die Mittfünfzigerin Thea kehrt nach 25 Jahren im sonnigen Portugal zurück in ihre alte Heimat, die Lüneburger Heide. Dort mietet sie sich mit ihren zwei Ziegen in einem idyllischen alten Bauernhof im Nebenhaus ...

Die Mittfünfzigerin Thea kehrt nach 25 Jahren im sonnigen Portugal zurück in ihre alte Heimat, die Lüneburger Heide. Dort mietet sie sich mit ihren zwei Ziegen in einem idyllischen alten Bauernhof im Nebenhaus ein. Der Eigentümer Benno ist ein menschenscheuer Eigenbrötler, der sich jedoch rührend um seine Gnadentiere und den Nutzgarten kümmert. Nur sehr langsam können sich die Beiden annähern. Im Wald findet Benno die verletzte Jugendliche Juli, die ihre Wanderschaft nach Amsterdam nun unterbrechen muss. Sie möchte damit die letzten Pläne ihres verstorbenen Opas erfüllen. Das mehr oder weniger zufällige Zusammentreffen dieser drei völlig unterschiedlichen Menschen verändert das Leben auf dem Hof von Grund auf.

Jeder hat seine eigenen Sorgen und Probleme zu tragen. Als es aber darum geht, den Gnadenhof vor seinen Gläubigern zu retten, bringt jeder seine Fähigkeiten ein. Die gegenseitige Unterstützung - manchmal auch Einmischung in private Angelegenheiten - ist enorm. Da fliegen auch schon mal die Fetzen. Doch alle haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: Eine Heimat für die Tiere und sich selbst zu schaffen und zu erhalten.

Romy Fölck erzählt die Geschichte so anschaulich und lebensnah, dass man meint, Teil dieser Gruppe zu sein. Mit ihren tollen Landschafts- und Naturbeschreibungen erzeugt sie ganz bestimmte Atmosphären, mal eher mystisch, mal heimelig. Die erklärten Arbeitsabläufe sind nachvollziehbar. Die Ausarbeitung der drei Hauptcharaktere ist ihr hervorragend gelungen. Der eher schroffe, schaue Bauer Benno, die mutige, offene Thea, die mit ihrer Vergangenheit abschließen möchte und Juli, die um ihren Opa trauert und sich von ihrer fordernden Mutter befreien will, treffen als Fremde auf dem Hof zusammen und wachsen zu einer Einheit zusammen, die das gemeinsame Ziel, den Gnadenhof zu retten miteinander anpacken.

Ein fesselndes, berührendes Buch über Freundschaft mit Tiefgang und Atmosphäre, das ich gerne weiterempfehle. Fünf verdiente Sterne! Das Landschaftscover mit dem Sonnenaufgang über der Heide spiegelt die mystische Stimmung wider.

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