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Veröffentlicht am 10.03.2025

Wenn sämtliche Maschinen sich plötzlich gegen den Menschen richten

They Are Everywhere: Ein Near-Future-Thriller mit Sogfaktor!
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Hannahs Eltern schicken die 16-jährige zum digital detox zu amerikanischen Verwandten aufs Land. Ausserhalb ihrer virtuellen Metaverse-Realität fühlt die Jugendliche sich unsicher und unattraktiv und glaubt, ...

Hannahs Eltern schicken die 16-jährige zum digital detox zu amerikanischen Verwandten aufs Land. Ausserhalb ihrer virtuellen Metaverse-Realität fühlt die Jugendliche sich unsicher und unattraktiv und glaubt, die Erwachsenen mit einer VR-Brille heimlich austricksen zu können. Doch plötzlich spielen sämtliche Androiden und KI-gesteuerten Maschinen verrückt, richten sich gegen die Menschen. Was bisher für Hannah Sicherheit bedeutete, wird nun zur tödlichen Bedrohung.
Im Roman begleitet man die Jugendlichen Hannah und Jarrett, die sich im Jahr 2055 auf der Flucht vor den tödlichen Maschinen befinden. In einer Zeit, in der mittlerweile nicht nur Autos und Mähroboter mittels künstlicher Intelligenz gesteuert werden, sondern unzählige weitere Maschinen dem Menschen den Alltag erleichtern sollen. Tatsächlich hat der Autor einige sehr faszinierende technische Ideen eingebaut, welche den Jugendlichen leider schnell zur tödlichen Falle werden könnten. Doch auch auf menschlicher Ebene konnte mich das Buch überzeugen. Hannah, die sich im realen Leben subjektiv völlig verzerrt wahrnimmt und ausserhalb ihrer virtuellen, perfekten Welt zunächst scheu und unsicher wirkt, bietet durch das Extremszenario viel Potential zur Charakterentwicklung. Und nutzt dieses auch. Doch auch Jarrett hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen, welche er zunächst nicht preisgibt.
Das Abenteuer der beiden sorgt für so manche Überraschung und auch zwischenmenschlich dauert es eine Weile, bis Hannah und Jarrett Vertrauen zueinander fassen und letztlich über sich hinaus wachsen. Durch den Zeitdruck und die stete Bedrohung sind die beiden wiederholt gezwungen, spontan zu handeln, was dem Ganzen eine zusätzliche Dramatik verleiht. Wobei ich die Gesamtsituation an sich schon extrem bewegend finde.
Alles in allem ein sehr bewegender, dystopischer Thriller aus jugendlicher Sicht, der mich sowohl zwischenmenschlich als auch durch seine kreativen Futuretech-Ideen überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Mit Fantasie und Freundschaft gegen mächtige Hexen

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
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Die 12-jährige Rosie hat es nicht leicht, denn im Gegensatz zu anderen Müttern nimmt ihre Mutter sie nie in den Arm, fragt sie nach ihrem Schulalltag oder unternimmt etwas mit ihr. Vielmehr wirkt Rosies ...

Die 12-jährige Rosie hat es nicht leicht, denn im Gegensatz zu anderen Müttern nimmt ihre Mutter sie nie in den Arm, fragt sie nach ihrem Schulalltag oder unternimmt etwas mit ihr. Vielmehr wirkt Rosies Mutter, als würde sie ihre Tochter immer wieder vergessen. Die Leserschaft weiß seit dem Prolog, dass eine Hexe Rosies Mutter am Tag ihrer Geburt die Erinnerungen nahm. Rosie weiß dies jedoch nicht (ihre Mutter erst recht nicht), somit flüchtet sich Rosie in ihre rege Fantasie oder verbringt Zeit mit ihrer besten Freundin Kim.
Durch gewisse Umstände beginnt Rosie plötzlich, Geister Verstorbener zu sehen wie den 13-jährigen Ebb. Ebb zeigt ihr ein Versteck, in welchem ihre Mutter einst ein Buch über die Dreizehn Hexen versteckte. Als Rosie klar wird, dass eine dieser Hexen, die Erinnerungsdiebin, ihre Mutter verflucht hat, ist sie fest entschlossen, ihre Mutter zu retten. Und gerät so in einen gefährlichen Kampf gegen mächtige Hexen.
Das Buch ist in vielerlei Hinsicht sehr gelungen. Zunächst empfand ich den Prolog sowie das Verhältnis zu Rosies so abwesend wirkenden Mutter emotional sehr bewegend. Als ihre beste Freundin beginnt, sich für Jungs statt Frösche zu interessieren, bekommt Rosie Angst, nun auch noch ihren einzigen Seelenhalt zu verlieren. Mit den Geistern kam eine ziemliche Gruselkomponente hinzu, das Buch ihrer Mutter, welches Rosie auf dem Cover im Arm hält, bietet zudem einige ziemlich gute fantastische Details, vor allem zu den Hintergründen der Hexen.
Zwar hat Rosie zwischendurch so ihre Trotzmomente, doch im Großen und Ganzen hat mir der Zusammenhalt der Kinder sehr gut gefallen. Die Erlebnisse der Kinder sind abenteuerlich, mal gruselig und mal gefährlich. Der Schreibstil ist ausgewogen und angenehm bildhaft. Und es gibt einen kleinen, vielbeinigen Sidekick.
Ein gelungener Einstieg in eine fantastische Trilogie. Emotional mitreißend mit Aussicht auf eine spannende Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Ungeklärter Fall gerät durch DeepFake-Videos erneut in den Fokus

Seven Ways to Tell a Lie
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Vor einem Jahr verschwand die Schülerin Enya spurlos. Bis heute wurde sie nicht gefunden. Ihre einstige Clique zerbrach daran. Nun taucht ein DeepFake-Video auf, ein wie real wirkendes, künstlich erstelltes ...

Vor einem Jahr verschwand die Schülerin Enya spurlos. Bis heute wurde sie nicht gefunden. Ihre einstige Clique zerbrach daran. Nun taucht ein DeepFake-Video auf, ein wie real wirkendes, künstlich erstelltes Video, in welchem die damalige Clique rund um Enya im Angesicht des Todes so wirkt, als würden sie irgendeine Tat bereuen. Jonah ist schockiert. Spielt da jemand ihm und seinen damaligen Freunden einen makabren Streich? Mit welchem Ziel? Zwar hatte er damals starke Gefühle für Enya, ist jedoch überzeugt, dass Enya nicht mehr am Leben ist. Als das nächste DeepFake-Video viral geht ist es wohl an der Zeit, die zerstrittene Clique wieder zusammen zu bringen.
Mit diesem Jugendthriller hat Colin Hadler in meinen Augen ein gelungenes Lese-Highlight konstruiert. Erst dachte ich, der Thriller sei aufgebaut nach dem üblichen Schema Ene-Mene-Muh, und raus bist du! Also dass die ehemaligen Freunde sich gegenseitig verdächtigen, bis am Ende eine Person übrig bleibt. Doch diesmal ist es anders, und das empfand ich als herrlich erfrischend. Denn diesmal werden alle mit irgendwas konfrontiert. Und zusätzlich haben alle ein gemeinsames Geheimnis. Und dennoch rätseln sie eben, was vor einem Jahr mit Enya geschah. Entsprechend hat der Roman so einige Überraschungen zu bieten.
Erzählt wird der Roman aus Jonahs Sicht als Erzähler. Es gibt Rückblicke in die Vergangenheit, ebenfalls aus Jonahs Sicht, so dass ich dem Ganzen wunderbar folgen konnte. Bei der Clique war ich schon erstaunt, wie derart unterschiedliche Charaktere einstmals so gut befreundet gewesen sein sollen. Die bieten auf jeden Fall Potential für etwaige Verdächtigungen beim Lesen.
Der Roman ist dank seiner Twists so aufgebaut, dass es bis zum Ende spannend bleibt, wer der Drahtzieher hinter allem sein könnte und was mit Enya wirklich geschah. Empfehlen kann ich das Buch allen, die Spaß an Spannung und am Miträtseln haben, Jugendlichen ebenso wie Erwachsenen.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Ein Stück koreanischer Geschichte

Unmöglicher Abschied
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Zuallererst: Am liebsten würd ich dies Buch gar nicht bewerten, da das Buch auf verschiedenen Ebenen betrachtet und bewertet werden kann. Legt man den Fokus auf eine Ebene, wird man womöglich den anderen ...

Zuallererst: Am liebsten würd ich dies Buch gar nicht bewerten, da das Buch auf verschiedenen Ebenen betrachtet und bewertet werden kann. Legt man den Fokus auf eine Ebene, wird man womöglich den anderen Ebenen nicht gerecht.
Tatsächlich tat ich mich mit dem Aufbau des Romans zunächst sehr schwer. Die erzählende Autorenfigur, die Koreanerin Gyeongha, leidet unter Depressionen und Albträumen, resultierend aus den Recherchen zu einer früheren Arbeit. Das war für mich nicht greifbar, mir fehlten die Ursachen, welche vielleicht derart angedeutet wurden, dass ich diese Andeutungen nicht verstand.
In Verbindung mit ihrer verunglückten Freundin Inseon kommt sie in Kontakt mit deren Recherchen zu früheren Geschehnissen, welche Abertausenden das Leben kostete, Familien auseinander riss und Menschen mental zerstörte. Hierbei bedient sich Han Kang der Vorstellung, dass dem Tode nahe Personen als Geist ihnen nahestehenden Menschen erscheinen können. Als verbindendes Element nutzt sie den Schnee, welcher in diversen Zeitebenen ebenso vorkommt wie als sinnbildliches Symbol.
Die historischen Geschehnisse, welche sich nach und nach herauskristallisieren, lassen sich mit einer alten koreanischen Erzählung umschreiben, welche Inseon erzählt: Auf der Flucht vor dem Grauen in ihrem Ort dreht sich die Flüchtende um und erstarrt bei dem sich ihr bietenden Anblick zu Stein. Auch ich habe mich beim Lesen des Grauens, welches mir dargeboten wurde, wie zu Stein erstarrt gefühlt. Und ich habe NUR darüber gelesen.
Dies ist ein Buch, zu welchem ich mir gern ein erläuterndes Nachwort gewünscht hätte. Leider habe ich mich nach der letzten Seite wie mit dem Grauen allein gelassen gefühlt. Ein traumatisches Grauen, welches scheinbar auf historischen Geschehnissen fusst (zumindest verstehe ich die Buchbeschreibung so), welche derart mit Gewalt über die Menschen rollten, dass sie den Abschied von geliebten Menschen unmöglich machten.
Vielleicht ist mein Dilemma, das Buch nicht mal eben so bewerten zu können, verständlich. Der Anfang war für mich recht zäh, das anschließende Freilegen der Vergangenheit war auch ohne große emotionale Einschübe sehr bewegend, das Grauen kaum zu ertragen. Mein Dank gilt der Autorin für den Einblick in dieses Kapitel koreanischer Geschichte.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Undercover-Einsatz auf feindlichem Territorium

Last Line of Defense, Band 2 - Die Bedrohung
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Der zweite Band der Trilogie steht seinem Vorgänger in nichts nach. Mit Jayden, Lenny und Erik wird Team Omega, Teil der streng geheimen britischen Einheit Last Line of Defense, undercover als kriminelle ...

Der zweite Band der Trilogie steht seinem Vorgänger in nichts nach. Mit Jayden, Lenny und Erik wird Team Omega, Teil der streng geheimen britischen Einheit Last Line of Defense, undercover als kriminelle Jugendliche auf die Privatinsel Hell Island eingeschleust, wo die MOEBIUS-Organisation ausgewählte Jugendliche für seine kriminellen Zwecke rekrutiert. Ziel der drei: Herausfinden, was MOEBIUS plant, und lebendig wieder von der Insel verschwinden. Leichter gesagt als getan.
Auch diesmal gibt es während des gefährlichen Einsatzes wieder diverse Rückblicke in die noch laufende Ausbildung der drei, welche die Szenen gekonnt bereichern. Der Mix aus Planung und Improvisation, Eriks lockere Sprüche, Jaydens schnelle Fäuste und Lennys pfiffige Ideen bieten wieder Unmengen an spannenden Szenen. Von den MOEBIUS-Plänen, welche die drei aufdecken, ganz zu schweigen. Einige Szenen gab es, die es wirklich, wirklich in sich hatten und mich regelrecht ans Buch fesselten. Und auch diesmal toppt der Teamgeist der drei einfach wieder alles.
Für Fans spannender, gut durchdachter Spionage-Jugendthriller mir jeder Menge Action und einem mächtigen Feind, wie z. B. Fans von Alex Rider. Uneingeschränkte Lese-Empfehlung!

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