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Veröffentlicht am 22.05.2026

Leg dich nicht mit Monas Mehlkreationen an!

Mehl, Magie und Machenschaften
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Dies ist eines dieser Bücher, bei denen ich mich mehrfach beim Lesen gefragt habe: Wie kommt man auf solche ausgefallenen Ideen? Und damit meine ich nicht nur Monas Brotmagie, durch welche sie Lebkuchenmänner ...

Dies ist eines dieser Bücher, bei denen ich mich mehrfach beim Lesen gefragt habe: Wie kommt man auf solche ausgefallenen Ideen? Und damit meine ich nicht nur Monas Brotmagie, durch welche sie Lebkuchenmänner tanzen lassen kann (einer von denen wird übrigens ein nicht zu unterschätzender Sidekick, wie das Cover bereits erahnen lässt). Das absolut schrägste befindet sich im Keller der Backstube ihrer Tante: Sauerteigansatz Bob. Lasst euch überraschen, der hat nichts mit diesem harmlosen Hermann (viele kennen ihn bestimmt) zu tun, den einige bei sich wohnen haben und arglos durchfüttern.
Der Aufhänger der Story ist schnell erzählt: Mona findet frühmorgens im Verkaufsraum der Bäckerei eine Leiche. Und nein, die war gestern abend noch nicht da. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse, Magiebegabte verschwinden oder werden gejagt, und Mona bleibt irgendwann nicht anderes übrig, als ebenfalls unterzutauchen. Mit einem neuen Verbündeten startet sie in ein unvorhergesehenes Abenteuer und entdeckt dabei neue Einsatzmöglichkeiten ihrer Magie. Zudem müsste mal jemand das Herzogtum retten, das wegen einen Verschwörung sonst dem Feind in die brutalen Hände fallen könnte. Hatte ich übrigens bereits Bob erwähnt?
Die ganze Story ist so herrlich schräg, witzig und voller Einfallsreichtum. Lediglich die Endkampf-Szene war mir persönlich doch etwas zu umfangreich, was andere weniger stören mag. Auch kommt Kingfishers Mehl-Abenteuer nicht ganz an ihre bisherigen Bücher heran, was auch daran liegen könnte, dass Mona mit ihren 14 Jahren noch recht jung ist und ich manchmal das Gefühl hatte, in einem Teenie-Abenteuer mit Teenie-Logik gelandet zu sein.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Cecilia ist eine Housesitterin: Sie bewohnt Häuser, deren Besitzer eine Weile nicht da sind, kümmert sich um alles, schreckt dadurch Einbrecher ab und bereitet die Häuser für die Wiederkehr der Besitzer ...

Cecilia ist eine Housesitterin: Sie bewohnt Häuser, deren Besitzer eine Weile nicht da sind, kümmert sich um alles, schreckt dadurch Einbrecher ab und bereitet die Häuser für die Wiederkehr der Besitzer vor. Aktuell bewohnt sie im Wechsel verschiedene Villen und Ferienhäuser der reichen Familie Waldner, deren Sohn Johannes ein Auge auf die schöne Frau geworfen hat. Doch dies ist ein Thriller, kein Romantikroman. Entsprechend verfolgt Cecilia ihre eigenen, perfiden Pläne. Und die haben mit einem Ereignis in ihrer Vergangenheit zu tun, welches in Verbindung zu den Waldners steht. In weiteren Rollen: Cecilias Clique, die sich in Kürze auf den Weg zu ihr macht.
Geschickt baut die Autorin die Handlung auf, serviert häppchenweise Details zu den jeweiligen Charakteren, welche sich nach und nach zu einem bewegenden Gesamtbild zusammenfügen. Parallel erfährt man Schrittweise von den Plänen einiger weiterer Personen. Dadurch ergeben sich Wendungen und Erkenntnisse, die den Spannungsbogen immer wieder nach oben ziehen. Ich muss sagen, einige Charaktere und deren Beweggründe, welche mit der Zeit aufgedeckt wurden, waren schon ziemlich grenzwertig, dennoch glaubwürdig. Insgesamt hatte die Spannung für mich einige Durchhänger, die durch bereits erwähnte Twists wieder nach oben gerissen wurden. Der Aufbau selbst ist solide und gut durchdacht, vor Cecilias Plänen ziehe ich den imaginären Hut.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Arme Protagonistin glänzt inmitten reicher Schnösel

The Jewel Secrets (1). Um dieses Spiel zu gewinnen, musst du dich in deinen größten Feind verlieben
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Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie und einfach genial gemacht. Darcy erhält unerwartet die Einladung zu einem Erbschafts-Spiel auf der Insel einer kürzlich verstorbenen Künstlerin, bei welchem es ...

Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie und einfach genial gemacht. Darcy erhält unerwartet die Einladung zu einem Erbschafts-Spiel auf der Insel einer kürzlich verstorbenen Künstlerin, bei welchem es unter anderem um ein besonderes Kunstwerk geht. Eingeladen sind sämtliche junge Nachfahren zweier Familien, eine wohlhabender als die andere. Die Einladung an Darcy muss ein Versehen sein und dennoch ergreift sie die Chance, aus ihrem bisherigen Leben und vor einem toxischen Typen zu fliehen. Mit nichts als den Sachen an ihrem Leib findet sie sich inmitten einer Gruppe jugendlicher Schnösel wieder, die ihr nicht die geringe Chance einräumen. Doch bei dem Spiel ums Erbe hat Darcy einen unschlagbaren Vorteil: ihr Kunstwissen. Wäre da noch die Klausel, dass das Rennen nur von einem Paar gelöst werden darf. Eine Wahl wäre Dorian, denn der ist ihr aus gewissen Gründen noch etwas schuldig.
An dem Buch habe ich einfach alles geliebt. Schon die Vorstellung von Darcy gleich zu Beginn war eine gelungene Idee der Autorin. Diese rätselhafte Schnitzeljagd auf der Insel ist ziemlich anspruchsvoll gestaltet und die Dynamik zwischen Darcy und Dorian sowie den weiteren Charakteren rund um die beiden ist nicht nur äusserst unterhaltsam, sondern gewisse Ereignisse sorgen dafür, dass niemandem zu trauen ist. Nicht zu verachten ist natürlich das Knistern zwischen Darcy und Dorian, dass wiederholt durch sein undurchschaubares Verhalten getrübt wird.
Bei diesem Buch ist wirklich jede Seite ein Lese-Genuss und ich freue mich bereits auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Perfider Mordfall an Eliteschule

A Lesson in Murder
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Dieser Jugendthriller konnte mich positiv überraschen. Die Protagonistin Astoria bringt neben ihrer Cleverness eine angenehme Reife mit sich. Diese Stärken kommen ihr zugute, als sie plötzlich für den ...

Dieser Jugendthriller konnte mich positiv überraschen. Die Protagonistin Astoria bringt neben ihrer Cleverness eine angenehme Reife mit sich. Diese Stärken kommen ihr zugute, als sie plötzlich für den Mord an einer Schülerin beschuldigt wird, welchen sie nicht begangen hat. Irgendwer hat ihr da was untergeschoben, nur warum? Gemeinsam mit zwei Mitschülern bildet sich allmählich ein Ermittlertrio, mit welchem ich so zunächst nicht gerechnet hätte. Dass ihre Gefühle zwischen all der Aufregung Achterbahn fahren und sie plötzlich zwei potentielle Love Interests hat passt perfekt zum Setting.
Spannend fand ich auch die Aufteilung dieser Eliteschule: Wer das Glück, Geld oder die Beziehungen hat, auf die St. Moriarty gehen zu können, wird schwerpunktmäßg in den Häusern Moriarty (Kriminologie und Recht), Holmes (Politik) oder Watson (Naturwissenschaften) unterrichtet. Dadurch können die Jugendlichen sich manchmal durch ihr spezielles Wissen ergänzen.
Das Buch lädt alle zum Miträtseln ein, die Spaß daran haben, sich selbst Gedanken zum Fall zu machen. Der Romance-Part schmiegt sich geschickt in die Handlung, ohne zuviel Raum einzunehmen. Und der Fall selbst ist ebenfalls gelungen. Von mir wohlverdiente 4,5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Kindisch, zäh und unlogisch

The Baby Dragon Café
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Bei diesem Buch kann ich die positiven Bewertungen nicht nachvollziehen. Wo fange ich an?
Im Grunde genommen liest sich das Buch wie der Traum eines kleinen Kindes ohne Lebenserfahrung, das sich die Erwachsenenwelt ...

Bei diesem Buch kann ich die positiven Bewertungen nicht nachvollziehen. Wo fange ich an?
Im Grunde genommen liest sich das Buch wie der Traum eines kleinen Kindes ohne Lebenserfahrung, das sich die Erwachsenenwelt vorstellt und dabei viele Punkte schlichtweg nicht beachtet sowie vieles unangenehm romantisiert darstellt.
Ich fange mal bei Protagonistin Saphira an, die sich den Traum eines Drachenbaby-Cafés erfüllt hat. Also ein Café, in welches Drachenbesitzer ihre Drachen-Babies im Hundegröße mitbringen können. Ja, auch Baby-Drachen speien Feuer, oftmals unkontrolliert. Zudem tollen sie gern wild herum. Doch anstatt das Café auch nur ansatzweise drachenkompatibel zu gestalten mit feuerfester und robuster Einrichtung geht ihre fragile Inneneinrichtung regelmäßig zu Bruch oder in Flammen auf, was weder die Versicherung noch die Drachenbesitzer zahlen. Muss ich dazu was sagen?
Dann verhält sich Saphira den kleinen Drachen gegenüber so, wie kleine Kinder mit ihrem Plüschhund umgehen: Als würden die Drachen jedes Wort verstehen, werden diese Tiere komplett vermenschlicht. Da schauen Drachen plötzlich mit menschlichem Gesichtsausdruck in der Schnauze (also sowas wie schmollend etc.) und hören von ihr Kommentare wie brav oder böse. (Ja, man kann beim Lesen die Augen verdrehen).
Und als wenn das nicht genug wäre, schreibt ihr die Autorin einen Love Interest namens Aiden an die Seite, der allein scheinbar nicht sozialfähig wäre. Anstatt sich um seinen kleinen Drachen Sparky zu kümmern stellt er sich so dämlich dabei an, dass Saphira dessen Erziehung mit Freude übernimmt (schon hat er eine Aufgabe weniger am Hals, ich sag nur: Strategische Inkompetenz). Und besonders gruselig war eine Szene noch während der Vor-Dating-Phase, in der Aiden allen Ernstes eifersüchtige Besitzansprüche gegenüber Saphira stellt, als diese sich mit einem langjährigen Freund unterhält. Als Saphira dieses toxische Verhalten als romantischen Liebesbeweis wertete, wurde mit richtiggehend übel.
Diese Kinderlogik samt Romantisieren falschen Verhaltens zieht sich dann durch den gesamten Roman, der stellenweise sehr zäh voranschreitet. Entsprechend entäuscht bin ich von dem Buch und kann nur 1,5/5 Sterne vergeben.

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