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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2026

Zwischen Herzstillstand und Hoffnungsschimmer

Lebensursache: Tod
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Lebensursache: Tod von Matt Morgan ist ein eindrucksvolles und zugleich sehr menschliches Buch über Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod. Anhand echter Fälle aus der Intensivmedizin erzählt der Autor ...

Lebensursache: Tod von Matt Morgan ist ein eindrucksvolles und zugleich sehr menschliches Buch über Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod. Anhand echter Fälle aus der Intensivmedizin erzählt der Autor von Menschen, die dem Tod nur knapp entkommen sind – und davon, was sie aus dieser zweiten Chance machen.



Besonders stark ist, wie nah sich in den Geschichten Freude und Trauer kommen. Ein Moment kann noch von Hoffnung geprägt sein, der nächste von Verlust. Genau diese Realität zeigt Morgan sehr ehrlich. Dabei bleibt das Buch trotz der oft schweren Themen gut lesbar, weil medizinische Zusammenhänge verständlich erklärt werden. Manchmal wirken die Erklärungen etwas ausführlich, aber insgesamt helfen sie, die Situationen besser zu verstehen.



Einige Geschichten bleiben besonders im Kopf: etwa die Nahtoderfahrungen, die das Leben der Betroffenen komplett verändern, oder Fälle, in denen Zufall und schnelles Handeln über Leben und Tod entscheiden. Auch ungewöhnliche Aspekte – wie neue Perspektiven auf Therapie oder kleine, überraschende Erkenntnisse – machen das Buch spannend. Gleichzeitig gibt es immer wieder persönliche und sogar leicht humorvolle Momente, die das Ganze auflockern.



Am Ende regt das Buch zum Nachdenken an: über das eigene Leben, über Zufälle und darüber, was wirklich wichtig ist. Insgesamt ist es eine Mischung aus bewegenden Schicksalen, medizinischem Einblick und einer leisen, aber starken Botschaft über Hoffnung und zweite Chancen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Zwischen Amalfi, Erpressung und Verwirrung – viel Idee, wenig Klarheit

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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„Amalfi Mortale – Kein Urlaub ohne Mord“ beginnt mit einer eigentlich spannenden Grundidee: Eine erfolgreiche Bestsellerautorin wird erpresst und plant zum Jubiläum ihres zehnten Bandes eine exklusive ...

„Amalfi Mortale – Kein Urlaub ohne Mord“ beginnt mit einer eigentlich spannenden Grundidee: Eine erfolgreiche Bestsellerautorin wird erpresst und plant zum Jubiläum ihres zehnten Bandes eine exklusive Lesereise mit ausgewählten Fans von Rom an die Amalfiküste. Dort soll nicht nur gefeiert, sondern auch neue Inspiration für ihren nächsten Krimi gesammelt werden. Doch schnell kippt die Stimmung – erst gibt es Mordversuche, dann tatsächlich einen Mord an einem befreundeten Autor.

Die Ausgangslage klingt nach einem klassischen, atmosphärischen Krimi mit Urlaubsflair und psychologischer Spannung. Leider bleibt das Potenzial über weite Strecken ungenutzt. Statt klarer Spannungsentwicklung entsteht eher Verwirrung. Besonders störend waren für mich die vielen Fußnoten, die den Lesefluss immer wieder unterbrochen haben – eher etwas, das ich aus wissenschaftlichen Arbeiten kenne als aus einem Roman dieser Art.

Auch die Vielzahl an Figuren hat es mir schwer gemacht, wirklich hineinzufinden. Es werden viele Personen eingeführt, oft ohne ausreichende Erklärung, wer genau sie sind oder welche Rolle sie spielen. Dadurch musste ich ständig zurückblättern oder versuchen, selbst Ordnung in die Beziehungen zu bringen. Mit der Zeit war ich mir teilweise nicht mehr sicher: Spielt das gerade im Roman der Autorin oder „in der echten Welt“ innerhalb der Handlung?

Die Idee eines „Krimis im Krimi“, bei dem Realität und Fiktion verschwimmen, ist grundsätzlich interessant. Allerdings wurde dieser Ansatz für meinen Geschmack zu unklar umgesetzt. Statt Spannung zu erzeugen, hat der häufige Perspektiv- und Ebenenwechsel eher für Orientierungslosigkeit gesorgt.

Positiv hervorzuheben ist die Grundidee und das Setting – die Amalfiküste bietet natürlich viel atmosphärisches Potenzial, das stellenweise auch durchscheint. Doch insgesamt bleibt das Gefühl, dass hier deutlich mehr möglich gewesen wäre. Ich hatte anhand des Covers und der Beschreibung etwas anderes erwartet: mehr klare Spannung, mehr Fokus, weniger Chaos.

Fazit: Ein interessanter Ansatz mit schöner Kulisse, aber leider holprig umgesetzt und stellenweise schwer zu folgen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Zwischen Sonne, Schatten und Geheimnissen – ein Krimi wie ein Kurzurlaub auf Mallorca

Die Mallorca-Kommissarin - Schatten über Calvià
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Im vierten Band der Reihe reist Thea Molt wieder nach Mallorca, um ihre Freundin Becca zu besuchen – und findet sich schneller als gedacht mitten in einem neuen Fall wieder. Die Geschichte lebt stark von ...

Im vierten Band der Reihe reist Thea Molt wieder nach Mallorca, um ihre Freundin Becca zu besuchen – und findet sich schneller als gedacht mitten in einem neuen Fall wieder. Die Geschichte lebt stark von ihrer Atmosphäre: Sonne, bekannte Orte wie Santa Ponça und dieses typische Inselgefühl machen das Buch zu einer kleinen Auszeit vom Alltag.



Besonders spannend ist das Setting rund um Kunst, Galerien und mögliche Fälschungen. Man taucht tief in diese Welt ein und bekommt viele Einblicke, die den Fall interessant und vielschichtig machen. Dabei wird nach und nach deutlich, dass hinter den schönen Fassaden mehr steckt, als man zunächst vermutet.



Thea bleibt eine sehr sympathische Hauptfigur, gerade weil sie nicht ganz offiziell ermittelt und dadurch oft zwischen Intuition und Regeln steht. Das macht sie nahbar und authentisch. Der Fall entwickelt sich eher ruhig, mit vielen Details und Ermittlungsarbeit – an manchen Stellen zieht es sich etwas, dafür entsteht eine dichte, fast schon sommerlich-träge Stimmung, die gut zur Umgebung passt.



Insgesamt ist es ein Krimi, der weniger durch rasante Action überzeugt, sondern durch Atmosphäre, Einblicke in die Kunstszene und das Gefühl, für ein paar Stunden auf Mallorca zu sein. Perfekt für einen entspannten Leseabend mit einem Hauch Spannung.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Zu viele Figuren, zu wenig roter Faden – atmosphärischer Krimi mit Schwächen in der Umsetzung

Tödliche Begegnung
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Der erste Teil des Buches hat mich zunächst wirklich positiv überrascht: Die Kommissarin wirkt sympathisch und angenehm anders, besonders durch ihr persönliches Detail mit der Schildkröte Bruno. Auch das ...

Der erste Teil des Buches hat mich zunächst wirklich positiv überrascht: Die Kommissarin wirkt sympathisch und angenehm anders, besonders durch ihr persönliches Detail mit der Schildkröte Bruno. Auch das Setting am italienischen See vermittelt direkt ein stimmungsvolles Flair, das eigentlich perfekt für einen spannenden Regionalkrimi geeignet ist.



Leider konnte das Buch dieses Potenzial für mich nicht durchgehend halten. Schon im ersten Teil, aber vor allem im weiteren Verlauf, tauchten sehr viele Figuren und Namen auf, die es mir zunehmend schwer gemacht haben, den Überblick zu behalten. Die Familienverhältnisse und Zusammenhänge wirken sehr verschachtelt, sodass ich oft zurückblättern musste, um überhaupt noch zu wissen, wer wer ist. Dadurch ging für mich viel Lesefluss verloren.



Im zweiten Teil wurde diese Problematik noch deutlicher. Immer neue Spuren, zusätzliche Figuren wie Irina aus dem Fitnessstudio und weitere Wendungen haben zwar versucht, Spannung aufzubauen, haben bei mir aber eher für Verwirrung gesorgt als für echtes Mitfiebern. Der rote Faden der Geschichte war für mich zeitweise kaum noch greifbar.



Auch die Rückblenden haben meiner Meinung nach nicht zur Klarheit beigetragen, sondern die Handlung eher zusätzlich zersplittert. Zwar wird der Fall grundsätzlich weiterentwickelt und am Ende auch aufgelöst, aber diese Auflösung kam für mich zu plötzlich und wirkte wenig organisch aufgebaut.



Die Grundidee – inklusive des Falls, der zwei Leichen und der Verbindung zu den Figuren – ist eigentlich interessant und hätte viel Potenzial für einen packenden Krimi gehabt. Leider war mir die Umsetzung am Ende etwas zu überladen und teilweise auch zu konstruiert, besonders im Zusammenhang mit einzelnen Auflösungsdetails wie dem Foto.



Das italienische Flair, das zu Beginn noch sehr präsent war, tritt im Verlauf leider etwas in den Hintergrund. Insgesamt hatte ich mir deutlich mehr Struktur, Klarheit und einen stärkeren Spannungsbogen erhofft.



Fazit: Ein atmosphärischer Ansatz mit sympathischer Ermittlerin, der jedoch unter zu vielen Figuren, Sprüngen in der Handlung und einer überhasteten Auflösung leidet. Für mich leider eher enttäuschend, obwohl die Idee dahinter wirklich gut gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Wenn die Hitze alles verschlingt – Ein Hörbuch zwischen Realität und Wahnsinn

Ins fahle Herz des Sommers
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Das Hörbuch Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach entfaltet im zweiten Teil eine noch dichtere und verstörendere Atmosphäre als zuvor. Was zunächst wie eine ruhige, fast schleichende Endzeitgeschichte ...

Das Hörbuch Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach entfaltet im zweiten Teil eine noch dichtere und verstörendere Atmosphäre als zuvor. Was zunächst wie eine ruhige, fast schleichende Endzeitgeschichte beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem beklemmenden Szenario, in dem Realität, Wahnsinn und Science-Fiction-Elemente immer stärker miteinander verschwimmen.



Besonders eindrücklich ist der Kontrast zwischen Erwartungen und tatsächlichen Ereignissen: Statt eines hoffnungsvollen Neubeginns durch eine Hochzeit steht plötzlich eine Beerdigung im Mittelpunkt. Dieser Bruch zieht sich symbolisch durch den gesamten Verlauf – nichts verläuft mehr „normal“. Die Welt wirkt ausgehöhlt, Orientierung geht verloren, was sich auch in merkwürdigen Episoden wie dem rätselhaften Anruf aus Sibirien widerspiegelt.



Die Figur Fausto bleibt dabei zentral. Sein Handeln wirkt oft getrieben, aber nachvollziehbar in einer Welt, die kaum noch Halt bietet. Die Beziehung zu Valerie wird immer rätselhafter und tragischer, besonders durch die Fehlgeburt und die zunehmenden Hinweise darauf, dass sie möglicherweise „anders“ ist. Diese Andeutungen über eine fremde Art oder ein mögliches Bioexperiment verleihen der Geschichte eine zusätzliche, unheimliche Dimension.



Die Hitze, die im Verlauf immer intensiver wird, ist mehr als nur ein Hintergrundelement – sie wird fast zu einer eigenen Figur. Sie steht für Verfall, Ausweglosigkeit und den schleichenden Tod der alten Welt. Religiöse Motive, insbesondere rund um den Pfarrer, verstärken diesen Eindruck. Sein zunehmender Kontrollverlust wirkt wie ein Sinnbild dafür, dass selbst Glaube und Moral keinen Bestand mehr haben.



Ein besonders eindringlicher Moment ist Faustos Entdeckung des verlassenen Hofes, auf dem nur noch Tote zurückgeblieben sind. Diese Szene wirkt still und gleichzeitig erschütternd, gerade weil sie ohne große Dramatik auskommt. Die Gewalt erscheint beiläufig und dadurch umso verstörender.



Das Hörbuch lebt dabei stark von seiner ruhigen, angenehmen Sprecherstimme, die einen interessanten Kontrast zum düsteren Inhalt bildet. Sie trägt dazu bei, dass die Geschichte trotz ihrer Schwere nie überladen wirkt, sondern sich gleichmäßig und eindringlich entfaltet.



Am Ende bleibt ein rundes, aber trauriges Gefühl. Vieles wird angedeutet, nicht alles erklärt – und genau das macht den Reiz aus. Die Geschichte hinterlässt die leise, aber nachhaltige Frage, ob eine solche Zukunft nicht vielleicht doch näher ist, als man glauben möchte.

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