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Veröffentlicht am 17.06.2026

Wenn (Alb-)Träume wahr werden

REM
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Inhalt & Handlung:
Alysees letzte Erinnerungen an ihren Vater waren seine flehenden Worte, sie möge nicht einschlafen, als sie mit ihm im Alter von vier Jahren im Auto fuhr. Kurze Zeit später war ihr Vater ...

Inhalt & Handlung:
Alysees letzte Erinnerungen an ihren Vater waren seine flehenden Worte, sie möge nicht einschlafen, als sie mit ihm im Alter von vier Jahren im Auto fuhr. Kurze Zeit später war ihr Vater auf grausige Weise ermordet und Alysee zur Waise geworden. In weiterer Folge wuchs das Mädchen zusammen mit dem um zwei Jahre älteren Nico bei einer Pflegefamilie auf, der sich stets rührend um sie kümmerte. Alysee wurde aber seit damals von schlimmen Albträumen geplagt, welche ihr große Ängste vor dem Einschlafen bescherte. Jahre später, Alysee ist inzwischen Studentin, erfährt sie an ihrem 18. Geburtstag vom Erbe ihres Vaters, der ihr ein ehemaliges Rathaus im Niemandsland, welches zu einem Hotel mit dem bezeichnenden Namen „Hotel de Ville“ umfunktioniert worden war, aber letztlich als eine Art Klinik für Menschen mit mentalen Problemen genutzt wurde. Aus diesem Grund ranken sich alle möglichen urbanen Legenden über dieses Gebäude. Alysee beschließt, diesem Geheimnis, das auch eng mit dem Tod ihres Vaters verbunden zu sein scheint, zu lüften und begibt sich zusammen mit Nico, für den sie insgeheim Gefühle hegt, die über Freundschaft hinausgehen, auf den Weg zu diesem sagenumwobenen Ort.

Schreibstil:
Zusammen mit Annika Strauss hat der als Psychothriller-Autor Sebastian Fitzek hier einen Roman verfasst, bei dem die Grenzen zwischen Horror und Thriller verschwimmen. Besonders während der Anfangsphasen des Buches weiss man hier oft nicht, ob es sich bei der Erzählung um reale Geschehnisse handelt, um Fiktion oder lediglich um Traumsequenzen. Das verwirrt einen als Leser, trotzdem fesselt einen der Handlungsstrang.

Charaktere:
Im Mittelpunkt steht Alysee, die –ebenso wie ihr Pflegebruder Nico – von unerklärlichen Albträumen geplagt wird, um diesen zu entgehen, schläft Alysee kaum und versucht ihr Leben durch massiven Konsum von Koffeeintabletten zu meistern. Alysee und Nico sind als Waisen in derselben Pflegefamilie zusammen aufgewachsen, dieses band der Zusammengehörigkeit verbindet sie bis ins Erwachsenenalter, da der eine für den anderen „Familie“ bedeutet. Bei Alysee hat sich aus diesen geschwisterlichen Gefühlen allerdings Liebe entwickelt, aus Angst vor Zurückweisung schreckt sie allerdings davor zurück, Nico ihre wahren Gefühle zu offenbaren.

Cover:
Das Cover stellt ein Auge in Großaufnahme dar, das bei genauerer Betrachtung, wie Glas zerbricht, eigentlich ein klarer Hinweis auf die Geschichte, was man allerdings erst im Laufe des Romans zu interpretieren versteht.

Meinung & persönliche Kritikpunkte:
Eigentlich hatte ich einen Thriller in typischer Sebastian Fitzek Manier erwartet, daher war ich recht überrascht, dass in diesen Roman sehr viele Horrorelemente miteinflossen, was dem Umstand geschuldet ist, dass an diesem Roman auch eine weitere Autorin – Annika Strauss – beteiligt war. Gleich zu Beginn entwickelt sich eine sehr gruselige Atmosphäre, die man schlecht einzuschätzen vermochte, deshalb waren für mich manche Passagen sehr gewöhnungsbedürftig, wenn nicht sogar verwirrend. Gerade in den Anfangsphasen wusste ich nicht, ob es sich bei manchen Darstellungen um eine verzerrte Wirklichkeit handelt oder um einen Traum. Trotz allem fand ich die Handlung äusserst fesselnd, gerade die kurzen Kapitel verstärkten das rasante Erzähltempo. Es werden zudem des Öfteren falsche Fährten gelegt, sodass man als Leser gezwungen wird, alles und jeden zu hinterfragen, weil offensichtlich nichts so ist, wie es anfangs erscheint.
Kritisch anmerken möchte ich, die ich kein allzu großer Fan von Horror-Romanen bin, dass einige Szenen auf mich übertrieben wirkten, die ganz offensichtlich Schockeffekte erzielen sollten. Zudem waren für mich einige Übergänge – besonders gegen Ende – nicht ganz schlüssig.

Fazit:
Wer eine Mischung aus Thriller und Horror mag, wird hier sicherlich gut bedient, denn der Roman wartet auch mit Schockmomenten auf. Für reine Thriller Fans werden manche Stellen sicherlich ein wenig zu übertrieben sein.

Veröffentlicht am 11.06.2026

Des Kängurus 5.Teil

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Inhalt & Handlung:
Auch in diesem Teil führt Marc- Uwe Kling die Abendteuer seines Kängurus, das es mittlerweile zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist, fort. Diesmal ist die Intention des Kängurus, ...

Inhalt & Handlung:
Auch in diesem Teil führt Marc- Uwe Kling die Abendteuer seines Kängurus, das es mittlerweile zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist, fort. Diesmal ist die Intention des Kängurus, eine Revolution gegen das System zu entfachen, die darauf fußt, dass jeder Teilnehmer nur zwei andere Personen finden muss, die sich ebenfalls der Revolution anschließen. Durch dieses Schneeballsystem will es eine große Bewegung organisieren. Dabei kommt es zu einer Wette zwischen ihm und dem Autor, bei der es darum geht, welcher der beiden Protagonisten es vermag, mehr Revolutionsteilnehmer zu rekrutieren als der andere.

Schreibstil:
Wie bereits in den ersten vier Teilen bleibt auch hier der Autor seinem bewährten Konzept treu: Die „Känguru-Rebellion“ ist sehr politisch, bissig, gut durchdacht und humorvoll. Es kommt zu amüsanten Dialogen zwischen dem Känguru und dem Autor, die zu einem äußerst lustigen Schlagabtausch führen. Sprachlich überzeugt Kling aber auch hier mit schnellen Dialogen und hohem Tempo.

Charaktere:
Die Charaktere sind bereits aus den vorherigen Bänden bekannt, leider werden diese recht oberflächlich gezeichnet, die dienen oft nur dazu ein Klischee zu bedienen und eine bestimmte gesellschaftliche Position zu repräsentieren, dadurch wirken die Figuren oft nur recht eindimensional, der jeweilige Widerpart wirkt dadurch sehr reduziert und stumpf.

Cover:
Im Cover ist ein kämpferisches Känguru zu sehen, dass seine Hand zum Rebellion erhebt! Ein sehr gelungenes Bild zu diesem Hörbuch!

Sprecher:
Das Hörbuch wurde von Marc Uwe Kling vor Publikum selbst eingelesen.

Meinung und persönliche Kritikpunkte:
Das Hörbuch hat mich phasenweise gut unterhalten, nach fünf Bänden muss ich allerdings sagen, dass dieses Buch deutlich schwächer ausfällt als die Vorgänger, da sich das Erfolgsrezept dieser Reihe schön langsam Ermüdungserscheinungen aufweist bzw. sich das gesamte Konzept bereits totzulaufen beginnt. Natürlich gibt es etliche Momente, die einen wirklich amüsieren, etwa als das Känguru verschiedene Personen auffordert, sich entweder eine Stunde lang in eine geschlossene Garage mit einem laufenden Verbrennerfahrzeug oder in eine mit einem Elektroauto zu setzen.
Trotz allem gerät der Erzählfluss ein wenig ins Stocken, da man primär sehr überambitioniert versucht, auf gesellschaftliche Missstände bzw. auf wirtschaftliche Machtstrukturen hinzuweisen. Die politische Botschaft wird hier leider zu Ungunsten einer fesselnden Geschichte in den Vordergrund gestellt, der aus den vorangegangenen Büchern bekannte Humor wiederholt sich zum Teil, sodass es zu manch ungewolltem Déjà-vu kommt, man vermisst ein wenig neue Facetten.

Fazit:
Die Känguru Rebellion ist ein durchaus unterhaltsamer Roman mit satirischen Spitzen, der jedoch in seiner Tiefe nicht an die Erstlingswerke des Kängurus heranreicht und dementsprechend eingefleischte Känguru-Fans ein wenig enttäuscht zurücklassen könnte.

Veröffentlicht am 22.05.2026

Sehr spannend

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Inhalt & Handlung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff entdeckt auf einem Plakat einer Vermissten ein bekanntes Gesicht: Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner, der Luisa ...

Inhalt & Handlung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff entdeckt auf einem Plakat einer Vermissten ein bekanntes Gesicht: Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner, der Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind entführt hatte, wobei Nicole an der Entführung mitgewirkt hatte. Luisa meldet sich als Zeugin bei der Polizei, wobei sie auf Hauptkommissar Ramin Brunner trifft, der von dem Fakt fasziniert ist, dass Luisa über ein eidetisches Gedächtnis verfügt. Da sie sich an unglaubliche Details aus der Vergangenheit erinnern kann, wird sie eingeladen, als externe Beraterin in diesem Fall mitzuarbeiten. Kurz darauf wird ein kleines Mädchen entführt, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der fünfjährigen Luisa von vor 20 Jahren hat, daher drängt sich der Verdacht auf, dass Lichner, der mittlerweile wieder aus dem Gefängnis entlassen ist, mit beiden Fällen zu tun haben könnte. Auch Luisa, fühlt sich beobachtet, ist dies Einbildung, oder hat ihr ehemaliger Entführer auch sie ins Visier genommen?

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten, wobei es sehr oft zu Perspektivenwechseln kommt. Temporeiche Geschehnisse spiegeln sich auch in der Art des Schreibens wieder, die Sätze werden dann plötzlich kürzer, fast schon stakkatoartig. Gekonnt versucht der Autor den Leser zum Teil in die Irre zu führen, auch wenn man als Strobel-Leser mit solcherlei falschen Fährten rechnet. Auch an brutalen Szenen wird nicht gespart, wobei sich sogar ganz am Ende des Buches eine Triggerwarnung findet.


Charaktere:
Im Vordergrund stehen zwei Charaktere, einerseits Ramin Brunner, seines Zeichens Hauptkommissar, und mit der Leitung dieses Falls betraut, und das ehemalige Entführungsopfer Luisa Menkhoff, mit ihrem unwahrscheinlichen Gedächtnis, dazu kommt, dass sie als Tochter eines mittlerweile verstorbenen Polizisten mit der Arbeitsweise der Polizei entsprechend vertraut ist. Ramin erweist sich in der Befragung als sehr einfühlsam, wodurch Luisa sofort großes Vertrauen zu ihm fasst. Im Zuge der Handlung entwickelt sich eine besondere Dynamik zwischen den beiden, wobei nicht ganz klar ist, ob es dies rein freundschaftlicher Natur ist, oder ob sich zwischen den beiden eventuell mehr entwickeln könnte.

Meinung:
Interessant finde ich die Idee, die Gegenwart mit den Geschehnissen der Vergangenheit über das phänomenale Gedächtnis von Luisa zu verbinden! Sie vermag es, auch noch nach Jahren, einzelne Erinnerungen durch einen auslösenden Impuls, gleichsam eines abgespeicherten Videos, vor ihrem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Zudem wird sie durch kluge Entscheidungen zu einer Bereicherung für das Ermittlerteam. Generell zeichnet sich jedes einzelne Mitglied dieses Teams durch besondere Fähigkeiten aus, Ramin durch seine ruhige, besonnene Art, die ihn zu einem optimalen Gesprächspartner werden lassen, sein Kollege Kriminalkommissar Sebastian Grohmann, der durch seine schludrige Art zum Schrecken der Kriminaleinheit mutiert, in Bezug auf Verbrecher jedoch ein unverzichtbares Verhandlungsgeschick an den Tag legt.
Mich hat der Roman gut unterhalten, gerade der Umstand, dass Kinder unter den Opfern waren, bekam der Fall eine besondere Dramatik. Man konnte den Druck der Ermittler gut nachvollziehen, der Öffentlichkeit endlich einen Täter präsentieren zu können, und um nicht neuerlich wie schon vor Jahren blutjunge Opfer verzeichnen zu müssen.

Persönliche Kritikpunkte:
Was für mich nicht ganz so herausgearbeitet wurde, sind die Beweggründe, wieso Lichner es auf Kinder als Opfer abgesehen hatte. Für mich war es nicht ganz nachzuvollziehen, weshalb seine Entführungsopfer von jeher im Kindesalter waren, zumal er ja auch nicht pädophil veranlagt war.

Fazit:
Insgesamt ist „Ungelöst – Die erste Zeugin“ ein äußerst gelungener Thriller, der Spannung, Psychologie und emotionale Tiefe gekonnt miteinander verbindet. Fans von intelligenten Krimis und psychologischen Thrillern kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Der Roman macht neugierig auf die Fortsetzung der neuen Reihe und beweist erneut, warum Arno Strobel zu den erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren zählt.

Veröffentlicht am 22.05.2026

Tolle Atmosphäre!

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Inhalt & Handlung:
Nachdem der gefeierte Bestsellerautor Marceau Miller am Fuße einer Felswand am Genfer See tot aufgefunden wird, deutet alles zunächst auf einen tragischen Kletterunfall hin. Kurz darauf ...

Inhalt & Handlung:
Nachdem der gefeierte Bestsellerautor Marceau Miller am Fuße einer Felswand am Genfer See tot aufgefunden wird, deutet alles zunächst auf einen tragischen Kletterunfall hin. Kurz darauf erhält seine trauernde Witwe Sarah einen Brief von einem Notar, das einerseits auf eine große Geldsumme in einem Schließfach und andererseits auf ein Manuskript mit dem Titel „Das letzte Buch von Marceau Miller“ hinweist, das ein zu Lebzeiten gut gehütetes Geheimnis von Marceau enthüllen soll. Da dieses Manuskript jedoch verschwunden zu sein scheint, glaubt Sarah nicht mehr an einen Kletterunfall, und begibt sich auf eigene Faust auf Spurensuche, nachdem sie von der Polizei im Stich gelassen wird, die nach wie vor von einem Unfall als wahrscheinlichste Todesursache ausgeht.
Nach und nach muss Sarah allerdings feststellen, dass nichts ist, wie es scheint und sie muss verzweifelt zusehen, wie ihr Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt….

Schreibstil:
Dieses Buch ist sehr vielschichtig aufgebaut, es verbindet literarische Spannung mit poetischen Beschreibungen der malerischen Kulisse des Genfer Sees. Der Schreibstil ist flüssig und weist eine hohe sprachliche Eleganz auf. Durch häufige Perspektivenwechselt bekommt man Einblick in das Seelenleben jedes einzelnen und kann ihre Beweggründe oft gut nachvollziehen. Besonders bemerkenswert ist die Art, wie der Autor scheinbar alltägliche Szenen mit einer stillen Intensität auflädt. Vor einem entfaltet sich eine Geschichte, die den Leser von der ersten Seite an fesselt und bis zum Ende nicht mehr loslässt.

Charaktere:
Die einzelnen Charaktere sind sehr facettenreich, durch innere Monologe erfährt man viel über ihren Background, wodurch man ihre oftmals starke seelische Zerrissenheit gut verstehen kann. Jeder Dialog wirkt glaubwürdig, niemals gestelzt oder unnatürlich, jede Figur besitzt Tiefe und hat eigene innere Konflikte auszutragen.
Die Hauptfigur der Sarah ist hervorragend ausgearbeitet und entwickelt sich im Verlauf der Handlung auf nachvollziehbare Weise weiter. Mit dem Tod ihres Ehemanns bekommt ihr vermeintlich stabiles und sicheres Leben Risse und beginnt nach und nach zu bröckeln, sie erkennt, dass vermeintliche Konstanten in ihrem Leben doch nicht so sind, wie angenommen.

AutorIn:
Als Autor wird wie im Titel Marceau Miller geführt, ob dieser Name nur ein Pseudonym ist, lässt sich jedoch nicht herausfinden, so karg sind die Informationen, die man über ihn im Internet findet. Auf der Seite des Inselverlags findet man lediglich folgende Anmerkung: „Marceau Miller, vermutlich 1978 geboren, ist möglicherweise Schriftsteller und Drehbuchautor. Dies ist jedoch das erste Mal, dass er einen Roman unter diesem Namen geschrieben hat. Er lebt in Frankreich und kehrt regelmäßig an den Genfersee zurück, eine Region, die ihn stark fasziniert.“

Sprecher:
Das Hörbuch wird von zwei Sprechern gelesen: Marlen Ulonska und Johannes Quester, das erleichtert beim Zuhören dem Perspektivenwechsel zu folgen. Beide Sprecher sind gut ausgewählt, denn mit ihrer ruhigen Art, zu erzählen, werden die Beschreibungen zu einem besonderen Genuss.

Meinung:
Gleich vorweg: ich habe dieses Buch im Hörbuchformat verfolgt, und war von dem Gesamtpaket sehr angetan. Einerseits finde ich das Konzept, in einem Buch quasi ein weiteres Buch zu verpacken, sehr originell, man wird hier lange Zeit geschickt im Dunkeln gelassen, worauf diese Geschichte letztendlich hinausläuft und in welchem genauen Zusammenhang das verschwundene Manuskript mit dem Ableben des Autors Marceau Miller steht. Ein Mord steht im Raum und nach und nach erscheint jeder einzelne Charakter verdächtig, etwas mit seinem Tod zu tun zu haben. Für die Protagonistin Sarah bedeutet dies eine emotionale Achterbahnfahrt, denn es tun sich immer mehr Abgründe in ihrem bisher recht überschaubaren Leben auf. Immer mehr verschwimmen Erinnerungen, Wahrheiten und Fiktion miteinander, sodass sie zeitweise nicht mehr sagen kann, was real und was Einbildung ist – als Leser fühlt man in dieser verworrenen Lage mit ihr!
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Atmosphäre des Buches. Die Schauplätze wirken lebendig und detailreich beschrieben, ohne jemals überladen zu erscheinen. Miller versteht es meisterhaft, Stimmungen einzufangen – mal melancholisch und ruhig, dann wieder geheimnisvoll und beinahe beklemmend. Dadurch entsteht ein Sog, der den Leser tief in die Welt des Romans hineinzieht.
Ein sehr spannendes Werk, das letztlich auch mit einem Ende aufwartet, mit dem ich in dieser Form nicht gerechnet hätte! Es ist aber nicht irgendwie dramaturgisch aufgebauscht, sondern durchaus stimmig.

Fazit:
Ein Buch, das von seiner besonderen Atmosphäre lebt – fesselnd von der ersten Seite bis zum Schluss!

Veröffentlicht am 14.05.2026

Genrebruch

Böser, böser Wolf
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Inhalt & Handlung:
Die gefeierte Krimiautorin Katie wird entführt und wird in der Abgeschiedenheit festgehalten, mit dem Auftrag eines irren Killers, für ihn frei nach den Gebrüdern Grimm Märchen zu schreiben, ...

Inhalt & Handlung:
Die gefeierte Krimiautorin Katie wird entführt und wird in der Abgeschiedenheit festgehalten, mit dem Auftrag eines irren Killers, für ihn frei nach den Gebrüdern Grimm Märchen zu schreiben, die allesamt allerdings einen tödlichen Ausgang haben, sollte sie sich weigern, würde sie selbst sterben. Katie gerät immer mehr in die Zwickmühle, als sie erkennt, dass ihre fiktiven Märchen alsbald in die Tat umgesetzt werden, und sie quasi zur Auftragsmörderin wird. Sie versucht, für den Täter unbemerkt, in ihren Geschichten Hinweise an die Polizei einzubauen, um diesen das Handwerk zu legen.
Detective Inspector Lyla Rondell wird mit der Mordserie betraut, da auch der Mörder an sie direkte Hinweise am zu den Taten hinterlässt. Sie erkennt einen Zusammenhang zum Verschwinden ihrer besten Freundin, die im Teenageralter unter mysteriösen Umständen verschwunden war.

Schreibstil:
Der Krimi beginnt sehr spannend, das Setting ist düster. Man wird gleich mitten ins Geschehen geworfen. Doch nach und nach fließen ab der Mitte des Buches immer mehr mystische und übernatürliche Elemente ein, und das Buch entfernt sich immer mehr vom eigentlichen Genre und wird in zunehmendem Maße verworrener.

Charaktere:
Man erfährt zwar recht viel über die Opfer, die einzelnen Opfer erscheinen trotzdem recht farblos, sodass man zu keiner Figur eine echte Bindung aufbaut. Ihre Hauptaufgabe scheint es, Opfer zu sein, hierbei erscheinen sie jedoch ziemlich austauschbar zu sein. Am ehesten konnte ich mich mit der ermittelnden Inspektorin Lyla anfreunden, die immer mehr begreift, wie manipuliert bzw konstruiert ihr eigenes Leben ist.

Cover:
Pluspunkt ist für mich sicherlich das Erscheinungsbild des Covers, es wirkt auf den ersten Blick wie ein Märchenbuch, auf den zweiten Blick erkennt man jedoch den Blutstropfen, welcher entlang der Buchstaben des Titels herunterrinnt und über den wahren Inhalt des Buches Aufschluss gibt.

Meinung/persönliche Kritik:
„Böser, böser Wolf“ von Alexandra Benedict hätte eigentlich alles, was ein guter Thriller braucht: ein düsteres Setting, eine Prise Märchenmystik und eine Hauptfigur mit Vergangenheit. Doch leider gelingt es dem Roman nur bedingt, diese Zutaten zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.
Die Grundidee – eine Mordserie, die an Kinderreime erinnert – klingt spannend, verliert aber schnell an Reiz, weil die Handlung zu sehr auf Schockeffekte statt auf Spannung setzt. Viele Wendungen wirken konstruiert, als hätte die Autorin unbedingt überraschen wollen, anstatt der Geschichte ihren natürlichen Lauf zu lassen. Die Figuren bleiben dabei erstaunlich blass; man versteht selten, warum sie handeln, wie sie handeln. Dadurch fällt es schwer, wirklich mitzufiebern.
Auch der Stil – oft sehr bemüht dramatisch und mit gelegentlich unpassenden Metaphern – trägt nicht unbedingt zur Atmosphäre bei. Was als beklemmendes Psychospiel hätte funktionieren können, wird so eher zu einer überladenen Mischung aus Mystery und Slasher.

Fazit:
Unterm Strich ist „Böser, böser Wolf“ solide Unterhaltung für ein Wochenende, aber kein Roman, der lange nachhallt. Wer psychologische Tiefe oder feine Spannung sucht, wird hier eher enttäuscht.