Profilbild von Sheena01

Sheena01

Lesejury Profi
offline

Sheena01 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sheena01 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2018

Humor mit einem Schuss Grusel

Plötzlich verwandelt 2. Beim zweiten Kuss verwechselt
0

Inhalt:
Ophelia, Lora und ihre Freunde nehmen an den diesjährigen Junior Highland Games teil, um den Pokal endlich einmal für ihre Schule zu gewinnen. Leider ist auch ein Mädchen namens Eleanor in ihrem ...

Inhalt:
Ophelia, Lora und ihre Freunde nehmen an den diesjährigen Junior Highland Games teil, um den Pokal endlich einmal für ihre Schule zu gewinnen. Leider ist auch ein Mädchen namens Eleanor in ihrem Team, die ganz offensichtlich alles daransetzt, um ihr Team zu sabotieren. Zudem sieht sich Ophelia ständiger Beobachtung durch ihren Großonkel ausgesetzt, der sie in Form eines Geiers zu überwachen scheint.

Handlung:
Die 16jährige Ophelia steckt in einem ziemlichen Dilemma: Eigentlich ist sie mit Adrian zusammen, aber sie schwärmt trotzdem für Cliff, obwohl dieser Amalia als Freundin hat, so versucht sie ihre Gefühle für Cliff einfach zu verdrängen, was nicht so recht gelingen will. Zumal alle an den Junior Highland Games teilnehmen, und sie zwangsläufig permanent mit Cliff konfrontiert wird. Aber nicht nur ihr Liebeskummer macht ihr zu schaffen, auch Eleanor, ein Mitglied ihres Teams, scheint alles dranzusetzen, um den Sieg zu verhindern. Keine leichte Aufgabe für Ophelia und Lora, zumal die beiden unter ständiger Überwachung ihres Großonkels in Form eines Geiers stehen.

Schreibstil:
Sonja Kaiblinger geht in diesem Teil besonders auf die emotionalen Probleme Heranwachsender ein, und schildert recht authentisch die damit verbundenen Achterbahnfahrten in der Gefühlswelt Jugendlicher. Wie immer besticht Kaiblinger durch eine ungemein spannende Erzählweise. Als Leser tut man sich schwer, die Geschehnisse vorherzusehen , da das Buch stets mit neuen überraschenden Wendungen aufwartet! Zudem kommt hier der Humor nicht zu kurz: Szenen mit brillanter Situationskomik geben sich mit aberwizigen Dialogen ein Stelldichein. Der Band ist in sich abgeschlossen, endet aber doch in einem ziemlichen Cliffhanger, der die Erwartungen auf den dritten und letzten Teil der Serie schürt.

Charaktere:
Hauptcharakter Ophelia wirkt wie schon im ersten Band sehr sympathisch, da sie nach wie vor nicht vor typischen Problemen Jugendlicher gefeit ist. Obwohl sie ihren Verwandlungsgrad zur Freude aller Verwandten rigoros steigern konnte, bleibt sie bescheiden, und versucht diese Fähigkeit nach Möglichkeit nicht zu missbrauchen. Im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester Lora ist Ophelia sehr empathisch, sie versucht auch dann noch jenen Menschen zu helfen, die sie augenscheinlich hintergangen haben.
Einige der Charaktere, denen man bereits im ersten Band begegnet ist, machen in diesem Teil eine ziemliche Wesensänderung durch, so tritt Lora sehr bestimmt auf, wen es darum geht, ihre Ziele zu verfolgen. Noch extremer fällt der Wandel bei Adrian aus, war er im ersten Band noch sehr zurückhaltend und nett, wird er zunehmend fordernder, wodurch er sehr viele Sympathiepunkte einbüßt. Der Mädchenschwarm Cliff gewinnt in zunehmendem Maße: er ist nicht nur intelligent und belesen, er geht einfühlsam auf seine Mitmenschen ein und ist zudem auch recht selbstreflektiert, was man einem Jungen seines Alters gar nicht zutraut.

Cover:
Wie schon beim ersten Band ist das Cover sehr lebhaft und mit der Liebe zum Detail gestaltet: in vielen kleinen Karikaturen wird die Geschichte bildlich wiedergegeben, nur ist diesmal der Hintergrund nicht türkis sondern rosa.

Autorin:
Sonja Kaiblinger wurde in Krems in Österreich geboren. Nach ihrem Wirtschaftsstudium und diversen Jobs begann sie mit dem Schreiben von Geschichten für Kinder und Jugendliche. Heute lebt sie mit ihrem Freund in Wien und Traismauer.

Illustrationen:
Wie schon in Band eins werden auch hier die einzelnen Kapitel mit unzähligen kleinen Bildchen aufgelockert.

Meinung:
Das Buch umfasst alles, was ein Jugendherz begehrt: viel Spannung, Humor, eine gehörige Portion Liebesdramen ohne dabei jedoch zu tief in den „Schmalztopf“ zu greifen, ein bisschen Grusel, zwielichtige Gestalten und vielerlei Skurriles. Ich wurde von dieser Geschichte bestens unterhalten, und war begeistert von der Fähigkeit der Autorin, den Geschehnissen immer neue Wendungen zu geben, die Geschichte ist sehr gut durchdacht, und so wirkt nichts „an den Haaren herbeigezogen“. Zudem brachte mich so manche Situationskomik herzhaft zum Lachen, man lebt einfach mit der Geschichte mit und kann so manchen Herzschmerz der Protagonisten durchaus nachempfinden.

Persönliche Kritikpunkte:
Dadurch, dass diese Serie aus drei Teilen besteht, liegt ein gewisser Zeitraum zwischen den Erscheinungsterminen der einzelnen Bände. Dadurch geraten Einzelheiten der Vorgängerbände leicht in Vergessenheit, und man ist fast gezwungen, den Vorgängerband erneut durchzublättern, um seinen Wissensstand aufzufrischen. Dies ist aber ein normaler Effekt bei einer Serie und kein konkreter Vorwurf im Speziellen!

Fazit:
Ein Buch, bei dem das Gesamtpaket passt! Nicht nur für Jugendliche und Kinder eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.08.2018

Toll beschriebener Krimi mit Spreewaldbezug!

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
0

Inhalt:
Im zweiten Teil der Spreewald-Serie muss sich die ermittelnde Kommissarin Klaudia Wagner mit dem Mord an einem rumänischen Erntehelfer beim Gurkenanbau befassen.

Handlung:
Ein rumänischer Erntehelfer ...

Inhalt:
Im zweiten Teil der Spreewald-Serie muss sich die ermittelnde Kommissarin Klaudia Wagner mit dem Mord an einem rumänischen Erntehelfer beim Gurkenanbau befassen.

Handlung:
Ein rumänischer Erntehelfer wird im Fließ bei Lübbenau ermordet aufgefunden, mögliche Motive dafür gibt es viele: Ausländerfeindlichkeit, eine Fehde unter Erntehelfern, Eifersucht, Verschleierung der Machenschaften eines korrupten Gurkenbauers, oder war das Opfer am Ende selbst in irgendwelche kriminellen Handlungen verwickelt? Die Kommissarin Klaudia Wagner und ihr Team müssen breitbandig ermitteln. Erschwerend kommt hinzu, dass es innerhalb des Teams Querelen gibt, und Klaudia selbst gegen ihren eigenen Dämonen aus der Vergangenheit anzukämpfen hat.

Schreibstil:
Mit ihren wirklich brillanten Beschreibungen vermag es Christiane Dieckerhoff von Beginn an eine eigene Atmosphäre herzustellen. Man kann beim Lesen die beschriebene drückende Schwüle des Sommers und die schweißtreibende Arbeit der Erntehelfer förmlich am eigenen Leib spüren, so präzise wird alles geschildert! Nicht zuletzt daran merkt man, wie gut Dieckerhoff diese Region kennt, bzw. wie gut sie recherchiert hat! Der Stil ist sehr flüssig, sodass man die Geschichte sehr zügig lesen kann.

Charaktere:
Die ermittelnde Kommissarin Klaudia Wagner wirkt sehr sympathisch und kompetent. Dass sie sehr an ihrer eigenen Vergangenheit zu knabbern hat, hemmt sie in ihrer Arbeitsweise. Andeutungsweise wird in der Geschichte auf den genaueren Grund dafür hingewiesen, wenn man den Vorgängerband noch nicht gelesen hat, bleibt jedoch vieles im Dunkeln.

Cover:
Ein sehr schönes Coverbild, mit einer für den Spreewald typischen Landschaft, die in geheimnisvoller Weise in sanftes Licht getaucht ist, was schon fast magisch wirkt. Das macht dieses Cover zu einem richtigen Eye-Catcher!

Autorin:
Nach ihrer Berufsausbildung zur Kinderkrankenschwester lebt Christiane Dieckerhoff heute mit ihren erwachsenen Kindern in Datteln im nördlichen Ruhrgebiet. Sie schreibt aktuelle und historische Krimis und ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“, einem Verein, der sich mit der Förderung der von Frauen in der deutschsprachigen Krimiliteratur befasst.

Meinung:
Die Schreibweise der Autorin ist sehr schön, die Beschreibungen sind so genau, dass die Geschehnisse quasi wie in einem Film vor dem geistigen Auge ablaufen. Man kann die drückende Schwüle förmlich spüren bzw hat das Gefühl, den in der Luft liegenden Essiggeruch wahrnehmen zu können. Besonders gut gefallen mir die plötzlichen Wendungen, die diese Geschichte nimmt, denn man legt sich sehr bald auf einen möglichen Täter fest, muss seine Theorie dann aber doch verwerden, weil die Geschichte anders weitergeht, als gedacht!

Persönliche Kritikpunkte:
Die Beschreibungen in der Erzählung sind wirklich einzigartig, sodass man sich beim Lesen beinahe selbst vor Ort wähnt. Was ich ein wenig schade finde, ist, dass dieses Buch zu sehr an den Vorgängerband angelehnt ist: Es wird zu viel Wissen vorausgesetzt, das man einfach nicht hat, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat. So kann man in vielen Passagen nur Mutmaßungen darüber anstellen, was der genaue Grund sein könnte, was ich sehr schade finde, denn es nimmt dem Leser die Chance, die Protagonistin in ihrem Verhalten vollständig verstehen zu können

Fazit:
Ein sehr toll geschriebener Krimi, bei dem man allerdings für das bessere Verständnis den Vorgängerband gelesen haben sollte!

Veröffentlicht am 01.08.2018

Back to the roots

Kluftinger (Ein Kluftinger-Krimi 10)
0

Inhalt:

Im Band 10 der ultigen Krimi-Reihe rund um den Allgäuer Kommissar Kluftinger wird sein persönliches Umfeld näher beleuchtet und in Rückblicken seine bisherige Lebensgeschichte erzählt, da die ...

Inhalt:

Im Band 10 der ultigen Krimi-Reihe rund um den Allgäuer Kommissar Kluftinger wird sein persönliches Umfeld näher beleuchtet und in Rückblicken seine bisherige Lebensgeschichte erzählt, da die Lösung des aktuellen Falles des Kommissars augenscheinlich dort zu finden ist.



Handlung:

Offenbar hat jemand noch eine offene Rechnung mit Kluftinger zu begleichen. Hinweise darauf gibt es etliche: ein frisch ausgehobenes Grab auf dem örtlichen Friedhof, auf dem ein Holzkreuz mit Kluftigers Namen prangt und eine auf seinen Namen lautende Todesanzeige lassen keinen Zweifel daran, dass jemand es geradezu darauf anlegt, den Kommissar in Angst und Schrecken zu versetzen. Ist es jemand, den Kluftinger schon vor Jahren – vielleicht auch zu Unrecht - hinter Schloss und Riegel gebracht hat, und dafür Rache nehmen will, oder doch jemand aus dem ehemaligen Freundeskreis Kluftingers, der ihm seine steile berufliche Karriere neidet?



Schreibstil:

In gewohnter Klüpfel/Kobr- Manier ist auch dieser Band recht bayrisch angehaucht, es wird sehr viel Wert darauf gelegt, das Privatleben Kluftingers in die Geschichte mit einzubinden, um der Geschichte mehr Leben einzuhauchen. Wie schon in den Bänden davor wird auf die Animositäten Kluftingers mit seinem Hausarzt Langhammer, seinem erklärten Intimfeind, eingegangen, zusätzlich erfährt man auch viel über seine Situation als frischgebackener Opa. Der eigentliche Kriminalfall in der Geschichte tritt dabei fast ein wenig in den Hintergrund, zusätzlich werden auch Ermittlungen zu einem Kunstraub geführt.



Charaktere:

Protagonist Kluftinger bekommt in diesem Band erstmals eine Vita, in Rückblicken erfährt man sehr viel aus seinen Jugendjahren, deren Ereignisse ihn zu tiefst prägten, und die ihn zu dem werden ließen, der er heute ist. Auch mit einer kleinen Überraschung kann dieser Jubiläumsband aufwarten. Nach neun Bänden wird hier nun endlich das Geheimnis um die beiden Vornamen des legendären „Kluftis“ gelüftet. Kuftingers Hang zur Sturheit kommt einmal mehr zum Tragen, nicht zuletzt dieser ist der tragische Ausgang einer Falle geschuldet. Nicht immer erscheint die Figur des Kommissars im positiven Licht, er wirkt aber vielleicht gerade deswegen äußerst menschlich.

Auch in diesem Band begegnen einem alte Bekannte, , etwa seine stets liebevolle Frau Erika, der bereits erwähnte Dr. Langhammer ist wieder mit dabei, ebenso wie das langerprobte Ermittlerteam Roland Hefele, Richard Maier, Sandy Henske, sowie Eugen Strobel sind wieder mit von der Partie, wobei letzterer diesmal eine nicht uninteressante Wesensänderung durchmacht. Es werden aber auch geschickt neue Charaktere eingebaut, etwa der geschlechts- und namenlose Enkel „Buzele“ und der Hund des Hausarztes Langhammer, der Magyar Vizsla namens Wittgenstein, der in kürzester Zeit das Herz des Allgäuer Kommissars gewinnt, und in dem dieser sogar eine Art Seelenverwandten findet.



Cover:

Beim Anblick des Holzkreuzes mit dem Namensschild des kultigen Kommissars schwant dem eingefleischten Kluftinger-Fan bereits Böses, nicht zuletzt deswegen lässt einen diese Cover in einer Buchhandlung fast schon magisch zu diesem Band greifen!



Autor:

Volker Klüpel stammt wie Kluftinger aus gebürtig Altusried, er studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Bamberg. Nach seinen Tätigkeiten für eine amerikanischen Zeitung, beim bayrischen Rundfunk und der Augsburger Allgemeinen verschrieb er sich vollständig der Schriftstellerei.

Michael Kobr stammt aus Kempten im Allgäu, studierte in Erlangen unter anderem Germanistik und Romanistik und arbeitete danach als Realschullehrer, bevor er sich ebenfalls dem Schreiben zuwandte.



Sprecher:

Ein wie immer exzellent lesender Christian Berkel drückt der Geschichte seinen Stempel auf, zusammen mit Volker Klüpfel und Michael Kobr ein unvergleichlicher Hörgenuss! Daher würde ich unbedingt das Hörbuch der Printversion vorziehen!



Meinung:

Auch dieser Band trägt eindeutig die Handschrift des Autorenteams Klüpfel und Kobrs, dh wenn man die vorherigen Bände kennt, weiss man bereits im Vorfeld, dass es hier nicht um die reine Polizeiermittlung geht sondern das auch gründlich das Drumherum des Kommissars beleuchtet wird. Dies führt zu etlichen wirklich köstlichen Slapstickszenen, die einem mitunter sehr schmunzeln lassen. Manchmal verzettelt man sich allerdings auch ein wenig in Belanglosigkeiten (siehe etwa die recht lange Szene mit dem Autokauf), der die ohnehin schon sehr lange Geschichte, welche 11 Audio-CDs umfasst, unnötig in die Länge zieht.



Persönliche Kritikpunkte:

Bereits angesprochenes Verlieren in Belanglosigkeiten macht das Ganze phasenweise leider unnötig ein wenig langatmig.



Fazit:

Ein typischer, amüsanter Kluftinger Krimi, wenn vielleicht auch nicht der Beste der Serie!

Veröffentlicht am 01.08.2018

Ein Kinderbuch voller Magie

Das Hotel der verzauberten Träume - Fräulein Apfels Geheimnis (Das Hotel der verzauberten Träume 1)
0

Inhalt:
Ein öder Strandurlaub in einem biederen Hotel an der Ostsee, ist plötzlich gar nicht mehr so langweilig und wird zu einem besonderen Abenteuer für zwei Kinder, als sie einem magischen Geheimnis ...

Inhalt:
Ein öder Strandurlaub in einem biederen Hotel an der Ostsee, ist plötzlich gar nicht mehr so langweilig und wird zu einem besonderen Abenteuer für zwei Kinder, als sie einem magischen Geheimnis auf die Spur kommen.

Handlung:
Eigentlich hat Familie Fröhlich einen tollen Cluburlaub an der Nordsee gebucht, durch ein falsch programmiertes Nawi landen sie allerdings in einem schrulligen kleinen Strandhotel an der Ostsee, das von Rosaline Apfel geführt wird. Da es auch Probleme mit dem Auto gibt, sind sie gezwungen, ihren Urlaub dort zu verbringen. Was anfangs nach totalem Reinfall aussieht, entpuppt sich bald als spannendes Abenteuer für die Kinder: da läutet plötzlich ein Telefon, das gar nicht angeschlossen ist, ein ausgestopfter Adler erwacht zum Leben, und auch die Hotelbesitzerin scheint ein Geheimnis zu haben: wieso hängen auf ihrem Dachboden, den keiner betreten darf, tausende von Traumfängern?

Schreibstil:
Das Buch ist in 13 Leseabschnitten in übersichtlicher Länge unterteilt, es gibt keine überlangen Kapitel, die ein Kind verzweifeln lassen. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen, es werden keine unnötigen Fremdworte verwendet, aber trotzdem ist das Buch nicht zu einfach geschrieben, sodass es ein Kind von acht, neun Jahren in niveauvoller Weise toll unterhält!

Charaktere:
Die Kinder Joelle, Lancelot und Benny sind keine Über-Drüber-Superhelden sondern Kinder von Nebenan, mit denen sich der kleine Leser gut identifizieren kann. Anfangs ist man etwas skeptisch, was die Hotelbesitzerin Fräulein Apfel betrifft, man vermutet hinter ihrer netten Fassade eine Art Hexe, die vielleicht Böses im Schilde führt, zumal sie die Eigenschaft hat, plötzlich sehr unvermutet aufzutauchen. Was allerdings dahintersteckt, klärt sich jedoch sehr bald auf und man lernt sie von einer sehr sympathischen Seite kennen.

Cover:
Ein sehr bunt Cover, das durch seine kindliche Art der Gestaltung, die junge Leserschaft sicherlich anzieht und bei dem sich bei genauerem Hinsehen viele Details entdecken lassen, die auf den Inhalt der Geschichte hinweisen.

Autorin:
Gina Mayer stammt gebürtig aus Ellwangen, und arbeitete als Werbetexterin, bevor sie ihre schriftstellerische Karriere einschlug. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Düsseldorf.

Illustrationen:
Die Geschichte wird durch zahlreiche bunte Abbildungen aufgelockert, zusätzlich ist ein ganzes Kapitel in welchem eine Traumsequenz erzählt wird, in dunkler Farbe gehalten, was dem Ganzen noch eine zusätzliche sehr geheimnisvolle und spektakuläre Note verleiht.

Meinung:
Die Geschichte beginnt eigentlich unspektakulär mit einem vermeintlich missglückten Urlaubsstart, doch bald findet man sich in einer zauberhaften Geschichte wieder, die noch dazu richtig spannend wird. Was mir auch gut gefällt, ist die subtile Aussage in diesem Buch, dass man etwas nicht gleich von vornherein als „langweilig“ oder „blöd“ abtun sollte, weil man dadurch womöglich etwas wirklich „Cooles“ und Einzigartiges verpassen könnte und es oft wert ist, hinter eine vielleicht langweilig wirkende Fassade zu blicken! Die Geschichte endet offen und macht somit Gusto auf den zweiten Band "Das Hotel der verzauberten Träume - Annabells Tagebuch".

Persönliche Kritikpunkte:
Was mich persönlich ein wenig irritiert hat, war, dass Kinder sich hier ohne Konsequenzen nicht an die ihnen gesetzten Grenzen halten müssen (z.B. die Privatsphäre der Hotelbesitzerin zu respektieren) bzw. sie sich am Eigentum anderer vergreifen und es zerstören (Beschädigung des Autos, um zu verhindern, dass die Spielkameraden vorzeitig abreisen). Ich hätte mir gewünscht, dass dies hier etwas anders gehandhabt wird und die Kinder dafür vielleicht in einem Nebensatz eine kleine Strafe erhalten hätten, um zu zeigen, dass so ein Verhalten in der Realität inakzeptabel ist.

Fazit:
Alles in allem ein sehr schönes Kinderbuch, das letztlich durch seine magische Ader viele Jungleser begeistern wird!

Veröffentlicht am 01.08.2018

Erbarmungslos

DNA
1

Inhalt:
Die Mordserie eines offensichtlich geistesgestörten Psychopathen hält die Polizei, im Speziellen Kommissar Huldar in Atem.

Handlung:
Eine Frau wird vor den Augen ihrer kleinen Tochter auf bestialische ...

Inhalt:
Die Mordserie eines offensichtlich geistesgestörten Psychopathen hält die Polizei, im Speziellen Kommissar Huldar in Atem.

Handlung:
Eine Frau wird vor den Augen ihrer kleinen Tochter auf bestialische Weise ermordet. Als die Polizei das schwer traumatisierte Kind zu befragen versucht, geschieht auf ähnlich brutale Weise ein weiterer Mord. Kommissar Huldar steht unter Zugzwang, gemeinsam mit der Kinderpsychologin Freya versucht er, den Mörder zu entlarven. Zudem versucht der passionierte Amateurfunker Karl, der via Äther kryptische Botschaften erhält, auf eigene Faust zu ermitteln und gerät dabei selbst ungeahnt in Todesgefahr.

Schreibstil:
Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen geschildert. In Rückblenden wird die schwere, unbarmherzige Kindheit des Mörders beschrieben, in der Gegenwart wird das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Die einzelnen Handlungsstränge führen aber im Laufe der Zeit zusammen.

Charaktere:
Die Kinderpsychologin Freya wirkt sympathisch und kompetent, während der mit dem Fall betraute Kommissar Huldar eher stümperhaft und unbedarft an die Dinge herangeht, was er des Öfteren zu einem späteren Zeitpunkt bereut. Er wirkt permanent überarbeitet und müde bzw. hat oft mehr mit der Verschleierung seiner privaten Fehltritte zu kämpfen, als dass er produktive Arbeit leistet. In seinen Verhaltensweisen erinnert er mich mehr an einen heranwachsenden Teenager, der seine Emotionen noch nicht im Griff hat als an einen erwachsenen Mann.
Auch der Mobilfunker Karl, welcher auf eigene Faust Recherchen anstellt, wirkt nicht besonders vertrauenserweckend. Mag sein, dass seine minutenlangen Monologe bewusst gesetzt wurden, um den Eindruck eines Nerds zu vermitteln.

Cover:
Farblich schlicht gehalten ist dieses Cover durch seine auffällige, plastische Gestaltung des Einbandes mit Sicherheit ein Eye-Catcher. Die Bedeutung des Klebebandes wird einem erst im Laufe der Geschichte klar.

Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.

Meinung:
Nach der wirklich spannenden Leseprobe ging ich mit einer recht großen Erwartungshaltung an den restlichen Teil des Buches heran. Doch leider ebbte die Spannung im Laufe der Geschichte immer mehr ab und verlor sich ein wenig in Langatmigkeit. Schade, denn inhaltlich ist dieses Buch sicherlich top, ein unschuldiges, kleines Kind in die Mitte des Geschehens zu rücken, ist sicherlich ein brillianter Schachzug, die restliche Ausführung ist aus besagten Gründen leider weniger gelungen.
Was Brutalität betrifft, verlangt Yrsa Sigurdardóttir hier vom Leser einiges ab. Bis ins Detail werden die scheußlichsten Abartigkeiten der menschlichen Natur geschildert. Besonders schlimm finde ich jene Sequenz zu lesen, bei der ein kleines Kind den Mord an seiner Mutter hautnah miterleben und zudem auch noch Angst um sein eigenes junges Leben haben muss.
Nichtsdestotrotz mag ich die sprachliche Ausführung Sigurdardóttirs. Zudem brachte für mich die Auflösung dieses Thrillers letztlich eine erstaunliche Wendung in das Geschehen.

Persönliche Kritikpunkte:
Lange Monologe (besonders jene des Mobilfunkers) mögen ein schriftstellerisches Mittel sein, um seine Eigenschaft als Nerd zu unterstreichen. Auf Dauer wird dieses Vorgehen allerdings ein wenig mühsam. Generell ist anzumerken, dass sich die Geschichte sehr oft in der Beschreibung unwesentlicher Details und Belanglosigkeiten verliert, worunter die Spannung leider auf der Strecke bleibt.

Fazit:
Hier zeigt es sich einmal mehr, dass schonungslose, brutale Beschreibung nicht alles ist, 100%ig überzeugen konnte mich das Buch letztlich nicht!