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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2026

Sehr spannend

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Inhalt & Handlung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff entdeckt auf einem Plakat einer Vermissten ein bekanntes Gesicht: Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner, der Luisa ...

Inhalt & Handlung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff entdeckt auf einem Plakat einer Vermissten ein bekanntes Gesicht: Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner, der Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind entführt hatte, wobei Nicole an der Entführung mitgewirkt hatte. Luisa meldet sich als Zeugin bei der Polizei, wobei sie auf Hauptkommissar Ramin Brunner trifft, der von dem Fakt fasziniert ist, dass Luisa über ein eidetisches Gedächtnis verfügt. Da sie sich an unglaubliche Details aus der Vergangenheit erinnern kann, wird sie eingeladen, als externe Beraterin in diesem Fall mitzuarbeiten. Kurz darauf wird ein kleines Mädchen entführt, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der fünfjährigen Luisa von vor 20 Jahren hat, daher drängt sich der Verdacht auf, dass Lichner, der mittlerweile wieder aus dem Gefängnis entlassen ist, mit beiden Fällen zu tun haben könnte. Auch Luisa, fühlt sich beobachtet, ist dies Einbildung, oder hat ihr ehemaliger Entführer auch sie ins Visier genommen?

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten, wobei es sehr oft zu Perspektivenwechseln kommt. Temporeiche Geschehnisse spiegeln sich auch in der Art des Schreibens wieder, die Sätze werden dann plötzlich kürzer, fast schon stakkatoartig. Gekonnt versucht der Autor den Leser zum Teil in die Irre zu führen, auch wenn man als Strobel-Leser mit solcherlei falschen Fährten rechnet. Auch an brutalen Szenen wird nicht gespart, wobei sich sogar ganz am Ende des Buches eine Triggerwarnung findet.


Charaktere:
Im Vordergrund stehen zwei Charaktere, einerseits Ramin Brunner, seines Zeichens Hauptkommissar, und mit der Leitung dieses Falls betraut, und das ehemalige Entführungsopfer Luisa Menkhoff, mit ihrem unwahrscheinlichen Gedächtnis, dazu kommt, dass sie als Tochter eines mittlerweile verstorbenen Polizisten mit der Arbeitsweise der Polizei entsprechend vertraut ist. Ramin erweist sich in der Befragung als sehr einfühlsam, wodurch Luisa sofort großes Vertrauen zu ihm fasst. Im Zuge der Handlung entwickelt sich eine besondere Dynamik zwischen den beiden, wobei nicht ganz klar ist, ob es dies rein freundschaftlicher Natur ist, oder ob sich zwischen den beiden eventuell mehr entwickeln könnte.

Meinung:
Interessant finde ich die Idee, die Gegenwart mit den Geschehnissen der Vergangenheit über das phänomenale Gedächtnis von Luisa zu verbinden! Sie vermag es, auch noch nach Jahren, einzelne Erinnerungen durch einen auslösenden Impuls, gleichsam eines abgespeicherten Videos, vor ihrem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Zudem wird sie durch kluge Entscheidungen zu einer Bereicherung für das Ermittlerteam. Generell zeichnet sich jedes einzelne Mitglied dieses Teams durch besondere Fähigkeiten aus, Ramin durch seine ruhige, besonnene Art, die ihn zu einem optimalen Gesprächspartner werden lassen, sein Kollege Kriminalkommissar Sebastian Grohmann, der durch seine schludrige Art zum Schrecken der Kriminaleinheit mutiert, in Bezug auf Verbrecher jedoch ein unverzichtbares Verhandlungsgeschick an den Tag legt.
Mich hat der Roman gut unterhalten, gerade der Umstand, dass Kinder unter den Opfern waren, bekam der Fall eine besondere Dramatik. Man konnte den Druck der Ermittler gut nachvollziehen, der Öffentlichkeit endlich einen Täter präsentieren zu können, und um nicht neuerlich wie schon vor Jahren blutjunge Opfer verzeichnen zu müssen.

Persönliche Kritikpunkte:
Was für mich nicht ganz so herausgearbeitet wurde, sind die Beweggründe, wieso Lichner es auf Kinder als Opfer abgesehen hatte. Für mich war es nicht ganz nachzuvollziehen, weshalb seine Entführungsopfer von jeher im Kindesalter waren, zumal er ja auch nicht pädophil veranlagt war.

Fazit:
Insgesamt ist „Ungelöst – Die erste Zeugin“ ein äußerst gelungener Thriller, der Spannung, Psychologie und emotionale Tiefe gekonnt miteinander verbindet. Fans von intelligenten Krimis und psychologischen Thrillern kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Der Roman macht neugierig auf die Fortsetzung der neuen Reihe und beweist erneut, warum Arno Strobel zu den erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren zählt.

Veröffentlicht am 22.05.2026

Tolle Atmosphäre!

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Inhalt & Handlung:
Nachdem der gefeierte Bestsellerautor Marceau Miller am Fuße einer Felswand am Genfer See tot aufgefunden wird, deutet alles zunächst auf einen tragischen Kletterunfall hin. Kurz darauf ...

Inhalt & Handlung:
Nachdem der gefeierte Bestsellerautor Marceau Miller am Fuße einer Felswand am Genfer See tot aufgefunden wird, deutet alles zunächst auf einen tragischen Kletterunfall hin. Kurz darauf erhält seine trauernde Witwe Sarah einen Brief von einem Notar, das einerseits auf eine große Geldsumme in einem Schließfach und andererseits auf ein Manuskript mit dem Titel „Das letzte Buch von Marceau Miller“ hinweist, das ein zu Lebzeiten gut gehütetes Geheimnis von Marceau enthüllen soll. Da dieses Manuskript jedoch verschwunden zu sein scheint, glaubt Sarah nicht mehr an einen Kletterunfall, und begibt sich auf eigene Faust auf Spurensuche, nachdem sie von der Polizei im Stich gelassen wird, die nach wie vor von einem Unfall als wahrscheinlichste Todesursache ausgeht.
Nach und nach muss Sarah allerdings feststellen, dass nichts ist, wie es scheint und sie muss verzweifelt zusehen, wie ihr Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt….

Schreibstil:
Dieses Buch ist sehr vielschichtig aufgebaut, es verbindet literarische Spannung mit poetischen Beschreibungen der malerischen Kulisse des Genfer Sees. Der Schreibstil ist flüssig und weist eine hohe sprachliche Eleganz auf. Durch häufige Perspektivenwechselt bekommt man Einblick in das Seelenleben jedes einzelnen und kann ihre Beweggründe oft gut nachvollziehen. Besonders bemerkenswert ist die Art, wie der Autor scheinbar alltägliche Szenen mit einer stillen Intensität auflädt. Vor einem entfaltet sich eine Geschichte, die den Leser von der ersten Seite an fesselt und bis zum Ende nicht mehr loslässt.

Charaktere:
Die einzelnen Charaktere sind sehr facettenreich, durch innere Monologe erfährt man viel über ihren Background, wodurch man ihre oftmals starke seelische Zerrissenheit gut verstehen kann. Jeder Dialog wirkt glaubwürdig, niemals gestelzt oder unnatürlich, jede Figur besitzt Tiefe und hat eigene innere Konflikte auszutragen.
Die Hauptfigur der Sarah ist hervorragend ausgearbeitet und entwickelt sich im Verlauf der Handlung auf nachvollziehbare Weise weiter. Mit dem Tod ihres Ehemanns bekommt ihr vermeintlich stabiles und sicheres Leben Risse und beginnt nach und nach zu bröckeln, sie erkennt, dass vermeintliche Konstanten in ihrem Leben doch nicht so sind, wie angenommen.

AutorIn:
Als Autor wird wie im Titel Marceau Miller geführt, ob dieser Name nur ein Pseudonym ist, lässt sich jedoch nicht herausfinden, so karg sind die Informationen, die man über ihn im Internet findet. Auf der Seite des Inselverlags findet man lediglich folgende Anmerkung: „Marceau Miller, vermutlich 1978 geboren, ist möglicherweise Schriftsteller und Drehbuchautor. Dies ist jedoch das erste Mal, dass er einen Roman unter diesem Namen geschrieben hat. Er lebt in Frankreich und kehrt regelmäßig an den Genfersee zurück, eine Region, die ihn stark fasziniert.“

Sprecher:
Das Hörbuch wird von zwei Sprechern gelesen: Marlen Ulonska und Johannes Quester, das erleichtert beim Zuhören dem Perspektivenwechsel zu folgen. Beide Sprecher sind gut ausgewählt, denn mit ihrer ruhigen Art, zu erzählen, werden die Beschreibungen zu einem besonderen Genuss.

Meinung:
Gleich vorweg: ich habe dieses Buch im Hörbuchformat verfolgt, und war von dem Gesamtpaket sehr angetan. Einerseits finde ich das Konzept, in einem Buch quasi ein weiteres Buch zu verpacken, sehr originell, man wird hier lange Zeit geschickt im Dunkeln gelassen, worauf diese Geschichte letztendlich hinausläuft und in welchem genauen Zusammenhang das verschwundene Manuskript mit dem Ableben des Autors Marceau Miller steht. Ein Mord steht im Raum und nach und nach erscheint jeder einzelne Charakter verdächtig, etwas mit seinem Tod zu tun zu haben. Für die Protagonistin Sarah bedeutet dies eine emotionale Achterbahnfahrt, denn es tun sich immer mehr Abgründe in ihrem bisher recht überschaubaren Leben auf. Immer mehr verschwimmen Erinnerungen, Wahrheiten und Fiktion miteinander, sodass sie zeitweise nicht mehr sagen kann, was real und was Einbildung ist – als Leser fühlt man in dieser verworrenen Lage mit ihr!
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Atmosphäre des Buches. Die Schauplätze wirken lebendig und detailreich beschrieben, ohne jemals überladen zu erscheinen. Miller versteht es meisterhaft, Stimmungen einzufangen – mal melancholisch und ruhig, dann wieder geheimnisvoll und beinahe beklemmend. Dadurch entsteht ein Sog, der den Leser tief in die Welt des Romans hineinzieht.
Ein sehr spannendes Werk, das letztlich auch mit einem Ende aufwartet, mit dem ich in dieser Form nicht gerechnet hätte! Es ist aber nicht irgendwie dramaturgisch aufgebauscht, sondern durchaus stimmig.

Fazit:
Ein Buch, das von seiner besonderen Atmosphäre lebt – fesselnd von der ersten Seite bis zum Schluss!

Veröffentlicht am 14.05.2026

Genrebruch

Böser, böser Wolf
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Inhalt & Handlung:
Die gefeierte Krimiautorin Katie wird entführt und wird in der Abgeschiedenheit festgehalten, mit dem Auftrag eines irren Killers, für ihn frei nach den Gebrüdern Grimm Märchen zu schreiben, ...

Inhalt & Handlung:
Die gefeierte Krimiautorin Katie wird entführt und wird in der Abgeschiedenheit festgehalten, mit dem Auftrag eines irren Killers, für ihn frei nach den Gebrüdern Grimm Märchen zu schreiben, die allesamt allerdings einen tödlichen Ausgang haben, sollte sie sich weigern, würde sie selbst sterben. Katie gerät immer mehr in die Zwickmühle, als sie erkennt, dass ihre fiktiven Märchen alsbald in die Tat umgesetzt werden, und sie quasi zur Auftragsmörderin wird. Sie versucht, für den Täter unbemerkt, in ihren Geschichten Hinweise an die Polizei einzubauen, um diesen das Handwerk zu legen.
Detective Inspector Lyla Rondell wird mit der Mordserie betraut, da auch der Mörder an sie direkte Hinweise am zu den Taten hinterlässt. Sie erkennt einen Zusammenhang zum Verschwinden ihrer besten Freundin, die im Teenageralter unter mysteriösen Umständen verschwunden war.

Schreibstil:
Der Krimi beginnt sehr spannend, das Setting ist düster. Man wird gleich mitten ins Geschehen geworfen. Doch nach und nach fließen ab der Mitte des Buches immer mehr mystische und übernatürliche Elemente ein, und das Buch entfernt sich immer mehr vom eigentlichen Genre und wird in zunehmendem Maße verworrener.

Charaktere:
Man erfährt zwar recht viel über die Opfer, die einzelnen Opfer erscheinen trotzdem recht farblos, sodass man zu keiner Figur eine echte Bindung aufbaut. Ihre Hauptaufgabe scheint es, Opfer zu sein, hierbei erscheinen sie jedoch ziemlich austauschbar zu sein. Am ehesten konnte ich mich mit der ermittelnden Inspektorin Lyla anfreunden, die immer mehr begreift, wie manipuliert bzw konstruiert ihr eigenes Leben ist.

Cover:
Pluspunkt ist für mich sicherlich das Erscheinungsbild des Covers, es wirkt auf den ersten Blick wie ein Märchenbuch, auf den zweiten Blick erkennt man jedoch den Blutstropfen, welcher entlang der Buchstaben des Titels herunterrinnt und über den wahren Inhalt des Buches Aufschluss gibt.

Meinung/persönliche Kritik:
„Böser, böser Wolf“ von Alexandra Benedict hätte eigentlich alles, was ein guter Thriller braucht: ein düsteres Setting, eine Prise Märchenmystik und eine Hauptfigur mit Vergangenheit. Doch leider gelingt es dem Roman nur bedingt, diese Zutaten zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.
Die Grundidee – eine Mordserie, die an Kinderreime erinnert – klingt spannend, verliert aber schnell an Reiz, weil die Handlung zu sehr auf Schockeffekte statt auf Spannung setzt. Viele Wendungen wirken konstruiert, als hätte die Autorin unbedingt überraschen wollen, anstatt der Geschichte ihren natürlichen Lauf zu lassen. Die Figuren bleiben dabei erstaunlich blass; man versteht selten, warum sie handeln, wie sie handeln. Dadurch fällt es schwer, wirklich mitzufiebern.
Auch der Stil – oft sehr bemüht dramatisch und mit gelegentlich unpassenden Metaphern – trägt nicht unbedingt zur Atmosphäre bei. Was als beklemmendes Psychospiel hätte funktionieren können, wird so eher zu einer überladenen Mischung aus Mystery und Slasher.

Fazit:
Unterm Strich ist „Böser, böser Wolf“ solide Unterhaltung für ein Wochenende, aber kein Roman, der lange nachhallt. Wer psychologische Tiefe oder feine Spannung sucht, wird hier eher enttäuscht.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Äußerst packend!

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Inhalt & Handlung:
Teil 7 der Fabian Risk Reihe beginnt mit einem Blackout in der Küstenregion Schweden, im Zuge dessen es zu zahlreichen kriminellen Handlungen kommt: ein Bankraub, bei der eine gewaltige ...

Inhalt & Handlung:
Teil 7 der Fabian Risk Reihe beginnt mit einem Blackout in der Küstenregion Schweden, im Zuge dessen es zu zahlreichen kriminellen Handlungen kommt: ein Bankraub, bei der eine gewaltige Geldsumme erbeutet wird, eine Frau stirbt, wobei erst bei näherer Betrachtung ein Mord vermutet wird, und ein kleines Kind verschwindet spurlos. Obwohl es scheint, dass diese Fälle nichts miteinander zu tun haben, haben sie doch alle eine Gemeinsamkeit: etwaige Zeugen verhalten sich seltsam, plötzlich will keiner mehr etwas gesehen oder gehört haben. Was steckt dahinter?

Schreibstil:
Ein unglaublich spannender Krimi in gewohnter Ahnhem- Manier, der bereits nach den ersten Seiten zu einem echten Pageturner wird. Alles geht Schlag auf Schlag, wobei der Leser jedoch lange Zeit im Unklaren darüber gelassen wird, womit er es hier zu tun hat. Die kurzen Kapitel befassen sich jeweils mit einer anderen Begebenheit, wobei diese jedesmal abrupt abbrechen, und man dadurch quasi gezwungen ist, weiterzulesen. Die Storyline ist sehr geschickt aufgebaut. Obwohl der Roman ein Teil einer ganzen Serie ist, kann man diesen ohne Probleme auch für sich alleine lesen, da man die nötigen Hintergrund-Informationen ganz nebenbei erhält.

Charaktere:
Hauptcharakter ist zweifelsohne der Ermittler Fabian Risk, der in der Vergangenheit den Tod seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn zu verkraften hatte. Obwohl ihm mit Linn Hagman eine äußerst talentierte Kollegin zur Seite gestellt worden ist, erledigt er viel seiner Ermittlertätigkeit im Alleingang, ohne sie davon in Kenntnis zu setzen. Der Charakter der Linn wuchs mir bereits zu Beginn an sehr ans Herz: mit ihrer Hartnäckigkeit erreicht sie oft auf sehr amüsante Weise ihr Ziel.

Cover:
Das Coverbild ist sehr düster und mystisch gehalten, dieses Buch gibt also nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch einiges her!

Meinung:
Als Leser bekommt man die nötigen Informationen nur häppchenweise zugeworfen, sodass man anfangs ein wenig frustriert ist, weil man nicht vorhersehen kann, worauf dieser Roman hinausläuft und was einem hinter dieser Mauer des Schweigens der Zeugen wohl erwartet! Das Ende überrascht, hat aber einen sehr interessanten Bezug zur Gegenwart.

Persönliche Kritikpunkte:
Auch wenn das Buch es fast über die gesamte Länge schafft den Spannungsbogen zu halten lässt es knapp vor dem Ende doch ein wenig nach, um kurz darauf wieder volle Fahrt aufzunehmen und es zu einem spannenden Ende kommt. Was ich mich die ganze Zeit über jedoch gefragt habe ist, was es mit dem Titel des Buches auf sich hat, es ergibt sich bis zum Schluss keine schlüssige Erklärung dafür!

Fazit:
Ein Buch, das ich aus tiefster Überzeugung empfehlen würde, da es wirklich äußerst spannend aufgebaut ist!

Veröffentlicht am 09.01.2026

Der Widerspenstigen Zähmung

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Inhalt & Handlung:
Die 25jährige Jude Hayward hat bereits vor vielen Jahren ihr beschauliches Heimatörtchen Whilby verlassen, weil sie sich von der Kleinstadtidylle zu sehr eingeengt gefühlt hatte, wo ...

Inhalt & Handlung:
Die 25jährige Jude Hayward hat bereits vor vielen Jahren ihr beschauliches Heimatörtchen Whilby verlassen, weil sie sich von der Kleinstadtidylle zu sehr eingeengt gefühlt hatte, wo jeder jeden kennt und sie immer schon als „enfant terrible“ gebrandmarkt war. ZU allem Überfluss hatte sie eine kleine Schwester, die in jeglicher Hinsicht perfekt zu sein schien. In den letzten Jahren hatte sie mal hier, mal da gelebt, einen in Insiderkreisen recht bekannten Musik-Podcast aufgezogen und sich mit allen möglichen Gelegenheitsjobs finanziell über Wasser gehalten. Bis zu jenem Tag, als sie die Hochzeitseinladung ihrer Schwester erhielt und nun für diese Hochzeit zwangsläufig doch in ihre verhasste Heimatstadt zurückkehren musste. Gleich zu Beginn macht sie die Bekanntschaft des gutaussehenden James Cartwright macht, den die aber recht ruppig abblitzen lässt. Als sich jedoch herausstellt, dass James der Sohn der Mitglieder der legendären Band „The Bellyaches“ ist, ändert sich ihre Einstellung zu ihm. Wild entschlossen, ihm bisher noch unbekanntes Informationsmaterial über seine Eltern zu entlocken, welches sie in einer Podcast-Folge zu verwerten gedenkt, greift sie zu hartnäckigen Flirtversuchen, um ihn zum Reden zu bringen. James, der der hübschen Jude grundsätzlich nicht abgeneigt ist, durchschaut ihr Unterfangen jedoch und blockt ab.
Als James aus der Not heraus gezwungen ist, Jude in seinem Café einzustellen, kommt, was kommen muss: die beiden kommen sich näher…

Schreibstil:
Mit viel Liebe zum Detail wird hier eine Kleinstadt beschrieben, sodass man sich diese geradezu plastisch vorstellen kann, was durch eine Grafik am Inneneinband des Buchcovers noch leichter einzuprägen ist. Im Hinblick darauf, dass es sich bei„The Pumpkin Spice Latte Disaster“ um den Opener einer Trilogie handelt, die gänzlich in dieser Stadt spielt, kann dies nur von Vorteil sein! Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jude und von James geschildert, was durchaus seinen Reiz hat, da man auf diese Weise Zugang zu der jeweiligen Gedankenwelt erhält und es amüsant zu erfahren ist, wie ein und dieselbe Handlung je nach Sichtweise eine andere Bedeutung erhält.

Charaktere:
Bei den Protagonisten handelt es ich um James und Jude, während James von der ersten Minute an sehr solide, geerdet und warmherzig erscheint, braucht man bei Jude etwas länger, um mit diesem Charakter warm zu werden, zu präpotent und nervend wird sie anfangs dargestellt, erst nach und nach Merkt man, dass auch sie das Herz am rechten Fleck hat, und letztlich nicht ganz so egozentrisch ist, wie sie in den ersten Kapiteln erscheint.

Cover:
Das Cover fällt alleine schon durch seine primär orange-rote Färbung auf, wobei die Farbgebung sicherlich bewusst so gewählt wurde, um den Titel auch optisch mit einem Kürbis in Zusammenhang zu bringen. Herbstliche Elemente unterstreichen dies zusätzlich.

Meinung:
Beim Lesen dieses Buches wähnt man sich unwillkürlich in einer Folge der Serie „Gilmore Girls“: . wobei man sich James genauso ruppig und sympathisch rüberkommt wie Luke in der Serie, nur Jude ist (zumindest anfangs) ein eher nervtötender Abklatsch einer Lorelei. Obwohl man ihre Motivation, Whilby möglichst rasch verlassen zu wollen, um die nötige Distanz von der Kleinbürgerlichkeit herzustellen, durchaus verstehen kann, kann man das Gehabe, das sie James gegenüber an den Tag legt, nicht so ganz nachvollziehen: diese Hartnäckigkeit aber auch Präpotenz, die sie an den Tag legt, um an Informationen über dessen Eltern heranzukommen, ist zum Teil fast schon abstoßend. Mag sein, dass dies insgeheim nur ein Vorwand ist, um sich den aufkeimenden Gefühlen für James nicht stellen zu müssen, aber nichtsdestotrotz wirkt Jude dadurch in höchstem Maße enervierend!

Persönliche Kritikpunkte:
Ich habe die ersten 15 oder 16 Kapitel sehr stark mit dem wirklich nervendem Gehabe der Jude gehadert und war nahe daran, das Buch abzubrechen, weil mich ihre präpotente Art, die an Egozentrik wohl kaum zu überbieten war, wirklich abgestoßen hat. Erst nach und nach wurde mir dieser Charakter sympathischer, und man konnte erkennen, dass sie selbst mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hatte, da sie Zeit ihres Lebens immer auf der Flucht davor war, echte Gefühle zuzulassen. Auch wenn Buch im ersten Abschnitt einige Längen zeigt, bin ich trotzdem neugierig geworden, womit wohl die Teile zwei und drei der Trilogie aufwarten werden!

Fazit:
Ein Buch, bei dem man letztlich belohnt wird, wenn man sich durch die ersten 15 Kapitel ein wenig durchquält!