Verwirrend und spannend
Der Roman beginnt mit einem mysteriösen Blackout an der schwedischen Küste, den Fabian Risk und seine Tochter von einem Segelboot aus erleben. Kaum zurück im Dienst, steht Risk vor einer Reihe scheinbar ...
Der Roman beginnt mit einem mysteriösen Blackout an der schwedischen Küste, den Fabian Risk und seine Tochter von einem Segelboot aus erleben. Kaum zurück im Dienst, steht Risk vor einer Reihe scheinbar unabhängiger Ereignisse – ein Banküberfall, mehrere verschwundene Kinder und merkwürdiges Verhalten von Zeugen –, die sich nach und nach zu einem gefährlichen Gesamtkonzept verknüpfen.
Was anfangs nur wirre unterschiedliche Handlungsstränge zu sein scheinen, so werden sie nach einiger Zeit überwältigend spannend miteinander verwoben. Jede Wendung wirkt organisch und relevant, sodass die Neugier unaufhörlich wächst und man die mehr als 600 Seiten kaum zur Seite legen kann. Besonders gut gefallen hat mir der sehr aktuell wirkender Plot, der soziale und politische Themen aufgreift und dadurch zusätzlich an Tiefe gewinnt.
Fabian Risk als Protagonist bleibt ein starker Anker der Geschichte: erfahren, reflektiert und menschlich gezeichnet, was ihm trotz der enormen Drucksituationen Glaubwürdigkeit verleiht. Die Nebenfiguren sind ebenfalls gut ausgearbeitet und tragen dazu bei, dass der Roman nicht nur ein Krimi, sondern ein vielschichtiger Thriller mit realem Bezug wird.
Auch wenn das Buch mit seiner Länge und der Komplexität der Fälle anspruchsvoll ist, belohnt es mit einem der eindrucksvollsten und mitreißendsten Teile der Reihe. „Wellengrab“ ist ein Muss für Fans skandinavischer Spannungsliteratur und jeder, der großartige Thriller liebt. Allerdings erschließt sich mir der Titel hier nicht so wirklich, da er scheinbar gar keinen Bezug zur Handlung hat.