Profilbild von PMelittaM

PMelittaM

Lesejury Star
offline

PMelittaM ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PMelittaM über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

Mit Vergnügen gelesen

Einatmen. Ausatmen.
0

Marlene Buchholz soll die neue Vorstandsvorsitzende der Aviola werden, allerdings sind die Angestellten nicht so von ihren Führungsqualitäten überzeugt, so dass sie zunächst zu einem Achtsamkeitsseminar ...

Marlene Buchholz soll die neue Vorstandsvorsitzende der Aviola werden, allerdings sind die Angestellten nicht so von ihren Führungsqualitäten überzeugt, so dass sie zunächst zu einem Achtsamkeitsseminar bei „Seelenflüsterer“ Alex Grow in dessen Brandenburger Schloss verpflichtet wird.

Alex Grow ist derzeit allerdings selbst nicht so ganz auf der Höhe, er hat Finanzprobleme, und neigt in letzter Zeit vermehrt zum Burnout. Doch, wenn es ihm gelingt, auf Marlene einzuwirken, winkt ein Exklusivvertrag mit der Aviola, der seine Probleme beheben könnte.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Marlenes und Alex‘ Perspektive. Man bekommt eine gute Vorstellung vom jeweiligen Charakter, hat schnell ein gewisses Bild von ihnen, das sich im Verlauf des Romans allerdings ändern wird. Dazu tragen auch zwei weitere Charaktere bei, Günther Mattissen ist der Hausmeister des Anwesens, und erlebt gerade einen schweren Verlust, während Connie eine minderjährige Baumbesetzerin ist, die verhindern möchte, dass der Wald neben Grows Schloss gerodet wird.

Vielleicht gehen die Entwicklungen ein wenig schnell, aber so ist der Roman auch unterhaltsamer zu lesen, kompakt und dynamisch, und mit einer guten Brise Humor. Nicht fehlen darf dabei auch die Brandenburger Landschaft und eine bisschen Gesellschaftskritik.

Ich habe den Roman mit Vergnügen gelesen, die Charaktere sind pointiert gezeichnet, die Geschichte liest sich flott und unterhaltsam.

Veröffentlicht am 10.03.2026

Interessantes Setting für den zehnten Band

Die Geister von Beelitz
0

Berlin 1929: Ein alter Freund Ernst Gennats bittet den Kriminalrat um Hilfe, da sein Neffe nach einem Aufenthalt in den Beelitz-Heilstätten spurlos verschwunden ist. Wie sich herausstellt, ist er nicht ...

Berlin 1929: Ein alter Freund Ernst Gennats bittet den Kriminalrat um Hilfe, da sein Neffe nach einem Aufenthalt in den Beelitz-Heilstätten spurlos verschwunden ist. Wie sich herausstellt, ist er nicht der einzige, der in den letzten Jahren von dort nicht nach Hause gekommen ist. Leo Wechsler begibt sich undercover als Patient nach Beelitz, während seine Kollegen in Berlin ermitteln.

Der zehnte Fall der Reihe widmet sich einem interessanten Ort, an den Tuberkolosekranke geschickt wurden, um sie, wenn möglich, wieder arbeitsfähig zu machen. Die Autorin erzählt sehr plastisch davon, wie es dort zugegangen ist, und weckt Interesse die damaligen Heilstätten zu besuchen und an einer Führung teilzunehmen.

Für Leo ist es nicht leicht, sich als Gesunder dort aufzuhalten, nicht, weil er Angst hat, sich anzustecken, die Gefahr besteht durch die hohen Hygienemaßnahmen offenbar kaum, sondern weil es ihm ein schlechtes Gewissen macht den wirklich Kranken gegenüber. Seine Ermittlungen erlauben es zudem nicht immer, den straffen Tagesplan einzuhalten. Die Gefahr, dass er jemandem auffällt, ist groß.

In Berlin müssen seine Kollegen die eher langweilige Routinearbeit leisten, Klinkenputzen und Aktensichten. Unabhängig voneinander macht man an beiden Orten verschiedene Entdeckungen, die zur Aufklärung führen könnten. Am Ende ist der Fall nachvollziehbar gelöst.

Familienszenen kommen in diesem Band im Vergleich zu den Vorgängern etwas zu kurz, man muss aber nicht ganz auf sie verzichten. So gibt es bei Leos Schwester Ilse eine Entwicklung, die sich schon im letzten Band andeutete und sich hoffentlich in einem nächsten Band fortsetzt.

Durch die in sich abgeschlossenen Fälle könnte man jeden der Bände unabhängig voneinander lesen, schöner ist es aber, das der Reihe nach zu tun, um all die privaten und beruflichen Entwicklungen der Familie und des Kollegenkreises mitzuerleben.

Der Roman lässt sich wieder prima lesen, man fliegt nur so durch die Seiten. Hin und wieder gibt es kursive Einschübe, die zunächst rätseln lassen, nach und nach aber eine klarere Vorstellung geben.

Der zehnte Fall der Reihe bietet wieder erstklassige Unterhaltung, einen spannenden Fall und ein interessantes Setting. Wer gerne historische Romane liest, ist bei dieser Reihe richtig.

Veröffentlicht am 09.03.2026

Leider etwas verwirrendes Trilogieende

BRZRKR 3
0

Dieser Band beendet die Trilogie um den rätselhaften und unsterblichen B.

Die Geschichte bleibt weiterhin erwachsenen Leser:innen vorbehalten, sie ist brutal und blutig, und dies wird auch durch die, ...

Dieser Band beendet die Trilogie um den rätselhaften und unsterblichen B.

Die Geschichte bleibt weiterhin erwachsenen Leser:innen vorbehalten, sie ist brutal und blutig, und dies wird auch durch die, im übrigen gelungen Zeichnungen, transportiert. Bezüglich der Zeichnungen hätte ich mir aber gerade in diesem Band gewünscht, dass die soldatischen Charaktere unterscheidbarer gezeichnet worden wären. Im zweiten Band spielte ein Soldat eine nicht unwesentliche Rolle, ob er in diesem Band auch mitspielte, wurde mir nicht ganz klar.

Bs Geschichte erhält einen gewissen Abschluss, wobei ich durchaus weiteres Geschichtenpotential sehe, und auch die Experimente mit ihm enden. Allerdings fand ich diesen Band auch verwirrend, so dass es für mich kein ganz gelungenes Trilogieende ist.

Nachdem mich die ersten beiden Bände schnell gepackt haben, ließ mich dieser etwas verwirrt zurück, das Lesen fand ich nicht einfach – schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 08.03.2026

Wunderbarer Roman über eine wunderbare Autorin

Astrid Lindgren
0

Es wird wohl kaum jemanden geben, der den Namen Astrid Lindgren nicht kennt, die meisten dürften auch ihre Bücher oder deren Verfilmungen kennen. Doch, wer weiß etwas über die Person Astrid Lindgren? In ...

Es wird wohl kaum jemanden geben, der den Namen Astrid Lindgren nicht kennt, die meisten dürften auch ihre Bücher oder deren Verfilmungen kennen. Doch, wer weiß etwas über die Person Astrid Lindgren? In diesem Roman erfährt man einiges über sie.

Der Roman erzählt die Jahre 1929 bis 1958, nicht durchgehend, sondern jeweils prägende Abschnitte. Astrid wird jung schwanger und muss ihren Sohn in eine Pflegefamilie geben, da sie nicht für ihn sorgen kann. Lange kann Lasse dort nicht bleiben, schon 3 Jahre später muss Astrid ihn zu sich holen, obwohl das ihr Leben verkompliziert, macht es sie auch glücklich. Mit diesem Ereignis startet der Roman. Geschichten erzählen gehört von Anfang an zu der Beziehung zwischen den beiden dazu.

Später wird Astrid heiraten, Ihr Ehename ist Lindgren, und sie bekommt ein zweites Kind, eine Tochter, für die Astrid die Geschichten von Pippi Langstrumpf erzählt, und diese führen schließlich dazu, dass Astrids Geschichten verlegt werden. Ich fand diesen Weg schön und interessant zu lesen, ebenso die Entstehung einiger anderer Geschichten. Interessant ist aber auch ihr beruflicher Werdegang abseits des Geschichtenerzählens. Eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen ihre Eltern und Geschwister, man erfährt einiges über sie und auch über Astrids Kindheit. Wer Bullerbü kennt, hat eine gewisse Ahnung von dem Ort, an dem Astrid und ihre Geschwister aufgewachsen sind, und an dem sich auch ihre Kinder sehr wohlfühlen.

Mir war Astrid sofort sympathisch. Sie behält auch als erwachsene Frau ihre kindliche Seite, tobt mit ihren Kindern, hat Spaß und ist albern, ich kann das sehr nachfühlen. Astrid macht aber auch viel mit sich selbst aus, so zum Beispiel Probleme in ihrer Ehe. Man lernt hier eine interessante, liebenswerte und liebevolle Frau mit großer Phantasie kennen.

Susanne Lieder ist es gelungen, mir die Person Astrid Lindgren sehr nahe zu bringen. Der Roman lässt sich wunderbar lesen, Astrid und ihre Welt wurden vor meinen Augen lebendig. Wer Astrid Lindgren als Autorin mag, wird wahrscheinlich auch dieses Buch mögen.

Veröffentlicht am 06.03.2026

Originell, spannend und immer wieder überraschend

Deadly Ever After – Blut und Schnee
0

Was passiert eigentlich nach dem Happy End eines Märchens? Eine, wenn vielleicht auch nicht die, Antwort erhält man in diesem Roman. Hier trifft man uf einige Märchen- und Sagenfiguren, und für manche ...

Was passiert eigentlich nach dem Happy End eines Märchens? Eine, wenn vielleicht auch nicht die, Antwort erhält man in diesem Roman. Hier trifft man uf einige Märchen- und Sagenfiguren, und für manche ging es leider auf Dauer nicht glücklich weiter ...

Da ist zum Beispiel Katharina, auch als Schneewittchen bekannt, deren Ehe nicht ganz so glücklich wurde wie erhofft, und die nun 15 Jahre nach ihrem Happy End verwitwet ist. Dafür hat sie jetzt ein Hobby, das anderen ihre Happy Ends verwehrt, nämlich Eroberungsfeldzüge.

Nicht jede:r ist findet das gut, und so entsteht nach und nach eine Rebellengruppe, die alles dafür tun will, Katharina zu besiegen. Wie es so ist, erleben die Mitglieder dieser Gruppe viele Abenteuer, mal gemeinsam, mal getrennt, bis sie schließlich vor Katharina stehen.

Ich mag Märchen, und ich mag die Werke der Gebrüder Orgel, dass beides einmal zusammenfällt, hätte ich mir vielleicht denken können, denn die Orgels überraschen immer wieder mit den Themen ihrer Romane. Im Roman gibt es einige Märchen- und Sagenfiguren zu entdecken und auch eine ganze Reihe Märchen- und Sagenmotive, ich habe nicht wenige entdeckt, aber wahrscheinlich auch genauso viele übersehen. Manche sind vielleicht auch ein bisschen anders als erwartet, und hinter anderen steckt mehr als gedacht, googeln lohnt sich deshalb hin und wieder.

Die Protagonist:innen sind ganz unterschiedlich, Tristan, Neffe des Baron Streich, der sich zu Beginn des Romans mitten in einer Schlacht gegen Katharinas Truppen befindet, ist zunächst sehr zögerlich und wirkt oft hilflos, wächst aber an seiner Aufgabe. Von Anfang an begleitet wird er von Linde, einer älteren Metzgerwitwe, die es faustdick hinter den Ohren hat. Unterwegs trifft man auf Hans, der offenbar allerhand hinter sich hat, einen Froschwandler und weitere Wesen, die man nicht immer gleich einschätzen kann. Am Ende hat Tristan eine illustre Gruppe um sich geschart, die selbst genug Fragen aufwirft.

Der Roman ist spannend und lässt sich zügig lesen. Was ihn aber vor allem auszeichnet sind die vielen Überraschungen, die man erlebt, wenig ist vorhersehbar, vieles anders als gedacht, manchmal aber auch doch nicht, Misstrauen ist oft angesagt, aber nicht immer begründet. Mir hat auch die Welt gut gefallen, die ebenso einige Überraschungen auf Lager hat.

Was mir auch gefällt ist, dass es ein Ende gibt, mit dem man zufrieden sein kann, dieses aber auch mehr als eine Möglichkeit für Fortsetzungen bietet. Ich wäre bei einem weiteren Teil sofort dabei.

Die Gebrüder Orgel haben wieder einmal einen besonderen Roman geschrieben, originell, spannend und immer wieder überraschend. Nicht nur Märchenfans werden hier gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover