Ein Roman, der gut tut
Pina fällt ausPina Luxen lebt mit ihrem erwachsenen autistischen Sohn Leo alleine, während sie arbeitet, besucht er eine Werkstatt für behinderte Menschen. Einmal in der Woche geht sie für sich und ihre Nachbarin Inge ...
Pina Luxen lebt mit ihrem erwachsenen autistischen Sohn Leo alleine, während sie arbeitet, besucht er eine Werkstatt für behinderte Menschen. Einmal in der Woche geht sie für sich und ihre Nachbarin Inge einkaufen, so lange bleibt Leo bei Inge, viel länger als eine Stunde ist das aber nicht möglich, denn dann bekommt Leo Panik. Eines Tages bricht Pina auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen zusammen und landet im Koma auf der Intensivstation. Nun ist es an der Hausgemeinschaft, mit Leo klar zu kommen und sich um ihn zu kümmern.
Ich kann mir die Situation Pinas gut vorstellen, ich war auch einmal pflegende Angehörige, und wäre mir dasselbe wie Pina passiert, wäre mein Pflegling hilflos zu Hause gewesen. Auch hier weiß zunächst niemand, was überhaupt los ist, wo Pina bleibt, zum Glück ist Leo gerade nicht alleine. Aber Inge ist schon 86, Witwe und hat sich schon länger nicht wegen der Treppen aus dem Haus getraut. Auch die beiden anderen Hausbewohner, die das Problem nach und nach mitbekommen, haben ihre ganz eigenen Sorgen. Und dennoch rauft man sich irgendwie zusammen. Das war wirklich schön zu lesen.
Vera Zischke hat Erfahrung mit diesem Thema, sie hat aber nicht nur Leo und Pina authentisch dargestellt, sondern auch alle anderen Charaktere des Romans, manche Entwicklungen habe ich nicht kommen sehen, alles wirkte aber immer echt, wenn auch vielleicht manchmal ein bisschen überspitzt.
Mir hat es gut getan, diesen Roman zu lesen, und ich hoffe, dass er viele Leser:innen findet, von mit gibt es auf jeden Fall eine uneingeschränkte Leseempfehlung.