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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2026

Im Dschungel der eigenen vier Wände: Ein solider Nervenkitzel mit kleinen Schwächen

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Als langjähriger Fan von Arno Strobel war meine Erwartungshaltung hoch, als ich mich auf das Szenario in der düsteren Spessart-Siedlung „Auf Mons“ eingelassen habe. Der Grundgedanke trifft sofort einen ...

Als langjähriger Fan von Arno Strobel war meine Erwartungshaltung hoch, als ich mich auf das Szenario in der düsteren Spessart-Siedlung „Auf Mons“ eingelassen habe. Der Grundgedanke trifft sofort einen empfindlichen Nerv: Das hart erarbeitete Eigenheim verwandelt sich schleichend von einer Oase der Geborgenheit in ein nächtliches Schreckenskabinett.

Strobel nutzt seinen gewohnt dynamischen Erzählstil mit kurzen Abschnitten und geschickten Perspektivwechseln, was für eine angenehme Grundspannung sorgt. Die Einblicke in die Gedankenwelt des Täters setzen zudem gelungene Akzente. Besonders positiv fällt auf, dass der Fokus stark auf den Betroffenen liegt und klassische Ermittlungsarbeit eher in den Hintergrund rückt. Das beklemmende Gefühl der Machtlosigkeit überträgt sich streckenweise sehr gut auf den Leser.

Allerdings erreicht die Handlung nicht die gewohnte Spitzenklasse des Autors. Während der Auftakt atmosphärisch dicht gerät, flacht der Spannungsbogen im Mittelteil etwas ab. Die Figuren – allen voran das Protagonistenpaar – bleiben in ihren Motiven und Hintergründen leider stellenweise recht blass. Auch ein paar konstruiert wirkende Plot-Entwicklungen und eine sehr offensichtliche Fährte bremsen das Vergnügen ab und zu aus.

Fazit:
Ein eingängiger, kurzweiliger Thriller für unterhaltsame Lesestunden, der atmosphärisch punktet, erzählerisch aber nicht ganz an Strobels stärkste Werke heranreicht.

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Veröffentlicht am 11.08.2026

Zwischen Bauschutt, alten Wunden und zweiter Chance

The Fix-up
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Tarah DeWitt liefert mit dieser Second-Chance-Romance eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen luftiger Liebeskomödie und feinfühligem Drama bewegt. Der Einstieg verlangt einem allerdings etwas Geduld ...

Tarah DeWitt liefert mit dieser Second-Chance-Romance eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen luftiger Liebeskomödie und feinfühligem Drama bewegt. Der Einstieg verlangt einem allerdings etwas Geduld ab: Protagonistin Larynn wirkt zu Beginn spürbar frustriert und unnahbar. Wer auf eine reine RomCom hofft, könnte zunächst stolpern. Doch die anfängliche Skepsis legt sich, sobald man die alten Verletzungen versteht, die hinter ihrer kühlen Fassade stecken.

Die Dynamik zwischen ihr und Deacon trägt die Handlung weitgehend. Um das geerbte, reichlich baufällige Haus ihrer Großmütter zu retten und an Larynns Treuhandfonds zu gelangen, gehen die beiden eine pragmatische Scheinehe ein. Aus dieser chaotischen Ausgangslage zwischen Staub und Hammer entsteht ein treffsicherer, unterhaltsamer Schlagabtausch. Deacon überzeugt dabei als geduldiger, sanfter Gegenpol, der Larynn mit viel Loyalität begegnet – selbst wenn er dadurch manchmal fast etwas zu nachgiebig wirkt.

Stilistisch punktet das Buch mit lockerem Erzählton, spritzigen Dialogen und einem klugen Perspektivwechsel, der beiden Figuren echte Tiefe verleiht. Die emotionale Annäherung verläuft entschleunigt; vergrabene Narben der Vergangenheit werden Stück für Stück freigelegt. Auch wenn sich zum Ende hin manche Probleme etwas gar zu glatt auflösen, bleibt es eine warmherzige Beziehungsreise mit spürbarem Kribbeln, die trotz kleiner Längen prima unterhält.

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Veröffentlicht am 17.07.2026

Echo der Klinge: Wenn Feinde untrennbar verschmelzen

I Am the Blade
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Marie Graßhoff zeigt mit ihrem neuen Buch, dass Fantasy nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss. Im Mittelpunkt steht Seren, die von einer mächtigen Organisation zur emotionslosen Auftragskillerin ...

Marie Graßhoff zeigt mit ihrem neuen Buch, dass Fantasy nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss. Im Mittelpunkt steht Seren, die von einer mächtigen Organisation zur emotionslosen Auftragskillerin erzogen wurde. Dass sie zu Beginn der Geschichte noch sehr blauäugig wirkt, liegt nicht an ihr selbst, sondern an ihrer strengen, isolierten Erziehung. Der spannendste Kniff der Story: Sie tötet den Rebellen Vale direkt auf den ersten Seiten – doch seine Seele bleibt fest an sie gebunden.

Der Schreibstil und das Erzähltempo
Marie Graßhoff hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Manchmal nutzt sie etwas ungewöhnliche Formulierungen, an die man sich auf den ersten Seiten erst gewöhnen muss. Das Buch startet recht ruhig und nimmt sich viel Zeit, um die düstere Welt und die Regeln der Magie zu erklären. Das führt anfangs zu ein paar Längen. Doch sobald der eigentliche Kriminalfall ins Rollen kommt und die Kapitel kürzer werden, zieht das Tempo ordentlich an und es wird richtig packend.

Die Charaktere und ihre Dynamik
Die absoluten Highlights des Buches sind die Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Die Wortgefechte zwischen Seren und dem Geist von Vale sind unglaublich unterhaltsam. Er öffnet ihr die Augen für die Lügen ihrer Auftraggeber und bringt sie dazu, ihr ganzes Leben zu hinterfragen. Richtig schön zu beobachten ist auch, wie Seren in ein Ermittlungsteam gesteckt wird. Zum ersten Mal erfährt sie, was Freundschaft und Zusammenhalt bedeuten, wodurch sie immer menschlicher und nahbarer wird. Schön ist auch, dass die Liebesgeschichte der Handlung nicht die Show stiehlt, sondern sich ganz natürlich entwickelt. Trotz kleinerer Vorhersehbarkeiten macht das Buch einfach großen Spaß und lässt einen fieberhaft auf Band zwei warten.

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Veröffentlicht am 17.07.2026

Scherben, Schatten und ein zerrissenes Herz

Broken Dove
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Nach dem Auftakt entführt uns Dani Francis im zweiten Band in ein völlig verändertes, raueres Terrain. Stand zuvor der glänzende Schein der Silver Elite im Mittelpunkt, finden wir uns nun im staubigen, ...

Nach dem Auftakt entführt uns Dani Francis im zweiten Band in ein völlig verändertes, raueres Terrain. Stand zuvor der glänzende Schein der Silver Elite im Mittelpunkt, finden wir uns nun im staubigen, von Misstrauen geprägten Versteck der Rebellen wieder. Wrens Flucht zu „Uprising“ bedeutet keineswegs Rettung, sondern den Beginn einer schmerzhaften Desillusionierung. Die Zuflucht entpuppt sich als Ort voller Vorurteile, an dem sie sich mühsam behaupten muss.

Besonders faszinierend ist, wie die Autorin die moralische Komplexität dieser Welt entfaltet. Es gibt hier kein einfaches Gut gegen Böse mehr. Wren gerät in eine Zerreißprobe, bei der jede Entscheidung Opfer fordert. Die räumliche Trennung von Cross, mit dem sie nur noch über fragile telepathische Bande verbunden ist, schmerzt spürbar. Während er im Hintergrund agiert, entwickelt Wren ohne ihn eine ungeahnte Eigenständigkeit. Francis nimmt sich viel Zeit für diese innere Transformation; Wren verliert ihre Naivität und blickt den harten politischen Realitäten mutig ins Auge.

Der Schreibstil der Autorin ist dabei ein Genuss. Er fließt unaufgeregt und elegant dahin, ohne sich mit künstlicher Dramatik in den Vordergrund zu drängen. Francis versteht es meisterhaft, das Erzähltempo anzupassen. Auf dichte, actiongeladene Passagen folgen ganz bewusst leisere, fast meditative Kapitel. Diese Ruhephasen geben den Charakteren den nötigen Raum zum Atmen und Reflektieren – auch wenn manche dies als kleine Längen empfinden mögen, verleihen sie der Geschichte eine seltene emotionale Tiefe.

Das Worldbuilding gewinnt enorm an Kontur, während neue Figuren frischen Wind in die Dynamik bringen. Und das Ende? Ein emotionaler Paukenschlag, der den Leser fassungslos zurücklässt. Eine reife, tiefgründige Fortsetzung, die absolut fesselt.

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Veröffentlicht am 17.07.2026

Ein Finale auf Augenhöhe mit kleinen Startschwierigkeiten

Mornings in Boston - The Games We Play
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Mit „The Games We Play“ führt Anna Lane ihre Boston-Reihe zu einem runden Ende. Im Mittelpunkt stehen Harper und der ehemalige Football-Profi Everett, deren gemeinsame Vergangenheit von einem tiefen Bruch ...

Mit „The Games We Play“ führt Anna Lane ihre Boston-Reihe zu einem runden Ende. Im Mittelpunkt stehen Harper und der ehemalige Football-Profi Everett, deren gemeinsame Vergangenheit von einem tiefen Bruch überschattet wird. Als sie für ein TV-Format beruflich kooperieren müssen, prallen alte Wunden und ungeklärte Fragen aufeinander.

Die Geschichte besticht vor allem durch ihre authentischen Zwischentöne. Lane verzichtet dankenswerterweise auf toxische Dynamiken. Everett wird trotz seines Rufs nicht als typischer Draufgänger dargestellt, sondern begegnet Harper mit tiefem Respekt und lässt ihr den Vortritt, statt sie zu bevormunden. Auch das schwierige Familienkonstrukt rund um Harpers Bruder und die Sportwelt wirkt greifbar und schmerzhaft echt. Schade ist nur, dass der Einstieg unnötig gedehnt wirkt. Das Zögern vor der Zusammenarbeit nimmt viel Tempo weg, und die plötzliche Versöhnung bezüglich des alten Verrats wird etwas zu schnell abgehakt. Hier verschenkt die Handlung Potenzial, das im späteren Verlauf durch liebevolle Details – wie die rührende Interaktion mit älteren Nebencharakteren – wieder wettgemacht wird.

Lanes Schreibstil trägt die emotionale Tiefe der Erzählung mühelos. Ihre Sprache ist modern, flüssig und angenehm unaufgeregt. Sie schafft es, die Balance zwischen humorvollem Schlagabtausch und verletzlichen Momenten zu halten, ohne in kitschige Klischees abzudriften. Besonders stark zeigt sich ihr Stil in den leisen Passagen: Sie zeichnet ihre Charaktere mit feiner Klinge und transportiert echte Gefühle, anstatt auf das ganz große, laute Drama zu setzen. Wer tiefgründige Liebesgeschichten mit spürbarer Entwicklung schätzt, wird dieses Buch trotz kleinerer Längen sehr genießen.

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