Im Dschungel der eigenen vier Wände: Ein solider Nervenkitzel mit kleinen Schwächen
Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?Als langjähriger Fan von Arno Strobel war meine Erwartungshaltung hoch, als ich mich auf das Szenario in der düsteren Spessart-Siedlung „Auf Mons“ eingelassen habe. Der Grundgedanke trifft sofort einen ...
Als langjähriger Fan von Arno Strobel war meine Erwartungshaltung hoch, als ich mich auf das Szenario in der düsteren Spessart-Siedlung „Auf Mons“ eingelassen habe. Der Grundgedanke trifft sofort einen empfindlichen Nerv: Das hart erarbeitete Eigenheim verwandelt sich schleichend von einer Oase der Geborgenheit in ein nächtliches Schreckenskabinett.
Strobel nutzt seinen gewohnt dynamischen Erzählstil mit kurzen Abschnitten und geschickten Perspektivwechseln, was für eine angenehme Grundspannung sorgt. Die Einblicke in die Gedankenwelt des Täters setzen zudem gelungene Akzente. Besonders positiv fällt auf, dass der Fokus stark auf den Betroffenen liegt und klassische Ermittlungsarbeit eher in den Hintergrund rückt. Das beklemmende Gefühl der Machtlosigkeit überträgt sich streckenweise sehr gut auf den Leser.
Allerdings erreicht die Handlung nicht die gewohnte Spitzenklasse des Autors. Während der Auftakt atmosphärisch dicht gerät, flacht der Spannungsbogen im Mittelteil etwas ab. Die Figuren – allen voran das Protagonistenpaar – bleiben in ihren Motiven und Hintergründen leider stellenweise recht blass. Auch ein paar konstruiert wirkende Plot-Entwicklungen und eine sehr offensichtliche Fährte bremsen das Vergnügen ab und zu aus.
Fazit:
Ein eingängiger, kurzweiliger Thriller für unterhaltsame Lesestunden, der atmosphärisch punktet, erzählerisch aber nicht ganz an Strobels stärkste Werke heranreicht.