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Veröffentlicht am 04.04.2024

Diskriminierung der Samen an den Nomadenschulen

Die Zeit im Sommerlicht
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Vor einiger Zeit habe ich eine Reportage über das Volk der Samen gesehen, und so hat mich die Beschreibung des Romans "Die Zeit im Sommerlicht" sofort interessiert. Sehr gefühlvoll erzählt Ann-Helen Laestadius, ...

Vor einiger Zeit habe ich eine Reportage über das Volk der Samen gesehen, und so hat mich die Beschreibung des Romans "Die Zeit im Sommerlicht" sofort interessiert. Sehr gefühlvoll erzählt Ann-Helen Laestadius, selbst Samin,  anhand der Protagonistinnen Else-Maj, Marge, Jon-Ante, Nilsa und Ann-Risten von den Nomadenschulen und den lebenslangen psychischen und auch körperlichen Folgen, an denen die ehemaligen Schüler und Schülerinnen dieser Einrichtungen litten. Bis in die 1960er Jahre hinein mussten Kinder samischer Rentierzüchter gesonderte Nomadenschulen besuchen, auf denen sie nur nach vereinfachtem Lehrplan unterrichtet wurden und wo Ihnen die samische Sprache und Kultur verboten war. Die Personen des Romans sind fiktiv, doch die Autorin schreibt in ihrem Nachwort, dass ihre Mutter noch eine solche Schule besuchen musste und die erzählte Geschichten auf realen Begebenheiten beruhen. Demnach waren die Kinder auf den Internaten der Nomadenschulen systematischer  Diskriminierung, Rassismus, Willkür und körperlicher Gewalt ausgesetzt. 

Der Roman springt immer wieder zwischen zwei Zeitebenen hin und her: In den frühen 50er Jahren begleitet er die noch jungen  Protagonist
innen auf die Nomadenschule, und 1985/1986 zeigt er das Leben der inzwischen ca. 40jährigen Erwachsenen und ihrer Familien. Die Erfahrungen der Schulzeit haben bei allen tiefe Spuren hinterlassen, wirken bis in die nächste Generation hinein, und jeder versucht auf seine eigene Weise damit umzugehen. In jedem der 54 Kapitel steht eine/einer der fünf Protagonistinnen im Mittelpunkt, und wir erleben die Geschehnisse aus seiner bzw. ihrer Sicht. Besonders ans Herz gewachsen sind mir hier Marge und Jon-Ante. Mit viel Liebe beschreibt die Autorin den Familienzusammenhalt der Samen und die tiefe Zuneigung zwischen Eltern, Großeltern und Geschwistern, die ohne große Worte auskommt. Ebenso deutlich wird, welch hohen Stellenwert die Rentiere nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional und kulturell für die Samen haben. Die Bedrohung des Lebensraums der Rentiere durch Bergbau, Forstwirtschaft, Tourismus und Umweltverschmutzung ist daher für die Samen von existenzieller Bedeutung und klingt auch im Roman immer wieder an. So führt Jon-Antes Tätigkeit als Bergmann zu  innerfamiliären Diskussionen, und auch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wird thematisiert. 

Der Schreibstil des Romans hat mir sehr gut gefallen. Er ist voller Wärme und Zuneigung für die Figuren und das Volk der Samen, und dabei gleichzeitig klar und direkt. Deutlich spürbar ist die Kritik an den Verantwortlichen der Nomadenschulen und der schwedischen Kirche, die Trägerin der Schulen war. Das Schicksal der Kinder hat mich sehr bewegt, und die Misshandlungen der Kinder erinnern an ähnliche Berichte aus Kinderheimen und Internaten auch in Deutschland. Es macht mich immer wieder sprachlos, mit welcher Gefühlskälte sogenanntes pädagogisches Personal den  Kindern begegnet ist. 

Ein sehr lesenswertes Buch, das die Minderheit der Samen und ihre systematische Unterdrückung in den skandinavischen Ländern bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts in den Mittelpunkt rückt.

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Gelungener neuer Band einer tollen Kinder-Sachbuchreihe

Italien
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Mein Sohn und ich sind große Fans der Länderreihe von ars Edition und kennen bereits die Bücher zu Island und Japan. Der neue Band zu Italien wurde also mit Spannung erwartet, zumal in der Schule gerade ...

Mein Sohn und ich sind große Fans der Länderreihe von ars Edition und kennen bereits die Bücher zu Island und Japan. Der neue Band zu Italien wurde also mit Spannung erwartet, zumal in der Schule gerade die Länder Europas durchgenommen wurden.
Auf 80 Seiten nimmt uns das Buch mit auf eine spannende Reise durch Italien, wobei sich jeweils eine Doppelseite einem bestimmten Landesaspekt widmet. Das Buch ist durchgehend ganzseitig farbig illustriert und bereits das Durchblättern macht viel Freude. Die Themen sind vielseitig gewählt und reichen von den Gebirgen, Seen und Vulkanen über Design, Sprache, Oper, Speisen und diversen Städten bis hin zur Schule und typisch italienischen Traditionen. Hierbei gibt sich die Autorin Annette Maas sehr viel Mühe, auch Überraschendes und weniger Bekanntes zu thematisieren wie etwa die Tuffsteinhöhlen von Matera, die Beziehung Friedrichs II. zu Italien und sein Castel del Monte oder das Dorf Tellaro, das der Sage nach von einem Tintenfisch gerettet wurde. Auch Anekdoten aus Goethes Italienreise werden mehrmals eingeflochten. Bemerkenswert ist auch, dass sich zwei Kapitel großen und zum Teil wenig bekannten Frauen widmen. Hierfür fehlen im Gegenzug bekannte italienische Attraktionen wie etwa das Colosseum oder der Archäologiepark von Pompeji, die man vielleicht erwartet hätte.
Das Buch bietet einen ausgewogenen und sehr vielseitigen Mix an interessantem und teilweise erstaunlichem Wissen zu Italien und eignet sich perfekt für Kinder ab ca. 10 Jahren. Auch als Erwachsene hatte ich wieder viel Freude daran, dieses Sachbuch zusammen mit meinem Sohn zu entdecken. Wir hoffen sehr, dass diese Reihe noch weiter fortgesetzt wird. Sie ist eine echte Bereicherung für jedes Bücherregal ab der 4./5. Klasse und auch eine tolle Geschenkidee!

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Veröffentlicht am 31.03.2024

fundiert vermittelte, hilfreiche Übungen

Physio @Home
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Da ich seit einigen Wochen Bandscheibenprobleme im unteren Rücken habe, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und habe es mir als ebook zugelegt.
Im einleitenden Abschnitt erklärt Vanessa Lämmle, ...

Da ich seit einigen Wochen Bandscheibenprobleme im unteren Rücken habe, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und habe es mir als ebook zugelegt.
Im einleitenden Abschnitt erklärt Vanessa Lämmle, warum regelmäßige Bewegung für den Körper essentiell und die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen Beschwerden ist. Zudem gibt sie hier Tipps, wie es gelingen kann, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, denn: „Jede Bewegung zählt!“
Anschließend folgt der konkrete Übungsteil, der aus den Kapiteln „Fokus Rücken“, „Fokus Arme“ und „Fokus Beine“ besteht, wobei die einzelnen Übungen in die Schwerpunkte „Sofort-Hilfe“, „mehr Beweglichkeit“ und „mehr Kraft“ unterteilt sind. Jedes Kapitel enthält zudem interessantes medizinisches Hintergrundwissen zum Bewegungsapparat, das durch aussagekräftige Illustrationen ergänzt wird. Für die Übungen sind lediglich Hilfsmittel notwendig, die jeder zuhause hat, also etwa eine Matte, ein Stuhl oder eine Wand. Die einzelnen Schritte sind gut verständlich beschrieben und farbig bebildert. Da meine letzten gymnastischen Versuche schon 10 Jahre her sind, benötigte ich zunächst einige Anläufe, um die Übungen korrekt umzusetzen und dabei auch noch an die richtige Atemtechnik zu denken, aber dann hatte ich den Dreh raus, und sogar Spaß am Training, zumal ich spüre, dass sich meine Beschwerden nach inzwischen 10 Tagen deutlich bessern.
Den Abschluss bildet ein 30-Tage-Trainingsplan für die gesamte Körpermuskulatur, den ich mir bisher noch nicht angesehen habe, da ich mich zunächst auf meine Rückenproblematik fokussiert habe.
Besonders gut gefällt mir der sachliche, fokussierte und nüchterne Schreibstil. Der Schwerpunkt liegt klar auf den physiotherapeutischen Übungen, die Autorin Vanessa Lämmle tritt als Person völlig in den Hintergrund und besticht stattdessen durch ihr fundiertes Wissen und ihre Fachkompetenz. Im Gegensatz zu manch anderen Gesundheitsbüchern am Markt, die auf Personenkult setzen, eine wohltuende Ausnahme.
Ich bin sehr motiviert, meine Übungen fortzusetzen und auf die anderen Körperbereiche auszuweiten. Da ich nur sehr ungern Kurse besuche und lieber zu Hause für mich üben möchte, eignet sich dieses Buch perfekt für mich und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Interessante Reise in die Weiten des Himmels

Hinauf ins Himmelblau
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Mit „Hinauf ins Himmelblau“ folgt nach „Hinab ins Tiefe Blau“ das zweite Buch von Gianumberto Accinelli. Diesmal nimmt er die Leserinnen und Leser ab 8 Jahren mit auf eine spannende Reise in die Weiten ...

Mit „Hinauf ins Himmelblau“ folgt nach „Hinab ins Tiefe Blau“ das zweite Buch von Gianumberto Accinelli. Diesmal nimmt er die Leserinnen und Leser ab 8 Jahren mit auf eine spannende Reise in die Weiten des Himmels. Wieder wird das Buch nicht von links nach rechts, sondern von unten nach oben gelesen, und beginnend in den bodennahen Schichten bewegt man sich Seite um Seite bis in die äußersten Grenzen Erdatmosphäre.
Das gesamte Buch wurde von Giulia Zaffaroni reichhaltig und farbenfroh illustriert, wobei der Blauton des Hintergrunds mit fortschreitender Höhe immer dunkler wird und von Hellblau bis zu tiefstem Nachtblau wandert. Am linken Rand ist auf jeder Seite eine fortlaufende Höhenskala angebracht. Es ist interessant zu erfahren, welche Lebewesen bis in welche Höhen aktiv sind – wer hätte gedacht, dass sich Marienkäfer noch in 2 km Höhe aufhalten, und dass man Spinnen noch in knapp 18 km Höhe begegnen kann? Das Buch ist untergliedert in die fünf Erdschichten Troposphäre (mit bodennahen Schichten, Planetarer Grenzschicht und Freier Atmosphäre), Stratosphäre, Mesosphäre, Thermosphäre und Exosphäre, die den Übergang zum interplanetaren Raum bildet. Die Besonderheiten jeder Schicht werden altersgerecht erläutert. An verschiedenen Stellen der Höhenskala sind bestimmte Tiere, Ereignisse, Phänomene oder Raumfahrtmissionen abgebildet und werden in einem kurzen Text näher erklärt, und auch Abschnitte zum Ozonloch oder der globalen Erwärmung sind vorhanden. Allerdings sind nicht alle Bilder mit einem Text versehen, und ich hätte ich mir noch mehr Informationen gewünscht. Auf einigen Seiten befinden sich lediglich Illustrationen von Tieren (Bekassinen, Weißkopf-Seeadler, Kranich, Andenkondor, etc.) oder Raumfahrtmissionen ohne weitere Erklärungen, etwa zu Sputnik 1 oder zu Leika (Sputnik 2). Dass v.a. letztere nicht beschrieben werden – immerhin handelt es sich um den ersten künstlichen Erdsatelliten bzw. das erste vom Menschen ins All beförderte Lebewesen – ist sehr schade. Platz wäre genügend vorhanden.
Fazit: Auch wenn ich mir noch die ein oder andere Zusatzinformation gewünscht hätte, insgesamt ein sehr schönes und lehrreiches Buch für Kinder ab ca. 8 Jahren, das sich auch sehr gut als Geschenk eignet.

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Veröffentlicht am 27.03.2024

ganz nett, aber nicht sehr komplex

Ein Schuljahr voller Zauberei – Schulfest statt Mathetest (Ein Schuljahr voller Zauberei 2)
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„Schulfest statt Mathetest“ ist der zweite Teil der vierbändigen Reihe „Ein Schuljahr voller Zauberei“. Während im ersten Band Elena und Felix im Mittelpunkt stehen, wechselt der Fokus hier zu Meryem und ...

„Schulfest statt Mathetest“ ist der zweite Teil der vierbändigen Reihe „Ein Schuljahr voller Zauberei“. Während im ersten Band Elena und Felix im Mittelpunkt stehen, wechselt der Fokus hier zu Meryem und Felix, und Elena tritt nur noch als Randfigur auf. Meinen Sohn hat das zunächst erstaunt, doch es bietet die Möglichkeit, nun andere Kinder der Klasse besser kennenzulernen.
Lehrer Blitzke hat die Klasse in Verdacht, hinter den unerklärlichen magischen Vorkommnissen im Klassenzimmer zu stecken, und möchte die Kinder durch Projektarbeit von weiteren Streichen abhalten. Da das Schulfest ansteht, sollen die Schüler und Schülerinnen in Gruppen einem kleinen Bühnenbeitrag ausarbeiten. Der beste Beitrag wird mit einer Medaille belohnt.
Der erste Band war sehr lustig zu lesen, und wir hatten auf eine ebensolche Fortsetzung gehofft. Leider zündet der Humor im zweiten Band nicht so richtig, Blitzkes „Versprecher“ mit der jeweils folgenden doppelten Korrektur sind allzu vorhersehbar und nutzen sich ab, ebenso die sprachlichen Eigenheiten des Lehrers Frohgemut („ungewöhnlich, ausgesprochen ungewöhnlich“, „hervorragend, regelrecht hervorragend“, etc, und er kann sich Blitzkes Namen nicht merken). Anhand der liebevoll angelegten Figur von Simon zeigt die Autorin, dass auch Kinder, die sehr zurückhaltend sind und Lernschwierigkeiten haben, oftmals verborgene Talente besitzen und ein ebenso wertvoller Bestandteil der Klassengemeinschaft sind wie alle anderen Kinder auch. Dies ist sehr schön dargestellt. Leider sind die Charaktere insgesamt recht stereotyp und eher oberflächlich, hier hätte ich mir etwas tiefer ausgearbeitete Figuren gewünscht. Bei der Handlung vermissen mein Sohn und ich originelle magische Einfälle und Spannung, sie plätschert eher etwas brav vor sich hin. Insgesamt sehe ich das Buch eher als Vorlesebuch für 5-8jährige Kinder, für ältere Selbstleser ist mir die Geschichte nicht komplex genug.

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