leider sehr platt
MirabellentageIch habe „Mühlensommer“ von Martina Bogdahn sehr gemocht und war deshalb gespannt auf „Mirabellentage“. Der Roman spielt im Jahr 2010, und im Mittelpunkt steht Anna, Anfang 50 und langjährige Haushälterin ...
Ich habe „Mühlensommer“ von Martina Bogdahn sehr gemocht und war deshalb gespannt auf „Mirabellentage“. Der Roman spielt im Jahr 2010, und im Mittelpunkt steht Anna, Anfang 50 und langjährige Haushälterin des Dorfpfarrers Josef in Bayern. Als dieser plötzlich stirbt, ändert sich auch Annas Leben: Sie muss nicht nur den neuen jungen Pfarrer Fridtjof aus Friesland bei seinem Einstand unterstützen, sondern auch noch einen speziellen Wunsch Josefs erfüllen. Auch für Anna bedeuten die Veränderungen einen Neuanfang, und sie muss sich der Frage stellen, wie es für sie selbst weitergehen wird.
Das Setting ist recht beschaulich, und so entwickelt sich auch die Geschichte. Leider sprang der Funke bei mir nicht über, und Annas betuliche Art wirkte auf mich wie aus längst vergangener Zeit. Der Humor ist arg plump und übertrieben und hat nichts von dem sommerlich-leichten Charme aus „Mühlensommer“. „Mirabellentage“ setzt auf viel Nostalgie, beschwört die Erinnerung an alte Marken wie Schiesser, den Quelle-Katalog oder den „Strich-Achter“, der als Bezeichnung für eine bestimmte Mercedes-Baureihe nur Oldtimer-Fans und der älteren Generation ein Begriff sein dürfte. Die Handlung plätschert so vor sich hin, und als es verspricht interessant zu werden, endet das Buch recht abrupt. Ich konnte keine Beziehung zu den Figuren aufbauen und blieb zum Schluss enttäuscht zurück. Vielleicht können Leser:innen, die selbst in den 1950er Jahren geboren sind, dem Roman mehr abgewinnen.