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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine herzerwärmende Geschichte

Eine Maus namens Merlin
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Helen Cartwright ist 83 Jahre alt und nach über 60 Jahren in Australien wieder in ihren Heimatort in England zurückgekehrt. Mann und Sohn sind bereits verstorben, und auch Helen erwartet vom Leben nicht ...

Helen Cartwright ist 83 Jahre alt und nach über 60 Jahren in Australien wieder in ihren Heimatort in England zurückgekehrt. Mann und Sohn sind bereits verstorben, und auch Helen erwartet vom Leben nicht mehr viel außer einem baldigen Tod. Als sie eines Tages durch Zufall eine kleine Maus in ihr Haus aufnimmt, verändert diese ihr Leben auf ungeahnte Weise.

Der ruhige, präzise Schreibstil, der auch kleine Alltagsroutinen detailliert schildert, passt hervorragend zu Helens Leben, das zunächst strukturiert wird durch die Zubereitung von Tee und Fertiggerichten sowie das Radio- und Fernsehprogramm. Ich hatte Helen hierdurch genau vor Augen. Auch ihre mitunter etwas raue und direkte Art fand ich sehr stimmig. Je mehr sie sich mit der Maus und deren Bedürfnissen auseinandersetzt, desto stärker wendet sie dem Leben zu und tritt in Kontakt mit ihren Mitmenschen. Diese Veränderungen sind sehr glaubhaft, feinfühlig und berührend beschrieben. Besonders gut gefiel mir, dass Helens Figur dazu ermutigt, ältere Menschen näher kennenzulernen und ihre oft erstaunliche Lebensgeschichte zu würdigen.

Mir wird diese leise, nachdenkliche und fein beobachtete Geschichte sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz lebt für ihre Arbeit. Sie ist Mitte Dreißig und kurz vor dem Sprung in die Vorstandsetage des Aviola-Konzerns. Einziger Haken: Ihre Sozialkompetenz ist, vorsichtig gesagt, ausbaufähig, ...

Marlene Buchholz lebt für ihre Arbeit. Sie ist Mitte Dreißig und kurz vor dem Sprung in die Vorstandsetage des Aviola-Konzerns. Einziger Haken: Ihre Sozialkompetenz ist, vorsichtig gesagt, ausbaufähig, und ein zweiwöchiges Achtsamkeitstraining beim berühmten Coach Alex Grow soll Abhilfe schaffen. Alex´ Coaching-Akademie steckt in den roten Zahlen, und der Fortbestand der Akademie hängt davon ab, ob er bei Marlene Erfolg hat. Denn nur dann will Aviola die kompletten Mitarbeiter-Coachings in seine Hände legen. Und dummerweise ist Marlene widerspenstiger als gedacht.

Ich mag die Bücher von Maxim Leo sehr und war daher voller Vorfreude auf „Einatmen. Ausatmen.“ Wie gewohnt ist der Schreibstil flüssig zu lesen, unterhaltsam und pointiert. Allerdings können mich Charaktere und Handlung diesmal nicht überzeugen. Die Figuren wirken klischeehaft und überzogen, und mit fortschreitender Seitenzahl wird die Geschichte immer unglaubwürdiger und abstruser. Ich hatte beim Lesen leider nicht das Gefühl, es mit echten Menschen, sondern eher mit Abziehbildern zu tun zu haben. Schade, aber diesmal hat mich Maxim Leo nicht erreicht.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück

Gelbe Monster
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Charlie, Doktorandin der Mathematik und Ende 20, hat Blutergüsse im Gesicht und einen gebrochenen Arm. Sie sieht aus, als wäre sie geschlagen worden – wieder ein Fall von partnerschaftlicher Gewalt gegen ...

Charlie, Doktorandin der Mathematik und Ende 20, hat Blutergüsse im Gesicht und einen gebrochenen Arm. Sie sieht aus, als wäre sie geschlagen worden – wieder ein Fall von partnerschaftlicher Gewalt gegen Frauen, einer von knapp 140.000 jedes Jahr? Doch Charlie ist diejenige, die zum Antiaggressionstraining muss, nicht ihr Freund Valentin. Was ist passiert und warum?

„Gelbe Monster“ widmet sich einem Thema, das gesellschaftlich wenig Beachtung findet: Der partnerschaftlichen Gewalt gegen Männer. Auch wenn über 80% der Opfer von Gewalt in Beziehungen weiblich sind und auch die Schwere der Verletzungen bei ihnen deutlich höher ist (BKA, Statistik 2024), muss auch über Gewalt gegen Männer gesprochen werden.

Clara Leinemann erzählt aus der Sicht von Charlie und springt hierbei zwischen zwei Zeitebenen: Die erste spielt in der Gegenwart und ist im Präsens verfasst. Charlie ist vorübergehend bei ihrer Freundin Ella untergekommen, geht zur Therapie und versucht, ihr Leben nach der Trennung von Valentin wieder in den Griff zu bekommen. Die zweite schildert im Präteritum die Ereignisse in der Vergangenheit, beginnend mit dem Kennenlernen der beiden. Obwohl die Zeitsprünge nicht durch Kapitel voneinander abgetrennt sind, hatte ich keine Schwierigkeiten, diese entsprechend zuordnen zu können. Generell mag ich diese Art des Erzählens sehr.

Der Klappentext verspricht eine „Antiheldin, [die] so liebenswert ist, dass man sich auf der letzten Seite nicht von ihr trennen möchte.“. Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Charlie war mir von Beginn an unsympathisch: Sie ist unsicher, verplant, oberflächlich und macht sich ständig Gedanken um ihre Außenwirkung. Sie ist nicht in der Lage, eine reife Beziehung einzugehen, ihre Bedürfnisse angemessen zu kommunizieren und ihren Partner so wahrzunehmen, wie er ist. Stattdessen lebt sie in einer Art Traumwelt mit einer idealisierten, stark von Äußerlichkeiten geprägten Vorstellung einer Beziehung. Auch Valentin, den man als Leser:in nur aus Charlies subjektiver Sicht erlebt, wirkt unreif und bleibt blass. Auch ihre berufliche Situation finde ich als Mathematikerin wenig realistisch – wer seine Doktorarbeit monatelang so stark vernachlässigt und eine PostDoc -Stelle in Madrid ausschlägt, dürfte sich keine Hoffnung machen, dieselbe Stelle zwei Jahre später nochmals angeboten zu bekommen – dazu sind die wissenschaftlichen Stellen in diskreter Mathematik viel zu umkämpft.

Durch die Erzählweise bleibt sehr lange im Dunkeln, was nun genau vorgefallen ist und zu Charlies Verletzung geführt hat. Auch die Gründe für Charlies Unsicherheit und ihre mangelnde Selbstliebe werde nur angedeutet. Insgesamt werden viele wesentliche Aspekte kaum oder nur kurz angesprochen, so dass man am Ende mit vielen Fragen zurückbleibt. Hier hätten dem sehr kurzen Roman weitere 50 Seiten sehr gutgetan, um mehr Tiefe zu erreichen. So bleibt alles sehr oberflächlich und eine fundierte Auseinandersetzung mit der Thematik findet nicht statt.

Problematisch finde ich, dass sowohl bei Valentin als auch bei den Fällen, die im Antiaggressionstraining geschildert werden, suggeriert wird, dass der Mann eine gewisse Mitschuld an der Gewalt trägt. Wenn der Freund der Frau auch vor Dritten zwischen die Beine oder an den Hintern fasst, wer kann da eine Ohrfeige verdenken? Natürlich ist zu beachten, dass wir als Leser:in nur die unzuverlässige Sichtweise der Täterinnen kennenlernen, dennoch bleibt ein unangenehmer Nachhall.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Die geniale Reihe geht weiter!

Rory Shy, der schüchterne Detektiv – Der geheimnisvolle Fall der Braut (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 8)
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Seit mein Sohn (11) und ich vor einigen Monaten eher zufällig die Rory-Shy-Reihe von Oliver Schlick entdeckt haben, sind wir total begeistert und haben die ersten sieben Bände geradezu inhaliert. Klar, ...

Seit mein Sohn (11) und ich vor einigen Monaten eher zufällig die Rory-Shy-Reihe von Oliver Schlick entdeckt haben, sind wir total begeistert und haben die ersten sieben Bände geradezu inhaliert. Klar, dass wir Band 8, „Der geheimnisvolle Fall der Braut“, schon ungeduldig erwartet haben!

Hier haben Rory, der schüchterne Detektiv, seine 13-jährige Assistentin Mathilda und der ängstliche Cockerspaniel Dr. Herkenrath einen besonders kniffligen Fall zu lösen: Im noblen Nostalgie-Hotel stürzt die Braut beim Sektempfang am Vorabend der Hochzeit aus dem dritten Stock in den wassergefüllten Burggraben. Dank des Wassers wird sie nicht schwer verletzt, kann sich aber an den Vorfall nicht mehr erinnern. Der Bräutigam glaubt nicht an einen Unfall und beauftragt Rory, die Umstände des Sturzes zu untersuchen. Schnell wird klar, dass einige Gäste mehr zu verbergen haben, als es zunächst den Anschein hat…

Der achte Band ist nach unserem Empfinden der bisher spannendste und verzwickteste. Zusammen mit Mathilda, die im Laufe der Reihe älter wird, wächst auch die Leserschaft mit und die Verbrechen werden schwerwiegender. Der Fall ist reich an überraschenden Wendungen und lässt die Leser:innen (auch die erwachsenen!) bis zum Schluss gebannt miträtseln. Die Altersangabe ab 10 Jahren finden wir sehr passend.

Der schüchterne Rory und die schlagfertige Mathilda mit dem trockenen Humor bilden ein wirklich herrliches Gespann! Die beiden eignen sich hervorragend zum Vorlesen mit verteilten Rollen, und für meinen Sohn und mich gehören Rorys Fälle zu unseren absoluten Favoriten im Kinderbuchbereich. Ganz besonders freuen wir uns immer auf die liebevoll ausgearbeiteten, teils skurrilen Nebenfiguren wie Komissar Valko, die Haushälter Frau Zeigler, ihr tollpatschiger Gatte Raimund und viele andere, die in den Bänden immer wiederkehren und im Laufe der Zeit zu „guten alten Bekannten“ werden, bei denen man sich sehr über ein Wiedersehen freut. Auch wenn diese in Band 8 zugunsten einer besonders dichten Handlung etwas in den Hintergrund treten, tragen sie generell viel zum Charme der Reihe bei.

Bemerkenswert ist, wie plastisch und pointiert Oliver Schlick seine Figuren ausarbeitet und zum Leben erweckt. Man spürt beim Lesen regelrecht seine Liebe zu den einzelnen Charakteren und ihren Eigenheiten.

Band 8 hat unsere Erwartungen wieder voll erfüllt, und wir können diesen nur rundum weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 07.03.2026

unterhaltsam, aber wenig Tiefe

Alt genug
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„Alt genug“ ist kein Roman, sondern ein Memoir, in dem Ildikó von Kürthy sich selbst reflektiert und über die Herausforderungen und Chancen des Alters schreibt. Sie ermutigt die Leserinnen, in der Zeit ...

„Alt genug“ ist kein Roman, sondern ein Memoir, in dem Ildikó von Kürthy sich selbst reflektiert und über die Herausforderungen und Chancen des Alters schreibt. Sie ermutigt die Leserinnen, in der Zeit jenseits der fünfzig die Freiheiten zu erkennen, die das Alter bietet. Man hat nicht mehr das Bedürfnis, es jedem recht zu machen und allen zu gefallen, sieht die Dinge gelassener und verfügt (im Idealfall) über Weisheit, Würde und Reife.

Ich habe das Hörbuch gehört, das von der Autorin selbst eingelesen wurde, und mochte ihre Erzählweise und die angenehme Stimme sehr. Stellenweise hatte ich das Gefühl, sie sitzt neben mir und erzählt aus ihrem Leben, authentisch, lebendig und ehrlich.

Womit ich weniger anfangen konnte, waren die sogenannten Mutproben, denen sie sich extra stellte, um darüber zu schreiben. Abgesehen davon, dass mir diese Intention nicht gefällt, fand ich diese teils eher halbherzig, etwa die zurückgezogene Bewerbung bei GNTM, nachdem sie es in die Auswahl geschafft hatte, oder der Kurzbesuch eines Skirtclubs in NY. Auch einige sehr persönliche Anekdoten hätte ich nicht gebraucht, da sie für mich nicht von Interesse waren.

Insgesamt war die Quintessenz des Hörbuchs relativ früh klar, und nach der Hälfte kamen wenig neue Erkenntnisse. Da ich einige Jahre jünger bin als die Autorin, bin ich für dieses Buch vielleicht einfach noch nicht alt genug. Zudem habe ich mir viele persönliche Freiheiten, die sie für sich im Alter gefunden hat, bereits in jungen Jahren genommen.

Mich hat das Hörbuch vor allem anfangs sehr gut unterhalten, doch fehlte es mir letztendlich an Tiefe. Hier kommen vermutlich vor allem Fans von Ildikó von Kürthy auf ihre Kosten.

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