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Veröffentlicht am 10.07.2025

Roman trifft Selbstcoaching

Nur du weißt, wer du bist
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Nach einer tiefen Enttäuschung steht Lena vor dem Nichts. Innerlich fühlt sie sich leer und ihr Selbstwertgefühl ist am Boden. Doch als ihre beste Freundin ihr von der „Agentur für Selbstwert“ erzählt, ...

Nach einer tiefen Enttäuschung steht Lena vor dem Nichts. Innerlich fühlt sie sich leer und ihr Selbstwertgefühl ist am Boden. Doch als ihre beste Freundin ihr von der „Agentur für Selbstwert“ erzählt, beginnt für sie eine unerwartete Reise: sieben Tage, die alles verändern.

In einem intensiven Programm taucht Lena nicht nur in die verborgenen Ecken ihres Herzens ab. Sie lernt, sich selbst neu zu sehen. Mit viel Wärme, kleinen Übungen und ehrlichen Momenten begleitet man sie durch Zweifel, Erkenntnisse und zarte Aufbrüche.

Was das Buch besonders macht: Es liest sich wie ein Roman, bringt aber ganz viel Tiefe mit während man Lena auf ihrem Weg zu mehr Selbstbewusstsein begleitet, denn es motiviert nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Verständnis und Menschlichkeit.

Für alle, die sich gerade selbst ein bisschen verloren haben oder Lust auf eine Geschichte haben, die Mut macht, von innen heraus wieder aufzublühen, ist "Nur du weißt, wer du bist" eventuall ein Stimmungsaufheller.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Auf den Feldern der Kindheit

Beeren pflücken
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"Beeren pflücken" von Amanda Peters ist ein stilles, berührendes Debüt, das bei mir vermutlich noch lange nachhallen wird. Auf 320 Seiten entfaltet sich eine tief emotionale Geschichte über Verlust, Identität ...

"Beeren pflücken" von Amanda Peters ist ein stilles, berührendes Debüt, das bei mir vermutlich noch lange nachhallen wird. Auf 320 Seiten entfaltet sich eine tief emotionale Geschichte über Verlust, Identität und die Spuren, die ein einziges Ereignis über Jahrzehnte hinweg in einer Familie hinterlassen kann.

Im Sommer 1962 reist eine Mi’kmaq-Familie aus Nova Scotia nach Maine, um Blaubeeren zu pflücken und so ihr Geld zu verdienen. Doch dann verschwindet die vierjährige Ruthie spurlos – gesehen zuletzt von ihrem älteren Bruder Joe. Das Verschwinden des kleinen Mädchens wird nie aufgeklärt und prägt Joes Leben nachhaltig: Er wächst auf mit einer Mischung aus Schuldgefühlen, Zorn und der nie versiegenden Hoffnung auf ein Wunder.

Gleichzeitig wächst in Boston ein Mädchen namens Norma in einem gut situierten, aber emotional zurückhaltenden Elternhaus auf. Immer wieder plagen sie Träume und ein unerklärliches Gefühl der Entfremdung.

Im Buch werden abwechselnd Normas und Joes Perpektiven geschildert. Als Leserin habe ich hier immer wieder mit den beiden Charakteren mitgefiebert, weil sehr offensichtlich ist wie sie verknüpft sind, aber das Leben will es manchmal einfach nicht leicht gestallten.

Amanda Peters erzählt in ruhiger und schöner Sprache. Die Stimmung ist gespicht mit diversene Gefühlen des Lebens und auch oft melancholisch.

Besonders beeindruckend ist die leise Kraft, mit der Peters kulturelle Identität, familiäre Wunden und den Schmerz des Verschweigens thematisiert. "Beeren pflücken" ist keine Geschichte, die man einfach so wegliest. Ich finde sie nimmt einen mit und bleibt. Ein kraftvoller, eindringlicher Roman über das, was uns formt.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Zweite Chancen

Wenn du mich nicht vergisst
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Amber steht plötzlich vor den Scherben ihrer langjährigen Beziehung – nach acht Jahren trennt sich ihr Freund, weil er sich ein Leben mit ihrer gelähmten und pflegebedürftigen Mutter nicht mehr vorstellen ...

Amber steht plötzlich vor den Scherben ihrer langjährigen Beziehung – nach acht Jahren trennt sich ihr Freund, weil er sich ein Leben mit ihrer gelähmten und pflegebedürftigen Mutter nicht mehr vorstellen kann. Halt findet sie in dieser schweren Zeit bei Caleb, ihrem Kindheitsfreund, der ihr stets zur Seite steht. Doch das Schicksal führt sie auseinander, als Caleb für einen neuen Job weit wegzieht. Erst Jahre später kreuzen sich ihre Wege erneut – und es wird spürbar, dass da schon immer mehr zwischen ihnen war, als nur Freundschaft.

Ich fand die Geschichte rund um Amber und Caleb sehr süß. Es war für mich ein Buch, dass man gut mal zwischendrinnen kann und sich voll und ganz in die Geschichte hineinziehen lassen kann.
Kassemyars Schreibstil ist sehr flüssig, es gibt keine unllogischen Sprünge oder ähnliches.

Am Anfang hätte ich mir noch ein paar weitere Einblicke in die Gefühlswelt der Charaktere gewünscht, das wurde dann aber zum Ende hin auf jeden Fall nochmal untensiviert.

Im Großen und ganzen ist "Wenn du mich nicht vergisst" ein super Buch für ein Wochende am Badesee. Es mal kurz aus der Hand zu legen, macht nichts, denn man findet sich sofort wieder zurecht und kann diese Liebesgeschichte sofort weiter genießen!

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Wer sind wir, wenn es darauf ankommt?

Die schöne Frau Seidenman
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„Die schöne Frau Seidenman“ von Andrzej Szczypiorski – erstmals erschienen 1986 – ist ein moderner Klassiker, der mit leisen Tönen von großer Menschlichkeit erzählt.

Im Mittelpunkt steht Irma Seidenman, ...



„Die schöne Frau Seidenman“ von Andrzej Szczypiorski – erstmals erschienen 1986 – ist ein moderner Klassiker, der mit leisen Tönen von großer Menschlichkeit erzählt.

Im Mittelpunkt steht Irma Seidenman, eine jüdische Witwe, die dank ihrer blonden Haare und blauen Augen durch das besetzte Warschau der 1940er Jahre geht – bis sie verraten wird. Doch es sind nicht nur ihre Geschichte und ihr Schicksal, die berühren, sondern das ganze Netz von Figuren um sie herum: Der korrupte Polizist, der Geistliche, der Widerstandskämpfer, die Mitläufer und Retter – sie alle fügen sich zu einem bewegenden Panorama einer zerrissenen Gesellschaft.

Szczypiorski schreibt eindringlich und dennoch zurückhaltend. Seine Charaktere sind nie bloß schwarz oder weiß – sie sind widersprüchlich, glaubwürdig und tief menschlich. Der Roman erzählt vom Überleben, von Mut, Angst, Hoffnung und dem kleinen Aufbegehren im Alltag der Besatzung.

Die schöne Frau Seidenman ist ein literarisches Meisterwerk – sensibel, klug und mit Nachhall. Für alle, die Bücher mit Haltung und Herz suchen.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Auftakt nach Maß

Signalrot
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Langeweile? Fehlanzeige! Elias Haller liefert mit „Signalrot“ einen Thriller, der von der ersten Seite an Tempo macht. Kein unnötiges Geplänkel – die Story ist durchgehend spannend, intensiv und clever ...

Langeweile? Fehlanzeige! Elias Haller liefert mit „Signalrot“ einen Thriller, der von der ersten Seite an Tempo macht. Kein unnötiges Geplänkel – die Story ist durchgehend spannend, intensiv und clever konstruiert.

Tara Kronberg war mir sofort sympathisch: stark, verletzlich, klug – ein Charakter, mit dem ich mich direkt verbunden gefühlt habe. Ihre Rückkehr zur Arbeit nach einer persönlichen Krise, die Dynamik im neuen Ermittlerteam, und die spürbare Rivalität zwischen den Abteilungen bei der Polizei – all das wirkte absolut nachvollziehbar und authentisch.

Besonders gut: Hallers Schreibstil. Wie gewohnt flüssig, direkt, aber mit Tiefe – man fliegt förmlich durch die Seiten. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2!

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