Profilbild von SleepingButterfly

SleepingButterfly

Lesejury Star
offline

SleepingButterfly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SleepingButterfly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2024

Die Welt der Philosophinnen

Philosophinnen. Von Hannah Arendt bis Mary Wollstonecraft
0

Die Welt der Philosophinnen

"Philosophinnen. Von Hannah Arendt bis Mary Wollstonecraft" ist eine tolle Anthologie rund um die bedeutenden Philosophinnen der Geschichte. Sie stellt uns das intellektuelle ...

Die Welt der Philosophinnen

"Philosophinnen. Von Hannah Arendt bis Mary Wollstonecraft" ist eine tolle Anthologie rund um die bedeutenden Philosophinnen der Geschichte. Sie stellt uns das intellektuelle Schaffen und die Einflüsse von bedeutenden Philosophinnen aus verschiedenen Epochen vor.

Die Sammlung deckt eine breite zeitliche und thematische Palette ab und umfasst sowohl klassische als auch moderne Philosophinnen. Sie sind in ihrem jeweiligen Kapitel nach ihrem Geburtsjahr geordnet. Das finde ich eine gute Entscheidung - so hat man nicht das Gefühl, dass sie nach Bekanntheit oder ihrer Wichtigkeit geordnet wurden.

Wir begleiten die politische Theoretikerin Hannah Arendt, die Existentialistin Simone de Beauvoir bis hin zur Pionierin der Frauenrechte, Mary Wollstonecraft. Um nur drei der beschriebenen Frauen zu nennen. Das Buch bietet interessante Einblicke in das Leben und Denken dieser tollen Frauen.

Jedes Kapitel widmet sich einer der Philosophinnen und beleuchtet ihre zentralen Werke und Ideen. Gleichzeitig werden sie historisch und kulturell eingeordnet, damit die Leser:innen verstehen, wie die Herausforderungen und Barrieren zu verstehen sind, denen diese Frauen gegenüberstanden.

Die Biografien sind detailliert und gut recherchiert. Für mich als Laie in diesem Gebiet waren die Erklärungen und Beschreibungen fast immer nachvollziehbar und verständlich. Ich konnte mir die Arbeit der Frauen gut vorstellen und werde sicher die ein oder andere noch ein bisschen weiter verfolgen.
Was ich mir persönlich noch gewünscht hätte - ein Bild oder eine Zeichnung der jeweiligen Philosophin. Sicher kann man diese selbst suchen, aber direkt zu Beginn eines jeden Kapitels wäre das noch einmal eine kleine, optische Unterstützung gewesen. Das ist jedoch mein einziger Kritikpunkt.

"Philosophinnen. Von Hannah Arendt bis Mary Wollstonecraft" ist ein spannendes Buch für alle, die sich für Philosophie, Geschichte und feministische Theorie interessieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 17.06.2024

Sozialkritischer Krimi

Hotel Amerika
0

Sozialkritischer Krimi

"Hotel Amerika" von Maria Leitner entführt die Leser auf eine faszinierende Reise durch das Amerika der 1920er Jahre. Geschrieben hat sie es bereits um 1930. Doch 1933 wurde es ...

Sozialkritischer Krimi

"Hotel Amerika" von Maria Leitner entführt die Leser auf eine faszinierende Reise durch das Amerika der 1920er Jahre. Geschrieben hat sie es bereits um 1930. Doch 1933 wurde es dann von den Nationalsozialisten auf die Liste der zu verbrennenden Bücher gesetzt. 1934 musste sie ins Exil und starb bereits 1942 in Frankreich im Untergrund.

Doch Reclam hat das Buch in einer wunderschön gestalteten Neuauflage herausgebracht, sodass es nun jeder lesen kann.

Doch um was geht es eigentlich? “Hotel Amerika” ist ein Krimi und spielt eben in dem namensgebenden Hotel. Eine Hochzeit soll stattfinden, doch kommt es stattdessen zu Erpressungen und anderen Verwirrungen. Doch neben der Verfolgung des Falles lernen wir noch, wie so ein Hotel in den damaligen Zeiten lief. Denn auch der harte Alltag der Mitarbeiter*innen spielt eine Rolle. Wir haben also Spannung, etwas Romantik und eine gewisse Sozialkritik in einem Buch.

Besonders beeindruckend ist Leitners Fähigkeit, die Atmosphäre und Stimmung der Zeit einzufangen. Ihre detaillierte Beschreibung der Schauplätze, der Mode, der Musik und der gesellschaftlichen Verhältnisse der 1920er Jahre lässt das Amerika dieser Ära lebendig werden. Man spürt förmlich den Glanz und Glamour der Twenties, aber eben auch die dunklen Seiten wie Armut und Kriminalität.

Die Charaktere sind ganz wundervoll ausgearbeitet. Leitner verstand es sehr gut, ihre Figuren lebendig und authentisch wirken zu lassen. Jede Figur hat ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Erlebnisse, die sie zu einem tollen und wichtigen Teil des Romans machen.

Maria Leitner hat ein Werk geschaffen, das die Zeit und den Ort seiner Handlung lebendig werden lässt und den Leser direkt mitnimmt. Ein absolutes Muss für alle, die sich für das Amerika der 1920er Jahre interessieren.

Zudem ist das Nachwort von Katharina Prager über die Autorin sehr lesenswert. Es gibt noch einmal Informationen rund um Leitner und ihr Leben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2024

Wunderschön gestaltet

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
0

Wunderschön gestaltet

Fast jeder kennt die Geschichte von Jane Austen rund um die vier Schwestern.
Doch ist das Buch mit seiner "alten" Schreibart wohl nicht mehr so für die heutige Jugend gedacht.

Umso ...

Wunderschön gestaltet

Fast jeder kennt die Geschichte von Jane Austen rund um die vier Schwestern.
Doch ist das Buch mit seiner "alten" Schreibart wohl nicht mehr so für die heutige Jugend gedacht.

Umso schöner, es als eine Graphic Novel rauszubringen. So findet man einen leichteren Zugang zu der Geschichte.

Natürlich kann man hier nicht ganz so viel Tiefgang erwarten, aber die Geschichte an sich ist gut umgesetzt. Die Texte sind recht kurz und einfach gehalten. Alles in allem können sie aber, mit Unterstützung der Illustrationen, die Handlung gut erzählen.

Auch die Zeichnungen finde ich gut. Sie sind nicht zu aufdringlich bunt und geben doch einen guten Einblick in die damalige Zeit. So hat man auch direkt einen Eindruck, wie die Welt damals ausgesehen hat.

Es kann am Ende nicht die Komplexität des Romans einfangen, doch um einen ersten Zugang zu gewähren, finde ich es Klasse und empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2024

Ein Kunstkrimi, der zum Nachdenken anregt

Der falsche Vermeer
0

Ein Kunstkrimi, der zum Nachdenken anregt

Patrick van Odijk hat mit "Der falsche Vermeer" einen spannenden Kunstthriller geschrieben. Es wurde die wahre Begebenheit rund um den Fälscher Han van Meegeren ...

Ein Kunstkrimi, der zum Nachdenken anregt

Patrick van Odijk hat mit "Der falsche Vermeer" einen spannenden Kunstthriller geschrieben. Es wurde die wahre Begebenheit rund um den Fälscher Han van Meegeren (1889 -1947) zugrunde gelegt.

Das Buch dreht sich um die Entdeckung eines vermeintlich echten Gemäldes des niederländischen Meisters Johannes Vermeer. Wir begleiten zwei verschiedene Protagonisten. Zum einen die Reporterin Meg van Hettema und der Kunstfälscher Jan van Aelst. Mir waren beide direkt sympathisch. Obwohl Jan erstmal als eher abgehoben durch seine Partys beschrieben wird, hat man nur ein paar Sätze später verstanden, warum er diese in solch harten Zeiten gegeben hat. Damit seine Gäste Essen mitnehmen konnten und es so nicht auffiel, dass sie damit Menschen,die sie versteckt haben, Essen geben zu können. Darüber musste ich tatsächlich lange nachdenken. Etwas so offensichtlich unpassendes erweist sich als eine große Geste.

Und diese Gedanken zogen sich durch das Buch. Für mich war es eine große Freude es zu lesen und in die Welt einzutauchen. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischt ab und an und selbst als Leser hat man sich manchmal gefragt, was nun die Wahrheit sein könnte. Doch das hat mich hier nicht gestört. Ich fand es sogar ganz gut, dass es etwas unklar bleibt.

Natürlich ist ein großes Thema des Buches die Authentizität und der Betrug in der Kunstwelt. Wir erleben hautnah mit wie dünn die Grenze zwischen Original und Fälschung sein kann und welche weitreichenden Konsequenzen dies für Sammler, Museen und Experten hat.

Zusammenfassend ist "Der falsche Vermeer" ein hervorragend recherchierter und spannend erzählter Roman, der Kunstliebhaber und Thrillerfans gleichermaßen begeistern wird. Patrick van Odijk hat mit diesem Werk eine überzeugende Mischung aus Kunstgeschichte und Kriminalroman geschaffen, die lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2024

Kafka neu aufgelegt

Franz Kafka: Ein Landarzt
0

Kafka neu aufgelegt

“Der bunteste Kafka aller Zeiten” - und hätte ich diese Ausgabe zu Schulzeiten gelesen, hätte ich wohl einen ganz anderen Zugang zu Kafka gehabt. Und es wird nicht nur als Pflichtlektüre ...

Kafka neu aufgelegt

“Der bunteste Kafka aller Zeiten” - und hätte ich diese Ausgabe zu Schulzeiten gelesen, hätte ich wohl einen ganz anderen Zugang zu Kafka gehabt. Und es wird nicht nur als Pflichtlektüre angesehen.

Kat Menschik ist es durch ihre passenden und aussagekräftigen Illustrationen gelungen, das Buch zu einem Hingucker zu machen. Nicht nur von außen mit der bunten Schrift auf dem dunkelpinken Cover, auch innen nimmt sie uns mit ihren Zeichnungen mit in Kafkas Kopf.

Kafka selbst schrieb "Ein Landarzt" 1917 und ist eines seiner bekanntesten neben “Die Verwandlung” Die Geschichte beginnt mit einem anonymen Landarzt, der mitten in der Nacht zu einem schwerkranken Jungen gerufen wird. Er muss jedoch feststellen, dass sein Pferd tot ist und er keinen Weg sieht, zu dem Patienten zu gelangen. Doch auf unerklärliche Weise taucht ein mysteriöser Stallbursche auf, der ihm zwei Pferde zur Verfügung stellt.

Neben der titelgebend Geschichte sind noch 13 weitere in der Sammlung veröffentlicht. Manche kannte ich bereits, andere habe ich zum ersten Mal gelesen.
Kafkas Sprache ist prägnant und gleichzeitig poetisch, was die düstere und bedrohliche Stimmung der Erzählungen verstärkt.

Ich kann und möchte Jedem, der sich Kafka (wieder) annähern möchte, diese kleine, wirklich wundervoll illustrierte Ausgabe ans Herz legen.

Denn sie zeigt einmal mehr, warum Kafka als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gilt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere