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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2025

Ein Apartmentgebäude, viele Geheimnisse und ein Geist

The Morrisey Mysteries 1. Ein Mord in 3B
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“Ein Mord in 3B” ist der Auftakt der “The Morrisey Mysteries-Reihe": Cozy Crime, nachbarschaftliche Verwicklungen und eine vorwitzige Geistin!

Als Meg nach beruflichen Misserfolgen ins charmante, etwas ...

“Ein Mord in 3B” ist der Auftakt der “The Morrisey Mysteries-Reihe": Cozy Crime, nachbarschaftliche Verwicklungen und eine vorwitzige Geistin!

Als Meg nach beruflichen Misserfolgen ins charmante, etwas exzentrische Morrisey-Apartmenthaus in Seattles Innenstadt zurückkehrt, hofft sie auf Ruhe und Frieden. Und insgeheim ein bisschen auf ein neues Kapitel mit Laurie – einem liebenswerten, gutaussehenden Bewohner, den sie seit Kindheitstagen kennt. Stattdessen gibt es einen sehr mysteriösen Mordfall, viele Geheimnisse sowie turbulente Ermittlungen. Die Tatsache, dass Meg Geister sehen, hören und mit ihnen sprechen kann ist da natürlich hilfreich.

Der lebendige, humorvolle Erzählstil, die skurrilen, süßen Charaktere, ihr Zusammenspiel, die kleine, aber feine Romanze und die ereignisreichen Ermittlungen machen richtig Spaß!

Die Erkenntnisse, die sich nach und nach ergeben, der packende Handlungsverlauf, die Found Family-Elemente sowie Megs Eigenarten sind wirklich toll gestaltet, auch wenn mir ihre Unsicherheiten manchmal ein bisschen zu viel Raum einnahmen.

Es war ein Vergnügen Meg bei ihren spannenden Nachforschungen zu begleiten und die Dynamik zwischen den toll gezeichneten Figuren zu erleben! “Ein Mord in 3B” ist ein charmantes, unterhaltsames Cosy-Crime-Rätsel!

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Interessant!

The Secret of Secrets
1

Die Neurowissenschaftlerin Katherine Solomon arbeitet an einem Buch über ihre bahnbrechenden Entdeckungen im Bereich Noetik bzw. Bewusstsein. Robert Langdon, ein Symbolforscher aus Harvard, begleitet sie ...

Die Neurowissenschaftlerin Katherine Solomon arbeitet an einem Buch über ihre bahnbrechenden Entdeckungen im Bereich Noetik bzw. Bewusstsein. Robert Langdon, ein Symbolforscher aus Harvard, begleitet sie nach Prag, wo sie einen Vortrag darüber hält. Doch schon bald verwandeln seltsame Begebenheiten, mächtige Gegner und ein brutaler Mord ihren Aufenthalt in der schönen Stadt zu einem Albtraum. Dann verschwindet Katherine, genau wie sämtliche Manuskriptkopien. Was genau hat Katherine entdeckt? Wieso soll die Verbreitung ihrer Erkenntnisse verhindert werden? Wer sind ihre Gegner?

Die Handlung ist von Anfang an packend! Der eindrückliche, subtil humorvoller Erzählstil, die atmosphärischen Prag-Beschreibungen, die mysteriösen Geschehnisse und die verschiedenen Handlungsstränge sind absolut mitreißend!

Das Thema Bewusstsein, das ja sehr viel umfasst, bzw. Katherines Erkenntnisse darüber sind faszinierend gestaltet – Wie viel Realität nehmen wir wahr? Was hat es mit Ausnahmeerlebnissen auf sich - außerkörperlichen (Nahtod)Erfahrungen, bewusstseinserweiternden Drogen, meditativer Trance etc.? Gibt es ungeahnte Fähigkeiten, die man erwerben kann?

Roberts Suche nach Katherine und Antworten führt ihn an viele verschiedene Orte in Prag – die Handlung ist ereignisreich, vielschichtig sowie spannend, auch weil Nebenhandlungen die Geschehnisse rund um Robert und Katherine toll ergänzen. Es drohen Gefahren von verschiedenen Parteien, aber gibt es auch Verbündete?

Ich fand “The Secrets of Secrets” insgesamt sehr interessant, für mich zog sich das letzte Drittel allerdings ziemlich in die Länge.

DER Hörbuch-Sprecher David Nathan macht wie immer einen perfekten Job!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Unbedingt lesen!!!

Knochenkälte
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“Knochenkälte” ist David Hunters siebter Fall. Man kann die Bücher der David Hunter-Reihe allerdings unabhängig voneinander lesen!

Dr. David Hunter, forensischer Anthropologe und Polizeiberater, ist ...

“Knochenkälte” ist David Hunters siebter Fall. Man kann die Bücher der David Hunter-Reihe allerdings unabhängig voneinander lesen!

Dr. David Hunter, forensischer Anthropologe und Polizeiberater, ist auf dem Weg zu einem Einsatz. Doch Dunkelheit, stürmischer Wind sowie Eisregen machen ihm zu schaffen und seine Lage wird aufgrund verschiedener Faktoren immer schlimmer …

Nach einigen verstörenden Begegnungen in dem abgeschiedenen Dorf Edendale in den Cumbrian Mountains, kommt David schließlich in einem sehr speziellen Hotel unter – es ist ja nur für eine Nacht. Nur das es das eben nicht ist, denn das Unwetter hat Edendale vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Doch schlimmer geht immer: David findet ein Skelett in den Wurzeln einer aus der aufgeweichten Erde gerissen Fichte. Zudem haben es ein paar Männer von Anfang an auf darauf abgesehen, ihm das Leben schwer zu machen. Die Provinzler scheinen kultivierte Großstädter grundsätzlich zu verachten und haben es nötig andere zu schikanieren, um sich stark zu fühlen.

Wie soll er das Skelett unter diesen Umständen bergen, untersuchen, identifizieren? Bedeutet sein Fund, dass es in dem Dorf einen Mörder/eine Mörderin gibt? Bringt sich er mit seiner Suche nach Antworten in Gefahr? Gibt es auch Verbündete? Wie lange dauert es, bis ein Post- oder Lieferfahrzeug versucht Edendale zu erreichen, und die unpassierbare Straße meldet? Bis Hilfe ankommt?

Nachdem sich der Fund des Skelettes herumgesprochen hat, überschlagen sich die Ereignisse, David findet sich einem Labyrinth aus alten Feindschaften, Geheimnissen sowie Lügen wieder und es wird immer bedrohlicher, nicht nur für David …

Die unheilvollen Vorboten gleich zu Beginn des Buches sind herrlich düster atmosphärisch! David hat eine schlechte Entscheidung getroffen, weil ihn ein Brief, der lange rätselhaft bleibt, aus dem Konzept gebracht hat. Daraufhin folgt eine Abwärtsspirale, die es in sich hat. Simon Beckett hat es wirklich drauf, seinen Protagonisten leiden zu lassen – Davids Pechsträhne in Form von Naturgewalten, gemein gefährlichen Hinterwäldern, der Entdeckung von menschlichen Überresten und Umständen, die immer widriger werden, wird eindrücklich geschildert, sodass ich gar nicht anders konnte, als mit ihm zu leiden!

“Knochenkälte” ist ein typischer Simon Beckett Thriller – hier stimmt einfach alles: Der atmosphärische, lebendige Erzählstil lässt die packende, ereignisreiche, rätselhafte Handlung wie einen Film vor dem inneren Auge ablaufen, die Charaktere sind großartig gezeichnet, außergewöhnlich sowie authentisch zugleich, die forensischen Elemente sind interessant gestaltet und Wendungen sorgen für anhaltende Spannung!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Dramatisch, wendungsreich und fesselnd!!!

Wenn du wieder lügst
1

Blakely, Grace, Meg und Thera verbrachten neun Sommer zusammen im Ferienlager und wurden Freundinnen. Doch während ihres letzten Sommers änderte sich die Dynamik zwischen ihnen und sie brachten eine Reihe ...

Blakely, Grace, Meg und Thera verbrachten neun Sommer zusammen im Ferienlager und wurden Freundinnen. Doch während ihres letzten Sommers änderte sich die Dynamik zwischen ihnen und sie brachten eine Reihe von Ereignissen ins Rollen - mit entsetzlichen Konsequenzen, die unter die Haut gehen. Sie vereinbarten nie wieder darüber sprechen und der Kontakt brach ab. 26 Jahre später, bringt die Nachricht “Ich weiß, was Du in diesem Sommer getan hast, und ich werde Dich dafür bezahlen lassen” sie wieder zusammen …

“Wenn Du Wieder Lügst” ist von Anfang an packend! Die Handlung wird hauptsächlich aus der Sicht der vier Freundinnen auf zwei Zeitebenen erzählt. Und der eindringliche Schreibstil macht die verschiedenen düsteren Gefühle der Protagonistinnen greifbar.

Die Hintergründe der Mädchen sind erschütternd - je von ihnen litt im Alltag, jede aus einem anderen Grund. Im Ferienlager konnten sie durchatmen, frei sein, zumindest beinahe, denn auch dort ging es nicht ganz ohne Notlügen oder Geheimnisse. Die Dynamik zwischen ihnen war kompliziert – Blakely war die Bienenkönigin - sie gab den Ton an, war extravertiert, egozentrisch sowie rücksichtslos, aber alle wollten ihre Anerkennung, weil es bedeutete zu den “coolen Kids” zu gehören. Ist sie immer noch diejenige, die bestimmt? Wie stehen die erwachsenen Frauen zueinander?

Die vielen Andeutungen machen neugierig: Was hat es mit den (inneren) Dämonen auf sich, die die Teenagerinnen plagen? Wie würde Blakely gehen, um zu bekommen, was sie will? Was genau haben sie damals verbrochen? Wie konnte es so verheerend enden? Und wie reagieren sie jetzt, da ihre Vergangenheit sie einholt? Die Autorin stellt ihre Figuren vor eine moralische Zerreißprobe …

“Wenn Du Wieder Lügst” ist ein Wahnsinns-Pageturner! Die greifbar beklemmende Stimmung, die vielschichtige, tiefschürfende Handlung, die wirklich unter die Haut geht, die vielen Überraschungen und die großartig gezeichneten Charaktere haben mich restlos begeistert!

Man merkt, dass Lucinda Berry als Psychologin im Bereich Kindheitstrauma gearbeitet hat – ihre Darstellungen der verschiedensten psychischen Probleme bzw. Traumata sind ungeschönt authentisch und schmerzlich bewegend! Sie hat es einfach drauf, psychologische Tiefe mit nervenaufreibender Spannung zu verbinden! Die Übersetzung bzw. die Lektoratsarbeit lassen mMn jedoch sehr zu wünschen übrig!

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Cosy Crime mit Substanz

Der Tag, an dem Barbara starb
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Die 89-jährige Witwe Margaret wird zur Detektivin: Als der Mord an ihrer guten Freundin und Nachbarin Barbara nicht aufgeklärt wird, beschließt sie selbst zu ermitteln - zusammen mit ihrem 15-jährigen ...

Die 89-jährige Witwe Margaret wird zur Detektivin: Als der Mord an ihrer guten Freundin und Nachbarin Barbara nicht aufgeklärt wird, beschließt sie selbst zu ermitteln - zusammen mit ihrem 15-jährigen Enkel. Denn sie erinnert sich daran, dass Barbara ihr kurz vor ihrer Ermordung etwas Wichtiges anvertraut hat, sie weiß nur nicht mehr, um was es ging …

Man lernt Margaret direkt gut kennen und ist mitten im Geschehen. Sie ist selbstständig sowie zurechnungsfähig, ihr Gedächtnis lässt sie jedoch öfter mal in Stich. Sie leidet darunter, nicht mehr ernst genommen zu werden - von der Polizei, ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn, und altersbedingte Einschränkungen machen ihr zu schaffen. Sie trauert zudem um ihren verstorbenen Ehemann - sie vermisst ihn und führt (in Gedanken) Gespräche mit ihm, sodass er weiterhin Teil ihres Lebens ist. All das wird aus Margarets Perspektive geschildert – nachvollziehbar, mit viel Feingefühl sowie einem Hauch Melancholie. Der typisch britische Humor bzw. die Dynamik zwischen ihr und ihrem Enkel sorgen für etwas Leichtigkeit und der rätselhafte Mord macht neugierig.

Die vielschichtige, tiefschürfende Handlung wird unterhaltsam und packend erzählt, sodass sie trotz des eher gemächlichen Tempos (zum Ende hin wird es rasanter und nervenaufreibender) durchweg fesselt!

Es gibt spannende Einblicke in Margarets Vergangenheit, die ein gut gehütetes Geheimnis beinhaltet, das schließlich ans Licht kommt. Trotz ihrer Einschränkungen löst sie den Fall natürlich und kann somit beweisen, dass sie noch etwas zu bieten hat.

Die gelungene Mischung aus pointiert dargestelltem Altersfrust, der hier nicht deprimierend und dröge daherkommt, familiären Problemen, eigenwilligen Ermittlungen, britischem Humor und liebenswerten Hauptfiguren machen “Der Tag, an dem Barbara starb” zu einem ebenso rührenden wie charmanten Cosy-Crime-Lesevergnügen mit Substanz.

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