Mich hat vor allem das Ende begeistert
Bevor sie ihn findenDie 17‑jährige Leah lügt, manipuliert und überschreitet Grenzen, um zu bekommen, was sie will. Zudem neigt sie zu obsessiver Verliebtheit. Ihre Mutter Jules beobachtet das mit wachsender Sorge – doch auch ...
Die 17‑jährige Leah lügt, manipuliert und überschreitet Grenzen, um zu bekommen, was sie will. Zudem neigt sie zu obsessiver Verliebtheit. Ihre Mutter Jules beobachtet das mit wachsender Sorge – doch auch sie selbst zeigt selbstzerstörerische Tendenzen. Beide reagieren unangenehm, wenn sie nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen ihrer Meinung nach zusteht, und die verbitterten, verzweifelten Entscheidungen, die sie dann treffen, erweisen sich als gefährlich.
In “Bevor sie ihn finden” geht es um zwei Frauen, die von ihren intensiven Gefühlen beherrscht werden. Jules ist frustriert, weil ihr Mann und ihre Kinder sie weitgehend ignorieren, auch beruflich läuft es schlecht. Leah wirkt zunächst wie eine typische 17‑Jährige, die viel Zeit mit ihren Freundinnen verbringt, deren Denken und Handeln sich um Styling und Jungs dreht – ihr Umgang damit ist allerdings drastisch.
Der Einstieg fiel mir nicht leicht, denn für meinen Geschmack dauerte es zu lange, bis Spannung aufkam: Das erste Drittel enthält mMn viele Nebensächlichkeiten, die für mein Empfinden übermäßig ausführlich geschildert werden. Zudem waren mir beide Protagonistinnen unsympathisch, sodass ich kaum mit ihnen mitfiebern konnte.
Ab dem zweiten Drittel wurde “Bevor sie ihn finden” für mich zunehmend packend, erschütternd sowie nervenaufreibend. Die Vielschichtigkeit der psychologisch düsteren Handlung und die überraschenden Wendungen sind wirklich gelungen. Das Ende der Thrillerhandlung fand ich großartig; das zwischenmenschliche Finale wirkte auf mich etwas unglaubwürdig harmonisch.