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Veröffentlicht am 25.06.2018

Ein sehr spannungsgeladener und informativer historischer Roman

Das Mätressenspiel
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In den Buch „Das Mätressenspiel“ von Martha Sophie Marcus, geht es um Helena von Minnigerode, die sich durch mehrere Schicksalsschläge gezwungen sieht, an den hannoverschen Hof zu gehen und dort in das ...

In den Buch „Das Mätressenspiel“ von Martha Sophie Marcus, geht es um Helena von Minnigerode, die sich durch mehrere Schicksalsschläge gezwungen sieht, an den hannoverschen Hof zu gehen und dort in das Intrigen- und Machtspiel zwischen der Herzogin Sophie und der Mätresse des Herzogs, Clara von Platen, unfreiwillig mit hineingezogen wird.
Das erste Drittel des Buches ist spannungstechnisch gesehen der schwächste Teil der Geschichte, da dort erstmal alle Charaktere vorgestellt werden und deren Hintergrund dem Leser nähergebracht wird. Dies ist aber auch sinnvoll, da es mehrere Handlungsstränge in der Geschichte gibt, sodass der Leser erst einmal einen Überblick über die Protagonisten benötigt.
Der zweite Teil ist dann sehr fesselnd geschrieben, da man gleich zu Anfang in das Intrigenspiel hineingeworfen wird und zusehen kann, wie sich Helena immer mehr mit hineinverstrickt, ohne eine Möglichkeit, wieder aus diesem entkommen zu können, wenn sie nicht den gesellschaftlichen und finanziellen Ruin haben möchte.
Im dritten Teil erwartet den Leser dann der schon im zweiten Teil langsam aufgebaute „Knall“ mit einer Vielzahl unerwarteter Wendungen und Veränderungen, die diesen Teil zum wahrscheinlich spannendsten des ganzen Buches machen mit einem unerwarteten aber sehr schönen Ende.
Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, sodass der Leser leicht deren Wandel während der Geschichte verfolgen kann. Es gibt sowohl eindeutig sympathische und unsympathische Protagonisten, als auch welche, die im Lauf der Geschichte ihre Fehlentscheidungen etc. einsehen und noch ein paar Sympathiepunkte gut machen können. Die Hauptfigur Helena ist wunderbar gelungen und man fiebert und leidet mit ihr von Anfang an mit.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig lesen und die Sprache ist leicht verständlich. Zudem widmet die Autorin den Beschreibungen der Umgebung, Erklärungen zum damaligen Hofleben sowie Umgangsformen etc. genug Platz, sodass der Leser gut in die Geschichte eintauchen kann, ohne dass der Beschreibung zu viel Zeit gewidmet wird, sodass es schnell mit der Handlung weitergeht. Man merkt dabei auch, wie viel Recherchearbeit der Autorin über die damalige Zeit und die historischen Personen in diesem Werk steckt. Der Leser hat so die Möglichkeit, spielend etwas über die damalige Zeit zu lernen und zu erfahren, auch wenn er vielleicht ansonsten nicht allzu geschichtsinteressiert ist. Es gelingt Marcus, eine Atmosphäre zu erzeugen, die so spannend und geladen ist, dass es dem Leser fast unmöglich scheint, während der Machtkämpfe mit dem Lesen aufzuhören, da im Endeffekt scheinbar fast jeder Protagonist auf seine Weise mit in die Machenschaften verwickelt ist.

Fazit:
Insgesamt war dieses Buch ein sehr tolles und spannendes Buch, dass auf jeden Fall weiterempfohlen wird. Es war mein erstes Buch von Martha Sophe Marcus, aber bestimmt nicht das letzte. Zudem war es auch toll, während der Leserunde die Autorin persönlich kennenlernen zu dürfen, sodass man einen Eindruck von ihrer Persönlichkeit, Sicht auf die Zeit etc. erhalten durfte.