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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2025

Sehr guter Aufbau

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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"Eisfeld – Dunkle Enthüllungen" von Steffen Weinert ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe den ersten nicht gelesen und das war auch nicht schlimm, die Handlung ist in sich abgeschossen, alles notwendige ...

"Eisfeld – Dunkle Enthüllungen" von Steffen Weinert ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe den ersten nicht gelesen und das war auch nicht schlimm, die Handlung ist in sich abgeschossen, alles notwendige wird gut erklärt und in Rückblicken zusammen gefasst.
Kriminalhauptkommissarin Mara Eisfeld steht hier als Ermittlerin im Mittelpunkt und außer dem Fall wird auch ihr Privatleben beschrieben, dass nicht immer einfach ist, in dem Job mit einem kleinen Kind.
Peter Hester ist Investigativ-Journalist und wird am helllichten Tag, mitten in der Stadt vor seinem Verlag regelrecht hingerichtet. Er war an einer Story dran und keiner weiß so richtig, an welcher.
Von der Presse verdächtigt wird sehr schnell die Tiznit-Drogenbande, die durch den Journalisten enttarnt wurde und deren Chef noch im Gefängnis sitzt.
Aber Mara will es sich nicht so einfach machen, sondern alle kleinsten Spuren, die sie hat, weiter verfolgen und die richtigen Täter ermitteln.
Mit jeder weiteren Spur wird der Fall verworrener und vielschichtiger, statt einfacher, man fühlt fast die Zeitnot und auch Bedrohung rund um Mara.
Es wird beim Lesen ein Druck und eine Spannung aufgebaut, dass man das Buch am Stück lesen möchte und nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte ist sehr vielschichtig aufgebaut, ist aktuell und wird logisch aufgelöst, es bleiben keine Unklarheiten zurück.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, beschreibend und die Story sehr intelligent aufgebaut. Ein Krimi, von dem ich mehr lesen möchte, jetzt erstmal den ersten Teil dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Fängt den Zeitgeist ein

Adlergestell
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"Adlergestell" von Laura Laabs ist ein großartiges Buch über die Zeit der Wende, am Schicksal von drei Mädchen erzählt, die wir dann 35 Jahre später wieder treffen.
Lenka, Chaline und die Erzählerin sind ...

"Adlergestell" von Laura Laabs ist ein großartiges Buch über die Zeit der Wende, am Schicksal von drei Mädchen erzählt, die wir dann 35 Jahre später wieder treffen.
Lenka, Chaline und die Erzählerin sind in ihrem ersten Schuljahr. Sie leben in einer Eigenheimgasse in der Nähe von Berlins großer Ausfallstraße, dem Adlergestell.
Die drei sind Freundinnen und haben häuslich sehr unterschiedliche Verhältnisse. Betroffen von der Wende sind sie alle.
Erzählt wird hier in sehr kurzen, gut lesbaren Kapiteln. Die einzelnen Erzähler sind die Mädchen selbst, aber auch Lehrerin, Elternteile und Großeltern, Nachbarinnen.
Zwischendurch gibt es satirische Rückblicke auf die Werbungen und Meldungen dieser Zeit, ein Ausblick in den existierenden Kapitalismus.
Die einzelnen Milieus, das politische Klima, die Ängste die Wut, die Unsicherheit, alles ist gut beschrieben. Die Mädchen dazwischen, sie fühlen sich nirgendwo richtig zugehörig, sie handeln sie reagieren, sie wollen nicht verloren haben.
Mir gefällt sehr, wie die Gedanken und Gefühle der Mädchen dargestellt werden, sie wirken echt, es wird beschrieben, nicht bewertet.
Ich spüre so richtig den Zeitgeist zwischen den Zeilen, den Aufbruch, den Beginn und was daraus wurde.
Das Buch ist sehr menschlich, sehr intelligent geschrieben und lesenswert, egal, ob man sich gut an diese Zeit erinnert oder sie nur aus den Geschichtsbüchern kennt.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Spannende und düstere Fantasy

The Book Eaters
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"The Book Eaters" von Sunyi Dean ist eine düstere Fantasy-Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Das Bücher verschlingen ist hier wörtlich gemeint, kein Problem eines Viellesers.
Es leben einige Familien ...

"The Book Eaters" von Sunyi Dean ist eine düstere Fantasy-Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Das Bücher verschlingen ist hier wörtlich gemeint, kein Problem eines Viellesers.
Es leben einige Familien zwischen den Menschen, die anders sind, sie sind abgegrenzt, essen die Bücher und nehmen damit auch ihr Wissen auf. Das Sagen haben nur die Männer, die Frauen werden zwischen den Familien zum heiraten und Kinder bekommen herumgereicht. Sie haben keinerlei Macht.
Devon ist eine dieser Frauen, sie wollte allerdings aus diesem System entfliehen, schon, um nicht schon wieder ein Kind zurücklassen zu müssen. So flieht sie mit Cai. ihrem Sohn in die Welt der Menschen.
Wir erfahren, was sie tun muss, um dort zu überleben und in vielen Rückblenden erfahren wir auch nach und nach, was passiert ist und wie sie in diese Situation gelangte.
Leider erfahren wir nichts tiefergehendes über die Gesellschaft der Buchesser, ich hätte gerne mehr gewusst, warum und woraus sie entstanden, wie sie es schaffen, unentdeckt zu bleiben und weiteres.
Devon, als Protagonistin ist stark und entwickelt sich auch weiter, nicht immer kann ich ihre Entscheidungen nachvollziehen, aber es ist sehr spannend ihren Lebensweg zu verfolgen.
Der Schreibstil ist sehr gut und weiß zu fesseln, das Buch hat eine eher düstere Grundstimmung, was mir auch gut gefallen hat. Auch das Erzählen mit den Rückblenden mochte ich sehr.
Ein sehr gutes und spannendes Buch mit eher kleinen Schwächen, dass ich jedem Fantasy-Leser empfehlen kann, der keine verkappten Liebesgeschichten lesen mag. Obwohl es davon auch ein wenig gibt.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Leben am Meer

Das Geschenk des Meeres
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"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly ist ein sehr stilles, ganz besonderes Buch.
Wir tauschen hier ein in eine andere Zeit, ein anderes Leben. Der Strand von Skerry in Schottland, um 1900, es wird ...

"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly ist ein sehr stilles, ganz besonderes Buch.
Wir tauschen hier ein in eine andere Zeit, ein anderes Leben. Der Strand von Skerry in Schottland, um 1900, es wird ein Junge angespült. Er lebt noch, aber er spricht nicht.
Der Fischer Joseph findet ihn und die Schullehrerin Dorothy nimmt ihn bei sich auf, um ihn gesund zu pflegen, bis seine Herkunft geklärt ist.
Der Autorin gelingt es hier das kleine Fischerdorf, die raue Küste und vor allem die Bewohner vor den Augen der Lesenden auferstehen zu lassen. Gerade die Personen haben sich sehr echt angefühlt, sehr lebendig. Sie haben alle ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen, wo aus einer kleinen Lüge mit den Jahren auch ein Drama, eine tragische Geschichte erwachsen kann.
Mich hat die Erzählung komplett mitgenommen, mit jedem Rückblick versinkt man tiefer in die Vergangenheit und ihre Geheimnisse, kommt dem großen Ganzen ein wenig näher.
Gerade Dorothy und Joseph sind so vielschichtige Charaktere, die sich mir stark eingeprägt haben.
Es entwickelt sich hier mit kleinen Gesten und Bemerkungen ein Drama, dass sich tragisch und traurig anfühlt, aber eben auch menschlich. Die Geschichte wirkt sehr ehrlich und nachvollziehbar.
Es ist kein fröhliches Buch, aber ich habe es sehr gerne gelesen, konnte es kaum aus der Hand legen zwischendurch. Es ist spannend, deshalb verrate ich hier auch nicht mehr, einfach selber lesen, es ist großartig.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Schicksal oder nicht

Vorsehung
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"Vorsehung" von Liane Moriarty spielt mit dem Schicksal, auf ganz eigene Weise, die Vorstellung war schon recht angsteinflößend.
Hier werden viele Perspektiven und auch Zeitstränge begonnen und auch wieder ...

"Vorsehung" von Liane Moriarty spielt mit dem Schicksal, auf ganz eigene Weise, die Vorstellung war schon recht angsteinflößend.
Hier werden viele Perspektiven und auch Zeitstränge begonnen und auch wieder zusammen geführt. Jeder von ihnen hat eine ganz eigene Geschichte zu erzählen, ohne am Ende das große Ganze aus dem Blick zu verlieren.
Es ist eine ganz eigene Vorstellung dabei, das eigene Todesdatum zu erfahren und was es mit demjenigen macht. Wie die Menschen damit umgehen, was sie daraus machen. Ist es hilfreich oder eher katastrophal?
Ich fand das Ganze absolut interessant und spannend, gerade die psychischen Auswirkungen. Die einzelnen Geschichten waren gut zu verfolgen, obwohl die Wechsel manchmal verwirrten.
Auch die Wahrsagerin selber hat hier ihre Geschichte, faszinierend wie sich am Ende alles fügt.
Ich fand das Buch spannend, obwohl es einige Längen hatte und ich habe hier auch einige Themen zum nachdenken mitgenommen.

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