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Veröffentlicht am 30.01.2020

Liebes Kind

Liebes Kind
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En Rettungswagen kommt zum Einsatzort. Dort finden sie eine angefahrene Frau, aber keinen Unfallfahrer. Neben der Frau sitzt ein kleines Mädchen, welches scheinbar die Tochter des Unfallopfers ist. Die ...

En Rettungswagen kommt zum Einsatzort. Dort finden sie eine angefahrene Frau, aber keinen Unfallfahrer. Neben der Frau sitzt ein kleines Mädchen, welches scheinbar die Tochter des Unfallopfers ist. Die Frau wird im Krankenhaus notoperiert und das Mädchen von Pflegern und Polizisten angehört um herauszufinden, ob es eine Familie gibt, welche über den Unfall verständigt werden muss. Schnell erhärtet sich der Verdacht, dass etwas nicht stimmt und es sich bei der verletzten Frau um Lena, eine seit mehr als zehn Jahren vermisste Studentin handelt. Als dann auch noch eine abgeriegelte Hütte mit der Leiche eines Mannes und einem kleinen Jungen gefunden wird, ist klar, dass die Ermittler einem der größten Verbrechen auf der Spur sind.

Romy Hausmanns Thriller ist für mich ein komplett neues Leseerlebnis, das ich so noch nicht kannte. Das aktuelle Geschehen und die Erlebnisse in der Hütte werden aus drei Perspektiven (jener der verletzten Frau, die Perspektive des Mädchens vom Unfallort und jene des Vaters der vermissten Studentin) erzählt. Dies wird zusätzlich mit Zeitungsartikeln gespickt. Durch diese Erzählweise bleibt die Spannung durchgehend hoch. Zahlreiche überraschende und unvorhersehbare Wendungen konnten mich komplett begeistern und überzeugen. Einzig im Mittelteil (als das Mädchen zu ihrem Großvater zieht) gab es ein paar Längen, welche das Hörvergnügen etwas getrübt haben.

Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und unfassbar menschlich. Besonders überzeugen konnten mich die drei Hauptprotagonisten, aus deren Sicht die Handlung geschildert wird. Das Mädchen Hanna ist in der Hütte aufgewachsen und hat ihr Wissen ausschließlich aus Büchern, sie ist sozial unbeholfen aber sehr intelligent. Das Entführungsopfer ist stark traumatisiert und lehnt psychiatrische Hilfe ab. Sie versucht sich anfangs in ihr Leben zurück zu kämpfen, resigniert hier allerdings. Die Frau ist von Ängsten, Mutlosigkeit und fehlendem Lebenswillen geprägt. Und Lenas Vater, welcher alles tun würde um das Schicksal seiner Tochter zu erfahren. Er ist jähzornig, zweifelt an der Polizei und seine Ehe droht zu zerbrechen. Alle diese Entwicklungen und Charakter erscheinen unfassbar authentisch und man kann sich bei ausnahmslos jedem vorstellen, dass dies in Wirklichkeit ebenfalls so wäre.

Ich habe das Hörbuch gehört und finde, dass ausnahmslos alle drei Sprecher die Idealbesetzung sind. Sie können die Gefühle sehr gelungen transportieren, wodurch die Charaktere äußerst authentisch erscheinen. Besonders gut gefiel mir die Sprecherin der entführten Frau, da diese den fehlenden Lebensmut und die Resignation so gut darstellen konnte, dass ich stellenweise richtige Gänsehaut bekam.

FAZIT:
„Liebes Kind“ ist ein komplett neuer aber unfassbar gelungener Thriller, welcher vor allem durch die schockierenden Offenbarungen und die authentischen Protagonisten überzeugt. Da es im Mitelteil ein paar Längen gab, vergebe ich 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 28.01.2020

Leas Spuren

Leas Spuren
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Die in Stuttgart lebende Marie wird zu einer Testamentseröffnung nach Paris beordert. Ein ihr vollkommen Fremder hat Marie eine halbe Wohnung vererbt. Der zweite Erbe ist Nicolas, der Enkelsohn des Verstorbenen. ...

Die in Stuttgart lebende Marie wird zu einer Testamentseröffnung nach Paris beordert. Ein ihr vollkommen Fremder hat Marie eine halbe Wohnung vererbt. Der zweite Erbe ist Nicolas, der Enkelsohn des Verstorbenen. Doch an das Erbe ist eine Bedingung geknüpft: Marie und Nicolas müssen binnen eines Jahres ein im zweiten Weltkrieg verschollenes Gemälde finden und an die rechtmäßigen Erben zurückgeben. Schnell stellt sich heraus, dass der Verstorbene die große Liebe von Maries toter Großtante war. Während sich Marie und Nicolas auf die Suche nach dem Gemälde machen, werden sie immer mehr mit ihren Familiengeschichten während der Zeit des zweiten Weltkriegs konfrontiert und schon bald müssen sie sich die Frage stellen, ob sie die Wahrheit überhaupt erfahren möchten. Zudem müssen sich die beiden überzeugten Singles eine gewisse Anziehung eingestehen.

Bettina Storks Roman ist rundum gelungen und mir seit langem kein Roman mehr so viel Freude bereitet wie dieses Meisterwerk. Die Autorin schafft es sehr gelungen große Emotionen und aufwendig recherchierte historische Fakten mit einem bildgewaltigen Kopfkino zu verbinden. Bereits mit der ersten Seite konnte mich die Handlung in ihren Bann ziehen und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Ich musste das Buch binnen kürzester Zeit lesen, da ich es kaum noch zur Seite legen konnte. Besonders gut gefällt mir, dass sich zwei Handlungsstränge abwechseln (einer aus der Gegenwart und einer aus der Vergangenheit). Dies erhöht einerseits die Spannung und andererseits sind die beiden Handlungsstränge perfekt miteinander verbunden. In der Gegenwart verfolgt der Leser Maries und Nicolas Suche nach dem Gemälde und in der Vergangenheit erfährt man rund um Victor und Charlotte mehr über die Kriegszeit in Paris und die Geschichte des nun gesuchten Gemäldes. Beide Handlungsstränge konnten mich gleichermaßen fesseln und begeistern.

Ausnahmslos alle Hauptprotagonisten wirken sehr authentisch und menschlich. Ich musste Victor, Charlotte, Marie und Nicolas sofort ins Herz schließen, wodurch ich ihre Geschichten sehr gerne und interessiert verfolgt habe. Es passiert mir selten, dass ich mit Protagonisten derart mitfiebern musste, wie in diesem Buch. Aber nicht nur die liebenswerten Charaktere sondern auch die authentischen und atmosphärischen Beschreibungen der Gesellschaft und Kriegszeit in Paris sind unfassbar gelungen und ermöglichen ein komplettes Eintauchen in die Handlung. Daneben überzeugen auch die geschickt in die Handlung eingeflochtenen geschichtlichen Fakten, welche sehr gut und ausführlich recherchiert wurden.

FAZIT:
„Leas Spuren“ ist ein unfassbar gelungener und lesenswerter Roman, der Emotionen, Kopfkino, geschichtliche Fakten und liebenswerte Protagonisten verbindet. Für mich ist dieser Roman einfach nur perfekt und ein Meisterwerk. Ich vergebe daher 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.01.2020

Tod und kein Erbarmen

Tod und kein Erbarmen
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Ein kleines Mädchen verschwindet spurlos. Die Polizei ermittelt und geht von einer Entführung aus, allerdings werden weder das Mädchen noch Hinweise auf den Täter gefunden. Die Familie des Mädchens ist ...

Ein kleines Mädchen verschwindet spurlos. Die Polizei ermittelt und geht von einer Entführung aus, allerdings werden weder das Mädchen noch Hinweise auf den Täter gefunden. Die Familie des Mädchens ist lange Zeit zwischen Hoffen und Bangen und findet zehn Jahre nach dem Verschwinden einen neuen Hinweis. Die Cousine des Mädchens informiert Kriminalhauptkommissar Donner über die neue Erkenntnis, doch dieser glaubt ihr nicht und schickt sie weg. Tags darauf steht er selbst unter Mordverdacht.



Elias Hallers Schreibstil ist flüssig, fesselnd und bildgewaltig. Mich konnte die Handlung bereits von der ersten Seite an mitreißen und in ihren Bann ziehen und hat mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Im Buch finden sich zahlreiche unerwartete Wendungen, Offenbarungen und Geheimnisse, welche den Leser regelmäßig in die Irre führen. Ich war komplett auf dem Holzweg und daher konnte mich die glaubwürdige aber komplett unerwartete Wendung mehr als überraschen und begeistern. Mein einziger Kritikpunkt sind die zahlreichen Perspektivenwechsel. Diese erhöhen zwar die Spannung, bis sie beinahe nervenzerreißend wird, aber sie haben mich oftmals auch etwas verwirrt und meinen Lesefluss gestockt. Ich hätte mir weniger unterschiedliche Perspektiven gewünscht.

Die einzelnen Protagonisten sind Authentisch und äußerst facettenreich. Beinahe jeder der Charaktere verbirgt ein Geheimnis, welches erst im Laufe des Buches offenbart wird. Ich habe selten einen Thriller mit derart gut ausgearbeiteten und interessanten Protagonisten gelesen.



FAZIT:
„Tod und kein Erbarmen“ ist ein unfassbar spannender und mitreißender Thriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite mitreißen konnte. Ein besonderes Highlight sind die authentischen und facettenreichen Charaktere. DA mich die zahlreichen unterschiedlichen Perspektiven hin und wieder etwas verwirrt und meinen Lesefluss beeinträchtigt haben, vergebe ich 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 27.01.2020

Mordsfreunde

Mordsfreunde (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 2)
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In einem Tiergehege wird die abgetrennte Hand eines Menschen gefunden. Das Ermittlerteam Bodenstein und Kirchhoff beginnen sofort mit ihrer Arbeit und stoßen kurze Zeit später auf den restlichen Körper ...


In einem Tiergehege wird die abgetrennte Hand eines Menschen gefunden. Das Ermittlerteam Bodenstein und Kirchhoff beginnen sofort mit ihrer Arbeit und stoßen kurze Zeit später auf den restlichen Körper der Leiche. Bei dem Mordopfer handelt es sich um einen Lehrer und Umweltschützer, welcher zahlreiche Fans als auch Hasser hat. Es gibt viele mögliche Motive und Täter und die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig.

Ich mag Nele Neuhaus Kirchhoff und Bodenstein Reihe eigentlich sehr gerne, finde allerdings die ersten beiden Bände etwas langatmig. Die Reihe nimmt erst mit zunehmender Bücheranzahl richtig an Fahrt auf und erst die neueren Fälle (ab Schneewittchen muss sterben) sind meiner Meinung nach Lesehighlights. Der aktuelle Fall besteht Großteils aus der unaufgeregten Ermittlungsarbeit und zahlreichen Befragungen, welche sich stellenweise etwas in die Länge ziehen. Zudem gibt es meiner Meinung nach zu viele Verdächtige und Motive, wodurch ich beim Lesen oftmals den Überblick über die einzelnen Charaktere und deren Verbindungen verloren habe. Leider bricht daher die Spannung immer wieder ab und manche Stellen beginnen sich sogar etwas in die Länge zu ziehen. Kirchhoff und Bodenstein hingegen können einmal mehr restlos überzeugen und begeistern.

FAZIT:
„Mordsfreunde“ ist ein solider, wenn auch unaufgeregter Kriminalroman, der vor allem durch das sympathische Ermittlerduo Kirchhoff und Bodenstein überzeugt. Da ich die späteren Bücher der Reihe deutlich spannender und mitreißender finde, vergebe ich 3 Sterne!

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Veröffentlicht am 27.01.2020

Die Tochter der Bettlerin

Die Tochter der Bettlerin
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Anna ist die Tochter einer Bettlerin und daher zu ebendiesem Schicksal berufen. Als ihre Mutter sie zur Prostitution zwingen will, beschließt Anna zu fliehen. Durch einen Zufall erhält sie eine Anstellung ...

Anna ist die Tochter einer Bettlerin und daher zu ebendiesem Schicksal berufen. Als ihre Mutter sie zur Prostitution zwingen will, beschließt Anna zu fliehen. Durch einen Zufall erhält sie eine Anstellung bei der ranghohen Familie Trenk, deren Sohn Friedrich der Leibgardist des Königs ist. Anna verliebt sich in Friedrich, dach dieser hat bereits sein Herz an Amalie, die Schwester des Königs, verloren. Als der König davon erfährt gerät Friedrich in Gefangenschaft. Doch auch Anna verliert ihre Anstellung und heuert notgedrungen bei der preußischen Armee an. Sie beschließt Friedrich zu retten, doch auch Amalie kämpft für dessen Freiheit.

Nora Bergers Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich daher schnell und einfach lesen. Die Autorin beschreibt viele Szenen sehr bildgewaltig und ermöglicht dem Leser daher ein Eintauchen in die Handlung. Dies ist allerdings von vielen Zufällen geprägt und wirkt daher oftmals etwas konstruiert. Gerade, dass Anna sich als Mann und schwanger in die Armee einschleust und dies dank zahlreicher Zufälle nicht entdeckt wird, hat mich etwas gestört. Ansonsten hat mir das Buch gut gefallen, da die Autorin zahlreiche geschichtliche Fakten geschickt in die Handlung einbaut. Als Leser kann man den Großteils authentischen Kampf zweier liebenswerter, wenn auch sehr unterschiedlicher Frauen für ihre große Liebe verfolgen.

FAZIT:

„Die Tochter der Bettlerin“ ist ein gut recherchierter geschichtlicher Roman, welcher vor allem durch liebenswerte Hauptprotagonistinnen und einen bildlichen Schreibstil überzeugt. Da mir einige Zufälle allerdings zu konstruiert wirkten und dadurch die Glaubwürdigkeit der Handlung stellenweise etwas einbricht, vergebe ich 4 Sterne!

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