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Veröffentlicht am 31.01.2021

interessanter Einblick in menschenverachtende Abgründe

Mein geheimes Leben bei Scientology und meine dramatische Flucht
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Man hört ja viel von der Gehirnwäsche der Scientotlogen und wie Kinder von klein auf gedrillt werden, von diesen seltsamen Auditings und wie Andersdenkende oder Kritiker verfolgt und bedroht werden. Hier ...

Man hört ja viel von der Gehirnwäsche der Scientotlogen und wie Kinder von klein auf gedrillt werden, von diesen seltsamen Auditings und wie Andersdenkende oder Kritiker verfolgt und bedroht werden. Hier schildert die Nichte des obersten Scientotlogenführers ihre Kindheit und wie sie als Erwachsene Zweifel bekommt, die sich so verstärken, dass sie schließlich so wütend über all die Schikanen und Ungerechtigkeiten ist, dass sie den engsten Kreis der Scientologen verlässt. Bis sie sich ganz lösen kann dauert dann noch länger. Schon als Kind muß sie schwere körperliche Arbeit verrichten, denn die Kinder ( die Autorin ist 7 zu dem Zeitpunkt) werden von den Eltern getrennt und kommen in eine Art Bootcamp, wo sie ihre Baracken erstmal selber bauen müssen. Neben Unterricht über die Lehren vom Scientologygründer Hubbart und Lesen und Schreiben, stehen stundenlange Pflichten auf dem Programm wie Klos putzen, Böden schrubben usw. und Beichten und Selbstkritik, wo jede kleinst Verfehlung, jeder böse Gedanke, jede winzige Nachlässigkeit angeprangert wird und die Kinder die nächtelang durch bestraft und gedemütigt werden. Man wird z.B. in seinem "Ethik.Status" zurückgestuft, was Konsequenzen für einen selbst, aber auch für die ganze Gruppe hat, sodass sichergestellt ist, dass alle anderen Kinder sauer auf einen sind. Verfehlungen können ein kleines Loch in der Kleidung sein, eine unordentliche Uniform, zu spät kommen oder dass die Schuhe nicht ausreichend poliert waren oder das Bettzeug einen Zentimeter von der Vorschrift abwich, aber auch, wie etwas nicht petzen, was sie beobachtet haben usw. Strafen sind z.B. auf dem Fußboden essen oder hungern müssen, öffentliche Demütigungen, die Nächte lang durcharbeiten, körperliche Züchtigungen etc. Und ich bin immer noch bei den kleinen Kindern. Auch hat jeder zusätzlich zu diesen üblichen Pflichten eigene Aufgaben. Dann gab es noch Arbeitseinsätze, die ebenfalls zum Alltag gehörten, wie Steine aus dem eiskalten Fluß zu holen. Alle Arbeiten mußten den ganzen Tag über im Laufschritt erledigt werden. Die körperlichen Schäden, die die Kinder bei diesen Arbeiten davon trugen, wurden nicht behandelt, denn die Scientologen waren der Meinung, dass der Geist über die Materie herrsche und daher auf Schmerzen oder ein gebrochenes Knie keine Rücksicht genommen werden muß.

So gedrillt und wie ein Lagerhäftling bzw. Zwangsarbeiter behandelt und gleichzeitig indoktriniert, wurden die Kinder zu linientreuen Scientologen ohne eigene Meinung und eigenen Willen herangezogen. Den höher gestellten Scientologen wurde es verboten, Kinder zu bekommen. Aber die, die nun mal schon da waren wurden in dieses Lager gesteckt.

Am Anfang des Buches steht kurz umrissen, wie es zur Gründung der Scientology kam und was für Lehren und Dogmen Hubbart verkündet hat und bißchen was über die Stufen und worum es überhaupt geht. Haarsträubend abwegig und so bizarr, das man gar nicht glauben kann, dass das jemand ernst nimmt. Als er stirbt, heißt es auch nicht, er sei tot, sondern er habe "sich seines Körpers entledigt, da dieser ein Hindernis für seine Arbeit sei".

Das Buch ist trotz seines reißerischen Titels authentisch und sachlich geschrieben. Die Autorin schildert ihre Erlebnisse ohne große Emotionen, auch wenn sie (zunehmend gegen Ende des Buches) schreibt, sie sei z.B. wütend gewesen. Da Emotionen bei den Scientologen unerwünscht sind (es folgen Strafen, wenn man zeigt, dass man Angst hat oder traurig ist, dass man die Eltern oder Freunde nicht wiedersieht oder von seinem Freund oder Ehemann getrennt wird), und man muß in stundenlangen Sitzungen, in denen immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden, kundtun, was man in seinen vorherigen Leben verbrochen hat, da man im jetzigen Leben diesen Fehler (ein Gefühl zu haben /zu zeigen) begeht. So aufgewachsen, verlernt man natürlich, Gefühle wahrzunehmen und da, wo der Leser entsetzt ist, berichtet die Autorin ganz neutral, wie ihr Alltag aussah.

Ich fand das Buch sehr aufschlußreich und interessant und ich bin froh, dass sich die Autorin befreien konnte und den Mut aufgebracht hat, an die Öffentlichkeit zu gehen. Klare Leseempfehlung für alle, die sich für das Thema interessieren.

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Veröffentlicht am 28.01.2021

ganz nett

Darm mit Charme
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Ausführliche Infos für den Laien über Darm und Verdauung mit Illustrationen. So könnte man das Buch zusammen fassen. Es ist teilweise humorvoll, wobei es bei Weitem nicht an "Schau mir in die Augen. Kleines" ...

Ausführliche Infos für den Laien über Darm und Verdauung mit Illustrationen. So könnte man das Buch zusammen fassen. Es ist teilweise humorvoll, wobei es bei Weitem nicht an "Schau mir in die Augen. Kleines" herankommt (ein Buch über die Augen, Sehschärfen, Fachbegriffe etc, das so witzig ist, dass man laut lachen muß). Für mich als Krankenschwester größtenteils nichts Neues. Was ich dazu gelernt habe, waren die Kapitel über Darmbakterien und neuere Forschungen. Aber auch wenn ich dies interessant fand, habe ich nicht alles behalten können. Man kann dieses Buch lesen, muß es aber nicht. Den Hype verstehe ich nicht. Das Beeindruckenste fand ich die Autorin und die Illustratorin. Beide sehen total jung aus, haben aber bereits eine eindrucksvolle Karriere hingelegt.

Falls man nichts über Verdauung und Darm weiß und sich dafür interessiert, ist dies Buch sicher zu empfehlen. Die Infos sind für Laien leicht verständlich geschrieben und auch mit Bildern teilweise anschaulich aufbereitet (wobei man einige gar nicht braucht, wie z.B. Zeichnungen von Spargel oder Zwiebeln, wenn dies im Text erwähnt wird und andere nur dem Humor dienen sollen z.B. kämpfende Bakterien oder Antikörper). Leuten vom Fach bietet das Buch nicht viel Neues oder Wissenswertes, aber das mag jeder selbst beurteilen. (Das, was ich nicht wußte, fand ich jetzt auch nicht so interessant, also habe ich persönlich nicht davon profitiert und mehr als ein-, zweimal Schmunzeln war auch nicht drin).

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Veröffentlicht am 23.01.2021

spannende Zirkuswelt

Wasser für die Elefanten
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In den 30ziger Jahren schmeißt der durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfene Jacob das Examen zum Tierarzt. Noch unter Schock stehend landet er durch Zufall beim Zirkus. Dort ist man ihm zunächst ...

In den 30ziger Jahren schmeißt der durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfene Jacob das Examen zum Tierarzt. Noch unter Schock stehend landet er durch Zufall beim Zirkus. Dort ist man ihm zunächst feindlich gesinnt, behält ihn aber, da ein Tierarzt benötigt wird. Langsam wird er von einigen akzeptiert, aber er macht sich auch richtige Feinde, vor allem, als er sich verliebt. Hilflos muß er mitansehen, wie sowohl seine Angebetete als auch der einzige Elefant des Zirkuses unter seinem Boss zu leiden haben. Dann kommt es zu einer schicksalshaften Nacht.

Spannend geschrieben, schildert das Buch die Zirkuswelt der 30iger Jahre, als diese noch mit der Eisenbahn täglich von Stadt zu Stadt zogen. Diese Welt hat ihre eigenen Gesetze und Regeln. Wer nicht spurte, wurde aus dem Zug geworfen. Die Prohibition dagegen wurde ständig unterwandert. Die Schilderungen sind so gut, dass man die bunte Welt regelrecht vor Augen hat, aber auch der Hunger und die harte Arbeit wird deutlich. Mit viel Humor und Spannung ist dieses Buch wirklich lesenswert. Hoffe, der Film ist auch so gut. Bin schon sehr gespannt darauf.

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Veröffentlicht am 18.01.2021

superspannend

Schneewittchen muss sterben (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 4)
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Wow, was für ein spannendes Buch !

Nach 10 Jahren Haft kehrt Tobias in sein Heimatdorf zurück. Ihm wurden damals die Morde an zwei Mädchen zur Last gelegt. Das Dorf versucht ihn zu vertreiben mit allen ...

Wow, was für ein spannendes Buch !

Nach 10 Jahren Haft kehrt Tobias in sein Heimatdorf zurück. Ihm wurden damals die Morde an zwei Mädchen zur Last gelegt. Das Dorf versucht ihn zu vertreiben mit allen Mitteln. Als die Polizei wegen einer anderen Sache ermittelt, stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens und ein massives Lügengeflecht. Was genau ist damals geschehen und wer lügt warum.

Habe selten ein so packendes Buch gelesen, mit wirklich immer neuen überraschenden Wendungen, temporeich, authentischen Figuren und einer Handlung, bei der sich wahre Abgründe der menschlichen Seele auftun. Das Privatleben der Ermittler wurde auch nicht übermäßig ausgewalzt, sondern war OK. Ich hatte schon zwei Bücher der Autorin gelesen, die ich als eher zäh und langatmig empfand. Um so überraschter war ich von diesem Pageturner. Sogar, wenn ich arbeiten war, hat es mich nicht losgelassen und ich habe mich danach gesehnt, endlich weiterlesen zu können. Das habe ich selten bei einem Buch. Ein richtig spannender Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte.

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Veröffentlicht am 13.01.2021

spannend, aber etwas langatmig

Das Verderben
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Eigentlich sind es mehrere Krimis, die hier miteinander verwoben sind. Einige Teenager verschwinden, ein Kleinkind wird entführt, es geht um häusliche Gewalt und ein Polizist wird ermordet. Wexford ermittelt ...

Eigentlich sind es mehrere Krimis, die hier miteinander verwoben sind. Einige Teenager verschwinden, ein Kleinkind wird entführt, es geht um häusliche Gewalt und ein Polizist wird ermordet. Wexford ermittelt in alle Richtungen und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn ein Fall ihm besonders unter die Haut geht.

Die Charaktere sind gut beschrieben, das Buch liest sich flüssig und man möchte wissen, wie es weitergeht. Auch wenn es nicht dauerhaft spannend ist, so gibt es immer wieder spannende Handlungsstränge. Man hätte das Thema Häusliche Gewalt noch im Hinblick darauf vertiefen können, was in der geschlagenen Frau vorgeht, warum sie dies geschehen lässt, denn es ist ja viel vielschichtiger als nur "sie weiß nicht wohin" oder "sie steht dann mit den Kindern auf der Straße". Auf der anderen Seite finde ich das Buch an sich schon sehr lang (480 Seiten als Taschenbuch, vielleicht ist die E-Book Ausgabe schon gekürzt worden). Einiges ist sehr ausgewalzt worden und zieht sich in die Länge. Ich mag Krimis mit rasantem Tempo eigentlich lieber. Aufgrund der vielen verschiedenen Handlungsstränge und Fälle, ist das Buch weniger ein Krimi, als vielmehr ein Einblick in das Milieu und den Alltag der Polizeiarbeit, vor allem weil es immer um das gleiche Stadtviertel zu gehen scheint. Man hätte es kürzen können oder vielleicht 2 Krimis draus machen können (obwohl dann anders ermittelt worden wäre). Nicht, dass 480 Seiten zu lang wären, aber das Buch ist sehr langatmig und zieht sich Stellenweise etwas zäh dahin.

Da ich noch 400 Bücher auf dem SuB habe und in eine kleinere Wohnung ziehe und daher tüchtig aussortieren muß, werde ich das andere Buch der Autorin vom SuB nicht lesen. (sonst hätte ich es irgendwann getan). Daran sieht man, dass es mich nicht mitreißen konnte. Aber schlecht ist es auch nicht.

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