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Veröffentlicht am 19.04.2024

Südlich von Porto wird es spannend

Südlich von Porto wartet die Schuld
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Ria ist wieder zurück in Torreira, diesmal richtig. Sie darf nun offiziell als Polizistin arbeiten, denn sie hat den Schreibtischjob von der hochschwangeren Mariposa übernommen und einen Arbeitsvertrag. ...

Ria ist wieder zurück in Torreira, diesmal richtig. Sie darf nun offiziell als Polizistin arbeiten, denn sie hat den Schreibtischjob von der hochschwangeren Mariposa übernommen und einen Arbeitsvertrag. Ria wohnt aktuell noch bei Joao und Mariposa. Da das Paar bald zu dritt sein wird, ist es höchste Zeit, dass Ria endlich eine eigene Wohnung bezieht. So richtig motiviert zum Umziehen ist sie allerdings nicht.

Wer den ersten Band gelesen hat, ahnt, dass es Mariposa ohne Arbeit langweilig ist und sie nur darauf wartet, dass Ria bald in neuen Ermittlungen steckt, damit sie zurück an ihren Schreibtisch kann. Ihr Wunsch wird schnell erfüllt, der neue Fall kommt wie gerufen:

In einem Naturschutzgebiet in der Nähe wird ein toter Mann aufgefunden. Leider sind auch Klimaaktivisten vor Ort und lassen die Polizei und die Spurensicherung kaum ihre Arbeit tun. Erst als auch noch Comisario Joaquin Baptista erscheint, tritt Ruhe ein.

Baptista war überhaupt nicht erfreut, als er den Anruf von Ria bekam. Er wartete am Gericht missgelaunt auf den Beginn einer wichtigen Verhandlung und will nicht weg. Er könne noch lange warten, sagt Ria zu ihm, denn der Richter ist tot. Für Baptista ist sofort klar, dass der Angeklagte und seine Männer die Schuldigen sind, die den Richter töteten. Dass andere mögliche Motive und Täter in Frage kommen, lässt er nicht gelten, da ist er brutal stur. Ria ermittelt deswegen erstmal alleine in verschiedene Richtungen. Irgendwann kriegt Baptista sich dann doch ein, gemeinsam kommen sie besser voran.

Die beiden werden natürlich auch noch von Joao, Mariposa und Nuno unterstützt. Auch von anderen, die ich hier geheim halten möchte - jedenfalls gibt es Personen, die sich um Rias neue Wohnung kümmern, während sie "in Ruhe" ihren zweiten Fall südlich von Porto löst.

Im Gegensatz zum ersten Band war ich hier von der ersten Seite voll drin im neuen Fall, die Autorin schreibt diesmal sehr mitreissend, so dass man den Krimi am liebsten gleich am Stück lesen möchte. Der Fall ist zudem spannend, interessant eh durch die Einbezüge der Naturschützer und die bereits bekannten und nun neu entdeckten Verbrechen des Angeklagten. Die Mischung zwischen Rias Privatleben und den hitzigen Ermittlungen ist ebenfalls gelungen. Man merkt Ria an, dass sie in Deutschland als Kriminalkommissarin gearbeitet hat - ich warte richtiggehend drauf, dass sie ihr Trauma überwindet und bald auch südlich von Porto als offizielle Team-Partnerin von Baptista gleichberechtigt arbeiten wird.

Auch hier in "Südlich von Porto" sind die Kapitelüberschriften mit den Azulejos wieder ein optischer Hingucker, das ist mega schön gestaltet.

Fazit: Mit diesem zweiten Fall hat mich Mariana da Silva überzeugt - es ist definitiv eine Reihe, die richtig toll Spass macht und die ich weiter verfolgen will.
5 Punkte.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Lacroix ist Kult

Lacroix und die Frau in der letzten Metro
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Was für Nestor Burma (von Leo Malet) seine Zigaretten sind, ist für Commissaire Lacroix sein Café im Chai de l'Abbaye. Manchmal auch ein Glas Wein oder Bier, aber immer wenn er da ist, läutet auch das ...

Was für Nestor Burma (von Leo Malet) seine Zigaretten sind, ist für Commissaire Lacroix sein Café im Chai de l'Abbaye. Manchmal auch ein Glas Wein oder Bier, aber immer wenn er da ist, läutet auch das Telefon. Wohlgemerkt nicht seines, denn er besitzt nach wie vor kein Handy, sondern jenes vom Bistro. Oft wird er dort angerufen, obwohl er noch gar nicht da ist. So auch in seinem siebten Fall.

In einer Wohnung wird eine junge Frau tot aufgefunden und während Lacroix und sein Team noch im nahen Umfeld der Frau ermittelt, wird eine weitere blonde Frau tot aufgefunden. Die Polizei sucht nach Verbindungen - eine Gemeinsamkeit ist die späte Heimkehr der Frauen mit der Metro.

Die Ermittlungen kommen aber nicht so gut voran, denn es muss in alle Richtungen gedacht werden. Somit kommen auch einige Verdächtigte erst relativ spät ins Geschehen rein. Aber so funktioniert reale Ermittlungsarbeit auch. Lacroix Privatleben ist mit der Wahl seiner Frau zur Bürgermeisterin noch nicht durcheinander gekommen, daran wird sich wohl nicht viel ändern, denn Lacroix hat erstens seinen eigenen Kopf und zweitens ist sie ist stark daran interessiert, dass der Fall schnell gelöst wird, bevor es noch weitere Tote gibt.

Autor Alex Lépic spricht mit diesem Fall ein aktuelles Problem an: die Öffentlichkeit weiss, aufgrund Social Media und anderem, alles. Mir gefiel dieser siebte Fall gut, wie er ausgerollt und schlussendlich gelöst wird - und alles zwischendurch natürlich auch.

Lacroix ist für mich schon jetzt Kult, er kann bestens mit Nestor Burma (oder auch mit Maigret) mithalten. Mir gefällt an der Reihe, besonders auch in "Die Frau in der letzten Metro" die sehr real geschilderte Polizeiarbeit.

Fazit: Dieser siebte Fall ist interessant und unterhaltend - für mich könnten es noch mehr Seiten sein, denn die Bände sind einfach immer viel zu schnell ausgelesen.
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Bacchus wird sich freuen

Der Tote im Weinhang
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Ein Jahr nach dem genialen ersten Band liegt nun ein zweiter Fall für Commissario Andreotti und Sophia Lange vor. Ich war gespannt, wie der Autor in diesem Band Sophia Lange einbeziehen will, denn ihre ...

Ein Jahr nach dem genialen ersten Band liegt nun ein zweiter Fall für Commissario Andreotti und Sophia Lange vor. Ich war gespannt, wie der Autor in diesem Band Sophia Lange einbeziehen will, denn ihre Fähigkeiten als Geigenbauerin sind ja eher spezifisch.

Aber als Geigenbauerin kennt sie sich mit Holz aus, deshalb soll sie sich Weinfässer anschauen. Zuerst einmal jene, die Onkel Giacomo gekauft hat und mit denen etwas nicht zu stimmen scheint, denn sein Wein ist nach der Lagerung in diesen Fässern gekippt. Später schaut sie sich auch noch andere Fässer an, was wesentlich gefährlicher ist, da sie dann undercover unterwegs ist. Sozusagen im Auftrag von Commissario Andreotti.

Denn Weinfässer und -flaschen spielen aber auch in seinem aktuellen Fall eine wichtige Rolle. Der Tote, der nach dem örtlichen Weinfest in den Reben aufgefunden wird, hat eine spezielle Flasche bei sich. Ähnliche Flaschen schien der Tote zuvor noch verschenkt zu haben. War der Wein in seiner Flasche vergiftet oder weshalb musste der einst sehr bekannte Winzer sterben?

Als ob er mit den Ermittlungen nicht genug zu tun hat, taucht ein ehemaliger Kollege aus Rom auf und durch ihn erfahren wir endlich etwas aus Andreottis Vergangenheit in Rom, die im ersten Band nur angedeutet wurden.

Auch dieser zweite Band ist ein vergnüglicher Lesespass. Man fiebert mit Sophia mit; freut sich über Fedos Auftreten, dessen Frau bestohlen wurde, was doch zu einigem Schmunzeln führt; denkt über die klugen Weisheiten, die Guiseppe preisgibt, nach und würde sich auch gerne von Tante Martha bekochen lassen. Sogar mit dem Puppenspieler gibt es ein kurzes Wiedersehen.

Letztes Mal hingen die Geigen im Himmel, dieser Band wird Weingott Bacchus erfreuen. Es geht um den perfekten Wein, den man liebend gerne trinken würde und um den nicht trinkbaren Wein leider auch und natürlich um den toten Winzer, der zwischen den Reben lag. Es gibt einige Verdächtige, die alle einen Grund gehabt hätten, den Mann auszuschalten, und noch viel mehr Geheimnisse. "Der Tote im Weinhang" ist enorm spannend und unterhaltend zu lesen. Ich konnte den Band kaum aus der Hand lesen, weil ich dringend wissen wollte, wie es ausgeht.

Fazit. Mich überzeugte auch dieser zweite Band, der ebenso toll geschrieben ist wie der erste Band. Die Reihe hat bisher Hit-Potential. Gerne noch viel mehr davon in gleicher Unterhaltungs-Qualität!
4.5 Punkte.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Coco Chanel macht sich gut als Detektivin

Mademoiselle Coco und die Entführung des Picasso
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Die Modeschöpferin als Detektivin und erst noch von Michelle Marly, das hörte sich super interessant an - und war es auch.

Es ist Anfang der 1910er Jahre, als Coco Chanel noch nicht lange in Paris ist ...

Die Modeschöpferin als Detektivin und erst noch von Michelle Marly, das hörte sich super interessant an - und war es auch.

Es ist Anfang der 1910er Jahre, als Coco Chanel noch nicht lange in Paris ist und hier ein Hutatelier besitzt. Kleidung zeigt und verkauft sie in Deauville, in Paris erst nur Hüte, schneidert aber auf Auftrag auch in Paris Kleidung. Es ist zur Zeit des ersten Weltkrieges, Mode ist eher Nebensache, da Stoff und Material kaum vorhanden sind. Doch es gibt genügend noble Damen, die in Lazaretten und anderswo mithelfen und keine übliche Schwesterntracht anziehen wollen, sondern etwas, das "ihrem Stand entspricht". Die Arbeit geht Coco und ihren Angestellten trotz Krieg nicht aus.

Eine von Cocos Näherin benimmt sich aber auf einmal komisch, im Atelier wird gestohlen und kurz darauf wird der Sohn einer Kundin tot hinter Coco Chanels Atelier aufgefunden, die Umstände sind unklar. Später verschwindet auch noch eine von Cocos Bekannten, die Malerin Iréne Lagut - deren Verlobter, ein amerikanischer Millionär, befürchtet eine Entführung. Davon weiss die Polizei allerdings nichts, nur vom toten Mann im Hinterhof.

Dem Kommissar ist Coco Chanel schon einmal begegnet. Oder eher umgekehrt: sie ist ihm aufgefallen, als sie noch Gabrielle Chasnel hiess und in einem Varieté in Moulins als Sängerin auftrat. Ihr ist es peinlich, damit aufgezogen zu werden, fürchtet sie doch, dass man sie als Designerin nicht mehr ernst nehmen wird. Sie traut dem Kommissar deswegen auch nicht wirklich, sollte aber besser mit ihm zusammen arbeiten, dennoch beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln.

Coco Chanel wird von Michelle Marly so gezeichnet, wie man sie sich vorstellt. Neugierig und aufmerksam, aber auch bedacht darauf als Modemacherin zu gelten und der Haute Voléé zugehörig, obwohl sie aus der Arbeiterschicht stammt.

"Mademoiselle Coco und die Entführung des Picasso" ist am Ehesten unter dem Genre Cosy Krimi einzustufen. Es macht viel Spass, Coco Chanel zu begleiten. Ihr zuzuschauen, wie sie sich mit ihrem schönen Kostüm in ein Tramway setzt und sich hinter Bäumen und Zäunen (sinnbildlich zumindest) versteckt und Verdächtigen hinterher spioniert.

Mir waren es zwar fast ein bisschen zu viele miteingewebte Anekdoten der damaligen Künstlerwelt, aber insgesamt fand ich Coco als Ermittlerin toll und den Fall interessant. Coco macht sich gut. Ich wäre jedenfalls dabei, wenn sie wieder einmal ermitteln muss, denn beim Lesen dieses Bandes wurde ich auf gute Art und Weise humorvoll unterhalten.

Fazit: Ein interessanter Krimi, dazu Kultur und Mode - toll, Coco Chanel als Detektivin zu erleben!
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Könnte gut verfilmt werden

Tod zur See
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Der dritte "Franzi Mai und Kay Lorenz"-Band beginnt richtig explosiv. Während eines Festes und einer Live-Übertragung einer Jetski-Vorführung explodiert ein Jetski. Der Fahrer ist tot, Zuschauer wie Praktikant ...

Der dritte "Franzi Mai und Kay Lorenz"-Band beginnt richtig explosiv. Während eines Festes und einer Live-Übertragung einer Jetski-Vorführung explodiert ein Jetski. Der Fahrer ist tot, Zuschauer wie Praktikant Janis werden verletzt, die Aufregung ist gross.

Schnell wird klar, dass kein technischer Fehler dahintersteckt, sondern menschliche Absicht. Franzi, deren Rad am selben Abend geklaut wurde, beginnt gleich ihre Fragen zu stellen und trifft dabei auf jemanden, der in der Firma des Opfers gearbeitet hat und sie dahin bringt. Erstmal so als Kollegin, wobei sie einiges mehr erfährt als Kommissar Kay Lorenz. Dies bringt einmal mehr Schwierigkeiten mit sich, denn die Zusammenarbeit zwischen Kay und Janine auf der Polizei-Seite und Franzi und Janis von der Radio-Seite muss vor der Staatsanwältin geheim gehalten werden.

Privat läufts zwischen Kai und Franzi aktuell nicht so gut, Franzi nervt sich, wenn sie beruflich von Kai abgekanzelt wird und dann taucht auch noch Franzis Ex aus Hamburg auf. Am Ende vertragen sich Kai und Franzi nicht nur wieder und haben ihre Beziehung "geklärt", sondern der Fall ist auch grandios gelöst. Unter anderem auch deshalb, weil Franzi und Janis sich als "Problemlöser" bereits einen Namen gemacht haben.

Frauke Scheunemann tischt auch mit dem dritten Band einen spannenden und interessanten Fall auf. Die Figuren entwickeln sich von Band zu Band weiter, auch Janis, das gefällt mir. Ich war zwischenzeitlich bei einer bestimmten Person zwar kritischer als Franzi und hatte zudem jemanden anderen im Verdacht, Teil der "Bösewichte" zu sein, doch dem war dann nicht so. Ich mag es jedenfalls sehr, wenn ich miträtseln kann und diese Gelegenheit bietet die Autorin in ihrer Reihe gut an.

Besonders diesen Band könnte ich mir auch gut verfilmt vorstellen, so im Sinne von "Soko Usedom". Es ist immer etwas los, die Szenen wechseln sich gut ab, und das Buch ist schneller ausgelesen als man dachte.

Fazit: Unterhaltender dritter Band dieser Reihe.
4 Punkte.

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