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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2024

Photovoltaik kann jeder!

Balkonkraftwerk
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Gestaltung:
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Das Cover zeigt ein typisches Balkonkraftwerk. Die Beschriftung ist passend zum Thema in leuchtendem Orange hinterlegt. Das fällt ins Auge und verdeutlicht das Anliegen sehr ...

Gestaltung:
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Das Cover zeigt ein typisches Balkonkraftwerk. Die Beschriftung ist passend zum Thema in leuchtendem Orange hinterlegt. Das fällt ins Auge und verdeutlicht das Anliegen sehr gut. Im Laden wäre es mir aufgefallen, vor allem weil die Farben auffällig und frisch wirken.

Inhalt:
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Der Autor ist ehemaliger F.A.Z.-Redakteur und befasst sich schon seit Jahren mit dem Thema Photovoltaik und Solarenergiegewinnung.Nachdem er eine gewisse Expertise auf diesem Gebiet entwickelt hat, hat er nun dieses Buch geschrieben. Das Thema Balkonkraftwerk, auch Mini-Photovoltaik-Anlage genannt, wird hier verständlich für bisherige Laien erklärt. Dabei geht er darauf ein, wie Photovoltaik funktioniert, welche Vor- und Nachteile dahinter stecken, erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und gibt viele Tipps zur Montage und zum Betrieb einer solchen Anlage.

Mein Eindruck:
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Mir gefiel sowohl der gut strukturierte Aufbau als auch die sachliche und verständliche Sprache. Zwar merkt man dem Buch an, dass Solarenergie ein Herzensanliegen des Autors ist, aber er geht ebenso auf mögliche Nachteile ein und begründet anhand von Fakten, warum eine solche Anlage nützlich ist.
Statistiken und technische Erläuterungen werden mit vielen Bildern verdeutlicht. Besonders bei den technischen Zusammenhängen waren die Abbildungen hilfreich, um die Beschreibungen besser zu verstehen. Es werden alle wichtigen Facetten des Themas beleuchtet, sodass man am Ende der Lektüre direkt starten kann. Hierzu sind vor allem die QR-Codes sehr hilfreich, die zu Anleitungsvideos oder ausführlicheren Quellen zu bestimmten Aspekten führen. Auch die Checklisten im Anhang bieten gute Unterstützung für Entscheidungen.
Als einziges Manko empfinde ich die Schrift, die für meinen Geschmack etwas zu klein und daher anstrengend zu lesen ist. Ansonsten ist dieses Buch ein gelungener Rundumschlag zum Thema Balkonkraftwerk, das jeden Interessierten befähigt, sich eine Meinung zu bilden und bei Bedarf sofort mit der Umsetzung zu beginnen.

Fazit:
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Gelungene Einführung in das Thema Mini-Photovoltaik-Anlage, mit deren Hilfe jeder Interessierte sofort loslegen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2024

James Spencer und die Zeitschleife

Death. Life. Repeat.
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Inhalt:
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Der Teenager James Spencer interessiert sich mehr fürs Feiern als fürs Lernen und besonders seit dem Unfalltod seiner Mutter vor einem Jahr versucht er, sein Leben mit Alkohol zu ...

Inhalt:
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Der Teenager James Spencer interessiert sich mehr fürs Feiern als fürs Lernen und besonders seit dem Unfalltod seiner Mutter vor einem Jahr versucht er, sein Leben mit Alkohol zu betäuben.Nur widerwillig geht er zur Feier seines besten Freundes Anthony, die just am Gedächtnistag seiner Mutter stattfindet. An diesem Abend wird er Zeuge, wie seine Mitschülerin Clara Hart aus dem Zimmer von Anthony torkelt, auf der Straße von einem Auto erfasst wird und stirbt.
Doch am nächsten Morgen wacht James auf und der Tag beginnt erneut - immer und immer wieder!
Jeden Tag versucht James, etwas zu verändern, um aus der Zeitschleife herauszukommen. Dabei ändert er jedes Mal das Ergebnis, aber ohne es direkt zu merken, auch sich selbst. Doch was ist der Schlüssel, um sein Leben weiter fortsetzen zu können?

Mein Eindruck:
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»Wie James richtig hervorhebt, eine der Vorstellungen, welche Nietzsche uns gegeben hat – neben vielen weiteren – war das Konzept von einer ewigen Wiederkunft – die Vorstellung, dass dieses Universum und unsere Leben sich in identischer Art für eine unendliche Zahl wiederholen.

Hierbei handelt es sich selbstverständlich nicht um eine Wahrheit, sondern um ein Gedankenexperiment. Wenn es wahr wäre, würden wir mit Freude oder Verzweiflung reagieren?
Würden wir das Leben bejahen oder ablehnen? Und wenn wir gezwungen wären, unsere Leben immer und immer wieder zu erleben, was würde dies für unsere moralischen Entscheidungen bedeuten?« (S. 38f.)

Ich gehöre nicht mehr zur eigentlichen Young-Adult-Zielgruppe des Buches und sowohl das schrille Cover als auch die trist klingende Beschreibung haben mich erst abgeschreckt. Des Weiteren war mir James mit seinem starken Alkoholkonsum und seiner "Alles-egal"-Einstellung anfangs sehr unsympathisch. Dennoch las ich die Leseprobe und kam ab da nicht mehr los von diesem Roman.
Die Handlung beginnt mit einem der Tode von Clara Hart und der Anspielung darauf, dass dies noch häufiger passiert. Sofort möchte man wissen, wie es dazu kam und auf welche Weise sich der wiederkehrende Tag verändert. An jedem Wiederholungstag entscheidet sich James in jeweils anderen Momenten anders und es ist spannend, auf welche Art er den Tag dadurch beeinflusst. Zudem erfährt er so mehr über seine Freunde und Mitschüler sowie natürlich über Clara. Aber letztendlich geht auch eine Veränderung in ihm vor. Er übernimmt mehr Verantwortung für sein Leben.


Das Thema "Nietzsche und die Lebensbejahung", das im Roman durch James' Philosophielehrer immer wieder thematisiert wird, kannte ich noch nicht. Ich finde die Umsetzung dieses Gedankenexperimentes jedoch für die jugendliche (und erwachsene) Zielgruppe hier sehr gelungen.
Themen wie Drogenmissbrauch, sexueller Missbrauch sowie Mobbing unter Jugendlichen werden in diesem Roman alle verarbeitet. Menschen, die hier empfindlich sind, sollten ihn besser nicht lesen. Ich empfand es nicht als so heftig aufgrund des Sprachstils, der konkrete und ausführliche Beschreibungen unterließ, sondern eher Andeutungen machte.
Mit der Zeit wurde mir James sympathischer und die Auflösung am Ende hat mir sehr gut gefallen. Da die Handlung ausschließlich in der Ich-Form, aus der Gedankenwelt des Protagonisten erzählt wird, kann man seine Gedanken und Gefühle unmittelbar miterleben.
Ein Buch wie ein Rausch - im positiven Sinne!

Fazit:
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Nietzsches Gedankenexperiment der ewigen Wiederkunft für eine jugendliche Zielgruppe spannend und emotional umgesetzt

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2024

Toller Auftakt für die Geisterhelfer!

Die Geisterhelfer – Traue sich, wer kann!
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Gestaltung:
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Das Cover mit Leuchteffekt ist wirklich klasse! Ich hatte es die ganze Nacht auf dem Beistelltisch. Es hat bis zum frühen Morgen geschimmert und sah dabei leicht gruselig ...

Gestaltung:
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Das Cover mit Leuchteffekt ist wirklich klasse! Ich hatte es die ganze Nacht auf dem Beistelltisch. Es hat bis zum frühen Morgen geschimmert und sah dabei leicht gruselig aus. Aber auch bei Tag macht es einen guten Eindruck: eine schöne Mischung aus Humor und Grusel. Als Hardcover ist das Buch ein Schmuckstück im (Kinder-)Buchregal.

Inhalt:
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Der 10-jährige Leo ist eher ein ängstliches Kind, vor allem die Dunkelheit macht ihm Angst und aufgrund seiner Schüchternheit hat er keine Freunde.Als er dann mit seinem älteren Bruder Vincent und seinen Eltern umzieht, sind die ersten Tage in der neuen Klasse nicht so schön. Besonders unangenehm wird es für Leo, als mitten im Fußballspiel mit neuen Mitschülern der Ball über den Zaun auf einen Friedhof fliegt und Leo ihn holen muss - und das im Dunkeln! Als wäre das nicht schlimm genug, sprechen ihn auf dem Friedhof auch noch drei Geister an und bitten ihn um Hilfe: Er soll sie und den Friedhof von einem Unruhegeist befreiten. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Zumal der Unruhegeist noch etwas zu erledigen hat und Leo der Einzige ist, der die Geister sehen und hören kann. Aber zum Glück begegnet er der netten, aber etwas seltsamen und stets in Schwarz gekleideten Antonia aus der Nachbarschaft. Wird es den beiden gelingen, den Geistern zu helfen? Und wird Leo endlich Freunde finden?

Mein Eindruck:
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Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren geschrieben, und viele dürften sich in Leo und seiner Schüchternheit wiederfinden. Die Handlung ist aus der Ich-Perspektive von Leo geschrieben und von seinem oft trockenen Humor gezeichnet. Das hat mir sehr gut gefallen. Der Sprachstil und die Kürze der Kapitel eignen sich sehr gut für geübte Grundschulkinder oder für Jüngere zum Vorlesen. Wobei die Geschichte so lustig, spannend und unterhaltsam geschrieben ist, dass auch ich als Erwachsene meinen Spaß hatte. Die Kapitel enden oft mit einem Cliffhanger und schon aufgrund ihrer Kürze laden sie zum Weiterlesen ein. So habe ich dieses Buch in einem Rutsch verschlungen. Anschließend habe ich es meiner 10-jährigen Tochter in den abendlichen Stunden vorgelesen und das Aufhören jeden Abend fiel schwer, da sie genauso mitgerissen war.
Auch die Illustrationen haben uns gut gefallen. Es gibt viele Schwarz-Weiß-Grafiken über das gesamte Buch verteilt, durch die man sich die Handlung und ihre Personen noch besser vorstellen konnte.
Uns gefiel gut, dass zum einen eine neue Sicht auf das Geisterthema eingewoben wurde, aber auch, dass Themen wie Angstüberwindung und Freundschaft mit verarbeitet wurden.
Wir fiebern jetzt schon der Fortsetzung entgegen!

Fazit:
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Gelungene Mischung aus Freundschafts- und Abenteuergeschichte, gewürzt mit leichten Prisen von Grusel und Humor

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2024

Tiefe Einblicke in staatsanwaltliche Tätigkeiten

Digital. Kriminell. Menschlich.
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Cover:
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Das Titelbild wirkt nüchtern, die Staatsanwältin Jana Ringwald lächelt verhalten in die Kamera, schaut den Betrachter aber direkt an. Der Hintergrund ist eher düster gehalten, was ...

Cover:
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Das Titelbild wirkt nüchtern, die Staatsanwältin Jana Ringwald lächelt verhalten in die Kamera, schaut den Betrachter aber direkt an. Der Hintergrund ist eher düster gehalten, was zum Titel passt. Als Hardcover ist das Buch wertig verarbeitet.

Mein Eindruck:
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"Wir treten erst in Aktion, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wir können zwar nicht mitgestalten, wenn es um Prävention, Werte- und Sozialarbeit geht. Wir sind auch nicht konstruktiv im Transformationsgeschäft in Wirtschaft und Gesellschaft. Aber wir sind die Aufräumer für Abräumer im Darknet. Cyberstaatsanwälte sind Pioniere des technologischen Wandels, die kriminelle Businessmodelle auf Basis kreativer Geldgier verfolgen und austrocknen. Denn der Spur des Geldes folgen wir noch immer. Und sammeln dabei Kryptomillionen ein." (S. 193)

Die (Cyber-Staatsanwältin Jana Ringwald erzählt in diesem Buch, wie sie von einer gewöhnlichen Staatsanwältin zur Cyberstaatsanwältin wurde, was sie in ihrem Job antreibt, gibt tiefe Einblicke in die Arbeit der Staatsanwaltschaft und einige Highlights ihrer Fälle preis.

Das Buch ist in mehrere Kapitel eingeteilt, die verschiedene Aspekte des Berufs Staatsanwalt beleuchten. Die drei im Titel beschriebenen Facetten spiegeln sich dabei wider.
Die Sprache empfand ich als angenehm. Frau Ringwald war mir sehr sympathisch, sie hebt sich selbst als Staatsanwältin nicht auf einen hohen Sockel, sondern betont immer wieder, dass viel Fingerspitzengefühl, Empathie, aber vor allem auch Zuhören und Zusammenarbeit im Team mit den Fachexperten bedeutend sind, um ihre Arbeit erfolgreich durchführen zu können. Zudem drückt sie Tätern per se keinen Stempel des "Schurken" auf, sondern betrachtet differenziert, wer und aus welchen Gründen zum (Cyber-)Straftäter werden kann.
Dabei geht sie immer wieder auf ihre "normale", d. h. nicht in der digitalen Welt stattfindende Ermittlungsarbeit ein. Wichtige Rechtsbegriffe sowie Begriffe im Kontext von Cybercrime werden gut verständlich auch für Laien erklärt. Zumindest war dies mein Empfinden, allerdings habe ich beruflich ein paar Vorkenntnisse auf beiden Gebieten erworben.
Daher las sich das Buch für mich auch insgesamt sehr verständlich. Die Autorin nutzt häufig lange und verschachtelte Sätze wie viele Juristen. Ich komme damit gut klar, andere Leser haben hier eventuell Probleme.
Besonders spannend fand ich ihre Fälle und die Hintergrundinformationen auf dem Gebiet der Cyberkriminalität. Allerdings kamen mir diese im Verhältnis zur sonstigen rechtsstaatlichen Tätigkeit etwas zu kurz. Der Titel hat hier ein wenig falsche Erwartungen geweckt. Vielleicht hätte man das "Cyber" besser eingeklammert.
Auch fehlte mir der rote Faden ein wenig. Innerhalb der Kapitel wurde immer wieder auf ein anderes Thema gesprungen und manchmal erschloss sich beim Lesen nicht direkt, warum dieser Sprung nötig war bzw. welchen Kontext er zum Inhalt hatte. Das war etwas anstrengend.
Insgesamt ist dieses Buch jedoch sehr informativ und unterhaltsam geschrieben. Ich sehe unsere Staatsanwaltschaft mit neuen Augen und habe einiges dazu gelernt.

Fazit:
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Aufschlussreiches und unterhaltsames Buch über die Tätigkeit einer deutschen Cyberstaatsanwältin, bei dem das Cyber-Thema etwas zu kurz kam

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Generationenübergreifende Freundschaftsgeschichte

Der Bademeister ohne Himmel
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Obwohl das Bild mit einer Person im Schwimmbecken passend zum Titel ist, wirkt es auf mich eher unscheinbar, ich hätte das Buch im Regal unbeachtet gelassen. Als Hardcover ...

Gestaltung:
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Obwohl das Bild mit einer Person im Schwimmbecken passend zum Titel ist, wirkt es auf mich eher unscheinbar, ich hätte das Buch im Regal unbeachtet gelassen. Als Hardcover mit Lesebändchen ist es sehr hochwertig gestaltet.

Inhalt:
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Linda ist 15 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter alleine in einer Wohnung, seit der Vater die Familie verlassen hat.Ihr Leben scheint perspektivlos, vor allem die Schule bereitet ihr Probleme. Daher spielt sie häufig mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen, indem sie vor ein Auto läuft. Die einzigen, die sie davon abhalten, sind ihre Freunde Kevin und Hubert.
Kevin ist etwas jünger als Linda, lebt ebenfalls alleine mit seiner Mutter. Er ist sehr intelligent und macht sich über die Zukunft der Welt Gedanken. Darüber, dass ihn seine Klassenkameraden nicht verstehen, verzweifelt er oft. Aber in Linda findet er eine verständnisvolle Zuhörerin.
Hubert ist ein älterer Herr, der im gleichen Haus lebt und an Demenz erkrankt ist. Linda wird von dessen Tochter beauftragt, jeden Tag für ein paar Stunden nach ihm zu sehen, damit seine polnische Pflegerin entlastet ist. Hubert war früher Bademeister und in Gedanken ist er dies häufig immer noch. Wider Erwarten freundet sich Linda mit dem alten Mann an und findet dadurch eine neue Perspektive für ihr eigenes Leben. Und dann passiert etwas, mit dem niemand gerechnet hätte...

Mein Eindruck:
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"Hubert, Ewa und ich, wie soll ich das erklären? Ich kann nicht sagen, dass wir beste Freunde sind, das wäre übertrieben. Wir spüren einander. Wir sind wie Wellen, die ineinander- oder zumindest zueinanderfließen, oder wie dieses Kinderspiel mit den Händen. Die eine Hand wird auf die oberste Hand gelegt, die unterste Hand wird weggezogen und wieder auf die oberste gelegt und so weiter. Gefühle, Stimmungen, Gesten stapeln sich. Mal liegt Huberts Knurren obenauf, mal Ewas Landeshymne, mal mein Humor." (S. 98)

Offen gestanden hätte ich den Roman aufgrund des Titelbildes und dem Klappentext nie gelesen. Die angesprochenen Themen ließen mich vermuten, dass das Buch meine Stimmung in den Keller ziehen würde. Aber per Zufall hörte ich hierzu eine Kritik im Radio und wurde neugierig.
Und dann hat das Buch von der ersten Zeile an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Ich habe es in einem Rutsch verschlungen und war nachdenklich, aber nicht traurig. Man merkt, dass die Autorin sich mit demenzkranken Menschen beschäftigt, aber auch in die Gefühlslage von Teenagern kann sie sich gut hineinversetzen. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Linda erzählt und ich mochte ihren trockenen, manchmal makaberen Humor. Sie fühlt sich unverstanden, wie so viele Teenager, aber bei Hubert kann sie so sein, wie sie ist. Durch Huberts eigene Realität lernt sie, die Welt und ihre Lebensmomente neu zu bewerten und zu schätzen. Sie kümmert sich sehr liebevoll um Hubert, das habe ich an ihr bewundert. Auch Ewa, die polnische Pflegekraft, ist mir mit ihren Backkünsten und ihrer mütterlichen Art beim Lesen sehr ans Herz gewachsen.
Das Leben spielt so, wie es spielt, und ab der Hälfte des Buches hatte ich eine leichte Ahnung, worauf das Ganze hinauslaufen würde. Und sie wurde größtenteils bestätigt. Dennoch oder gerade deswegen ist das Buch ab der zweiten Hälfte nicht langweilig gewesen, denn schließlich wollte ich die konkrete Lösung wissen. Und letztendlich genoss ich bis zum Ende die Sprache und die Entwicklung der Personen. Ich habe nur ungern das Buch beendet, gerne hätte ich weitergelesen und wäre in Lindas Gedankenwelt verblieben. Ich bin positiv überrascht vom Roman-Debüt der Autorin und hoffe, dass sie noch weitere Geschichten in diesem Stil schreibt.

Fazit:
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Eine poetische Geschichte - mal nachdenklich, mal mit Humor - über Freundschaft, Demenz und die Herausforderungen des Älterwerdens.

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