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Veröffentlicht am 26.06.2026

4 Schwestern, eine tot

Beth is dead
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Gestaltung:
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Das Cover in den Farben Pink und Rot ist schon sehr auffällig. Auf den ersten Blick hätte man jedoch eher einen Frauenroman erwartet als einen Thriller, wenn da die Blutspur nicht wäre ... ...

Gestaltung:
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Das Cover in den Farben Pink und Rot ist schon sehr auffällig. Auf den ersten Blick hätte man jedoch eher einen Frauenroman erwartet als einen Thriller, wenn da die Blutspur nicht wäre ... Auf jeden Fall ist es ein Eyecatcher!

Inhalt:
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Die vier Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy March wachsen behütet in Concord (Massachusetts/USA) auf. Ihr Vater ist Schriftsteller und hat ein Buch über sie verfasst, das gleichnamig ist mit dem von der Autorin Louisa May Alcott: "Little Women". Doch im Roman lässt er Beth sterben. Daraufhin erhält er Morddrohungen und taucht ab. Beth hingegen muss sich erklären, warum sie in der Realität am Leben ist. Doch eines Nachts wird Beth tot aufgefunden: War es Unfall, Suizid oder Mord?
Die Polizei vermutet letzteres und plötzlich steht jeder unter Verdacht.

Mein Eindruck:
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"Mein aktuelles Leben wäre Stoff für den perfekten Roman: Vier Schwestern. Ein Mordfall. Polizeiliche Ermittlungen. Abstoßend! Ich hasse mich selbst dafür, diese Idee auch nur angedacht zu haben, und schleudere das Notizbuch jetzt mit aller Kraft gegen die Wand. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich total traumatisiert bin. Das ist ja nicht normal. Mit mir stimmt wirklich irgendwas ganz massiv nicht, weil mir auf einmal sogar eine Idee für den Titel durch den Kopf schießt … Beth is Dead." (S. 64)

Der Roman ist in zweierlei Hinsicht besonders. Das eine ist, dass er viele Parallelen zu dem in der Erzählung genannten Buch "Little Women" hat. Die Autorin hat exakt die Namen der Schwestern und auch vieler anderer Personen aus dem Klassiker übernommen, auch die Charaktereigenschaften und der Wohnort sind gleich geblieben. Hinzugekommen ist das Kriminalelement um den Tod von Beth.

Und hier kommen wir zur zweiten Besonderheit: Die Handlung wird sowohl auf zwei Zeitebenen (vorher, nachher) als auch aus den vier Perspektiven der Schwestern abwechselnd erzählt. Dieses Konstrukt ist meines Erachtens der Hauptgrund, weswegen der Roman einen so zu fesseln vermag.
Jede Schwester und auch jeder ihrer Freunde hat seine Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen und das Puzzle vervollständigen. Aber wer ist der Mörder oder die Mörderin?
Ich hatte zwar eine Ahnung ab der Hälfte des Buches, aber der Showdown war dann doch sehr spannend. Dennoch war das Ende mir einen Tick zu kitschig.
Für einen Thriller hat das Buch mir an einigen Stellen zu viele Längen und zwischenmenschliche Banalitäten eingebaut. Aber es war mal eine andere Form der Hommage an einen Klassiker, der durch den Genrewechsel bei mir punkten konnte.

Fazit:
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Krimidrama als Hommage an bekannten Klassiker mit Sogpotenzial, aber kein Thriller

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Wie entgleitet ein Leben?

Solange ein Streichholz brennt
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Gestaltung:
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Das Streichholz auf dem Cover passt gut zum Titel. Die Farbgestaltung mit den dunkelblauen und orange-roten Tönen empfand ich jedoch als etwas langweilig. Es wirkte auf mich altmodisch. ...

Gestaltung:
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Das Streichholz auf dem Cover passt gut zum Titel. Die Farbgestaltung mit den dunkelblauen und orange-roten Tönen empfand ich jedoch als etwas langweilig. Es wirkte auf mich altmodisch. Im Laden wäre ich an dem Buch vorbeigegangen.

Inhalt:
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Alina Alev ist Moderatorin bei einem Fernsehsender. Nach einem vielversprechenden Berufsstart fürchtet sie um ihren Job, da der Sender Sparmaßnahmen vornimmt. Da kommt ihr das Angebot eines Kollegen sehr recht, der mit ihr eine neue Fernsehshow über Obdachlose machen möchte. Titelvorschlag: "Wie entgleitet ein Leben".
Bei ihrer Suche nach geeigneten Interviewpartnern begegnet sie Bohm, der seit 5 Jahren auf der Straße lebt. Anfangs weigert er sich, doch dann zwingen ihn bestimmte Umstände, bei der Show mitzumachen.
Zum Kennenlernen spielen sie das Spiel, bei dem der eine solange wahrheitsgemäß auf Fragen des anderen antworten muss, solange ein Streichholz in der Hand des anderen brennt. Im Laufe der Zusammenarbeit kommen sich Alina und er näher. Dabei verschwimmt das Berufliche und Private immer mehr und Bohm kann seinen Geheimnissen nicht mehr länger ausweichen.

Mein Eindruck:
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"Bohms Pritschennachbar, ein alter Herr mit dünnen Haaren, das Gesicht narbig wie geplatzter Asphalt, trank Hochprozentiges aus einer Glasflasche, obwohl Alkohol in der Unterkunft verboten war. Ein dicker Tropfen rann ihm über das Kinn, den er sich mit einem Ärmel abwischte. Seine Augen schimmerten wässrig gelb, die rote Nase stand im Kontrast zu seinen fahlen Wangen. Suff hatte viele Farben."(S. 17)

Die Geschichte ist abwechselnd aus Bohms und Alinas Sicht geschrieben. Dadurch kann man sich gut in die Protagonisten einfühlen. Mir fällt es dennoch schwer, den Roman treffend zu beschreiben. Auf der einen Seite hatte er eine Sogwirkung auf mich. Es passieren viele Dinge und oft bleibt man bei einem Cliffhanger am Ende des Kapitels zurück, sodass man unbedingt weiterlesen muss. Zudem möchte man wissen, welches Geheimnis Bohm hat und weshalb er auf der Straße lebt.
Hinzu kommt noch eine sich langsam anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden und ein Teil von mir wollte, dass sie gut ausgeht und so habe ich immer mitgelitten, wenn die beiden aneinander vorbei geredet haben oder sich aufgrund von Missverständnissen voneinander entfernt haben.
Ein Teil von mir mochte Bohm. Es spricht für ihn, dass er sich für den streunenden Hund so einsetzt. Auf der anderen Seite konnte ich seine Handlungen nicht nachvollziehen, weshalb er auf der Straße gelandet ist und weshalb er mit seinem alten Leben keinen Kontakt mehr wollte.
Alina indes verkörpert die typische junge, aufstrebende Journalistin, die durch Social Media bekannt geworden ist, dann aber in die Medien-Realität zurückgeholt wird. Ebenso klischeehaft ist ihr Kollege, der ihr die Fernsehshow anbietet. Nach außen ist er attraktiv und freundlich, aber privat eher das Gegenteil. Dass der Fernsehsender einen sehr ähnlich lautenden Namen wie ein bekannter privater Sender in Köln hat, ist sicher auch kein Zufall.
Auf der einen Seite macht der Roman nachdenklich über den Umgang mit Menschen im TV und auch, wie schnell ein Leben entgleiten und man obdachlos werden kann. Auf der anderen Seite wirkt der Fall Bohm sehr stark konstruiert und nicht authentisch auf mich. Ich denke auch nicht, dass Bohm ein Prototyp für ein Obdachlosenschicksal ist. Dennoch berührte mich die Geschichte und vielleicht sollte man öfter mit Obdachlosen ins Gespräch gehen, anstatt an ihnen vorbei zu gehen mit gesenktem Kopf, auch wenn nicht immer eine positive Begegnung daraus entstehen wird.
Am Schluss steht noch eine Playlist, mit deren Hilfe man sich auch im Nachgang noch in die passende Stimmung versetzen kann.

Fazit:
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Kischeehafter Roman, der jedoch Stoff zum Nachdenken über unsere Gesellschaft, Medien und dem Umgang mit Obdachlosen liefert.

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 26.06.2026

Wenn Du denkst, es geht nicht mehr ...

Pina fällt aus
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Mein Eindruck:
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"Und dann kommt eine Frage in ihm auf, die auf den ersten Blick ungeheuerlich klingt, aber vielleicht liegt das auch daran, dass er sich so oft nicht als Teil dieser Welt fühlt, ...

Mein Eindruck:
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"Und dann kommt eine Frage in ihm auf, die auf den ersten Blick ungeheuerlich klingt, aber vielleicht liegt das auch daran, dass er sich so oft nicht als Teil dieser Welt fühlt, sondern als außenstehender Beobachter. Die Frage lautet: Diese soziale Kälte, von der alle reden. Bin das vielleicht auch ich?" (S. 71)

Dieses Buch ist wirklich etwas ganz Besonderes: Es ist warmherzig geschrieben und dadurch, dass die Sichtweisen aller Beteiligten mit Ausnahme der von Leo geschildert wurden, kann man sich in alle gut hineinfühlen.
Da ist einmal die 86-jährige Inge Russeck, die seit dem Tod ihres Ehemannes und vieler Freundinnen keinen rechten Lebensantrieb mehr hat. Dann ist da Alina, genannt Zola. Sie ist 16 Jahre alt, von der Schule verwiesen und zockt die meiste Zeit. Jegliche Bemühungen ihres Vaters, ihr einen Ausbildungsplatz zu vermitteln, scheiterten bisher. Sie ist frustriert, wenig selbstbewusst und hat eine Menge Wut in sich. Und dann ist da Woijtek, der sich einsam fühlt und nur, um einer Frau zu imponieren und Kontakt zu ihr als Händlerin zu haben, bestimmte Figuren sammelt, die ihn eigentlich gar nicht interessieren. Nach und nach lernt diese Zweckgemeinschaft, einander zu schätzen und wird so etwas wie eine Familie für Leo. Sie nennen sich scherzhaft "Drei schräge Vögel für Leo".
Und das trifft auch den Kern des Romans: Er ist schräg - und gleichzeitig wunderbar! Zum einen ist Leos Gedankenwelt für einen Außenstehenden seltsam und trotzdem, oder gerade deshalb vermag er das Wesentliche mit seinen einfachen Kommentaren auf den Punkt zu bringen und den Leser manchmal auch zum Schmunzeln zu bringen, aber auch zum Nachdenken. Dies ist eine andere Erzählung von Inklusion. Eine Inklusion, die durch Zufall entsteht und doch funktionierte. Eine Lebensgeschichte, die vielleicht unrealistisch klingt, aber doch realistisch sein könnte. Eine Geschichte, die Menschen aus unserer Regierung lesen sollten, die aktuell mit Sparmaßnahmen für Menschen wie Leo drohen. Aber natürlich auch eine Geschichte für alle Menschen. Es ist eine Geschichte, die Mut macht, dass Inklusion keine Maßnahme ist, die in irgendwelchen Einrichtungen isoliert stattfindet. Sie sollte Teil der gesamten Gesellschaft sein und jeder von uns ist dazu aufgerufen, sich seine Gedanken zu machen, um seinen Teil beizutragen. Es ist aber auch eine Geschichte über die soziale Vereinsamung in unserer Gesellschaft, durch Alter, Social Media etc.
Auch wenn die Figuren in diesem Roman mit viel Mut, Zufall und manchmal auch absurden Ideen aktiv werden, so kann sich jeder Leser von den Charakteren eine Scheibe abschneiden und lernen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sein Leben in die Hand zu nehmen.
Und auch Pina erfährt eine positive Entwicklung. Sie verkörperte den Prototyp einer Mutter, an der alles hängt, die alles perfekt machen will, aber letztendlich daran zerbricht. Am Ende merkt sie, dass es auch anders gehen kann. Manchmal braucht es einen radikalen Schicksalsschlag, der ein Leben verändern kann, auch zum Positiven. Dass es genauso kommt, erscheint in der Realität sehr unwahrscheinlich. Aber es gibt immer Hoffnung auf das scheinbar Unmögliche!

"Wojtek hat bislang geglaubt, dass es eine Normalität gibt. Dass es einen Normalmenschen gibt, der normale Dinge tut, sagt und denkt. Aber das war, bevor er wusste, dass Zola von zu Hause rausgeflogen ist, weil sie den Familienfrieden gestört hat. Oder dass Inge mit einem Formular beweisen muss, dass sie am Leben ist. Bevor er erlebt hat, wie Leo aus dem Bus rausgebrüllt wurde. Vielleicht gibt es keine Normalität. Vielleicht wird ganz schön viel Mist im Namen dieser Normalität gemacht, weil alle so furchtbar viel Angst davor haben, nicht normal zu sein." (S. 130)

Und nicht zuletzt ist dieses Buch einfach toll, weil in den Gedanken der Figuren so viele wahre Dinge poetisch auf den Punkt gebracht wurden. Ich habe diesen ruhigen, sehr tiefsinnigen Roman sehr genossen!

Fazit:
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Ein warmherzig geschriebener Roman über soziale Einsamkeit, Inklusion und Hoffnung in scheinbar ausweglosen Situationen

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Auftakt neuer Reihe über die Ururgroßmutter

Der Gesang der See
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Das Cover ist sehr atmosphärisch: Ein Bild einer jungen Frau im altmodischen Kleid. Sie schaut auf das weite, offene Meer und lauscht dem Wellenklang. Es passt optisch gut zum ...

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Das Cover ist sehr atmosphärisch: Ein Bild einer jungen Frau im altmodischen Kleid. Sie schaut auf das weite, offene Meer und lauscht dem Wellenklang. Es passt optisch gut zum Titel und ist ähnlich zu denen der Großmutter-Trilogie der Autorin.

Inhalt:
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»Es ist nun mal so, dass Frauen und Männer ungleich geschaffen wurden. Männer haben zum Beispiel bessere Voraussetzungen, um sich um die Geschäfte zu kümmern, während Frauen den Männern weit überlegen sind, was Kindererziehung und Haushalt angeht«, begann Wiig. (S. 192)

Kristiane wächst auf einer norwegischen Fischerinsel auf. Der Vater ist Lotse. Als er stirbt, verspricht Kristiane ihm, dafür zu sorgen, dass das Lotsenmandat in der Familie bleibt. Die Frauen haben damals sehr eingeschränkte Rechte. Doch mit Selbstbewusstsein und Klugheit setzt sich Kristiane durch. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten des Dorftratsches, sondern auch zwischen zwei Männer, die sie liebt.

Mein Eindruck:
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"Vorsichtig strich sie ihm die Locken aus dem Gesicht und war plötzlich so von Wärme und Zuneigung erfüllt, dass sie sich dicht an ihn schmiegte. Trotzdem blieb sie lange wach liegen, verwirrt über ihre eigenen Gefühle. Was empfand sie für Lars, nachdem sie doch bereits einem anderen gehört hatte - und davor eine so tiefe Liebe zu Anders empfunden hatte, dass sie ohne ihn kaum weiterleben hatte können? Konnte sie mehrere Männer lieben? Nur auf unterschiedliche Weise?" (S. 94f)

Ich hatte zuvor die Großmutter-Trilogie verschlungen und freute mich auf ein weiteres Buch der Autorin. Leider war der Roman dann anders als erwartet. Die Handlung ist sehr ruhig erzählt, es gibt viele Beschreibungen der Landschaft, der Gedanken von Kristiane und es passiert zunächst wenig. Es ist ein atmosphärisches Buch: Beim Lesen spürt man den Hauch des Windes, hört das Rauschen der Wellen und kann sich die Landschaft bildhaft vorstellen.
Etwas verwirrend empfand ich die nicht gekennzeichneten Zeitsprünge und dass man sich manchmal in den Träumen und Gedanken von Kristiane befindet, dann wieder im Geschehen der Gegenwart. Ich musste manche Passagen erneut lesen, bis ich sie in den Kontext einordnen konnte. Vor allem zu Beginn, in dem viele Personen eingeführt wurden, war es manchmal schwierig, sich zurechtzufinden.
Etwa ab dem ersten Drittel wurden die Ereignisse klarer und ich konnte mich besser auf den Roman einlassen. Der Autorin gelingt es gut, die damalige Zeit und die Probleme, die man als selbstbewusste Frau damals hatte, einzufangen. Zwischendurch gab es auch ein paar Szenen zum Schmunzeln, wie z. B. die Tatsache, dass das Cello für eine Frau als ein unanständiges Instrument galt, weil es zwischen den Beinen gespielt wurde. Aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar.
Das harte Fischerleben wird ebenfalls glaubhaft dargestellt. Mit Kristiane als Protagonistin hatte ich meine Probleme. Auf der einen Seite bewunderte ich ihren Mut, aber der anderen Seite konnte ich ihre Handlungen, vor allem ihr Liebesleben betreffend, nicht immer nachvollziehen. Sie blieb für mich teilweise zu kalt und distanziert. Der Schluss kam plötzlich und war abrupt. Doch die Erläuterung am Ende, dass es eine Fortsetzung geben wird, hat mich dann beruhigt das Buch zuklappen lassen. Dennoch hätte ich es besser gefunden, wenn man gleich erkennbar gemacht hätte, dass es sich hier um einen ersten Band einer neuen Reihe handelt. Ich warte ungern auf Fortsetzungen. Interessant ist, dass sich Frau Teige diesmal ihrer Ururgroßmutter Gertrud gewidmet hat, die im 19. Jahrhundert gelebt hat. Sie war viermal verheiratet und drei ihrer Ehemänner kamen ums Leben.
Insgesamt war die Erzählung ganz ok, aber die Spannung aus der Trilogie, die ich erwartet hatte, fehlte mir. Wer ruhige historische Romane über starke Frauen mag, ist hier jedoch gut bedient.

Fazit:
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Ruhiger Roman über eine selbstbewusste Frau im 19. Jahrhundert mit fehlender Spannung, der sich ohne Fortsetzung unvollständig anfühlt.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Nichts und niemand ist so, wie es scheint

Liars all around me
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Inhalt:
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"Wenn das hier kein Traum ist, dann zumindest ein schlechter Scherz.
Nie im Leben wird mir jemand abkaufen, dass mir die Tochter von Bürgermeisterin Nari
Lee-Whitmore auf meinem ...

Inhalt:
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"Wenn das hier kein Traum ist, dann zumindest ein schlechter Scherz.
Nie im Leben wird mir jemand abkaufen, dass mir die Tochter von Bürgermeisterin Nari
Lee-Whitmore auf meinem Heimweg gefolgt ist, um mich darum zu bitten, ihr eine Pistole
zu besorgen."(Ryle, S. 10f)

Avery bittet Ryle, der an der Highschool den Ruf eines Kleinkriminellen hat, ihr eine Pistole zu besorgen. Er kommt ihrer Bitte jedoch nicht nach. Kurz darauf wird die Schülerin Sheila erschossen aufgefunden. Sie war Averys größte Konkurrentin im Kampf um den Titel der Jahrgangsbesten. Zufall? Ryle verdächtigt Avery des Mordes, doch diese bittet ihn um Zeit, um den wahren Täter zu finden. Ryle willigt ein, und schon bald stecken er, Avery und deren beste Freundin mitten in den Ermittlungen.
Dabei zeigt sich, dass fast jeder ein Geheimnis hat und viele einen Grund gehabt hätten, Sheila zu töten. Nichts ist so, wie es scheint – das gilt auch für Avery und Ryle, die sich gegenseitig hinter ihre Fassaden blicken lassen und sich dabei näherkommen. Vielleicht zu nah?

Mein Eindruck:
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"Ich habe mein Leben im Griff. Gut, zumindest zu achtzig Prozent der Zeit und nur dann, wenn jemand hinsieht. Die restlichen zwanzig Prozent sind mir mit Abschluss des letzten Schuljahres verloren gegangen, als ich zum ersten Mal in meinen siebzehn Jahren damit begonnen habe, schlechte Entscheidungen zu treffen. (Avery, S. 16)

Die Handlung ist abwechselnd aus den Ich-Perspektiven von Avery und Ryle geschrieben, wodurch man als Leser tiefe Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Die Story übte von Beginn an einen Sog auf mich aus. Beide waren mir auf ihre Weise sympathisch und ihr Gefühlsleben ist so gut beschrieben, dass man automatisch mitfühlt. Diese Perspektiven ermöglichen zudem, dass man nach und nach Einblicke in unterschiedliche Personengruppen bekommt, da Ryles soziales Umfeld konträr zu dem von Avery ist.
Der Fall ist spannend gestaltet, indem im Verlauf der Handlung immer wieder neue Figuren in den Fokus der Verdächtigen rücken. Am Schluss folgt ein fulminanter Showdown sowie eine Auflösung im Epilog, mit der ich niemals gerechnet hatte. Im Nachgang betrachtet konnte man von alleine auch nicht auf die verantwortliche Person kommen und einige Fragen blieben offen. Aber für mich mussten diese nicht geklärt werden, denn die wichtigsten Sachen aus meiner Sicht abgeschlossen wurden.

»Du hast keine Ahnung«, presse ich hervor. Sie mag das intelligenteste Mädchen der Schule sein, und doch weiß sie so vieles nicht. Zum Beispiel, wie es ist, den eigenen
Vater zum Aufstehen zu überreden, um uns wenigstens einen Mindestlohn für den Monat zu erarbeiten. Schimmelige Stellen vom Toastbrot zu schneiden und mit den Resten die
Lunchbox des kleinen Bruders zu befüllen. Die Häuser fremder Menschen nicht nach Diamanten abzusuchen, sondern nach Schuhen, die dem Vater passen könnten, damit er bei seinen Bewerbungsgesprächen nicht gleich heraussticht. (Ryle, S. 14)

Der Titel und das Cover hatten mich zu der Annahme verleitet, dass es sich um einen reinen Thriller oder Kriminalroman handelt. Dass die sich anbahnende Zuneigung zwischen den Protagonisten ebenso stark in den Vordergrund rückt, habe ich zunächst nicht erwartet. Eigentlich lese ich keine Liebesromane, doch in diesem Fall habe ich gerne eine (unfreiwillige) Ausnahme gemacht. Die Beziehung der beiden hat mich mitgerissen, und vor allem Ryle hat mir gut gefallen. Es geht dabei auch um soziale Unterschiede und darum, Menschen nicht vorschnell zu verurteilen, bevor man die Gründe ihres Handelns kennt. Avery mochte ich ebenfalls, auch wenn ich ihre starken Gefühlsausbrüche gelegentlich nicht ganz nachvollziehen konnte.
Ich habe das Buch in einer Nacht verschlungen und die Mischung aus Thriller und Romanze mit Tiefgang hat mir sehr gut gefallen.

Fazit:
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Fesselnd geschriebener Thriller mit überraschenden Wendungen und einer Teenager-Liebesgeschichte mit Tiefgang.

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