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Veröffentlicht am 08.07.2020

Gelungener Auftakt

Die Köchin von Castamar
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Spanien 1720: Clara Belmonte bangt nach dem Tod ihres Vaters um ihre Zukunft. Sie ist verarmt und leidet an einer Krankheit, die sie in Panik verfallen läßt, sobald sie einen geschlossenen Raum verläßt. ...



Spanien 1720: Clara Belmonte bangt nach dem Tod ihres Vaters um ihre Zukunft. Sie ist verarmt und leidet an einer Krankheit, die sie in Panik verfallen läßt, sobald sie einen geschlossenen Raum verläßt. Doch seit kurzem arbeitet sie als Hilfsköchin in Castamar. Durch einen Zufall wird sie jedoch schon bald Chefköchin und erweckt mt ihren köstlichen Gerichten schnell das Interesse des verwitweten Herzogs. Da beide einem unterschiedlichen Stand angehören, ist es nicht möglich miteinander in Kontakt zu treten. Daher verständigen sie sich durch Kochbücher, Briefe und speziell zubereitete Gerichte. Doch trotz größter Vorsicht bleibt nichts geheim und das Personal beginnt zu tuscheln und der Neid erwacht ...


Dies ist der Auftakt zu einer (glaube ich) Dilogie, die sogar verfilmt werden soll. Darauf freue ich mich schon sehr, denn die Geschichte konnte mich total begeistern.

Der Autor hat einen wunderbaren, flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil, so konnte ich mir Castamar, die Bediensteten und das Umfeld sehr gut vorstellen. Ich begleitete Clara in die Küche, wo sie die köstlichsten Speisen zubereitete, die mir regelmäßig das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen.

Auch die anderen Charaktere, seien es die Hauhälterin, die stets Angst um ihre Chefstelle hat, der Gärtner oder der Majordomus, beleben die Geschichte sehr und machen manche Wandlung durch, mit der man nicht gerechnet hätte.

Doch der Schwerpunkt der Geschichte liegt nicht nur bei Clara und dem Herzog, es herrschen auch Neid und Intrigen, die der Geschichte nochmals die richtige Würze verleihen und für Spannung und Gänsehaut sorgen.

Gut gefallen hat mir auch, Einblick in das damalige Leben mit den großen Festgesellschaften zu bekommen und die Hierarchie unter den Bediensteten.

Die Geschichte hört mit einem riesen Cliffhanger auf, daher freue ich mich umso mehr, den zweiten Teil schon neben mir liegen zu haben und gleich weiterlesen zu können.

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Veröffentlicht am 02.07.2020

Das Hotel am Meer

Das Hotel am Meer
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Ich kann gleich schon voranschicken, dass mir die Geschichte sehr gut gefallen hat. Allerdings hatte ich durch das Cover und den Klappentext ganz andere Erwartungen.

Ich glaube, das wird auch vielen ...



Ich kann gleich schon voranschicken, dass mir die Geschichte sehr gut gefallen hat. Allerdings hatte ich durch das Cover und den Klappentext ganz andere Erwartungen.

Ich glaube, das wird auch vielen so gehen. Man rechnet eher mit einer romantischen Liebesgeschichte, die zwar Höhen und Tiefen durchlebt, doch dem ist hier weit gefehlt. Wir erleben eine sehr tiefgründige generationsübergreifende Familiengeschichte.

Der Schreibstil ist sehr schön flüssig, der Autor hat unglaublich viel aus der Geschichte gemacht. So erfahren wir immer Stück für Stück Victors Schicksal, es geht ins politische zur Zeit des Diktators Franco, den er persönlich gekannt haben soll. Man weiß bei seinen Geschichten aber oft nicht sind sie wahr oder flunkert er. Durch seine unbedachte Art bringt er auch seine Familie in Gefahr. Es ist für mich weniger ein Roman, sondern eine sehr nüchterne Erzählung und das muß man mögen. Mehr kann ich zum Inhalt leider nicht verraten, weil ich sonst spoilere.

Wer sich aber gerne abenteuerliche Geschichten erzählen läßt, dem sei das Buch sehr ans Herz gelegt.

Und nachdem ich dann in der Geschichte drin war, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 26.06.2020

Emotional und spannend bis zum Schluß

Die verlorene Frau
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1960, Seaview Cottage: Rebecca ist erst dreizehn, als ihre Eltern in einer stürmischen Nacht eines gewaltsamen Todes sterben. Doch die genauen Umstände wurden nie geklärt.


2014, Chichester: Rebeccas ...



1960, Seaview Cottage: Rebecca ist erst dreizehn, als ihre Eltern in einer stürmischen Nacht eines gewaltsamen Todes sterben. Doch die genauen Umstände wurden nie geklärt.


2014, Chichester: Rebeccas Tochter Jessie bekommt ein Baby, mit dem diese leider überfordert ist und sie macht sich große Sorgen, dass ihr das Kind genommen wird. Daher verschwinden die beiden spurlos. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn Jessies Kind ist sehr krank und benötigt wichtige Medikamente um zu überleben.

Ihre Schwester Iris, eine Journalistin versucht alles um die beiden zu finden und begibt sich auf die Spurensuche nach Seaview Cottage ....


Dies war mein erstes Buch von Emily Gunnis, aber bestimmt nicht mein letztes. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und bis zum Schluß nicht mehr losgelassen. Die Autorin hat einen sehr ergreifenden und mitreißenden Schreibstil, der einem die Personen und deren Emotionen richtig nahe bringt und mir das Gefühl gab, direkt am Geschehen dabei zu sein.

Ich konnte die Ängste von Rebeccas Mutter nachvollziehen, die unter ihrem kriegsgeschädigten und gewalttätigen Mann leidet. Habe mit Rebecca mitgefiebert, die sich um ihre Tochter und Enkelin sorgt. Überhaupt tun sich Abgründe auf, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.

Es wird immer abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, aber jedem Kapitel ist die Person und die Jahreszahl vorangestellt, sodass man immer weiß, wo man sich gerade befindet. Und genau dieser Erzählstil hat für den richtigen Spannungsbogen gesorgt, der sich bis zum Schluß stetig steigert. Jedes Kapitel hört mit einem Cliffhanger auf, was dafür sorgt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Die Geschichte sorgte bei mir stellenweise für Gänsehaut und Tränen, insbesondere wenn es um Cecilia, deren Schicksal mich sehr mitgenommen hat.

Das Nachwort der Autorin hat mich stark berührt und auch geschockt, was Ehemänner damals ihren Frauen rechtmäßig antun konnten.

Für so eine herausragende Leistung vergebe ich gerne 5 Sterne, leider gehen nicht mehr und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 15.06.2020

Sehr emotionale Geschichte

Der Orangengarten
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Calliope hat eigentlich das perfekte Leben. Sie und ihr Mann Ettore lieben sich sehr und leben auf einem idyllischen Landgut in Sizilien. Bis eines Tages Ettore einen schweren Unfall erleidet und von da ...

Calliope hat eigentlich das perfekte Leben. Sie und ihr Mann Ettore lieben sich sehr und leben auf einem idyllischen Landgut in Sizilien. Bis eines Tages Ettore einen schweren Unfall erleidet und von da an im Rollstuhl sitzt. Von nun an fehlt ihm jeglicher Lebenswille und er hält auch an seiner Ehe nicht mehr fest.
Verzweifelt versucht Calliope alles, um ihre Ehe zu retten, doch dann taucht Amos ihre alte Jugendliebe wieder auf.....

Anhand des Titels und des sommerlichen Covers, hätte ich nie vermutet, dass sich dahinter eine so tiegründige und sehr emotionale Geschichte verbirgt.
Meine Gefühlswelt fuhr die ganze Zeit Achterbahn und ich konnte mich so gut in Calliope und Ettore hineinversetzen. Konnte nachvollziehen, wie schwer es für Ettore ist auf einmal im Rollstuhl zu sitzen und das Gefühl zu haben, wertlos und eine Belastung zu sein. Konnte seinen Frust und das ablehnende Verhalten seiner Frau gegenüber verstehen, die allerdings deswegen sehr am verzweifeln war.
Auch mit Calliope fühlte ich mich verbunden, sie liebt ihren Mann ja immer noch und leidet sehr unter seiner Boshaftigkeit. Fühlte ihre Fassungslosigkeit, dass sie nicht mehr an ihren Mann herankommt. Wer kann es ihr da verdenken, dass sie sich freut, als ihre alte Jugendliebe wieder auftaucht.
Aber Calliope ist eine sehr starke Frau und läßt sich nicht unterkriegen, zumal ja auch noch das Familienunternehmen in eine Krise gerät und sie alles versucht um es zu retten.
Valentina Cebeni hat einen sehr temperamentvollen Schreibstil, der einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen läßt, will man doch wissen, ob die beiden es schaffen wieder zusammenzukommen.
Das Buch ist aber nicht nur düster, es gibt auch soviele schöne Momente, wunderbare Landschaftsbeschreibungen, tolle Protagonisten und viele Textpassagen, die ich mehrmals gelesen habe, weil sie mich so berühren konnten.

Neben Die Blütenmädchen, welches ich auch mit großer Begeisterung gelesen habe, ist dies der zweite Roman der Autorin der mich überzeugen konnte und den ich gerne weiterempfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 08.06.2020

Eine absolute Wohlfühlgeschichte

Das Glück ist lavendelblau
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Penelopes Oma ist aus dem Fenster gestürzt. Da Pepes Welt in Berlin ohnehin gerade in Trümmern liegt, sie hat ihren Job verloren und ihr Freund hat per Telefon mit ihr Schluß gemacht, beschließt sie sofort ...

Penelopes Oma ist aus dem Fenster gestürzt. Da Pepes Welt in Berlin ohnehin gerade in Trümmern liegt, sie hat ihren Job verloren und ihr Freund hat per Telefon mit ihr Schluß gemacht, beschließt sie sofort zu ihrer Oma Mathilde nach Frankreich zu fahren und sich um deren kleine Pension zu kümmern.

Momentan sind zwar nur ein Großvater und sein Neffe zu Gast, doch mit den beiden versteht sie sich gleich wunderbar und die bringen sie auch auf andere Gedanken.

Als sie auf dem Dachboden rumstöbert und den Unfall ihrer Oma rekonstruieren möchte, findet sie alte Liebesbriefe.....

An dem Buch hat mich sofort das wunderschöne Cover angezogen. Es ist genau in meinen Lieblingsfarben blau und lila gehalten und mit den Blumen und Vögelchen drauf wirkt es einfach zauberhaft schön. Und genauso konnte mich auch die Geschichte verzaubern, ich habe mich von Anfang an pudelwohl gefühlt.

Im Klappentext schreibt Pauline Mai, dass sie einen Ort schaffen wollte, der zum Verweilen einlädt, ihren absoluten Wohlfühlort. Und sie hofft, dass ihn der Leser hier auch findet. Und das habe ich definitiv.

Penelope ist so sympathisch und herzerfrischend, dass man sie am liebsten gleich zur Freundin hätte. Ich konnte mich so gut in sie hineinversetzen, wie sie um ihre Oma bangte, ob sie wieder gesund wird. Wie sie in der Pension alles richtig machen möchte. Wie sie aber auch ihre eigene Welt wieder in Ordnung bringt und das Geheimnis um die Liebesbriefe lüftet.

Die Autorin beschreibt alles so anschaulich, man fühlt sich als Teil dieser Geschichte, hat den Geschmack der Macarons auf der Zunge, kann den Duft des Lavendels riechen und möchte am liebsten seine Koffer packen und in die Provence zum Hexenhäuschen reisen.

Für so eine wundervolle und absolute Wohlfühlgeschichte, die einen wie eine warme Decke umhüllt kann man nur 5 Sterne vergeben und eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen.

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