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Veröffentlicht am 07.03.2022

Die Geschichte des Ronnefeldt-Tees

Die Teehändlerin
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„Mut zahlt sich aus – auch und gerade für uns Frauen.“
Die Teehändlerin – Susanne Popp – sFischer-Verlag

Eine mutige Frau ist Frederika allemal. Ihre Geschichte hat mich ins historische Frankfurt ...

„Mut zahlt sich aus – auch und gerade für uns Frauen.“
Die Teehändlerin – Susanne Popp – sFischer-Verlag

Eine mutige Frau ist Frederika allemal. Ihre Geschichte hat mich ins historische Frankfurt geführt. Um genauer zu sein, ins Kaufmannsviertel des Frankfurts 1838.
Friederikes Mann, Tobias Ronnefeldt, handelt mit Tee. Doch der Handel an sich ist nicht seine einzige Leidenschaft. Auch der Forschung rund um die Teepflanze, deren Herkunftsland, sowie Flora und Fauna interessieren ihn. Sein größter Traum ist es, eine Forschungsreise ins chinesische Inland zu unternehmen. Friederike will ihm da keinesfalls im Weg stehen und unterstützt ihn nach Kräften.

„Sie wollte wirklich von ganzem Herzen, dass Tobias in dieser Reise seine Erfüllung fand und glücklich wurde. Das Einzige, was sie sich zudem noch gewünscht hätte, war, dass die Erfüllung seines Traums ihr eigenes Leben weniger stark beeinträchtigte.“
Die Teehändlerin – Susanne Popp – sFischer-Verlag

Doch – und das wird im Verlauf der Handlung immer wieder klar: Eine Frau hatte zur damaligen Zeit kaum Rechte, durfte sich nicht in Geschäftstätigkeiten einmischen oder gar den Ehemann während dessen Abwesenheit vertreten. So stellt Tobias einen Prokuristen ein. Doch schon kurz nach seinem Aufbruch merkt Friederike, dass man dem Prokuristen nicht trauen kann und nimmt das Glück des Geschäfts selbst in die Hand.

„Unterschätzt zu werden, kann bisweilen von Vorteil sein.“
Die Teehändlerin – Susanne Popp – sFischer-Verlag

In jeder Epoche gab (und gibt) es Frauen, ohne die die Geschichte einen anderen Verlauf genommen hätte und ohne die deren Männer nicht das erreicht hätten, wofür sie gefeiert wurden (und noch werden). Ich finde es toll, wenn Ehepaare ein Team sind und sich gegenseitig beflügeln. Auch wenn der Einblick in diese Teedynastie und das historische Frankfurt sehr spannend und lehrreich waren, hat mir etwas die Dramaturgie gefehlt. Der Aufbau der Spannung war recht langwierig, die Auflösung der Spannungen dann recht flach. Es ist sicher nicht einfach, die Handlung zu steuern, wenn man sich an historische Fakten halten muss. Schließlich haben wir es hier mit der Geschichte des Ronnefeldt Teehandels zu tun. Trotzdem war es mir zeitweilig zu langatmig.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Ein beinahe zu realistischer Roman

Never - Die letzte Entscheidung
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Kann eine vermeintlich unbedeutende Entscheidung den dritten Weltkrieg auslösen?

„Wir alle wissen, dass ein dritter Weltkrieg im Bereich des möglichen liegt. Ich habe immer wieder gedacht, dass das ...

Kann eine vermeintlich unbedeutende Entscheidung den dritten Weltkrieg auslösen?

„Wir alle wissen, dass ein dritter Weltkrieg im Bereich des möglichen liegt. Ich habe immer wieder gedacht, dass das wirklich passieren könnte – aber wann? Wir alle hoffen, dass er NIE stattfinden wird, aber NIE ist nur ein Wort.“
Ken Follett

Ken Follett spannt ein Netz über die ganze Welt, das vom Weißen Haus über die Sahara bis nach Peking reicht. Fünf Handlungsstränge, fünf Protagonisten, die versuchen, den dritten Weltkrieg zu verhindern.

„Jede Katastrophe beginnt mit einem kleinen Problem, das nicht gelöst wird.“
Ken Follett – Never – Die letzte Entscheidung – Bastei Lübbe

Fünf unterschiedliche Charaktere leben an den unterschiedlichsten Orten und lenken mit ihrem Tun bewusst und unbewusst das Weltgeschehen.
Die US-Präsidentin im Weißen Haus, ein Spion des chinesischen Geheimdiensts in Peking, eine CIA Agentin im Tschad, ein Geheimagent in der Sahara und eine Witwe vom Tschadsee. Fünf Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, deren Handeln aber ausschlaggebend ist.

„Ein Dummkopf war nur ein Dummkopf, aber ein Dummkopf im Weißen Haus war der gefährlichste Mensch der Welt.“
Ken Follett – Never – Die letzte Entscheidung – Bastei Lübbe

Leider kenne ich Ken Follett mittlerweile zu gut und weiß daher, wie meisterlich er und sein Team die Hintergründe für seine Werke recherchieren. Beinahe hatte ich das Gefühl, den Protagonisten über die Schulter zuschauen und dass tatsächlich geschehen könnte, was Follett sich hier ausgedacht hat.

„Inzwischen hatte die ganze Welt Angst.“
Ken Follett – Never – Die letzte Entscheidung – Bastei Lübbe

Der letzte Weltkrieg ist so lange her, dass die Generation, die ihn noch bewusst erlebt hat, bald ausgestorben sein wird. In Zeiten der manipulativen Politik, mitsteuernder Lobby, hetzender Presse und Fake News in den Sozialen Medien, erscheint mir das Damoklesschwert näher als je zuvor.
Ken Follett vermittelt in diesem Roman einen (leider) sehr realistischen Eindruck von Diplomatie, Einfluss, Macht und sämtlichen Todsünden aus der Büchse der Pandora.
Es war unfassbar spannend, interessant und dramatisch. Auch wenn ich mich mit keiner der Protagonisten „identifizieren“ konnte, weil deren Leben sehr weit weg ist, von meinem Alltag, habe ich doch jede Situation „miterlebt“.

Ein genialer Roman, ein Muss für alle Follett-Fans und die, die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Nicht meine Lieblingsfolge

Cherringham - Folge 19
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„Spur aus der Vergangenheit“ ist Folge 19 der Cozy-Crime-Reihe. Es ist schön, wieder einmal in Cherringham „reinzuhören“; vor allem, weil man mittlerweile so viele Charaktere und Orte kennt. An Halloween ...

„Spur aus der Vergangenheit“ ist Folge 19 der Cozy-Crime-Reihe. Es ist schön, wieder einmal in Cherringham „reinzuhören“; vor allem, weil man mittlerweile so viele Charaktere und Orte kennt. An Halloween wird jährlich im Bell Hotel ein „Geisterjäger-Dinner“ abgehalten. Doch dieses Mal endet es mit einem Unfall, bei dem glücklicherweise alle mit einem Schreck davonkommen. Doch dieser sitzt tief. Sarah und Jack werden gebeten, dem nachzugehen und müssen selbst erfahren, wie nach echtes Erleben und Fiktion beeinander liegen.

Diese Folge war eher eine der schwächeren. Sie war nicht so mitreißend wie schon andere zuvor, aber von Sabina Godec wieder einmal genial gelesen.

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Band 2 der Stonebridge-Island-Reihe

Ein Traum am Strand - Stonebridge Island 2
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Band 1 der „Stonebridge-Island-Reihe“ fand ich schon toll, aber Band 2 hat alles getoppt!
Dieses Mal steht Summer im Vordergrund, die mittlere der Cooper-Schwestern. In den Silver Brook Stables ist sie ...

Band 1 der „Stonebridge-Island-Reihe“ fand ich schon toll, aber Band 2 hat alles getoppt!
Dieses Mal steht Summer im Vordergrund, die mittlere der Cooper-Schwestern. In den Silver Brook Stables ist sie für die Kurse und das Training mit traumatisierten Pferden zuständig. Das widerum bringt Matt nach Stonebridge Island. Bei einem Turnier stürzt er vom Pferd. Doch nicht nur er wird dabei schwer verletzt. Auch sein Pferd trägt Verletzungen davon – nicht nur äußerlich. Es ist schwer traumatisiert und lässt niemanden mehr an sich heran. Aber Matt ist nicht weniger bockig und von Pferdeflüsterern hält er sowieso nichts.

Aber die Cooper Frauen gehören sicher nicht zu der Sorte Mensch, die früh aufgibt: Also tüfteln sie zusammen an einem Plan um Pferd und Reiter wieder fit zu kriegen und wieder zu einem Team zu machen.

„Irgendwie wurde Matt das Gefühl nicht los, dass er gerade über den Tisch gezogen wurde. Auch wenn er die Finger nicht darauf legen konnte, was ihr Angebot für ihn bedeutete.“
Ein Traum am Strand – Heyne Verlag

Durch den ersten Band kannte ich schon viele der Inselbewohner und so war es für mich wie ein „nach Hause kommen“, alte Bekannte wieder sehen und sich einfach wohlfühlen auf dem Gestüt, das direkt am Meer liegt. Wie gerne würde ich auch einen Sommer dort verbringen, mit Lagerfeuer am Strand, Ausritten an der Küste entlang …

Ella Thompson schafft es einfach immer wieder, nicht nur Sehnsuchtsorte sondern auch Sehnsuchtsmenschen zu erschaffen. Zum Glück liegt Band 3 schon hier und wartet nur darauf, aufgeschlagen zu werden.

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Ein Lebensratgeber

Das Café am Rande der Welt
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Irgendwann im letzten Jahr habe ich John Strelecky mal in einer Live-Session auf Instagram gesehen. Er hat mich als Mensch mit seiner Art und dem, was er sagte, nachhaltig beeindruckt. Also habe ich mir ...

Irgendwann im letzten Jahr habe ich John Strelecky mal in einer Live-Session auf Instagram gesehen. Er hat mich als Mensch mit seiner Art und dem, was er sagte, nachhaltig beeindruckt. Also habe ich mir dieses Buch gekauft.

Mitgenommen habe ich vor allem zwei Dinge:
1. Ich kann mein Leben so gestalten, wie es mir gefällt – das ist eine Erkenntnis, die man sich immer wieder in Erinnerung rufen sollte. Vor allem, wenn es mal nicht so läuft, wie man sich das gedacht hat. Und 2. In den (Lebens-)Bereichen, in denen ich wenig bis keinen Einfluss habe, nicht wehren, sondern „ertragen“ und wenn es wieder gut läuft, viel „Strecke gutmachen“.

„Just go with the flow“
John Strelecky

Und wenn man merkt, dass man manche Menschen um sich rum kaum ertragen kann, darf man diese auch meiden und mehr Zeit mit denen verbringen, mit denen es leichter vorangeht, die einen motivieren, die einem einfach guttun.

„Man kann nicht befürchten, keine Möglichkeit mehr zu haben, etwas zu tun, wenn man es bereits getant hat oder es jeden Tag macht.“
Das Café am Rande der Welt – dtv Verlag

John Strelecky hat (ähnlich wie Tessa Randau in ihren Büchern) einen Ratgeber in eine Erzählung verpackt, mit Beispielen aus dem „echten Leben“ verknüpft und dadurch verständlich und zugänglich gemacht.

Das Buch hat mir zwar wenig neue Erkenntnisse gebracht (weil ich mich schon viel mit Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung beschäftige), die wenigen AHA-Effekte waren aber enorm und der Rest hat mir bestehendes Wissen einfach wieder präsent gemacht.

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