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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2024

Vier völlig unterschiedliche Schwestern

Blue Sisters
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Die sehr aneinander hängen. Deswegen ist jede einzelne der drei verbliebenen vollkommen verloren, als eine von ihnen plötzlich stirbt. Aufgrund ihrer Verschiedenheit drückt sich das recht unterschiedlich ...

Die sehr aneinander hängen. Deswegen ist jede einzelne der drei verbliebenen vollkommen verloren, als eine von ihnen plötzlich stirbt. Aufgrund ihrer Verschiedenheit drückt sich das recht unterschiedlich aus und führt zu Missverständnissen - untereinander, aber auch außerhalb dieses Schwestern-Teams.

Doch es passiert noch etwas anderes: jede einzelne der Schwestern hinterfragt sich und ihre engste Umgebung und lernt sich dadurch neu kennen, was zu einer Neudefinition ihrer selbst führt: Neue Wege sind zu beschreiten, weshalb alte nicht unbedingt abgeschnitten werden müssen.

Ich fühlte mich in diesem Buch direkt zu Hause und von der Autorin gut verstanden, für mich ist diese Geschichte mit all ihren Konsequenzen absolut rund.

Ein wundervolles Buch, das ich jedem ans Herz lege, der gerne intelligente und zugleich herzliche Familiengeschichten liest.

Veröffentlicht am 10.10.2024

Unter Kumpels

Genug gegrübelt, lieber Kopf!
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ist man hier, denn die Autorin Dr. Katharina Tempel spricht ihre Leser auf lockere, kumpelhafte Weise an, indem sie diese duzt - da musste ich mich erstmal dran gewöhnen. Ansonsten sind ihre ...

ist man hier, denn die Autorin Dr. Katharina Tempel spricht ihre Leser auf lockere, kumpelhafte Weise an, indem sie diese duzt - da musste ich mich erstmal dran gewöhnen. Ansonsten sind ihre Vorschläge vielseitig und durchaus kreativ.

Nur leider gehen sie nicht allzusehr - ich würde sagen, eigentlich gar nicht - in die Tiefe. Es werden auch keine Hintergründe erläutert, so dass es als Leser:in schwerfällt (mir zumindest), die gesamte Vorgehensweise zu hinterfragen und damit auch in Gänze zu verstehen.

Daher muss ich leider feststellen, dass ich nicht das bekomme, was ich erwartet habe. In diese Richtung drängen auch die Abbildungen, die leider ähnlich nichtssagend und teilweise wie Werbefotos daher kommen. Auch das trägt nicht gerade zu einer besonders eindringlichen, tiefgehenden, nachhaltigen und verbindlichen Präsentation des Themas bei, die lange in mir nachhallt. Eher ist es für mich eine erste Bekanntschaft mit dem Thema.

Veröffentlicht am 05.10.2024

Etwas schwer nachzuvollziehen

Das Wohlbefinden
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Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, es kam mir von der Thematik her so unglaublich spannend vor. Als ich es in den Händen hielt, brannte ich förmlich darauf, zu beginnen und überlegte bereits, wie ...

Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, es kam mir von der Thematik her so unglaublich spannend vor. Als ich es in den Händen hielt, brannte ich förmlich darauf, zu beginnen und überlegte bereits, wie ich mich denn soweit zurückhalten könnte, um wirklich nur den jeweils vorgegebenen Abschnitt - ich las es im Rahmen einer Leserunde - zu genießen.

Nun, diese Befürchtung war vollkommen grundlos - leider, muss ich sagen, denn bereits der Einstieg bedeutete für mich den Start in ein ziemliches Wirrwarr und das, obwohl ich einst - zugegeben vor sehr langer Zeit - Geschichte studiert habe und leidenschaftlich gerne Romane über historische Themen lese. So war ich auch auf diesen gekommen: Er handelt von der Autorin Johanna,, die Anfang des 20. Jahrhunderts ein Buch über eine Heilanstalt schreiben wollte und nicht ihren Gatten, einen Arzt, sondern eine ehemalige Insassin dieser Einrichtung, die dem Vernehmen nach hellsichtige Anna zu Rate zog, die zum Verdruss des Gatten bei ihnen einzog.

Die zweite Erzählebene widmet sich Vanessa, der Urenkelin Johannas, die sich auf die Spuren ihrer Ahnin begibt.Und eigentlich gibt es auch noch eine dritte, nämlich Johanna selbst als alte Frau in den 1960er Jahren zur Zeit der Studentenunruhen. Was für tolle Themen!

Doch ach, wie verzwickt wird das alles dargestellt, ich fühlte mich von Beginn an nicht zum Weiterlesen ermuntert, sondern fand mich häufig verwirrt oder gelangweilt mitten in einem Leseabschnitt, von dem ich hoffte, er wäre doch bitte schon längst vorbei. Es fällt mir schwer, es zu beschreiben, aber ich konnte der Handlung oft nicht recht folgen, verlor den Faden , das Interesse oder gar beides.

Nun, ich bin enttäuscht, wobei ich nicht so recht sagen kann, ob von dem Buch oder von mir selbst. Kannte und mochte ich doch bereits einen Roman der Autorin Ulla Lenze, "Der Empfänger", den ich vollkommen anders empfunden habe als diesen hier. Aber es hilft alles nichts, besser kann ich ihn einfach nicht bewerten!

Veröffentlicht am 29.09.2024

Auf der Suche nach der Wahrheit

Die vergessenen Kinder
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Wir Leser:innen begleiten Superintendent Jo Hamilton durch die letzten Tage ihres Berufslebens - ausgerechnet da wird die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt. Jo ist sich sicher, dass es sich um das ...

Wir Leser:innen begleiten Superintendent Jo Hamilton durch die letzten Tage ihres Berufslebens - ausgerechnet da wird die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt. Jo ist sich sicher, dass es sich um das Mädchen handelt, das sie selbst seit langen Jahren sucht und mit zu dem sie eine ganz besondere Bindung hat - durch ein Schlüsselereignis, das sich in den ersten Tagen ihres Berufsleben, also vor rund vierzig Jahren zutrug.

Doch wenn Sie meinen, dass diese beiden Punkte den Rahmen der Geschichte bilden, sind Sie auf dem Holzweg. Denn die Geschichte reicht viel, viel länger zurück, bis in die letzten Kriegsjahre, als Jos Mutter Olive sich auf eine weite Fahrt in einen anderen Teil des Landes aufmachte, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellte.

Emily Gunnis schreibt eindringlich und faszinierend und hat zudem sorgfältig recherchiert. Für alle, sie sich wie ich für Historisches interessieren, wird es besonders bereichernd sein, hier den ein oder anderen bisher unbekannten Umstand kennenzulernen - und das sind nicht gerade wenige.

Zudem erfährt man viel über die Lebensumstände von Frauen in früheren Zeiten, die eigentlich noch gar nicht so lange zurück liegen - ich war froh, dass so manches davon inzwischen Geschichte ist. Aber längst nicht alles!

Veröffentlicht am 29.09.2024

Die Vergangenheit ruht nicht

Blutbuße
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Das bekommen Polizeikommissarin Hanna und ihr Kollege Daniel in ihrem aktuellen Fall hautnah zu spüren. Diesmal ist das Mordopfer im auch zu Ostern tief verschneiten Nordschweden eine Investorin, ...

Das bekommen Polizeikommissarin Hanna und ihr Kollege Daniel in ihrem aktuellen Fall hautnah zu spüren. Diesmal ist das Mordopfer im auch zu Ostern tief verschneiten Nordschweden eine Investorin, die ein längst verlassenes Hotel neu aufbauen will. Und zwar eines, das sie aus ihrer Kindheit, aus den Urlauben mit ihren Eltern kennt. Das ist vielleicht nicht jedem in Are recht, aber ermorden und dazu noch besonders übel zurichten muss man deswegen doch niemanden.

Wer wie ich Hannas vorherige Fälle mit großem Genuss verfolgt hat, der darf sich freuen: es geht mindestens genauso spannend weiter. Ich empfand diesen Fall als besonders spannend: auch wenn einiges verdächtig erscheint, ist am Ende wenn auch nicht alles, so doch vieles ganz anders, als es scheint.

Auch einen Vermisstenfall - die Autorin scheint zumindest im Rahmen dieser Reihe eine Vorliebe dafür zu haben - gibt es im Zusammenhang mit dem Mord: Hanna und ihr Kollege Daniel haben wieder gut zu tun und wir lernen auch andere Kollegen des Teams besser kennen.

Viveca Sten schreibt wie gewohnt so fesselnd und mitreißend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und die gut 500 Seiten in zwei Tagen durch hatte. Ich habe mich durch den Fall gefressen, muss ich sagen. Denn nicht nur der Stil der Autorin vermag zu begeistern, nein, mehr noch ist es der Inhalt. Diesmal hat mich besonders das Schicksal junger Frauen in früheren Jahren - lange vor Me Too und deren Hilflosigkeit in manchen Situationen berührt. Wie froh bin ich, in (zumindest etwas) gerechteren Zeiten leben zu dürfen! Wieder einmal hält die Autorin geschickt die Balance zwischen Zufällen und den Entwickungen der letzten Jahrzehnte. Das Einzige was mich ein wenig stört, sind die Liebesgeschicke der Ermittler:innen, die teilweise etwas zu sehr im Mittelpunkt stehen.