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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Ein früher Start für Trude Teige

Der Gesang der See
1

Nämlich hinsichtlich der Ansiedlung ihres ersten historischen Romans in der norwegischen Geschichte. Entgegen späteren, bereits in deutscher Sprache veröffentlichten Romanen ist die Handlung hier nicht ...

Nämlich hinsichtlich der Ansiedlung ihres ersten historischen Romans in der norwegischen Geschichte. Entgegen späteren, bereits in deutscher Sprache veröffentlichten Romanen ist die Handlung hier nicht in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, sondern irgendwo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angesiedelt.

Es geht um Kristiane, die nach dem Tode ihres Vaters - und nun auch des Ehemannes - den angesehenen Lotsenposten in der Familie bewahren und damit ihr letztes Versprechen an den Vater halten möchte. Doch in dieser Zeit dürfen nur Männer als Lotsen arbeiten und ihr Ehemann ist ebenfalls bereits verstorben. Da trifft sie in der Stadt Fredrik aus reichem Hause - bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick - doch Kristiane sieht keine Zukunft für sie beide

Sie heiratet Lars, der sie schon seit der Kindheit vergöttert und auch mit ihrem Sohn bestens zurecht kommt. Doch kann sie Fredrik nicht vergessen - und er sie auch nicht...

Ein Roman, in dem Problematik, der die Bevölkerung Norwegens im 19. Jahrhundert ausgesetzt war, insgesamt eindringlich durchleuchtet wird. Doch scheint mir die Darstellung Kristianes als starke Frau, die ihren Mann steht, teilweise nicht ganz realistisch zu sein.

Ein interessanter Roman, dem aber aus meiner Sicht eine Überarbeitung durchaus guttun würde!

Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein riesiger Generationenroman

Die Riesinnen
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Die Frauen der Familie sind hoch gewachsen, schmal und sie wissen, was sie wollen. Wir lernen Liese, Cora und Eva jeweils in Wittenmoos kennen, ihrem kleinen Herkunftsort im Schwarzwald. Liese ...

Die Frauen der Familie sind hoch gewachsen, schmal und sie wissen, was sie wollen. Wir lernen Liese, Cora und Eva jeweils in Wittenmoos kennen, ihrem kleinen Herkunftsort im Schwarzwald. Liese wird nicht gut behandelt von ihrer Umgebung - vor allem von der Familie, in die sie eingeheiratat hat, doch der Tod erlöst sie früh von ihrem Mann, einem Metzger und Schläger. Sie schafft es, sich gegen ihre Schwiegereltern durchzusetzen und die Metzgerei über Jahrzehnte zu führen.

Ihre Tochter Cora hat ganz andere Pläne: sie zieht in die Welt, kehrt jedoch zurück. Deren Tochter Eva wiederum muss länger suchen, bis sie findet, was sie braucht.

Ein wundervoller, klarer und starker Roman über drei Generationen von Frauen, die sich, jede auf ihre Art durchzusetzen wissen. Scheitern ist für keine von ihnen eine Option. Stark sind sie deswegen längst nicht immer, aber sie sind auf jeden Fall mutig genug, um ihren jeweiligen Weg zu finden. Unterschiede und Übereinstimmungen zwischen den Generationen halten sich die Waage und werden von der Autorin Hannah Häffner so klar, so eindringlich präsentiert, dass man als Leser:in gar nicht anders kann, als sie zu begleiten: es ist nicht möglich, sich davon nicht einfangen zu lassen. So geht es mir zumindest. Und ich bin sicher, dass manch anderer sich ebenso wenig entziehen kann.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein riesiger Generationenroman

Die Riesinnen
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Die Frauen der Familie sind hoch gewachsen, schmal und sie wissen, was sie wollen. Wir lernen Liese, Cora und Eva jeweils in Wittenmoos kennen, ihrem kleinen Herkunftsort im Schwarzwald. Liese wird nicht ...

Die Frauen der Familie sind hoch gewachsen, schmal und sie wissen, was sie wollen. Wir lernen Liese, Cora und Eva jeweils in Wittenmoos kennen, ihrem kleinen Herkunftsort im Schwarzwald. Liese wird nicht gut behandelt von ihrer Umgebung - vor allem von der Familie, in die sie eingeheiratat hat, doch der Tod erlöst sie früh von ihrem Mann, einem Metzger und Schläger. Sie schafft es, sich gegen ihre Schwiegereltern durchzusetzen und die Metzgerei über Jahrzehnte zu führen.

Ihre Tochter Cora hat ganz andere Pläne: sie zieht in die Welt, kehrt jedoch zurück. Deren Tochter Eva wiederum muss länger suchen, bis sie findet, was sie braucht.

Ein wundervoller, klarer und starker Roman über drei Generationen von Frauen, die sich, jede auf ihre Art durchzusetzen wissen. Scheitern ist für keine von ihnen eine Option. Stark sind sie deswegen längst nicht immer, aber sie sind auf jeden Fall mutig genug, um ihren jeweiligen Weg zu finden. Unterschiede und Übereinstimmungen zwischen den Generationen halten sich die Waage und werden von der Autorin Hannah Häffner so klar, so eindringlich präsentiert, dass man als Leser:in gar nicht anders kann, als sie zu begleiten: es ist nicht möglich, sich davon nicht einfangen zu lassen. So geht es mir zumindest. Und ich bin sicher, dass manch anderer sich ebenso wenig entziehen kann.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Lässt sich auf kein Genre festlegen

Der unsichtbare Elefant
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Ist es ein Krimi? Ein historischer Roman? Oder eine Art Psychogramm? Oder doch eine Familiengeschichte?

Nun, aus meiner Sicht hat es von jedem etwas und es werden auch noch Elemente weiterer ...

Ist es ein Krimi? Ein historischer Roman? Oder eine Art Psychogramm? Oder doch eine Familiengeschichte?

Nun, aus meiner Sicht hat es von jedem etwas und es werden auch noch Elemente weiterer Genres, die dem jeweiligen Leser vertraut sind, sichtbar. Autor Max A. Edelmann lässt sich auf nichts festlegen und präsentiert statt dessen eine ebenso originelle wie tragische Handlung um den vermeintlichen Selbstmord des Rechtsanwaltes Thomas Siebenmorgen an seinem Arbeitsplatz, einer großen Kanzlei in Düsseldorf.

Seine Kollegin María wird Zeugin seines Todes - es ist ein Sturz - und ist sich sicher, dass Thomas im letzten Moment umgedacht hatte und zurücktreten wollte. War also Fremdeinwirkung im Spiel?

María versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen, doch sie ist nicht die Einzige. Viktor, Mitarbeiter eines in der Firma eingesetzten Kriseninterventionsteams und zuständig für diesen Fall, verfolgt den Fall ebenso wie Simon, ein junger Anwalt aus dem Münchner Büro der Kanzlei, der vom Vorgesetzten darauf angesetzt wurde.

Interessant ist, dass diese drei keineswegs als Gegenspieler auftreten, sie begegnen sich zunächst eher zufällig, teilen dann aber ihre Eindrücke und Schlussfolgerungen.

Zudem dringt der Roman tief in die Vergangenheit der Gegend - Düsseldorf und dem Niederrhein - ein, vor allem auf der Suche nach der Vergangenheit von Thomas' Familie, wir begegnen aber auch Joseph Beuys sowohl in erwartetem als auch unerwartetem Kontext.

Ein eindringlicher Roman, dessen Lektüre für mich ausgesprochen lohnenswert war, den ich mir aber erobern musste - gerade zu Beginn bei der Einführung von Setting und Personal stieß ich auf ziemliche Längen, zudem war es zeitweilig recht verwirrend, die Handlung etwas zu dicht, das Personal etwas zu zahlreich. Insgesamt jedoch ein origineller, vielseitiger und auch anregender Lesestoff, der nicht für jeden taugt, aber hoffentlich viele Freunde finden wird. Ich werde ihn jedenfalls weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 28.02.2026

Ein Roman, den es zu erobern gilt

Alma
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Oder vielmehr die Handlung desselben. Obwohl selbst mit Wurzeln im Osten Europas (wenn auch geographisch sehr weit weg von denen Almas) und daher stets interessiert und informiert über die Lage und die ...

Oder vielmehr die Handlung desselben. Obwohl selbst mit Wurzeln im Osten Europas (wenn auch geographisch sehr weit weg von denen Almas) und daher stets interessiert und informiert über die Lage und die Vergangenheit anderer Länder hinter dem Eisernen Vorhang, so auch des ehemaligen Jugoslawiens, hat es hier eine ganze Weile gedauert, bis ich durchgestiegen bin. Bis ich so ungefähr verstanden habe, um was es geht.

Ich begann es zu lesen mit der Erwartung, dass es (auch) um die Stadt Triest als Tor zum Osten geht,, aber so explizit habe ich das nie empfunden. Es war für mich ein eher abstrakter Ort der Wiederkehr für Alma, ihren Vater und auch Vili, wenn sie sich ein bisschen herausziehen wollten aus den Unruhen auf dem Balkan.

Denn innerhalb dieser ist der Roman ansiedelt: in den Jahren vor und nach 1990, in denen es in Jugoslawien brodelte und dann knallte. Mir war schon klar, dass dies ein Roman ist und kein Einblick in die Zeitgeschichte, aber davon steckte so wenig darin, dass ich streckenweise sehr verwirrt war, was meine Lesebegeisterung immerr wieder stark einschränkte.

Dennoch bin ich der Meinung, dass Federica Manzon eine kraftvolle Autorin ist, die etwas mitzuteilen hat. Hier jedoch ist es - so mein Eindruck- jedoch so unkontrolliert aus ihr herausgebrodelt, dass ihre Leser ihre liebe Mühe damit haben, allen Wendungen Handlung zu folgen. Ich habe sehr viel Zeit mit diesem Roman verbracht und trotzdem konnte ich nicht jeder einzelnen ihrer Ausführungen folgen.