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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2026

Hier stimmt einfach alles!

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Selten habe ich einen Krimi von Anfang an bis zum Schluss mit einer derart großen Begeisterung gelesen! Gunni Hilding ist als einfache Polizeimeisterin für die kleinen Tücken des Alltags im südschwedischen ...

Selten habe ich einen Krimi von Anfang an bis zum Schluss mit einer derart großen Begeisterung gelesen! Gunni Hilding ist als einfache Polizeimeisterin für die kleinen Tücken des Alltags im südschwedischen Trelleborg und gerät durch Zufall mit einem Gewaltverbrechen in Berührung: Ein kleiner Junge ist beim Spielen im Wald zu Tode gekommen, in einem Bach ertrunken. Bald stellt sich heraus, dass es eindeutig Mord war, doch seine beiden Kameraden haben nichts bemerkt. Oder tun sie nur so? Haben sie am Ende seinen Tod aus Versehen selbst verschuldet?

Eine sehr undurchsichtige Angelegenheit, Gunni bewährt sich bei den ersten Arbeiten so sehr, dass sie direkt ins Dezernat für Gewaltverbrechen versetzt wird. Dort fühlt sie sich ausgesprochen unwohl, hat das Gefühl, am falschen Platz und allen anderen unterlegen zu sein. Denn Gunni kommt - wie man so schön sagt - aus schwierigen Verhältnissen. Sie ist von ihren Eltern, Zeugen Jehovas, verstoßen worden und musste als junge Erwachsene außerhalb der Gemeinschaft, die sie ihr ganzes Leben umfangen hat, ganz neu anfangen.

Ich hatte bisher noch nie einen Krimi von Mattias Edvardsson gelesen, habe hier aber sofort Feuer gefangen, da der Autor die beiden Bereiche der Handlung so eindringlich und nahbar zu schildern vermag: Als Leserin konnte ich Gunnis Zweifel, andererseits aber auch ihren untrüglichen Instinkt sehr gut nachvollziehen. Ich hatte den Band viel zu schnell ausgelesen und freue mich bereits jetzt auf den nächsten Band dieser vielversprechenden neuen Reihe!

Veröffentlicht am 07.04.2026

Hier geht alles nach Schema F

Bye-bye Beschwerden
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Und zwar nach einem ganz bestimmten Ablaufplan, der für mich - die sich ausgesprochen wenig in der Welt der Krankheiten und Gebrechen auskennt - sehr hilfreich ist, weil ich einfach schnell abchecken kann, ...

Und zwar nach einem ganz bestimmten Ablaufplan, der für mich - die sich ausgesprochen wenig in der Welt der Krankheiten und Gebrechen auskennt - sehr hilfreich ist, weil ich einfach schnell abchecken kann, was wo steht. Und schon habe ich mir Hilfe holen können - oder auch nicht.

Ich fände am Ende eine Liste mit Erläuterungen sehr hilfreich, ebenso detailliertere Ausführungen zu alternativer Unterstützung bspw. durch Akupunktur, Qi Gong und ähnliches - dadurch habe ich im eigenen Leben schon viele Male Abhilfe schaffen können!

Veröffentlicht am 06.04.2026

Fulminant bis zum Schluss

Eine Maus namens Merlin
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Beziehungsweise gerade da, denn wie in einer Oper braut sich hier alles, was für den Abschluss des Romans eine Bedeutung hat, schrittweise zusammen, um sich dann am Ende mit einem riesigen Knall ...

Beziehungsweise gerade da, denn wie in einer Oper braut sich hier alles, was für den Abschluss des Romans eine Bedeutung hat, schrittweise zusammen, um sich dann am Ende mit einem riesigen Knall über den Leser zu ergießen.

Wobei dies eine ruhige, ja stille Geschichte ist und zwar bis zum Schluss, obwohl ganz schön was los ist, aber eigentlich geht es um Gedanken, Gefühle, Stimmungen und Erinnerungen.

Im Mittelpunkt des Romans steht die 83jährige Helen Cartwright, die nach langen Jahren in Australien in ihre Heimat, einen kleinen Ort im südlichen England zurückgekehrt ist. Eines Tages trifft sie auf eine Maus - und nichts ist mehr wie es war.

Ein Roman, der von Überraschungen lebt und zwar von solchen, die wirklich überraschen, die man auf keinen Fall hätte voraussehen können. Einen kleinen Abzug gebe ich für die Langatmigkeit und den etwas zu langsamen Handlungsaufbau im deutlich längeren ersten Teil - doch was dann geschieht, macht alles wieder wett. Vor allem beweist der Autor ein gutes Händchen für die Darstellung seiner Protagonisten - sie wirken absolut glaubwürdig.

Hier überwiegt ganz klar das Positive und so werde ich das Buch sicher desöfteren verschenken!

Veröffentlicht am 03.04.2026

Fantasy auch für Nicht-Phantasten

Das White Octopus Hotel
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Ich glaube, der letzte Fantasy-Roman, den ich als Erwachsene (naja, so gerade mal) las, war "Herr der Ringe" vor über vierzig Jahren.

Irgendwie zog mich danach nichts mehr in die Richtung, bis ich dem ...

Ich glaube, der letzte Fantasy-Roman, den ich als Erwachsene (naja, so gerade mal) las, war "Herr der Ringe" vor über vierzig Jahren.

Irgendwie zog mich danach nichts mehr in die Richtung, bis ich dem "White Octopus Hotel" und seiner Protagonistin Eve Shaw begegnete. Dieses Buch ist eine Wanderung zwischen unterschiedlichen historischen Epochen, denen allen Eve im besagten Hotel begegnet.

Sie haben richtig gelesen - es ändert sich die Zeit, den Raum bietet immer wieder das besagte Hotel, in dessen verfallenes Gemäuer Eve sich begibt, um nach Wahrheiten zu suchen. Und sich auf einmal in einem festlichen, edlen Ambiente in eben diesem Gemäuer wiederfindet - allerdings nicht mehr im Jahr 2016, sondern 1934. Wo sie unter anderem ihre eigene Mutter mit einer deutlich jüngeren Version ihrer Selbst trifft und auch anderen verwirrenden Dingen und Menschen begegnet.

Unter anderem Max - mit dem sie offenbar eine längere Geschichte teilt...

Ein eindringliches, für mich nur stellenweise etwas verwirrendes Buch über das Spiel mit Zeit und Raum, in dem Eve auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges ebenso wie im edlen Abkühlraum des Hotels in den 1930ern landet.

Ein Roman, den ich über weiteste Strecken mit Genuss las, um zu erkennen, dass es tatsächlich verschiedene Wahrheiten geben kann - in einem Raum in verschiedenen Zeiten zum Beispiel. Unterhaltsam und lehrreich zugleich ist diese durchaus anspruchsvolle Handlung!

Veröffentlicht am 02.04.2026

Bin ich zu alt dafür?

Cooking for Family
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Und in mancher Hinsicht auch zu erfahren - in anderen Dingen verstehe ich viel zu wenig, vor allem in Bezug auf die Sprache der Autorin: bspw. verwirren mich die verschiedenartigen Hacks immer aufs Neue.

Trotzdem ...

Und in mancher Hinsicht auch zu erfahren - in anderen Dingen verstehe ich viel zu wenig, vor allem in Bezug auf die Sprache der Autorin: bspw. verwirren mich die verschiedenartigen Hacks immer aufs Neue.

Trotzdem ist es interessant für mich, die altersmäßig locker die Mutter der Autorin sein könnte, in dem Buch zu blättern und eine neue, wesentlich lässigere Art zu kochen kennenzulernen, wobei auch ich ziemlich viel variiere. Bisher bin ich nicht auf die Idee gekommen, Ofenkartoffeln oder auch Pfannkuchenteig im Voraus für drei Tage vorzubereiten. Vielleicht probiere ich es ja mal aus.

Gebackene Gnocchi zum Nachtisch oder auch dieses Bananendingsbums sind nichts für mich, die Zucchini-Lasagne oder das Brokkoli-Macn-Cheese schon viel eher. Wobei ich eigentlich ähnlich variiere, nur habe ich einen anderen Stil. Und da kommen alt und jung wieder zusammen!