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Veröffentlicht am 07.06.2026

Wenn man immer gebraucht wird...

Pina fällt aus
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So geht es der alleinerziehenden Mutter Pina in Wuppertal. Ihr Sohn Leo ist zwar bereits zwanzig, kommt jedoch aufgrund einer chronischen Krankheit nicht alleine zurecht. Auch nicht für einen ...

So geht es der alleinerziehenden Mutter Pina in Wuppertal. Ihr Sohn Leo ist zwar bereits zwanzig, kommt jedoch aufgrund einer chronischen Krankheit nicht alleine zurecht. Auch nicht für einen Tag - nicht einmal für eine Stunde traut Pina ihm das so richtig zu.

Und dann bricht sie zusammen - mitten auf der Straße, so dass sie sofort ins Krankenhaus eingeliefert wird. Eine Adresse oder anderes ist nicht vorhanden, so dass das Krankenhaus zunächst nicht agieren kann.

Die Nachbarn im Mietshaus merken recht schnell, dass Leo allein ist und werden aktiv - jeder auf seine Art, teilweise gar darüber hinaus. Leo kennt jeder von ihnen mehr oder weniger - einander lernen Zola, die minderjährige Tochter des Vermieters, der Einzelgänger Wojtek und die Rentnerin Inge, die seit Jahren nicht mehr vor die Tür geht, allmählich kennen. Und entwickeln eine Art Routine: untereinander, aber vor allem für Leo, was überraschend gut klappt.

Mit den Eindringlingen von Außen; dem Vermieter und später auch Pinas Vater, müssen sie auf ihre Weise fertig werden. Eine spröde und zugleich liebenswerte Geschichte, vollkommen ungewohnt, dabei überhaupt nicht unrealistisch. Ich habe schnell eine gewisse Nähe entwickelt und mich als eine von ihnen gefühlt!

Veröffentlicht am 31.05.2026

Verwirrend und faszinierend zugleich

Crudo
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ist dieser "rohe" (eben "crudo") Roman, der ebenso angelehnt ist an Elemente aus dem Leben der Autorin Olivia Laing wie an solche der viel zu früh verstorbenen amerikanischen Autorin Kathy Acker.

Ich ...

ist dieser "rohe" (eben "crudo") Roman, der ebenso angelehnt ist an Elemente aus dem Leben der Autorin Olivia Laing wie an solche der viel zu früh verstorbenen amerikanischen Autorin Kathy Acker.

Ich habe lange gebraucht, um mich darin zurecht zu finden: in den Blitzlichtern aus dem Leben der Schriftstellerin Kathy, erst kurz vor der Hochzeit, dann frisch verheiratet mit einem deutlich älteren Mann, was aber nur teilweise von Bedeutung zu sein scheint. Kathy unterzieht eigentlich alles einer Prüfung, lässt sich immer wieder aber auch einfach treiben: es sind - so habe ich es verstanden - Momentaufnahmen vom Sinn und Unsinn des Lebens, von Toleranz und Intoleranz, von Akzeptanz und Inakzeptanz, von Faschismus und Antifaschismus - von der Positionierung zu allen Fragestellungen des Lebens, die in einem so kurzen Roman eben so auftauchen (können).

Die Autorin hat mich als Leserin ganz schön gefordert, ich bin mir auch nicht sicher, ob ich ihr in jeder Hinsicht gerecht geworden bin - aber es war ein ganz besonderes Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde.

Veröffentlicht am 16.05.2026

Ein starkes Werk - immer wieder

Yesteryear
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Es geht um eine Influencerin, aber keine von denen, die man gemeinhin kennt und die Lippenstifte und trendige Sneaker anpreisen - nur zum Beispiel. Nein, Natalie Heller Mills führt mit ihrer ständig wachsenden ...

Es geht um eine Influencerin, aber keine von denen, die man gemeinhin kennt und die Lippenstifte und trendige Sneaker anpreisen - nur zum Beispiel. Nein, Natalie Heller Mills führt mit ihrer ständig wachsenden Familie ein Farmerleben der traditionellen Art, bei dem sie sich als Strippenzieherin einsetzt. Auf dem Hof gibt es Nannys und eine Produzentin, die die Familie stets in Szene setzen soll.

Alles wird natürlich hergestellt und bearbeitet - oder zumindest so dargestellt, alle haben sich lieb und der Podcast ist ein absoluter Hit! Gelingt es Natalie, ihre heile Welt aufrecht zu erhalten oder sogar noch weiter auszubauen? Für sich und für andere?

Ein Roman, der einerseits sehr modern, andererseits wieder total rückständig ist (natürlich mit Absicht). Genauso, wie die Vereinigten Staaten von Amerika auf mich wirken. Wird das Rückständige das Moderne überlagern, sogar auslöschen, zumindest, was Natalie und ihre Familie angeht?

Ein Roman, der aus meiner Sicht nicht so ganz und vor allem nicht durchgehend hält, was er verspricht. Ich bin mir aber sicher, dass die Autorin Caro Claire Burke ihren Vorsätzen und Zielen beim Verfassen des Romans treu geblieben ist!

Veröffentlicht am 08.05.2026

Der Tod als Zugfahrt

Die Mitternachtsreise
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Wilbur stirbt in einem Moment der Hoffnung und gemeinsam mit ihm erfahren wir, was uns nach dem Tod erwarten könnte, zumindest nach Sicht des Autors Matt Haig.

In Begleitung einer Person, die in unserem ...

Wilbur stirbt in einem Moment der Hoffnung und gemeinsam mit ihm erfahren wir, was uns nach dem Tod erwarten könnte, zumindest nach Sicht des Autors Matt Haig.

In Begleitung einer Person, die in unserem Leben eine Rolle gespielt hat, werden die wichtigsten Stationen unseres Lebens abgefahren - zumindest die, welche der Allmächtige oder wer auch immer zuständig dafür ist, als solche ansieht, abgefahren.

Meine Mutter sagte manchmal "Überdenke Dein liederliches Leben" - genau das widerfährt Wilbur - er muss Momente im wahrsten Sinne des Wortes Revue passieren lassen, die er am liebsten auslöschen würde. Aber nicht nur - es gibt auch Rückblicke auf schöne Zeiten.

Ein Roman, der mich nachdenklich werden lässt, der mich aber nicht so begeistert hat wie vor Jahren "Die Mitternachtsbibliothek". Das letzte kleine bisschen hat irgendwie gefehlt. Dennoch beinhaltet auch dieser wieder eine unvergessliche Handlung, die sich mir unwiderbringlich ins Gedächtnis einbrennen wird - schon aufgrund der überraschenden Schlussszene!