Cover-Bild Die Riesinnen
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 25.02.2026
  • ISBN: 9783641341060
Hannah Häffner

Die Riesinnen

Roman - »Wüst, wild, bewegend und voller Poesie.« DORIS KNECHT
»›Die Riesinnen‹ saugen einen auf der ersten Seite ein, und am Ende dieses Drei-Generationen-Porträts großer Frauen wird man atemlos ausgespuckt. Wüst, wild, bewegend und voller Poesie.« DORIS KNECHT

»Mager ist sie, wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langgestreckt: Keine ist größer als sie, im Dorf nicht, und auch nicht im nächsten. Dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen. Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, auch lieben können, aber das geht nicht, nicht hier.«

Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.

In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die sich von den 60-er Jahren bis in unsere Zeit spannt. Ein lange nachhallender Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und Töchter und über die Kraft der Natur.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein riesiger Generationenroman

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Die Frauen der Familie sind hoch gewachsen, schmal und sie wissen, was sie wollen. Wir lernen Liese, Cora und Eva jeweils in Wittenmoos kennen, ihrem kleinen Herkunftsort im Schwarzwald. Liese wird nicht ...

Die Frauen der Familie sind hoch gewachsen, schmal und sie wissen, was sie wollen. Wir lernen Liese, Cora und Eva jeweils in Wittenmoos kennen, ihrem kleinen Herkunftsort im Schwarzwald. Liese wird nicht gut behandelt von ihrer Umgebung - vor allem von der Familie, in die sie eingeheiratat hat, doch der Tod erlöst sie früh von ihrem Mann, einem Metzger und Schläger. Sie schafft es, sich gegen ihre Schwiegereltern durchzusetzen und die Metzgerei über Jahrzehnte zu führen.

Ihre Tochter Cora hat ganz andere Pläne: sie zieht in die Welt, kehrt jedoch zurück. Deren Tochter Eva wiederum muss länger suchen, bis sie findet, was sie braucht.

Ein wundervoller, klarer und starker Roman über drei Generationen von Frauen, die sich, jede auf ihre Art durchzusetzen wissen. Scheitern ist für keine von ihnen eine Option. Stark sind sie deswegen längst nicht immer, aber sie sind auf jeden Fall mutig genug, um ihren jeweiligen Weg zu finden. Unterschiede und Übereinstimmungen zwischen den Generationen halten sich die Waage und werden von der Autorin Hannah Häffner so klar, so eindringlich präsentiert, dass man als Leser:in gar nicht anders kann, als sie zu begleiten: es ist nicht möglich, sich davon nicht einfangen zu lassen. So geht es mir zumindest. Und ich bin sicher, dass manch anderer sich ebenso wenig entziehen kann.

Veröffentlicht am 13.02.2026

Heimatliebe

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Wittenmoos ist ein kleines Dorf im Schwarzwald. Die Autorin Hannah Häffner hat diesen Ort gewählt, um uns die Lebensgeschichte dreier Frauen zu erzählen, die so gar nicht in die Dorfgemeinschaft integriert ...

Wittenmoos ist ein kleines Dorf im Schwarzwald. Die Autorin Hannah Häffner hat diesen Ort gewählt, um uns die Lebensgeschichte dreier Frauen zu erzählen, die so gar nicht in die Dorfgemeinschaft integriert sind.
Es sind Liese, die still und mit all ihrer Kraft die Metzgerei führt, Cora-- Lieses Tochter und schließlich Coras Tochter Eva. Diese drei Frauen, schon optisch auffallend, erfahren Ablehnung und Desinteresse seitens der übrigen Bewohner. Sie werden permanent ausgegrenzt und müssen sich beschwerlich und ausdauernd ihren Platz im Ort erkämpfen.

" Drei Frauen, drei Generationen: eigensinnig sind sie, die Riesinnen, knarzig, stark und wild " so geschrieben von der Autorin.

Hannah Häffner nimmt uns mit in die 60er Jahre, bis jetzt in die Gegenwart. Sie erzählt uns von dem Leben jeder der einzelnen Frauen, glaubwürdig, eindrucksvoll, wortgewandt, mit feinem Humor und mit einer präzisen Beobachtungsgabe. Häffner schreibt in einem besonderen Schreibstil, der teilweise aus kurzen Sätzen besteht, die einer Novelle ähneln, und mit angenehm zarter Poesie begleitet wird.

Mir ist es schnell gelungen in diese außergewöhnliche Geschichte einzutauchen, habe mit den Frauen gelitten, mich aber auch über deren erstaunliche Entwicklung im Laufe der Jahre gefreut. Es ist ein Roman, bei dem die Heimatbindung, die Wurzeln der Menschen eine große Rolle spielen, und bei dem man sich wünscht, dass das Lesevergnügen nicht so schnell enden wird. Doch auch 411 Seiten sind irgendwann gelesen. Was bleibt ist eine emotional unvergessliche Geschichte, die mich rundum begeistern konnte, die noch länger nachklingt und die ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

So authentisch geschrieben!

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Hannah Häffners Roman „Die Riesinnen“ erzählt die Geschichte von drei Generationen von Frauen (Großmutter, Mutter und Tochter), die über Zeit und Lebensumstände hinweg eines verbindet: Der Wunsch, aus ...

Hannah Häffners Roman „Die Riesinnen“ erzählt die Geschichte von drei Generationen von Frauen (Großmutter, Mutter und Tochter), die über Zeit und Lebensumstände hinweg eines verbindet: Der Wunsch, aus ihrer Heimat auszubrechen, um dann doch zu merken, dass zur ihrer Heimat eine unvergleichliche Bindung besteht, die sie zurückhält oder wieder zurückführt. Neben dem Thema Weggehen oder Bleiben, spielt auch familiärer Zusammenhalt eine zentrale Rolle in der Geschichte.

Besonders beeindruckt hat mich die authentische Darstellung der jeweiligen Zeit. Jede Figur fügt sich mit ihren Äußerungen oder Gedankengängen perfekt in den jeweiligen Zeitabschnitt ein. So hatte ich z. B. das Gefühl, dass Liese so denkt und spricht wie meine eigene Oma. Diese Passung entsteht vor allem durch den großartigen, gefühlvollen Schreibstil der Autorin. Die Geschichte lebt weniger von großen, spektakulären Handlungen, sondern entfaltet ihre Wirkung zwischen den Zeilen. Der Roman hat mich sehr berührt, weil Häffner Worte für Empfindungen findet, die mir selbst oft fehlen. Ich habe den Roman regelrecht verschlungen. Auch das ansprechend gestaltete Buchcover rundet den positiven Gesamteindruck wunderbar ab.

„Die Riesinnen“ ist ein sehr empfehlenswerter und rundum gelungener Roman. Ich habe schon lange keine Geschichte mehr gelesen die mich so gefesselt und berührt hat.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Jetzt schon ein Lesehighlight 2026

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Das Jahr hat gerade erst begonnen, doch eins meiner Lesehighlights für 2026 steht schon fest: Die Riesinnen von Hannah Häffner war ein echter Überraschungserfolg für mich und ein Buch, das auch nach dem ...

Das Jahr hat gerade erst begonnen, doch eins meiner Lesehighlights für 2026 steht schon fest: Die Riesinnen von Hannah Häffner war ein echter Überraschungserfolg für mich und ein Buch, das auch nach dem Lesen noch lange nachklang.

Die Riesinnen ist eine Geschichte über drei Generationen und begleitet Liese, ihre Tochter Cora und deren Tochter Eva von den 60er Jahren bis in die Gegenwart in einem kleinen Schwarzwalddorf. Groß, dünn und mit roten Locken scheint Liese nicht nur äußerlich nicht so richtig in das Dorf zu passen. Trotzdem bleibt sie und geht ihren Weg mit Entschlossenheit, während Cora zunächst einfach nur eins will: weg. Eva fühlt sich in ihrer Heimat fest verwurzelt und erlebt ihre Herausforderungen, als sie diese verlassen soll.

Beeindruckt hat mich vor allem Hannah Häffners Sprache, die es schafft, alle drei Frauen, ihre Eigenheiten und besonders ihre Unterschiede einzufangen und darzustellen. Insgesamt poetisch und wortgewaltig, aber mit subtilen Unterschieden, wenn der Fokus sich von einer zur anderen Protagonistin verschiebt. Viel steht auch zwischen den Zeilen, denn mit dem Wechsel der Hauptperspektive bleiben auch die Gedanken der vorangegangenen Generation plötzlich verborgen und damit Raum Beobachtungen selbst zu interpretieren und zu füllen.

Die Handlung an sich ist eher unaufgeregt und leise und doch greift jede der Frauen auch die großen Themen ihrer Generation auf und regt zu eigenen Gedanken an. Mich haben beim Lesen viele Fragen beschäftigt: Was macht eigentlich Heimat aus? Warum wurde früher über so vieles geschwiegen? Warum ist es manchmal so schwer, gerade die Menschen, die uns am nächsten sind, wirklich zu verstehen? Zugehörigkeit, Mutter-Tochter-Beziehungen, Pflichtbewusstsein, die unsichtbare Arbeit der Frauen, Perspektivlosigkeit – das Buch greift viele Themen auf. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

(Un-) Zugehörigkeit - ein Highlight

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"Was haben sie daran geglaubt, dass sie zusammengehören, nur um festzustellen, dass nichts für die Ewigkeit sein kann, was menschlich ist." (S. 277)

Drei Frauen, so groß, so rothaarig, so anders - und ...

"Was haben sie daran geglaubt, dass sie zusammengehören, nur um festzustellen, dass nichts für die Ewigkeit sein kann, was menschlich ist." (S. 277)

Drei Frauen, so groß, so rothaarig, so anders - und trotzdem gehören sie dazu. Nach Wittenmoos, einem kleinen Dorf im Schwarzwald, borniert, konservativ, jeder weiß über jeden Bescheid. Sie brechen aus in ihrer Haltung, ohne den Ort wirklich lange zu verlassen. Liese übersteht eine langweilige und trostlose Ehe, die von Gewalt gezeichnet ist. Halt gibt ihr ihre Tochter Cora, die bereits als Kind zur Außenseiterin wird. Im jungen Erwachsenenalter flieht sie aus dem engen Korsett der Dorfgemeinschaft, nur um kurze Zeit später in schwangerem Zustand und resigniert wieder zurückzukehren. Ihre Tochter Eva will eigentlich gar nicht weg aus Wittenmoos, studiert kurz in einer größeren Stadt, um danach, sowie die beiden anderen Frauen auch, ihre Bestimmung zu finden.

Hannah Höffner ist mit "Die Riesinnen" ein grandioser, literarisch anspruchsvoller Roman gelungen, der drei Generationen von Frauen portraitiert, die anderes für sich gewollt hätten, das Leben aber so nehmen, wie es kommt, um das beste daraus zu machen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch, teils nüchtern, oft philosophisch, was einem durchaus etwas abverlangt. Ihr Sinn, eine dichte und eindrückliche Atmosphäre zu schaffen, ist feinfühlig und atemberaubend zugleich. Die Geschichte wirkt aus der Zeit gefallen und ist deshalb umso einnehmender. Das gesellschaftliche Korsett der Dorfgemeinschaft ist eng geschnürt, deshalb ist es umso erstaunlicher, dass sie trotzdem ein schier unüberbrückbarer Anziehungspunkt ist, dem die Protagonistinnen nur halbherzig entfliehen mögen.

Der Roman hat einen beeindruckenden Tiefgang, zahlreiche Themen werden verhandelt. Zentral ist aber immer die Frage nach der Heimat, nach den Wurzeln, auch jene des eigenen Selbst. Neben den drei Frauen ist der Schwarzwald und seine betörende Natur ein wesentlicher Protagonist, er scheint für alle ein essentielles Lebenselixier zu sein, genauso wie die familiäre und intensive Bindung zueinander - und das alles ohne jeglichen Kitsch, mit einer Klarheit, die oft im Versteckten lauert, aber irgendwann sicher zum Vorschein kommt. Besonders schön herausgearbeitet ist meines Erachtens die Unterschiedlichkeit der drei Frauen, die aber niemals ohne einander können und unmissverständlich zueinander gehören. Wie sie mit den vielfältigen Herausforderungen des Lebens umgehen, trotz vieler Schicksalsschläge, ist nachvollziehbar und strotzt vor innerlicher Stärke, die ihnen aber so gar nicht bewusst ist. Einer der besonderen Aspekte des Buches ist es auch, dass wirklich die drei Frauen im Mittelpunkt stehen und alle anderen Figuren, so sehr sie sie beeinflussen oder auch nicht, nur peripher steuernde Charaktere sind, die nie eine so zentrale Rolle spielen, als dass die Protagonistinnen aus ihrem Mittelpunkt fallen würden.

Mein Fazit: "Die Riesinnen" ist ein unvergleichliches Lesehighlight, das durch poetische, nüchterne und philosophische Sprache und der feinen Beobachtungsgabe von familiärer Bindung besticht. Zentral sind drei starke Frauen, tief verbunden mit dem Schwarzwald, die trotz Widrigkeiten und Enge der Dorfgemeinschaft für sich selbst kämpfen, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Ein sehr besonderes Buch, das wohl in den nächsten Jahren immer als eins meiner Lieblingsbücher gelistet werden wird.

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