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Veröffentlicht am 08.06.2026

Wenn Freiheit gelernt werden muss

Like the First Breath – Based on Elena's Story
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Bücher können Emotionen vermitteln und LeserInnen durch Täler und Berge schicken. Noch intensiver wird diese Wirkung, wenn man weiß, dass eine Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Elena wächst in ...

Bücher können Emotionen vermitteln und LeserInnen durch Täler und Berge schicken. Noch intensiver wird diese Wirkung, wenn man weiß, dass eine Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Elena wächst in einer religiösen Gemeinschaft auf und teilt ihre Erfahrungen mit der Autorin des Buches. Daraus entsteht eine gefühlvolle, ruhige Geschichte über eine Frau, die ständig zwischen dem ringt, was sie gelernt hat, und dem, was sie tief in ihrem Inneren wirklich fühlt.

Die Handlung setzt nicht in Elenas Leben innerhalb der Gemeinschaft an, sondern zu dem Zeitpunkt, als sie diese für ein Studium vorübergehend verlassen darf. Elena ist ein sehr ruhiger Charakter und genauso ruhig erzählt sich auch der Roman. Früh begegnet sie Noah, der ihr zeigt, wie ein Leben aussehen kann, wenn Freiheiten selbstverständlich sind. Auch mit ihrer WG hat sie großes Glück. Doch Glück kann zerbrechlich sein, wenn man mit Überzeugungen aufgewachsen ist, die alltägliche Freiheiten zur Sünde erklären und sanktionieren.

Wir begleiten Elena deshalb bei ihrem ständigen Kampf gegen diese Denkmuster. Dabei gelingt es dem Buch, ihre innere Zerrissenheit darzustellen, ohne dass diese die gesamte Handlung vereinnahmt. Im Gegenteil. Elena wirkt stärker, als sie sich selbst oft zugesteht, und beginnt früh nach ihrem Umzug, ihre Prägungen zu hinterfragen.

Die Beziehung zu Noah hilft ihr dabei enorm. Wie ich es aus Nells Büchern kenne, ist er eine absolute Green Flag. Wer einen solchen Menschen an seiner Seite hat, kann sich glücklich schätzen. Gleichzeitig macht die Geschichte deutlich, dass selbst starke Freundschaften und Unterstützung nicht alle Prägungen überwinden können. Der Druck der Gemeinde bleibt bestehen und macht sichtbar, wie schwer ein Ausstieg tatsächlich sein kann. Regelmäßig gibt es Einblicke von Gemeinschaftsmitgliedern, wie einer Freundin von Elena oder ihrer Familie.

Insgesamt ist dies ein ruhiger, emotionaler Roman mit kleineren Höhen und Tiefen, aber ohne große Wendungen. Eine schöne Empfehlung für alle, die emotionsstarke Geschichten mögen und sich auf eine leise, nachdenkliche Entwicklung einlassen können.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Highschoolstress und Liebeschaos

All the things I didn't say
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In All the Things I Didn’t Say begleiten wir Sadie Wen durch ihr letztes Schuljahr. Nach außen ist sie die perfekte Musterschülerin. Gute Noten, freundlich zu allen und immer darauf bedacht, positiv aufzufallen. ...

In All the Things I Didn’t Say begleiten wir Sadie Wen durch ihr letztes Schuljahr. Nach außen ist sie die perfekte Musterschülerin. Gute Noten, freundlich zu allen und immer darauf bedacht, positiv aufzufallen. Doch unter der Oberfläche brodelt es immer wieder, besonders wenn es um ihren Erzfeind Julius geht. Seit Jahren konkurrieren die beiden miteinander und liefern sich einen ständigen Rivalenkampf.

Das Buch spielt in Australien an einer Schule, die überwiegend von asiatischstämmigen Jugendlichen besucht wird. Gerade solche exklusiven Schulen bringen oft eigene Gruppendynamiken mit sich, weshalb ich mir stellenweise noch etwas mehr Fokus auf das Thema asiatische Identität in Australien gewünscht hätte. Gleichzeitig ist das nichts, was ich zwingend von einer RomCom für Jugendliche erwarte.

Inhaltlich führt die Geschichte durch viele klassische Highschool Situationen. Sportfest, Party, Klassenausflug oder Strafarbeiten. Das Buch lässt kaum ein bekanntes Trope aus. Trotzdem wirkten die Szenen für mich nie ausgelutscht, sondern eher charmant umgesetzt. Vor allem die Entwicklung der Rivals to Lovers Dynamik konnte ich dadurch gut nachvollziehen. Die wachsende Zuneigung zwischen Sadie und Julius entstand größtenteils glaubwürdig, auch wenn manche Momente etwas plötzlich wirkten, schließlich bekämpfen sich die beiden seit fast zehn Jahren.

Die E-Mails, in denen Sadie über Mitschülerinnen und Lehrkräfte herzieht, werden laut Klappentext als zentraler Konflikt aufgebaut. Nach einem anfänglichen Chaos löst sich dieses Thema allerdings überraschend schnell und beinahe märchenhaft auf. Realistisch wirkte das auf mich nicht unbedingt, für die jugendliche Zielgruppe könnte es jedoch ein hoffnungsvoller Ansatz sein.

Besonders positiv fand ich die Darstellung des Leistungsdrucks auf Topschüler
innen. Das Buch zeigt gut, dass hinter perfekten Noten keine perfekten Menschen stecken.

Insgesamt ist die Geschichte eine süße RomCom für Jugendliche mit liebenswerten Figuren, lockerer Atmosphäre und einigen wichtigen Themen. Eine leichte, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Die Reise zum wahrsten Selbst

Die Mitternachtsreise
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Nach der Mitternachtsbibliothek geht die Reise nun weiter. Diesmal im Mitternachtszug. Der spirituelle Nachfolger des TikTok-Erfolgs greift erneut das bekannte Prinzip auf und so begleiten Leser*innen ...

Nach der Mitternachtsbibliothek geht die Reise nun weiter. Diesmal im Mitternachtszug. Der spirituelle Nachfolger des TikTok-Erfolgs greift erneut das bekannte Prinzip auf und so begleiten Leser*innen den kürzlich verstorbenen Wilbur auf einer Reise durch sein vergangenes Leben.


Zunächst dachte ich, jeder Mensch hätte seinen ganz persönlichen Ort zwischen Leben und Tod. Ein Bibliothekar landet in der Mitternachtsbibliothek, also müsste auch Wilburs Zwischenwelt etwas mit ihm selbst zu tun haben. Stattdessen führt die Reise in einen Zug ohne erkennbaren Bezug zu seiner Person. Hier wurde Potenzial verschenkt.


Emotional funktioniert das Konzept dennoch wieder gut. Wilbur erlebt seine glücklichsten Momente erneut, aber auch seine schmerzhaftesten. Vor allem begegnet er der Version seiner selbst, die ihm am meisten entsprach: seinem wahrsten Ich. Der Roman stellt dabei die Frage, wie sehr Entscheidungen unser Leben formen und was passiert, wenn man sich immer weiter von der Person entfernt, die man eigentlich sein möchte.


Da das Grundkonzept dem ersten Buch stark ähnelt, wiederholen sich allerdings auch viele Botschaften. Teilweise hatte ich das Gefühl, die Mitternachtsbibliothek noch einmal zu lesen, nur mit anderem Setting und anderer Hauptfigur. Große Aha-Momente bleiben deshalb eher aus.


Positiv hervorheben möchte ich den Blick auf das Umfeld. Das Buch zeigt, wie Entscheidungen nicht nur uns selbst verändern, sondern auch die Menschen um uns herum beeinflussen. Was opfern sie? Welche Auswirkungen tragen sie mit?


Passend zur Reise durch Wilburs Erinnerungen sind die Kapitel sehr kurz gehalten. Dadurch entsteht eine schnelllebige Leseerfahrung, bei der man ständig „nur noch ein Kapitel“ lesen möchte.


Interessant wurde es besonders ab der Hälfte, als zusätzlich die Perspektive des Wilbur eingeführt wurde, der sein wahres Selbst lebt. Die Entwicklung seines Wesen durch den Erfolg blieb für mich jedoch zu schwammig.


Insgesamt erneut ein tiefgründiger Roman von Matt Haig. Emotional, leicht zugänglich und voller Denkanstöße, aber für mich nicht sein stärkstes Werk.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein Porträt entsteht

Fünf Tage im Licht
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Fünf Tage im Licht gehört zu den Romanen, deren eigentliche Bedeutung sich erst nach und nach entfaltet. Bis weit über die Hälfte hinaus war mir nicht klar, worauf die Gedanken und Handlungen der Protagonistin ...

Fünf Tage im Licht gehört zu den Romanen, deren eigentliche Bedeutung sich erst nach und nach entfaltet. Bis weit über die Hälfte hinaus war mir nicht klar, worauf die Gedanken und Handlungen der Protagonistin hinauslaufen und welche Erkenntnisse sie letztlich daraus ziehen wird. Genau das hat meine Neugier geweckt – gleichzeitig hat mich das Buch dadurch stellenweise aber auch etwas verloren.

Der Roman gliedert sich in ein Vorher und Nachher. Zunächst begleiten wir eine Gruppe von Frauen auf einem Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel. Eine der Freundinnen stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und besitzt dort eine Unterkunft, während die Protagonistin deutlich weniger privilegiert ist. In der zweiten Hälfte stoßen ihre Männer dazu. Diese Zweiteilung hat für mich sehr gut gezeigt, wie unterschiedlich die Frauen ohne und mit ihren Partnern auftreten und wie verschieden die Paarungen sind.

Dabei bleibt der Fokus stets auf dem Bild der Frau. Zu Beginn jedes Kapitels werden berühmte, historisch relevante (Selbst-)Porträts aus der Ich-Perspektive betrachtet und eingeordnet. Welche Bedeutung dahintersteckt, muss man sich selbst erschließen. Ich ertappte mich allerdings dabei, diese Passagen manchmal eher zu überfliegen, weil mein eigenes Interesse an Kunst nicht tief genug ging, um alles vollständig greifen zu können.

Kunst zieht sich jedoch nicht nur durch die Kapitelanfänge, sondern über das Buch hinweg entsteht ein eigenes Porträt, gezeichnet durch die Protagonistin und ich war am Ende positiv überrascht, wie sich dieses mit der Geschichte entwickelt hat. Die Enthüllung bot für mich den Aha-Moment des Buches.

Zwischendurch empfand ich immer wieder Wut. Wut darüber, wie Männer Zukunftsbilder entwerfen, ohne darüber nachzudenken, was sie dafür zerstören oder nehmen. Gleichzeitig wirkte die Protagonistin in dieser Hinsicht stellenweise abhängiger, als sie eigentlich erscheinen sollte.

Insgesamt ein atmosphärischer Roman mit traumhaftem Setting und einer Bedeutung, die sich erst langsam offenbart.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Entsprach nicht den Erwartungen

Bachelorette Party
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Selten greife ich zu Krimi oder Thrillern, doch die "Bachelorette Party“ konnte mich mit einem spannenden Klappentext und der Location auf einer schwedischen Schäreninsel locken.

Das Buch startet mit ...

Selten greife ich zu Krimi oder Thrillern, doch die "Bachelorette Party“ konnte mich mit einem spannenden Klappentext und der Location auf einer schwedischen Schäreninsel locken.

Das Buch startet mit dem Mordfall zehn Jahre zuvor. Durch das ganze Buch hindurch wechselt stetig die Perspektive von heute auf damals, was prinzipiell ein interessantes Konzept ist.

Allerdings kommen beide Erzählebenen einher mit weiblichen Freundschaftsgruppen, also jeder Menge ähnlicher Namen, die ich ständig wieder vergaß, oder zeitlich falsch einordnete.

In der Neuzeit ist die Protagonistin Tessa, die auf einen Junggesellinnenabschied auf der Insel eingeladen wird, auf der damals eine Gruppe von Frauen spurlos verschwand. In ihrer Freizeit führt Tessa einen True Crime Podcast und dieser Fall hat ihre Aufmerksamkeit erregt und sie hofft, Hinweise darauf zu finden, was dort damals passierte.

Bei dem Junggesellinnenabschied soll es um Entspannung gehen. Yoga, Atemtechniken, gemütliches Zusammensitzen. Doch für mich kam kein so recht passendes Gefühl auf. Ständig war Tessa in Gedanken bei dem Mordfall, die Beziehungen zwischen den Freundinnen wurde nicht direkt gestärkt und Yoga und co. boykottierte sie lieber. Sehr schade, da das Gefühl des Titels so für mich verloren ging.

Relativ früh benannte die Autorin schon eine Verdachtsperson, die tatsächlich auch involviert war, was den Spannungsbogen komplett zerstörte, da ich durchgängig dachte, dass doch wesentlich mehr dahinterstecken muss. Zwar gibt es weitere Erklärungen und Verstrickungen, doch für mich hat dies einfach nicht gereicht und war zu offensichtlich.

Überraschend war zudem die gegen Ende teils sehr explizit beschriebenen Szenen, die eher für Horror statt Spannung sorgten. Nichts für schwache Nerven.

Das Ende konnte gut aufarbeiten, welche psychischen Folgen ein Mordfall für Beteiligte bedeutet und riss auch die umstrittene Bedeutung von True Crime-Podcasts erneut an.

Insgesamt bot das Buch spannende Szenarien und gute Beschreibungen, traf für mich jedoch nicht den Kern der Inhaltsangabe und des Titels. Zudem leider vorhersehbar.

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