Cover-Bild Ein Ort, der bleibt
(51)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Kindler
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 17.04.2026
  • ISBN: 9783463000671
Sandra Lüpkes

Ein Ort, der bleibt

Drei Frauen, drei Generationen − ein Garten am Meer. Ein Roman über Vergänglichkeit, Neubeginn und Hoffnung. Und darüber, was es heißt, in der Fremde Wurzeln zu schlagen.

Magdas Leben verändert sich mit einem Schlag: Ihr Mann Alfred, Botaniker in Münster, verliert 1933 seine Professorenstelle, weil er Jude ist. Als sich die Situation in Deutschland zuspitzt, packt die Familie Heilbronn ihre Koffer. Im fernen Istanbul lockt ein überraschendes Angebot: Republikgründer Atatürk will die Universitäten des Landes modernisieren, und am Bosporus soll ein prächtiger Botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt entstehen. Also verstaut Magda im Gepäck auch Samen aus der westfälischen Heimat. Aber wird sie selbst in der Fremde neue Wurzeln schlagen?
Wenige Jahre später ist der Garten in der Altstadt von Istanbul ein blühender Ort der Wissenschaft. Die talentierte Botanikerin Mehpare kümmert sich als Alfreds Assistentin um Beete und Gewächshäuser. So vieles lässt sich in der Welt sammeln und erforschen – nur Mehpares Gefühle bleiben unentdecktes Terrain. Bis sie nach einem tragischen Unglück den Boden unter den Füßen verliert.
Jahrzehnte später verschlägt es die junge Stadtplanerin Imke nach Istanbul. Sie soll eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens erstellen – und damit über das Schicksal dieses besonderen Ortes mitentscheiden.

«Ein Roman, der kunstvoll die Vergangenheit lebendig werden lässt und dabei hochaktuell ist. Sandra Lüpkes erzählt mitreißend menschliche Schicksale, ganz nah und tief bewegend.» Carsten Henn

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Herrlich atmosphärisch!

0

Manche Bücher liest man und spürt noch während der Lektüre: sie verändern etwas in einem. "Ein Ort, der bleibt" gehört für mich ganz eindeutig zu meinen all-Time-Highlights. Dieses Buch bleibt im Herzen.

Ich ...

Manche Bücher liest man und spürt noch während der Lektüre: sie verändern etwas in einem. "Ein Ort, der bleibt" gehört für mich ganz eindeutig zu meinen all-Time-Highlights. Dieses Buch bleibt im Herzen.

Ich weiß jetzt schon: Ich werde nie wieder durch einen botanischen Garten gehen können, ohne an diesen wunderbaren Roman zu denken. An Istanbul. An diesen besonderen Garten. An die Menschen, die in der Türkei Zuflucht fanden. An all die Einzelschicksale.

Bereits "Die Schule am Meer" hatte mir in puncto Figurenzeichnung enorm gut gefallen, doch mit ihrem aktuellen Werk hat die Autorin sich für mich komplett übertroffen.

Besonders faszinierend fand ich den historischen Hintergrund. Obwohl ich sehr gerne historische Romane rund um die Zeit des Zweiten Weltkriegs lese, war mir dieser Aspekt der Geschichte bislang völlig unbekannt: Dass viele jüdische Akademiker:innen während Hitlers Regime in die Türkei flohen und dort unter Atatürk aufgenommen wurden. Allein dieses Thema machte den Read für mich schon außergewöhnlich und unglaublich bereichernd.

Im Mittelpunkt steht unter anderem der jüdische Genetiker Alfred Heilbronn, der in Münster seine Lehrbefugnis verliert und schließlich mit seiner Familie nach Istanbul flieht. Dort entsteht auf einer Brandruine ein botanischer Lehrgarten, ein Ort voller Hoffnung, Wissen und Neubeginn, nicht nur für ihn und seine Familie.

Apropos: Insbesondere die Passagen aus Sicht seiner Frau Magda haben mich berührt. Während sie in Deutschland oft lediglich in ihrer geschätzten Rolle als Frau Doktor existierte, beginnt sie in Istanbul plötzlich aufzublühen. Auf der Reise trinkt sie Champagner, entdeckt neue Seiten an sich, lernt Türkisch und findet Schritt für Schritt zu einer Version ihrer selbst, die zuvor kaum Raum hatte zu existieren. Diese Entwicklung wurde so feinfühlig, atmosphärisch und lebendig erzählt, dass ich vollkommen darin versunken bin.

Überhaupt ist Atmosphäre eine der ganz großen Stärken dieses Romans. Sandra Lüpkes erschafft ein Istanbul, das sich nicht nur lesen, sondern fühlen lässt. Ich konnte die Wärme beinahe spüren, den Duft der Pflanzen riechen und die Geräusche der Stadt hören.

Zusätzlich gibt es die Perspektive von Mehpare, die zunächst als Assistentin für Professor Heilbronn arbeitet, sowie die Gegenwartsebene rund um Imke. Auch sie erlebt durch den Aufenthalt in Istanbul einen tiefgreifenden Wandel, und auch ihre Geschichte hat mich emotional sehr bewegt. Die Dynamik mit ihrer Mutter, ihr ständiges Verantwortungsgefühl, das Gefühl selbst eher die Mutterrolle einzunehmen, all das wurde unglaublich authentisch dargestellt. Umso schöner war es mitzuerleben, wie Imke langsam lernt loszulassen und zu erkennen, dass ihre Mutter durchaus ihren eigenen Weg finden kann (und muss).

Sandra Lüpkes verknüpft mehrere Perspektiven und Zeitebenen miteinander, ohne dass je etwas überladen wirkt. Im Gegenteil: Alles greift so geschickt ineinander, dass ein unglaublich stimmiges Gesamtbild entstanden ist.

Es ist offensichtlich, wie viel Herzblut der Recherche in diesem Buch steckt. Ich hatte das große Glück, eine Buchbox zu gewinnen, der unter anderem ein Interview mit der Autorin beilag. Darin erzählte sie, dass sie selbst die Strecke von Münster nach Istanbul mit dem Zug gereist ist (!) - genau wie einst ihre Figuren. Sie lebte eine Zeit lang in der Türkei, besuchte die Gewächshäuser und folgte den Spuren ihrer Protagonistinnen. Und genau das spürt man beim Lesen auf jeder einzelnen Seite. - Diese Verbundenheit mit Istanbul, mit den Frauen. Man wird selbst ein bisschen eins damit.

Für mich ist dieses herausragende Werk daher weit mehr als 'nur' ein historischer Roman. Es ist eine Geschichte über Neuanfänge, Freiheit, Identität, Verlust, Heimatgefühl, Selbstfindung und darüber, wie sehr Orte Menschen verändern können.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Was für ein starker, beeindruckend atmosphärischer Roman! Schon beim Lesen des Klappentextes war mir klar, dass mich hier ein ganz außergewöhnlicher Read erwarten würde, und zwar nicht nur im Hinblick auf das Setting. - Ein absolutes Lesehighlight und eines jener seltenen Bücher, die man nicht mehr vergisst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2026

Drei Frauen, ein Ort - eine bewegende Geschichte

0

Sandra Lüpkes hat einen bewegenden Roman geschrieben, der drei Frauen und Generationen und einen Ort in Istanbul durch die Zeiten verbindet. Der Schreibstil ist wunderschön und lässt der Geschichte Raum, ...

Sandra Lüpkes hat einen bewegenden Roman geschrieben, der drei Frauen und Generationen und einen Ort in Istanbul durch die Zeiten verbindet. Der Schreibstil ist wunderschön und lässt der Geschichte Raum, sich zu entfalten. Ausgehend von Münster begleiten wir die junge Imke bei ihrem ersten größeren Job nach dem Studium - die Begutachtung des botanisches Gartens in Istanbul. In der Vergangenheit begleiten wir, ebenfalls ausgehend von Münster, Magda Heilbronn beim Exil aus Münster nach Istanbul, wo ihr Mann Alfred 1933 eine Professorenstelle angenommen hat - er ist jüdischer Abstammung. In Istanbul kommt dann noch Mehpare ins Spiel, eine junge Frau mit einem Herz für die Botanik. Gerade die authentische Schilderung des Exils und die merkbar gründliche Recherche sorgen für Gänsehaut beim Lesen. Ein bewegendes Buch, das mich berührt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt

0

„Zusammen mit ihren Familien, ihren Assistenten, ihren Lieblingsschülern waren es wohl fast eintausend Menschen, die den Holocaust dank Atatürks Hochschulreform überlebten. Die Türkei als Exilland, zumindest ...

„Zusammen mit ihren Familien, ihren Assistenten, ihren Lieblingsschülern waren es wohl fast eintausend Menschen, die den Holocaust dank Atatürks Hochschulreform überlebten. Die Türkei als Exilland, zumindest für die akademische Elite.“ (S. 262/263) Hinter diesem nüchtern klingenden Satzverbirgt sich eine zutiefst bewegende Geschichte, die Sandra Lübkes eindrucksvoll und farbenfroh erzählt. Als der jüdische Botaniker Prof. Afred Heilbronn 1933 aufgrund seiner Herkunft seine Stelle in Münster verliert, drängt ihn seine Frau Magda, ein Angebot aus der Türkei anzunehmen. Unter Atatürks soll er in Istanbul ein Botanisches Institut samt Garten aufbauen.
Vor Ort wird ihm die junge Botanikerin Mehpare als Assistentin zugeteilt, eine der ersten türkischen Frauen, die ein Mädchengymnasium besucht und studiert haben.

„Manchmal schaue ich mir einfach nur die Bilder an – Menschen in meinem Alter … Sie blicken in die Kamera. Doch ich habe das Gefühl, sie schauen mich an. Wollen mir zu verstehen geben, wie wichtig diese Ort für sie gewesen ist. Dass seine Geschichte nicht in Vergessenheit geraten darf, sondern erzählt werden muss. Damit man versteht, was heute passiert.“ (S. 263) Fast ein Jahrhundert später wird die Städteplanerin Imke nach Istanbul geschickt, um an einem Gutachten über das alte Institutsgebäude mitzuarbeiten. Schon bei der ersten Besichtigung ist ihr klar, dass dieser Ort unbedingt erhalten werden muss, doch ihr Chef sieht das anders. Seiner Meinung nach lässt sie sich zu sehr von Dr. Ekici, dem letzten Angestellten des Instituts, und dessen Erzählungen über die Heilbronns beeinflussen.

Die Geschichte wird überwiegend aus weiblicher Perspektive erzählt. Mephare widmet sich ganz der Botanik und lehnt eine Heirat, wie sie von ihrer Familie erwartet wird, entschieden ab.
Magda ist auch Botanikerin, darf aber weder in Deutschland noch der Türkei lehren und bleibt auf die Rolle der Assistentin ihres Mannes beschränkt. Sie ist stellt ihre eigenen Bedürfnisse stets hinter Alfreds Arbeit – eines Mannes, der ganz Wissenschaftler ist und ohne sie vermutlich kaum überlebt hätte.
Imke wiederum hat ihr ganzes Leben um ihre Mutter herumgebaut, die ohne sie kaum lebensfähig scheint. Erst in Istanbul erkennt sie, dass ihre Mutter sehr wohl allein zurechtkommt – und dass sie selbst ihren Beruf nicht weiter ausüben möchte, wenn sie dafür ihre eigenen Überzeugungen verleugnen muss.

Mich hat schon lange kein biographischer Roman mehr so beeindruckt, wie „Ein Ort, der bleibt“. Besonders faszinierend fand ich die Frauenfiguren, die unterschiedlichen Zeitebenen und die kunstvolle Verknüpfung ihrer Geschichten. Trotz der oft schweren Thematik gelingt es der Autorin, eine Atmosphäre zu schaffen, in die man sich ganz fallen lassen kann. Die detailreichen Beschreibungen der Pflanzenwelt und das umfangreiche Wissen, das so mühelos vermittelt wird, machen das Lesen zu einem besonderen Erlebnis.
Dabei wirkt das Buch nie trocken oder überladen, sondern weckt Neugier und schärft das Bewusstsein für weniger bekannte kulturelle Zusammenhänge und historische Entwicklungen. Es zeigt eindrücklich, wie eine zufällig zusammengewürfelte Gemeinschaft entwurzelter Menschen zu einer neuen Einheit zusammenwächst, wie sie gezwungen sind, sich eine neue Heimat aufzubauen und dabei Nationalsozialismus und Krieg zu überstehen, trotz aller Ängste, Zweifel und Bedrohungen.

Ein zutiefst bewegendes Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2026

Ein Stück Zeitgeschichte zwischen Münster und Istanbul

0

Im Mittelpunkt der Geschichte „Ein Ort, der bleibt“ von Sandra Lüpkes steht der erste botanische Garten in Istanbul und die Menschen, die ihn gegründet, entwickelt und erhalten haben.

Magdas Leben verändert ...

Im Mittelpunkt der Geschichte „Ein Ort, der bleibt“ von Sandra Lüpkes steht der erste botanische Garten in Istanbul und die Menschen, die ihn gegründet, entwickelt und erhalten haben.

Magdas Leben verändert sich mit einem Schlag: Ihr Mann Alfred, Botaniker in Münster, verliert 1933 seine Professorenstelle, weil er Jude ist. Als sich die Situation in Deutschland zuspitzt, packt die Familie Heilbronn ihre Koffer, denn im fernen Istanbul lockt ein überraschendes Angebot: Republikgründer Atatürk will die Universitäten des Landes modernisieren, und am Bosporus soll ein prächtiger Botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt entstehen. Also verstaut Magda im Gepäck auch Samen aus der westfälischen Heimat.
Das die Türkei für viele Menschen damals zum Exil wurde, war mir bisher total unbekannt, doch der Autorin ist die Schilderung der Auswanderung und der einhergehenden Probleme, wie Heimatverlust und das Zurechtfinden in einem fremden Land, authentisch und nachvollziehbar, gelungen.

Die talentierte Botanikerin Mehpare wird Alfreds engste Assistentin und kümmert sich um Beete und Gewächshäuser. Für Gefühle bleibt ihr keine Zeit bis sich der neue Garteninspektor Mete in ihr Leben drängt. Doch lange währt ihr Glück nicht, denn bald verliert sie nach einem tragischen Unglück den Boden unter den Füßen.

Jahrzehnte später verschlägt es die fiktive junge Stadtplanerin Imke nach Istanbul. Sie soll eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens erstellen – und damit über das Schicksal dieses besonderen Ortes mitentscheiden. Imkes Handlungsstrang entspringt reiner Fiktion, die diese Handlung nicht unbedingt gebraucht hätte.

Beinahe chronistisch und detailiiert erzählt die Autorin nach sorgfältiger Recherche über die historischen Personen: Alfred, Magda, Mehpare und Mete, während Imkes Geschichte nur eine reine Fiktion ist.

Fazit:
Mit ihren Protagonisten und aus deren Persepktiven, schildert die Autorin eine atmosphärisch dichte Zeitreise zwischen Istanbul 1926 – Münster 1978, die ich sehr gerne gelesen habe.
Der Anhang mit dem persönlichen Nachwort der Autorin und der ausführlichen Beschreibung der historischen Personen, runden diesen Generationenroman, für mich hervorragend ab.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2026

Sehr facettenreich

0

Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es handelt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul. Magda und ihr jüdischer Mann, der Botaniker Professor Alfred Heilbronn, sowie ...

Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es handelt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul. Magda und ihr jüdischer Mann, der Botaniker Professor Alfred Heilbronn, sowie ihre beiden Kinder Agnes und Hans verlassen Münster in Westfalen. Grund ist der Beginn des Nazi-Regimes und die Judenverfolgung.

In Istanbul ist Professor Alfred Heilbronn maßgeblich an der Entstehung des botanischen Gartens beteiligt. Allerdings ist die Familie Heilbronn nicht die einzige Familie die Zuflucht in der Türkei sucht.

Das Buch vereint historische Hintergründe mit fiktivem. Es ist das erste Buch von Sandra Lüpke das ich gelesen habe. Allerdings wird es nicht das Letzte sein. Der Erzählstil bzw. das was Sandra Lüpke zu erzählen hat, berührt.

Das Buchcover gefällt mir auch sehr gut, da es sich abhebt von den üblichen Einbänden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere