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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2022

Wirklich überraschend

Was dich nicht umbringt
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1996: Ein Kind verschwindet. Einfach so, von einem Moment auf den anderen, in den Wald.

Kann das sein? Und wer oder was könnte dahinter stecken? Eine schier unlösbare Aufgabe für Detektiv Tom Thorne und ...

1996: Ein Kind verschwindet. Einfach so, von einem Moment auf den anderen, in den Wald.

Kann das sein? Und wer oder was könnte dahinter stecken? Eine schier unlösbare Aufgabe für Detektiv Tom Thorne und sein Team.

Und eine, die für die Leser des Krimis ebenso spannungsreich zu verfolgen ist, denn das, was passiert, liegt eigentlich nicht im Bereich des Möglichen. Jedenfalls nicht für mich, so wie die Gegebenheiten sich gestalten. Ein ebenso "unbrutaler" wie vielschichtiger und überraschender Krimi, bei dem ich dennoch die ein oder andere Klippe zu umschiffen hatte.

Dennoch durchaus empfehlenswert!

Veröffentlicht am 01.05.2022

Zwei Schwestern - zwei Schicksale

Die Wahrheit und andere Erinnerungen
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Dieses Buch handelt von den Schwestern Nicole und Samantha, die in jungen Jahren mit ihrer Mutter in einen Autounfall verwickelt waren, der zwar glimpflich ausging, aber dem Leben aller Beteiligten eine ...

Dieses Buch handelt von den Schwestern Nicole und Samantha, die in jungen Jahren mit ihrer Mutter in einen Autounfall verwickelt waren, der zwar glimpflich ausging, aber dem Leben aller Beteiligten eine neue Richtung gab. Denn danach trennten sich die Eltern Tina und Craig und die Töchter wuchsen jeweils bei einem Elternteil auf.

Ein Roman in Rückblenden, geschildert aus den Perspektiven beider Schwestern, doch auch andere Sichtweisen werden eingeblendet: die von den Partnern der Schwestern, der Eltern und der beiden anderen Frauen des Vaters.

Ich war sicher, dass dies ein trauriger Roman ist, doch das ist nicht der Fall. Stellenweise natürlich, doch ist es auch ein Buch, das neue Welten im Leben ganz normaler Menschen entdeckt, vieles aufdeckt, das man nie für möglich gehalten hätte.

Ein Buch über Wahrheiten und Lügen - und darüber, wie man sich selbst am meisten belügen kann. Die australische Autorin Imbi Neeme ist eine kraftvolle Stimme, die für Frauen aller Kontinente spricht. So sehe ich das jedenfalls!

Veröffentlicht am 25.04.2022

Ein warmherziges und kluges Buch

Großer Panda und Kleiner Drache
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Der große Panda und der kleine Drache sind gemeinsam unterwegs. Sie sind Weggefährten, ja Freunde.

Wie in vielen solchen Zweierkonstellationen nehmen sie jeweils eine Rolle ein: der kleine Drache ist ...


Der große Panda und der kleine Drache sind gemeinsam unterwegs. Sie sind Weggefährten, ja Freunde.

Wie in vielen solchen Zweierkonstellationen nehmen sie jeweils eine Rolle ein: der kleine Drache ist der Zweifler, der Ängstliche, der große Panda hingegen derjenige, der stets die positive Perspektive zu formulieren vermag. Er sieht das Gute in jeder Entwicklung und vermag es eindringlich und klug zu formulieren.

Durch die Zweifel und die Gedanken des kleinen Drachen erst auf den Weg gebracht, formuliert der große Panda ganz wundervolle Ideen und Gedanken.

So ermutigt er bspw. den kleinen Drachen, seinen eigenen Weg zu finden, auch wenn dieser von anderen nicht gemocht wird. In dem Fall sei es vorzuziehen, andere zu verlieren statt sich selbst. Am besten hat mir die Antwort des Großen Panda auf die Frage des kleinen Drachen, was er denn tue (S.63) gefallen. "Keine Ahnung", sagt der Große Panda, "aber es macht großen Spaß".

Genauso viel Spaß bereitet das Durchblättern, Schauen und Lesen durch dieses lebenskluge und so warmherzige Buch!

Veröffentlicht am 23.04.2022

Ein Fundbüro als Start

Das Fundbüro der verlorenen Träume
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für die Geschichte um Dot und ihre Familie: die demente Mutter, zu der sie zurückgezogen ist sowie die wenig liebenswerte, ziemlich besserwisserische große Schwester Philippa. Und der geliebte ...

für die Geschichte um Dot und ihre Familie: die demente Mutter, zu der sie zurückgezogen ist sowie die wenig liebenswerte, ziemlich besserwisserische große Schwester Philippa. Und der geliebte Vater, der schon so lange nicht mehr ist. Irgendein dunkles Geheimnis lastet über ihm.

Dot arbeitet in einem Fundbüro, was für sie eine Herzenssache ist, denn sie liebt es, Menschen Wichtiges zu retournieren, die Dinge zum Beginn zurückzuführen. Doch einige Entwicklungen unterschiedlicher Art bewirken, dass sich das nahezu von einem Moment auf den anderen ändert: Übrig bleibt ein Haufen Scherben.

Nichts anderes ist auch von Dots Leben geblieben, jetzt, wo alles so kurz vor dem Ende steht. Sie möchten wissen, was? Dann versprechen Sie mir aber bitte, nicht zu viel zu erwarten. Denn einige Erzählstränge lösen sich einfach im Nichts, andere in Belanglosigkeiten auf und übrig bleibt - nun, nicht allzu viel. Obwohl das Ganze auf einer netten, liebevoll entwickelten Idee basiert.

Aber leider, leider gibt es diese immer wiederkehrenden Längen. Aus meiner Sicht haben sie teilweise mit der nicht immer ganz geglückten Dastellung der Charaktere bzw. Figuren zu tun. Ich kann mir wenig vor Augen halten - also es gibt kaum Kopfkino und da verwischen mir irgendwie die Bilder. Jedenfalls bei dieser Art von Roman.

Veröffentlicht am 22.04.2022

Die Verflechtungen der Familie Garrett

Eine gemeinsame Sache
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Wie schade ist es oft, wenn Titel nicht aus dem Original übersetzt werden, hier "The French Brade", also der französische Zopf. In dem bereits so undenkbar viele Verflechtungen enthalten sind, dass man ...

Wie schade ist es oft, wenn Titel nicht aus dem Original übersetzt werden, hier "The French Brade", also der französische Zopf. In dem bereits so undenkbar viele Verflechtungen enthalten sind, dass man sie kaum zählen.

So ist es auch in der Familie Garrett? Oder sind es eher kaum welche? Manchmal kommt es dem Leser so vor, doch es sind die Verflechtungen, die Windungen, auf denen wieder und immer wieder in den Familienclan zurückgefunden wird.

Mutter, Vater und drei Kinder; zwei Töchter, ein Sohn. Groß der Unterschied zwischen den älteren Mädchen und dem kleinen Bruder. Fremd auch die jeweiligen Welten, aber nicht nur zwischen alt und jung: Manchmal kommt es mir beim Lesen so vor, als würde jedes einzelne Familienmitglied auf einem eigenen Planeten in der Galaxis schweben - vielleicht verloren, vielleicht einsam. Vor allem jedoch in seinem ureigenen Modus.

Der hier jedem zu eigen ist: vor allem fährt die Mutter der Familie, eine Art Freizeit-Künstlerin, aus der dann aber mehr wird, von Beginn an ihren eigenen Stiefel: sie kocht nicht, sie kümmert sich um die Kinder, nur wenn sie nicht malt und vor allem verhilft sie sich quasi sukzessive nicht nur zu einem eigenen Atelier, sondern zu einem eigenen Heim. Oh, wie ich sie beneide.

Man sieht also: Eigenständigkeit einer Frau kann Emanzipation sein, sie muss es aber nicht. Es kann auch um Selbstentfaltung, um einen eigenen Weg gehen, ohne etwas vernachlässigen zu wollen. Was man dann zwangsläufig doch tut.

Dies nur als ein Beispiel für den Entwurf eines Charakters durch die großartige Anne Tyler. Dieser Roman enthält noch so manch anderen und ein jeder ist die Lektüre wert! Probieren Sie es aus, es lohnt sich unbedingt!