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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2025

Villa Aurelia

Der Sommer am Ende der Welt
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Titel und Cover suggerieren einen Urlaubsroman, der es allerdings nur teilweise ist.
Hanna ist Journalistin und reist mit ihrer Tochter Katie auf die Insel Borkum, um einen Artikel über Verschickungskinder ...


Titel und Cover suggerieren einen Urlaubsroman, der es allerdings nur teilweise ist.
Hanna ist Journalistin und reist mit ihrer Tochter Katie auf die Insel Borkum, um einen Artikel über Verschickungskinder zu schreiben. Hanna wurde durch die Erlebnisse ihrer Mutter als damaliges Verschickungskind auf das Schicksal dieser Kinder vorwiegend in den 60er Jahren aufmerksam. Sie quartieren sich in dem Hotel ein, in dem sich damals die "Kurklinik" befand. Die Hotelbetreiber erfahren bald von Hannas Vorhaben, einen Artikel über die unrühmliche Vergangenheit des Hotels zu veröffentlichen und sind darüber alles andere als glücklich. Und auch die Familie des Inselarztes, in den Hanna sich verliebt, scheint untrennbar mit der damaligen Kinderkurklinik verbunden zu sein.
Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich in diesem Roman ab, wobei für mich die Vergangenheit sehr in den Hintergrund gerückt wird. Durch die aktuellen Ereignisse auf der Insel wird meines Erachtens dem Schicksal der Verschickungskinder zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, geraten teilweise zur Nebensache. Das ist schade, denn die Traumata dieser Kinder klingen ihr ganzes Leben nach und haben mehr Beachtung verdient.
Insgesamt ein Buch, das versucht, eine Liebesgeschichte mit einer dunklen Vergangenheit zu verknüpfen.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Buckys Comeback

Strandgut
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Bucky Bronco, ein 70jähriger, gealterter Soulsänger erhält eine zweite Chance. Das Leben hat es bisher nicht besonders gut mit ihm gemeint. Aber durch seine Frau Maybell hat er alles ertragen können. ...


Bucky Bronco, ein 70jähriger, gealterter Soulsänger erhält eine zweite Chance. Das Leben hat es bisher nicht besonders gut mit ihm gemeint. Aber durch seine Frau Maybell hat er alles ertragen können. Seit fast einem Jahr ist seine Frau verstorben und Bucky hat mit ihr jeglichen Halt verloren. Die Einladung ins englische Scarborough, die er aber nur aus Neugier auf England annimmt, gibt ihm einen kleinen Lichtblick.
Dort angekommen, kümmert sich Dinah um ihn und versucht, ihm einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Sie lebt mit Mann und Sohn in einer Art Zweckgemeinschaft , aus der sie sich nur schwer lösen kann.
Bucky stellt erstaunt fest, dass es in England eine große Fangemeinde seiner Musik gibt, obwohl er nur wenige Songs gesungen hat und seit vielen Jahren nicht aufgetreten ist. Bucky und Dinah geben während dieses Wochenendes einander Halt.
Ein warmherziges Buch über das Leben und welche Möglichkeiten es bietet, wenn man es zulässt.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Neo-Bechstein und Frau Beethoven

Durch das Raue zu den Sternen
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Arcadia Fink, ein hochbegabtes Mädchen hat die Liebe zur Musik von ihrer Mutter geerbt. Ihre Mutter, die "kurz weggegangen ist", ist in all ihrem Denken und Handeln präsent. Ihr größter Wunsch ist es, ...


Arcadia Fink, ein hochbegabtes Mädchen hat die Liebe zur Musik von ihrer Mutter geerbt. Ihre Mutter, die "kurz weggegangen ist", ist in all ihrem Denken und Handeln präsent. Ihr größter Wunsch ist es, in einem Knabenchor zu singen. Sie versucht mit großer Hartnäckigkeit dieses Ziel zu erreichen. Aufgrund ihrer Unangepasstheit hat sie zu anderen Kinder wenig Kontakt. Ihr Vater versucht das Fehlen der Mutter auszugleichen und steht doch hilflos der ganzen Situation gegenüber. Arcadias einzige Freundin ist Bernhardina, die Freundin ihrer Mutter. Sie lebt in einem Pflegeheim und erwartet ein tägliches Telefonat von Arcadia.
Ein ziemlich trauriges Buch über ein kleines, einsames Mädchen, das seine Ziele mit teils unkonventionellen Mitteln zu erreichen versucht und sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen lässt.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Spurensuche

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Liliana wurde vor 30 Jahren Opfer eines Femizids. Angel bemüht sich mehrere Monate, um die Aufmerksamkeit und Liebe Lilianas zu erlangen. Als sie ihn endlich erhört, findet sie sich in einer ...


Liliana wurde vor 30 Jahren Opfer eines Femizids. Angel bemüht sich mehrere Monate, um die Aufmerksamkeit und Liebe Lilianas zu erlangen. Als sie ihn endlich erhört, findet sie sich in einer toxischen Beziehung wieder, in der sie lange aushält. Als sie es endlich schafft, sich von ihm zu trennen, versucht er immer wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen
Doch sie bleibt standhaft und begibt sich damit unwissentlich in Lebensgefahr. Eines Tages dringt Angel in ihre Wohnung ein und ermordet sie. Auch 30 Jahre nach dieser Tat wurde er nicht gefasst.
Cristina Rivera Garza ist Lilianas ältere Schwester und begibt sich nach dieser langen Zeit auf die Suche nach den Ermittlungsakten. In diesem Buch beschreibt Cristina Rivera Garza wie schwierig es ist, an die Akten zu gelangen. Sie erzählt von der gemeinsamen Kindheit mit ihrer Schwester. Sie lässt auch die Freundinnen und Freunde sowie ihre Eltern zu Wort kommen. Auch die in Lilianas Nachlass gefundenen Notizen und Briefe runden das Bild einer lebenslustigen jungen Frau ab, die viel zu früh einen gewaltsamen Tod sterben musste.
Cristina Rivera Garza setzt mit diesem Buch ihrer Schwester ein Denkmal und prangert gleichzeitig Femizide an.
Der gelungene Versuch , ein schwer verdauliches Thema umzusetzen.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Ist Rache süß?

Standing Ovations
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Wie weit darf Rache gehen? Wie geht man damit um, wenn man der Betroffene ist und gibt sie dem Ausübenden Genugtuung?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich der vorliegende Debütroman von Charlotte Runcie.

Schauplatz ...


Wie weit darf Rache gehen? Wie geht man damit um, wenn man der Betroffene ist und gibt sie dem Ausübenden Genugtuung?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich der vorliegende Debütroman von Charlotte Runcie.

Schauplatz des Geschehens ist Edinburgh während eines Theaterfestivals, in dem bekannte und unbekannte Künstler auftreten und auf eine gute Kritik hoffen. Aber da ist Alex, ein bekannter Theaterkritiker, dessen Markenzeichen seine schonungslosen Kritiken sind. Und so ist es für ihn selbstverständlich, dass er eine vernichtende Kritik über die Debütperformance von Haley Sinclair schreibt. Er gibt ihrem Auftritt nur einen Stern, weil es ihm nicht erlaubt ist, gar keinen Stern zu geben... und stellt seinen Bericht sofort online. Dass er Haley Sinclair noch am selben Abend trifft und sogar die Nacht mit ihr verbringt, ist für ihn kein Grund, seine Kritik zu ändern. Und so bleibt es nicht aus, dass Haley am nächsten Morgen brühwarm aus Internet und Zeitung erfährt, wie Alex über sie geurteilt hat. Und wie geht es nun weiter?
Ein guter Einstieg in die Geschichte, die aus Sicht seiner Kollegin erzählt wird, die sich zur selben Zeit in Edinburgh aufhält. Und interessant das Verhalten von Alex, Haley und der Erzählerin als Alex' Kollegin. Leider lässt die Spannung nach dem ersten Drittel des Romans nach und Charlotte Runcie begibt sich auf Nebenschauplätze, die meiner Meinung nach für die Geschichte nicht unbedingt wichtig sind. Ein interessantes Thema mit einem guten Beginn, bei dem der Leser auf das Ende gespannt ist.

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