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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2024

lebensnah und lebendig

Der Lärm des Lebens
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Jörg Hartmann ist ein bekannter Schauspieler, im Dortmunder Tatort ist er als Faber zu sehen. Nun hat er einen größtenteils biografischen Roman veröffentlich in dem er uns von seinen Anfänger als Schauspielschüler ...

Jörg Hartmann ist ein bekannter Schauspieler, im Dortmunder Tatort ist er als Faber zu sehen. Nun hat er einen größtenteils biografischen Roman veröffentlich in dem er uns von seinen Anfänger als Schauspielschüler und von seinen ersten Engagement berichtet, von seinen Reisen, seinen Ängsten und Sorgen und der ungewollten viel zu häufigen Abwesenheit von seiner Familie, besonders als Ehemann und Vater. Einen großen Raum nimmt auch seine Kindheit im Ruhrgebiet ein, das liebevolle Elternhaus, der sportliche Vater, dem der Sohn nicht gerecht werden konnte, die Freiheiten, die er genoss, seine Erlebnisse mit seinen Freunden. Rückblenden erzählen von seinen Großeltern, beide taubstumm, intelligent und in ihrem Dorf sehr beliebt, die dennoch die Sorge hatten, im dritten Reich dem Euthanasieprogramm der Nazis zum Opfer zu fallen.
Anekdotenreich, zeitlich und thematisch wechselnd, doch immer in einem logischen Zusammenhang wird sehr lebensnah und lebendig über das Schauspielerleben und die Familie Jörg Hartmanns erzählt.

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Veröffentlicht am 29.03.2024

geistiges Eigentum

Yellowface
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Juniper Song Hayward und Athena Liu lernen sich auf der Uni kennen. Beide träumen von einer Karriere als Schriftstellerinnen. Als die chinesischstämmige Liu noch als Studentin einen Bestseller herausbringt ...

Juniper Song Hayward und Athena Liu lernen sich auf der Uni kennen. Beide träumen von einer Karriere als Schriftstellerinnen. Als die chinesischstämmige Liu noch als Studentin einen Bestseller herausbringt kommt bei der weißen Amerikanerin Juniper Neid auf. Athena sonnt sich im Ruhm, eilt von Erfolg zu Erfolg, bewohnt ein schickes Apartment. Als Athena Juniper zu sich nach Hause einlädt geschieht ein Unglück. Vor Junipers Augen stirbt Athena und sie kann ihr nicht helfen. Da Athena ihr Manuskript nicht mehr veröffentlichen kann sieht Juniper das Entwenden, Aufbereiten des Inhalts und Herausgabe als ihr eigenes Werk auch nicht als Diebstahl an, auch wenn schon früh Zweifel an der Urheberschaft aufkommen. Der Roman über chinesische Arbeiter während des ersten Weltkrieges wird ein Bestseller, endlich hat sie es geschafft, sie ist berühmt. Bis der Chitstorm in den sozialen Medien über sie hineinbricht, ihr Hass entgegenschlägt. Wie kann eine Weiße über Chinesen schreiben, wie kann sie die Leser*innen über ihre wahre Herkunft täuschen indem sie ihren zweiten Vornamen Song als Nachnamen wählt.
Der Roman lässt uns in den Literaturbetrieb, ins Verlagswesen blicken mit allen Problemen und Ängsten, die dort herrschen und wem geistiges Eigentum gehört. Der Segen und Fluch der sozialen Medien und was es mit der Psyche der Menschen macht werden thematisiert. Die Protagonistin wird ambivalent dargestellt, man kann sie hassen und mit ihr leiden, mal ist sie Opfer, mal Täter. Die Autorin schafft es mit ihrem herausragenden Schreibstil die Spannung zu halten.

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Veröffentlicht am 29.03.2024

diese Ähnlichkeit

Mörderfinder – Stimme der Angst
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Auf der Beerdigung seines langjährigen Mentors Bormann trifft der nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst als Fallanalytiker arbeitende Max Bischoff auf eine Frau die wie Jennifer Sommer aussieht. ...

Auf der Beerdigung seines langjährigen Mentors Bormann trifft der nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst als Fallanalytiker arbeitende Max Bischoff auf eine Frau die wie Jennifer Sommer aussieht. Das kann doch nicht sein, Jennifer starb vor fünf Jahren, nachdem sie entführt und misshandelt wurde und Max zu spät kam um seine große Liebe zu retten. Max spricht die Doppelgängerin an, sie heißt Dominique wobei er bemerkt, dass sie Blutergüsse am Körper hat, die auf Misshandlungen deuten. Sie berichtet auch von ihrem besitzergreifenden und zuschlagendem Freund. Max Helfersyndrom ist erwacht, nicht das es ihr so ergeht wie Jennifer. Bevor er sich näher mit Dominique beschäftigen kann wird sein Exkollege und Freund Horst Böhmer niedergeschlagen und schwer verletzt und Jana, eine junge Kommissarin in die er sich langsam verliebte, wird vermisst. Da Max Probleme mit der Leiterin der Kriminalpolizei hat, hilft ihm Dr. Marvin Wagner, ein Experte der Psychologie bei der Suche nach Jana.
Die Charaktere der Protagonisten sind hervorragend herausgearbeitet worden und auch wenn es für die Entwicklung der Persönlichkeiten hilfreich ist die Vorgängerbände zu kennen, kann man auch so der Handlung folgen. Es ist spannend geschrieben, auch wenn ich in der Erkenntnis des Geschehens und des Täters immer einen Schritt vor den Ermittlern war.

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Veröffentlicht am 29.03.2024

ein kleines Leuchten

Die sieben Türen
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Was für ein wunderschönes Buch, gestalterisch wie inhaltlich. Ein kleines Leuchten im Dunkeln trifft auf eine vielbeinige, bebrille Raupe namens Yara. Diese Raupe führt das Leuchten durch sieben Türen, ...

Was für ein wunderschönes Buch, gestalterisch wie inhaltlich. Ein kleines Leuchten im Dunkeln trifft auf eine vielbeinige, bebrille Raupe namens Yara. Diese Raupe führt das Leuchten durch sieben Türen, hinter denen essenzielle Fragen des Lebens stehen. Licht und Dunkelheit, Liebe und Hass, Mut und Angst, über die Zeit und vieles mehr wird in den aufgesuchten Räumen erklärt, wobei das Leuchten oft mehr Fragen hat als Antworten bekommt. Bevor die siebte Tür geöffnet wird geht es für die Beiden durch das Universum, ein Gefühl von Freiheit entsteht. Die kleine Raupe hilft dem Leuchten, dem Menschen oder bald auf die Welt kommenden Menschen ins Leben, keine Entscheidung, die man trifft ist falsch, kein Leben wichtige als ein anderes, egal welches man lebt. Wichtig ist der Glaube und die Liebe an sich selbst.
Die hochwertige Ausstattung mit vielen herausragenden Zeichnungen, das Schriftbild in wechselnder Schreibschrift machen diese philosophischen Texte zu einem Geschenkbuch für andere und für sich selbst.

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Veröffentlicht am 29.03.2024

Entstehungsgeschichte der Blindenschrift

Eine Fingerkuppe Freiheit
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Im Alter von fünf Jahren erblindet Louis Braille durch einen Unfall. Den meisten Kinder in dieser Zeit, 1821, blieb dadurch nur die Arbeit in einer Kohlemine, da es dort immer dunkel war. Louis hatte das ...

Im Alter von fünf Jahren erblindet Louis Braille durch einen Unfall. Den meisten Kinder in dieser Zeit, 1821, blieb dadurch nur die Arbeit in einer Kohlemine, da es dort immer dunkel war. Louis hatte das Glück, das ihn seine Eltern förderten und er durch seine Intelligenz, Wagemut und Lerneifer im Alter von zehn Jahren auf ein spezielles Blindeninternat in Paris gehen durfte. Er hatte das absolute Gehör und lernte mehrere Instrumente spielen. Auch mathematisch war er hochbegabt. Was ihm Kummer bereitete war das Lesen und Schreiben an erhabenen Buchstaben und das Gekleckse, mit denen er und seine Freunde schreiben sollten. Als der Erfinder Charles Barbier an der Schule seine von ihm entwickelte Nachtschrift vorstellte, war Braille voller Vorfreude. Doch diese Schrift wies Mängel auf und so blieb es bei der ungeliebten Prägeschrift. Louis, inzwischen zwölfjährig, machte sich an die Verbesserung und entwickelte mit einfachsten Mitteln die noch heute gebräuchliche Brailleschrift. Doch dieser Weg dorthin war schwer und steinig, wir Blinde zu leben hatten wurde von Sehenden bestimmt.
Mit viel Einfühlungsvermögen, der Autor Thomas Zwerina ist selbst erblindet und weiß wovon er schreibt, und historisch belegten Fakten wird das Leben Louis Braille spannend erzählt.

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