Profilbild von Urmeli

Urmeli

Lesejury Star
offline

Urmeli ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Urmeli über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2024

wunderschöne Aufmachung, verwirrender Inhalt

Leuchten am Meeresgrund
0

Das Sachbuch über die Erforschung der Tiefsee ist ein Hingucker. Das Cover lädt zum Blättern ein und dort findet man viele Zeichnungen von Meerestieren, Zeitungsausschnitte aus der damaligen Zeit und Fotos ...

Das Sachbuch über die Erforschung der Tiefsee ist ein Hingucker. Das Cover lädt zum Blättern ein und dort findet man viele Zeichnungen von Meerestieren, Zeitungsausschnitte aus der damaligen Zeit und Fotos und man hofft, dass es auch für Lauen ein interessantes Buch sein könnte. Dies traf in meinem Fall nicht zu. Vom Inhalt war ich enttäuscht. Die Hauptperson William Beebe ist im Jahr 1934 mit der Bathysphäre, einer Kugel die mit einem Kabel mit der Welt über Wasser verbunden war, in die Tiefsee abgetaucht. Bis zu 900 m, für diese Zeit etwas ganz außergewöhnliches. Er teilte den Menschen über Wasser live mit, was er dort sah. Dieser Teil war auch für mich interessant, er erzählte direkt seine Erlebnisse und Gefühle. Diese Teile wurden immer wieder unterbrochen von neuen Personen, die irgendetwas mit dieser Forschung zu tun hatten, was jedoch nicht nachvollziehbar war. Der Autor springt von einem Thema zum nächsten und dies mit einem schwer zu lesendem Schreibstil. Um die vielen Protagonisten zu überblicken wäre ein Personenregister mit kleiner Biografie hilfreich gewesen. Fazit, kein Buch für mich, für Meeresbiologen bestimmt ein interessantes Werk.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2024

drei Freunde aus drei Ländern

Herrliche Zeiten - Die Himmelsstürmer
0

Im Jahr 1871 sind die herrlichen Zeiten angebrochen, der Krieg ist zu Ende und man reist wieder. Vicky Paxton Stoks, eine junge Engländerin aus wohlhabender Familie trifft in Karlsbad auf den Deutschen ...

Im Jahr 1871 sind die herrlichen Zeiten angebrochen, der Krieg ist zu Ende und man reist wieder. Vicky Paxton Stoks, eine junge Engländerin aus wohlhabender Familie trifft in Karlsbad auf den Deutschen Paul Biermann und den Franzosen Auguste Escoffier und schlichtet einen Streit zwischen den beiden ehemaligen Kriegsgegnern, die zu Freunden geworden sind. Diese Begegnung bestimmt ihr Leben, sie halten Kontakt und treffen sich immer wieder. Paul als Ingenieur ist bei der Planung der Weltausstellung in Wien beteiligt und träumt von dem Auftrag bei der Gestaltung des Kurfürstendammes beteiligt zu werden. Vicky möchte ihre ererbten Firmenanteile für die Untertunnelung des Ärmelkanals einsetzen. Auguste arbeitet als Koch und träumt davon, sein eigener Herr zu sein, ein Restaurant nach seinen Vorstellungen zu führen. Während Vicky und Paul fiktive Figuren sind gab es den Koch Auguste wirklich und dieser hat nicht nur eine exzellente Kochkunst an den Tag gelegt, er hat vor allem die Abläufe in der Küche revolutioniert, noch heute arbeitet man nach seinen Vorgaben.
Die persönlichen Verwicklungen und Familiengeschichten sind nur ein Teil dieses außergewöhnlich gut geschriebenen Romans, weiterhin erfahren wir viel über die politischen und gesellschaftlichen Themen dieser Zeit. Die Auswirkungen der französischen Revolution, der Kolonialismus in Afrika, die Engländer in Indien, der Kampf um Frauenrechte, der in Deutschland aufkommende Judenhass, die Aufrüstung und der Wettbewerb zwischen Deutschland, England und Frankreich, wer die größten Errungenschaften erreicht. Zum Ende des Romans, das Jahr 1900 hat gerade begonnen, spürt man bereits das Zusteuern auf erneute Auseinandersetzungen unter den Völkern auch wenn die drei Freunde immer noch zusammenhalten.
Geschichtskunde auf höchstem Niveau und trotz der Länge des Buches ist kein Wort zu viel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2024

herzerwärmend ohne Pathos und Kitsch

Wohnverwandtschaften
0

Nachdem Jörgs Frau Brigitte viel zu früh gestorben ist, ist ihm seine Hamburger Wohnung zu groß und zu ruhig. Sein Sohn Sebastian lebt mit Frau und Sohn in Südfrankreich, er sieht sie kaum. So kommen zuerst ...

Nachdem Jörgs Frau Brigitte viel zu früh gestorben ist, ist ihm seine Hamburger Wohnung zu groß und zu ruhig. Sein Sohn Sebastian lebt mit Frau und Sohn in Südfrankreich, er sieht sie kaum. So kommen zuerst der selbstständige Informatiker und leidenschaftliche Koch Murat, die arbeitslose, über 50-jährige Anke und als Neuzugang, die angestellte Zahnärztin Constanze mit in diese Wohngemeinschaft. Für Constanze soll es nur eine vorübergehende Lösung sein, sie hat sich gerade von ihrem langjährigen Lebensgefährten getrennt. Doch bald merkt sie, dass diese ungleiche Wahlfamilie ihr gut tut, das sie einander brauchen. Jeder hat seine Wünsche und Träume und diese werden uns abwechselnd erzählt. Jörg, noch keine 70 Jahre alt, möchte die Reise im Wohnmobil nach Georgien antreten, da wollte Brigitte immer hin, nun möchte er die Reise alleine durchführen, nur was benötigt er dazu? Anke hofft von Casting zu Casting auf eine Rolle, inzwischen ist ihr schon egal welche, nur schauspielern möchte sie wieder, wie ihr Freund, der die tollsten Rollen erhält und den sie schon lange nicht mehr gesehen hat. Zuerst ist der Prozess schleichend, sie bemerken es erst nicht, bis Jörg immer mehr vergisst. Droht ihre Wohnverwandtschaft auseinander zu brechen?
Ein herzerwärmender Roman ohne Pathos und Kitsch wird das Leben sehr unterschiedlicher Menschen und Charaktere erzählt. Lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2024

brisantes Papier

Gefährliche Betrachtungen
0

Das Preisgeld aus dem Literaturnobelpreis kommt Thomas Mann gerade recht um es in ein Sommerhaus an der kurischen Nehrung zu investieren. Das Haus liegt kurz hinter der deutschen Grenze in Litauen in einer ...

Das Preisgeld aus dem Literaturnobelpreis kommt Thomas Mann gerade recht um es in ein Sommerhaus an der kurischen Nehrung zu investieren. Das Haus liegt kurz hinter der deutschen Grenze in Litauen in einer Gegend, in der beide Sprachen gesprochen werden. Daher sucht der junge Zydrunas Miuleris den Kontakt zu Thomas Mann um den Roman „die Buddenbrooks“ ins litauische zu übersetzen. Doch dazu kommt es nicht, denn bei dem ersten Treffen der beiden weht Mann ein wichtiges Papier davon welches Müller, wie er eingedeutscht von Mann genannt wird, einfängt und mit seinem fotografischen Gedächtnis speichert. In seiner Unterkunft schreibt er es aus dem Gedächtnis auf, nimmt es mit in die Wirtschaft und verliert es, oder wird es gestohlen. Der Text ist brisant, im Jahr 1930 kurz vor den Wahlen in denen sich Hitler auf die Machtübernahme vorbereitet und politische Gegner verfolgt. Das Gespann Mann und Müller begeben sich auf Spurensuche.
Die fiktive Detektivgeschichte wird zum Anlass genommen um mehr über den Menschen Thomas Mann zu erfahren. Der Sommer an der Ostsee, sein Arbeitsablauf, die Folgen seiner Bekanntheit, sein Familienleben wie auch seine Eitelkeiten, Stärken und Schwächen werden beleuchtet. Dabei kommt auch die Landschaft und die dort leben und arbeitenden Menschen nicht zu kurz. Man benötigt erst ein wenig um in diesen etwas altertümlich wirkenden, jedoch für die Zeit hervorragend passenden, Schreibstil hineinzukommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2024

Wahlkampf in Altusried

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
0

Kluftinger ist als Interims-Polizeipräsident in Altusried im Allgäu für den reibungslosen Ablauf der Antiterrorübung „Operation Alpenglühen“ zuständig. Alles läuft wie geplant bis neben den gestellten ...

Kluftinger ist als Interims-Polizeipräsident in Altusried im Allgäu für den reibungslosen Ablauf der Antiterrorübung „Operation Alpenglühen“ zuständig. Alles läuft wie geplant bis neben den gestellten Verletzten ein echter Toter auftaucht. Der tote Polizist Lothar Schaller war gar nicht eingeteilt, was hatte er dort zu suchen? Doch nicht nur die Aufklärung des Todesfalls beschäftigt Kluftinger, er soll für die Kommunalwahl antreten. Seine Partei hat noch einen Listenplatz frei, weit hinten, so dass er keine Chancen hat, gewählt zu werden. Aber auch dafür sind Fragebögen auszufüllen, Gespräche zu führen, ein Zeitungsinterview zu geben und als Kluftinger hört, das sein Gegenkandidat Dr. Martin Langhammer ist, möchte er nun doch gewählt werden. Die sozialen Medien, mit denen er sich überhaupt nicht auskennt, sollen ihm dabei helfen.
Der Kriminalfall gerät in den Hintergrund, die politischen Verhältnisse, die Tücken eines Wahlkampfes und die Feindseligkeit der Bevölkerung nehmen den größten Raum in diesem sehr humorvoll und nachdenklich stimmenden Kriminalroman ein. Die Protagonisten sind einem in diesem bereits 13. Fall alle mit ihren Stärken, Fehlern und Schwächen ans Herz gewachsen. Der lockere Schreibstil ist äußerst lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere