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Venatrix

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Veröffentlicht am 16.10.2022

In LInz beginnts - Sagen aus der Stadt an der Donau

Sagenreiches Linz
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In Linz beginnt’s - eine sagenreiche Stadt an der Donau

Viele Orte verfügen über einen reichen Schatz an Sagen und Mythen. Einer davon ist Oberösterreichs Landeshauptstadt Linz.

Wie schon in ihrem ...


In Linz beginnt’s - eine sagenreiche Stadt an der Donau

Viele Orte verfügen über einen reichen Schatz an Sagen und Mythen. Einer davon ist Oberösterreichs Landeshauptstadt Linz.

Wie schon in ihrem Buch „Sagenreiches Kremsmünster“ geht die Autorin dem Sagenschatz auf den Grund.

In 25 Sagen berichtet nun die Autorin Mystisches und Gruseliges aus Linz. Die Wallfahrtskirche und Zahnradbahn auf dem Pöstlingberg spielen ebenso eine Rolle wie die Zwergenwelt in seinem Inneren. Natürlich dürfen auch andere Sagengestalten wie Feen, Drachen, Teufel und so manches Kräuterweiberl nicht fehlen.
Wer ein wenig Zeit und Muße hat, kann die beschriebenen Sehenswürdigkeit anhand von Stadtspaziergängen auch leicht selbst erkunden.

Wer gerne Sagen und Mythen liest und sie damit der Geschichte eines Ortes nähert, wird mit diesem Buch eine Freude haben. Als Mitbringsel ist diese A6 quer-formatige Buch bestens geeignet. Die gediegene Verarbeitung spricht für den Pustet-Verlag. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.10.2022

Wissenschaftler - genial, verfolgt und verfemt

Die Verfolgten
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Mit diesem Buch setzt Autor Thomas Bührke, stellvertretend für Tausende andere verfolgte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, acht Forscherinnen und Forschern, ein Denkmal.

Alle wurden auf Grund ...

Mit diesem Buch setzt Autor Thomas Bührke, stellvertretend für Tausende andere verfolgte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, acht Forscherinnen und Forschern, ein Denkmal.

Alle wurden auf Grund ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer revolutionären Ideen verfolgt und einige davon auch hingerichtet.

Giordano Bruno (1548-1600)
Jean-Silvain Bailly (1736-1793)
Antoine Laurent de Lavoisier (1743 - 1794)
Lew Landau (1908-1968)
Lise Meitner (1878-1968)
Emmy Noether (1882-1935)
Albert Einstein (1879-1955)
Alan Turing (1912-1954)

Das Schicksal der Getöteten teilen Giordano Bruno (Tod auf dem Scheiterhaufen) sowie die beiden Franzosen Jean-Silvain Bailly und Antoine Laurent de Lavoisier, die beide unter der Guillotine des revolutionären Frankreichs sterben.

Die Zahl, die auf Grund autoritärer Regimes verfolgt, eingesperrt oder getötet wurden, weil sie es nicht schafften, ihre Heimat zu verlassen ist beträchtlich, der Aderlass an Wissen in diesen Staaten auch.

Nicht alle die überlebten, konnten in der Diaspora an ihre Forschungserfolge anschließen. Lise Meitner ist hier ein gutes Beispiel. Sie emigriert im Juli 1938 nach Scheden und arbeitet dort bis 1946 am Nobel-Institut. Zwar wird sie Ende 1938, als Otto Hahn bei seiner Arbeit der Kernspaltung nicht weiter weiß, von ihm kontaktiert. Der Nobelpreis 1944 wird Otto Hahn alleine zugesprochen, obwohl Lise Meitners Arbeiten einen gewichtigen Anteil haben.


Meine Meinung:

Viele dieser Lebensgeschichte wie die von Albert Einstein kennt man, manche sind (noch) unbekannt. Das Buch macht Lust, die eine oder andere Biografie näher zu betrachten.

Nach einem längeren Vorwort sind die einzelnen Biografien auch deswegen gut lesbar, weil auch das historische Umfeld dargestellt wird.

Ganz ohne wissenschaftliche Fachsprache kommt der Autor nicht aus. Aber dies ist sehr gut in den Text integriert, sodass man die einzelnen Lebensläufe nachvollziehen kann.

Fazit:

Das Buch macht Lust, sich mit der einen oder anderen Person näher zu beschäftigen. Für mich werden es Jean-Silvain Bailly und Antoine Laurent de Lavoisier sein. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.10.2022

Ravenna - Stadt der goldenen Mosaike

Ravenna
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Mit der Teilung des riesigen Römischen Reiches um 395 in ein west- und ein oströmisches Reich beginnt der Niedergang des antiken Roms. Während das oströmische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel noch ...

Mit der Teilung des riesigen Römischen Reiches um 395 in ein west- und ein oströmisches Reich beginnt der Niedergang des antiken Roms. Während das oströmische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel noch bis 1453 den anstürmenden Völkern die Stirn bieten kann, muss das weströmische Reich seine Hauptstadt Rom aufgeben um 400 n.Chr. und findet in Ravenna eine neue.

Ravenna, geschützt in der Emilia Romagna gelegen, ist vom 5. bis 8. Jahrhundert Treffpunkt der griechischen, lateinischen, christlichen und barbarischen Kulturen und Dreh- und Angelpunkt zwischen Ost und West. Ungewöhnlich detailreich erzählt Judith Herrin auch von den Menschen dieser Zeit: von Kaiserinnen und Königen, Bischöfen und Gelehrten, Ärzten und Handwerkern.

In neun Kapiteln, die mit zahlreichen Farbfotos angereichert sind, lässt die Archäologin und Autorin diese Glanzzeit Revue passieren.

1. Galla Placidia
2. Der Aufstieg der Bischöfe
3. Theoderich der Gote
4. Justinian I und die Feldzüge in Nordafrika und Italien
5. König Alboin und die Eroberung durch die Langobarden
6. Die islamische Expansion
7. Die beiden Regierungszeiten von Justinian II
8. Ravennas allmählicher Abstieg
9. Karl der Große und Ravenna

Der Aufschwung und die Bautätigkeit, die Ravenna in der Zeit zwischen dem 6. und dem 8. Jahrhundert erlebt, ist gigantisch. Tausende Bauwerke mit feinsten Mosaiken entstehen. Jeder Herrscher, jeder Bischof möchte sich durch ein kunstvolles Bauwerk ein Denkmal setzen. Der Großteil der Gebäude ist Bestand, obwohl auch hier im Zweiten Weltkrieg einiges zerstört worden ist.

Imposant sind die vielen Informationen, die die Autorin aus diversen Archiven zusammengetragen hat! Das ist vielleicht auch der einzige kleine Kritikpunkt: Judith Herrin verzettelt sich manchmal in Details, die schon sehr speziell sind. Denn ob der oströmische Exarch auch noch in Rimini ein feudales Anwesen mit Innenhof und Garten anmietet, ist vielleicht für ihn bedeutend, für die Weltgeschichte jedoch nicht.

Leser, die in dieser Zeit nicht so bewandert sind, könnten die Zusammenfassung„Ravennas glanzvolles Erbe“ von S. 454 als Einstieg vorab lesen.

Fazit:

Ein Meisterwerk der Recherche, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 16.10.2022

Eine gelungene Fortsetzung

Tausend wogende Wellen
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Als der frühpensionierter Kriminalbeamte Joe Prohaska anlässlich der Beerdigung seiner alten Tante Olga in dem kleinen Ort in Slawonien eintrifft, begegnet er seiner Jugendliebe Lydia, die seinerzeit mit ...

Als der frühpensionierter Kriminalbeamte Joe Prohaska anlässlich der Beerdigung seiner alten Tante Olga in dem kleinen Ort in Slawonien eintrifft, begegnet er seiner Jugendliebe Lydia, die seinerzeit mit ihrer Mutter nach Kanada ausgewandert ist. Sie zeigt ihm einen geheimnisvollen Brief, den Olga ihr hinterlassen haben soll und recht bald wird Joe mit Gerücht, die alte Olga sei keines natürlichen Todes gestorben, konfrontiert. Doch wie recherchiert man ohne Befugnis und noch dazu im Verwandtenkreis?

Und was haben die seltsamen Andeutungen von Neven Popović Lydia gegenüber zu bedeuten?

Als Joe sich dann doch breitschlagen lässt, ein wenig nachzuforschen, kommen einige streng gehütete Familiengeheimnisse ans Tageslicht, die vermutlich besser ungedeckt geblieben wären.

Meine Meinung:

Dieser 5. Fall für Joe Prohaska ist eher das Psychogramm einer Sippe, denn ein Krimi. Ja, es wird zwar gemordet und irgendwie sind einige Familienmitglieder darin verstrickt, aber wer einen Krimi mit „Tat, Kriminaltechnik, Tätersuche und Fahndungserfolg“ erwartet, liegt hier nicht ganz richtig. Joe Prohaska ist nach einem missglückten Einsatz in Deutschland frühpensioniert worden und verbringt seinen Lebensabend in Kroatien. Ermitteln will er eigentlich nicht mehr. Dennoch stolpert er in den einen oder anderen Todesfall - wie eben jenen von Tante Olga. Obwohl der Krimi eher langsam daherkommt, ist es spannend Joe bei seinen Recherchen über die Schulter zu schauen. Die dabei entdeckten Familiengeheimnisse werfen ein nicht allzu schönes Bild auf so manches Familienmitglied.

Fazit:

Ein ruhiger Krimi, der ob der Verstrickungen diverser Familienmitglieder der Vergangenheit und Gegenwart, ein interessantes Psychogramm einer Sippe abgibt. Gerne bewerte ich diese Geschichte mit 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.10.2022

Mehr Action als Thriller

Der Diamanten-Coup
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Richter und Autor Patrick Burow hat den spektakulären Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden von 2019 als Hintergrund für sein vom Benevento-Verlag als Thriller beworbenes Buch gewählt.

Der Inhalt ist ...

Richter und Autor Patrick Burow hat den spektakulären Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden von 2019 als Hintergrund für sein vom Benevento-Verlag als Thriller beworbenes Buch gewählt.

Der Inhalt ist schnell erzählt:

Innerhalb weniger Minuten bricht eine Gruppe Schmuckräuber in das Dresdner Stadtschloss ein und raubt die wertvollsten Diamanten Sachsens und verschwindet unerkannt.

Weil sich der Kunstprofessor und Detektiv Adrian Falke ein paar Tage zuvor ein wenig zu intensiv für die Sicherheitsvorkehrungen im Grünen Gewölbe interessiert hat, was auf den unscharfen Überwachungsvideos deutlich zu sehen ist, wird er sofort von den Ermittlern als Hauptverdächtiger eingestuft.

Es kommt wie es kommen muss: Eine Jagd quer durch Europa, die bis nach Dubai führt.

Meine Meinung:

Ich habe das Buch auf der Bahnfahrt von Wien nach Dresden gelesen. So quasi als Einstimmung auf den Besuch in das Grüne Gewölbe, das allerdings gerade nicht zugänglich war. Die „Türkische Camer“ hat allerdings einen Eindruck geboten, welche Pracht die Königlichen Juwelen dargestellt haben müssen.

In zahlreichen kurzen Kapiteln, die immer wieder die Perspektive wechseln, erhöhen die Spannung. Durch Zeit- und Ortsangaben weiß der Leser immer wann er wo gerade ist und welche Perspektive er einnimmt.

Aus den spärlich bekannt gegebenen Fakten und viel Fantasie „bastelt“ der Autor einen Thriller, der zwar als Script für einen Action-Thriller à la Hollywood taugt, aber bei mir einiges an Kopfschütteln ausgelöst hat. Da sind zum Beispiel die ermittelnden Polizisten, die ziemlich jämmerliche Figuren abgeben. Sie schießen sich ausschließlich auf Adrian Falke ein und ignorieren alles andere. Auch die Schnitzeljagd bis nach Dubai ist vielleicht in den Augen des Autors dramaturgisch notwendig, realistisch ist sie für mich nicht. Ich kenne zwar das Budget der sächsischen Polizei nicht, kann aber nicht vorstellen, dass zwei Beamte der mittleren Ebene einfach mal dahin und dorthin jetten dürfen.

Die Charaktere sind ziemlich schwarz und weiß gehalten: hier die Guten, da die Bösen dazwischen die Doofen.

Besonders Adrian Falke erscheint als Wunderwuzzi, der ähnlich wie Indianer-Jones und James Bond so ziemlich alles kann und nebenbei noch charmant und unwiderstehlich ist, so dass die Direktorin des Grünen Gewölbes Julia Graf natürlich seinem Charme erliegt. Gemeinsam jagen sie die Diebe, die einem arabischen Clan angehören, dem schon mehrere Juwelendiebstähle angelastet werden. Doch wer ist der Auftraggeber? Der wird, für meinem Geschmack, letztlich ein bisschen wie das sprichwörtliche Kaninchen aus dem Zylinder gezaubert.

Doch ich will nicht nur meckern. Die Aufmachung des im Benevento-Verlag erschienene Buch ist aufwändig und optisch sehr gut gelungen. Da muss man dem Grafiker ein großes Lob aussprechen.

Der Schreibstil ist dem Genre gemäß einfach, aber effektvoll. Das Buch lässt sich locker in wenigen Stunden lesen.
Was ein wenig schmerzt, ist die Marketing-Strategie, die vorgibt, diese Geschichte wäre ein „True-Crime“-Thriller. Das ist das Buch mitnichten. Der außergewöhnlich Coup dient nur als Aufhänger.

Fazit:

„Der Diamanten-Coup“ beschert seinen Lesern einige spannende Lesestunden, ist aber für mich kein Thriller. Das Buch hat mich gut unterhalten, erhält aber wegen der zahlreichen Ungereimtheiten nur 3 Sterne.