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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2022

Eine gelungene Fortsetzung

Schwarze Seele
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In ihrem zweiten Fall gibt Patsy Logan ihrem Instinkt nach und fördert - sehr zum Unwillen ihres Chefs - eine komplexe Familiengeschichte zutage.

Was ist passiert?

Donal McFadden ist betrunken in den ...

In ihrem zweiten Fall gibt Patsy Logan ihrem Instinkt nach und fördert - sehr zum Unwillen ihres Chefs - eine komplexe Familiengeschichte zutage.

Was ist passiert?

Donal McFadden ist betrunken in den Schwabinger Bach gefallen und dort ertrunken. Zumindest sieht es so aus. Als die irische Verwandtschaft in München eintrifft, muss Patsy dolmetschen und kommt dadurch einigen Familiengeheimnissen auf die Spur.

Doch Patsy ist nicht nur beruflich gefordert sondern auch privat. Nicht nur, dass sich die Erfüllung des Kinderwunsches nicht einstellt und die wiederholte Prozedur der IVF fehlschlägt, nistet sich ihr Bruder Robbie bei ihr und ihrem Ehemann ein. Das lässt alte Wunden wieder aufbrechen.

Meine Meinung:

Ellen Dunne zeichnet ihre Charaktere und deren Beziehungsgeflechte mit viel Liebe zum Detail. Leider geht das in manchen Abschnitte zu Lasten der Spannung. Dennoch liest sich der Krimi gut und die Auflösung ist ein wenig unerwartet.

Patsy Logan ist eine starke, wenn auch durch den Selbstmord ihres Vaters traumatisierte Frau, die immer wieder aneckt. Der unerfüllte Kinderwunsch setzt sie zusätzlich unter Druck, bei dem Ehemann und Schwiegereltern eine entscheidende Rolle spielen.

Fazit:

Eine sprachlich gelungene Fortsetzung, der ich 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 21.08.2022

Ermittlungen aus dem Jenseits

Es gibt ein Sterben nach dem Tod
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Tatjana Kruse, der Königin der Krimödie ist wieder ein witziger Krimi gelungen.

Diesmal muss sich die Ermordete selbst um die Aufklärung ihres Todes kümmern. Wie macht sie das? Nun, als Geist. Dazu bedient ...

Tatjana Kruse, der Königin der Krimödie ist wieder ein witziger Krimi gelungen.

Diesmal muss sich die Ermordete selbst um die Aufklärung ihres Todes kümmern. Wie macht sie das? Nun, als Geist. Dazu bedient sie sich der erst kürzlich wegrationalisierten Putzfrau Jenny und des Mediums Kai-Uwe.

Dass das Trio in zahlreiche skurrile Situationen gerät, ist natürlich vorprogrammiert.

Meine Meinung:

Tatjana Kruse hat es wieder geschafft, zahlreiche ernste Themen, wie Industriespionage, feindliche Übernahmen und Rationalisierungen, in einen vergnüglich zu lesenden Krimi zu packen.

Der Krimi erinnert mich sehr an den Film „Ghost - Nachricht von Sam“ in dem die hinreißende Whoopi Goldberg das Medium spielt. Diese so augenfällige Ähnlichkeit kostet den 5 Stern. Eine solche Nachahmung hat die Autorin eigentlich nicht nötig. Das Cover passt meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Dessen Auswahl kann man nicht der Autorin anlasten, dafür ist der Verlag verantwortlich.

Schauen wir einmal, ob diese Unterart der Krimödie bei den Lesern ankommt und es weitere Fälle geben wird. Wobei hier die Hauptfiguren dann Jenny und/oder Kai-Uwe sein müssten.

Fazit:

Für die amüsanten Lesestunden gebe gerne ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 21.08.2022

Anita Berber - Ikone und Enfant Terrible

Die rote Tänzerin
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Autorin Joan Weng ist bekannt für ihre historischen Romane, die während der Weimarer Republik spielen. Diesmal widmet sie sich einer Ikone dieser Zeit: Anita Berber.

Die Berber, wie man sie nennt, ist ...

Autorin Joan Weng ist bekannt für ihre historischen Romane, die während der Weimarer Republik spielen. Diesmal widmet sie sich einer Ikone dieser Zeit: Anita Berber.

Die Berber, wie man sie nennt, ist eine Tänzerin, die ähnlich wie Isadora Duncan (1877-1927) und Josephine Baker (1906-1975) den Bühnentanz revolutioniert und mit ihrem schillernden Privatleben für Skandale sorgt.

Joan Weng beschreibt hier die Tänzerin, die sich bereits auf dem absteigenden Ast befindet. Durch Alkohol- und Drogenmissbrauch ist nicht mehr Herrin der Lage. So weiß sie den Namen ihres dritten Ehemanns nicht mehr. Ihre Freundin, Managerin und zeitweilige Liebespartnerin Susi Wanowksy sieht den Verfall und den Ruin der Berber, kann sie aber nicht retten.

Auf einer Tournee im Nahen Osten im Sommer 1928 bricht bei Anita Berber die Tuberkulose aus. Ihr durch jahrelangen Alkohol- und Drogenmissbrauch geschwächter Körper hat der Krankheit nichts entgegenzusetzen. Anita Berber stirbt im November 1928 in Berlin.

Meine Meinung:

Dieser Roman ist für manche Leser vielleicht nicht einfach zu lesen. Die Lebensgeschichte der Anita Berber wird nicht chronologisch erzählt, sondern springt durch Zeit und Raum. Wir folgen den durch Suchtmittel verbrauchten Geist der Tänzerin, der kaleidoskopartig gute und schlechte Episoden durcheinanderbringt. Wir erfahren einiges über die zahlreichen Skandale, Exzesse und die wechselnden Liebschaften. Eine so zerstörte Persönlichkeit zieht natürlich auch Erbschleicher und Heiratsschwindler an. So macht sich Ehemann Nr. 2 mit dem gesamten Vermögen inklusive des Schmucks davon und lässt die Berber nahezu mittellos zurück.

Wir begegnen auch anderen Persönlichkeiten dieser Zeit. Hier ist vor allem der Maler Otto Dix zu nennen.

Fazit:

Dieser historische Roman über die „rote Tänzerin“ einer Ikone der Weimarer Republik, ist, dem roten Cover zum Trotz, eine eher melancholische Hommage.

Veröffentlicht am 17.08.2022

Wow, was für ein Krimi!

See ohne Wiederkehr
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Dieser 7. Fall für Max Madlener und Harriet Holtby ist der wohl bislang Persönlichste für die beiden, wenn auch aus unterschiedlichsten Gründen.

Bereits der Prolog beginnt mit einem Paukenschlag: Harriet ...

Dieser 7. Fall für Max Madlener und Harriet Holtby ist der wohl bislang Persönlichste für die beiden, wenn auch aus unterschiedlichsten Gründen.

Bereits der Prolog beginnt mit einem Paukenschlag: Harriet sitzt in Untersuchungshaft, denn sie soll mit ihrer Dienstwaffe einen Immobilienmakler erschossen haben. Sie kann sich an nichts erinnern, aber die Spurenlage am Tatort legt dies nahe. Obwohl Madlener nach der Explosion an der Tankstelle (siehe „Der Tote aus dem See“) nach wie vor rekonvaleszent ist, beginnt er mit seinen Nachforschungen. Denn weder er noch die anderen Kollegen können glauben, dass Harriet einen Mord begangen hat.

Um Harriet, die sich weder verteidigt noch einen Anwalt haben will, zu helfen, bieten die Kollegen alles auf, was möglich ist. Selbst die Kollegen, die eher für einen gemütlichen Feierabend zu haben sind, aktivieren ihre Kräfte.

Doch je tiefer Max in die Geschichte eintaucht, desto komplexer wird der Fall. In einem abermals furiosen Finale macht Max Madlener seinem Spitznamen „Mad Max“ alle Ehre…


Meine Meinung:

So manche Krimi-Reihe verliert nach vier, fünf Bänden ihren Schwung. Bei Walter Christian Kärger ist das nicht der Fall. Ja mit jedem überführten Verbrecher, mit jedem gelösten Kriminalfall scheint das Duo Madlener/Holtby besser aufeinander eingespielt.

Doch wie wird es nun weiter gehen? Harriet ist nun quasi „entzaubert“, ihr Nimbus der Unnahbaren ist gelüftet. Wird ihre Vergangenheit in der Dienststelle ein Thema werden? Nicht dass Mad Max eine Plaudertasche wäre, aber Gerüchte machen schnell die Runde.

Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen, zeigt er doch, dass, wenn es sein muss, auch lethargische Kollegen ihren inneren Schweinehund überwinden. Selbst der Polizeidirektor, der Max Madlener und auch Harriet Holtby am liebsten in einer anderen Dienststelle sehen möchte, toleriert Mad Max‘ unkonventionelle Ermittlungsmethoden.

Mehrmals musste ich über die Schilderungen von Max‘ Verhalten auf der Reha grinsen. Nun ja, Geduld ist nicht seine größte Tugend und Befehle gibt er lieber selbst.

Ich freue mich schon auf einen nächsten Band.

Fazit:

Diesem komplexen Krimi gebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.08.2022

Nicht einfach zu lesen

Erbgut
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Es heißt, jeder Mensch ist die Summe seiner Erfahrungen. Doch zusätzlich verbirgt sich in jedem das Erbgut seiner Vorfahren. Das muss auch die Protagonistin dieses Buches erfahren. Ohne es tatsächlich ...

Es heißt, jeder Mensch ist die Summe seiner Erfahrungen. Doch zusätzlich verbirgt sich in jedem das Erbgut seiner Vorfahren. Das muss auch die Protagonistin dieses Buches erfahren. Ohne es tatsächlich zu wissen ist sie den Ereignissen der Vergangenheit ausgesetzt. Die Ich-Erzählerin erfährt in Gedankensplittern einiges über ihre Familie. Obwohl manchmal nicht ganz eindeutig ist, ob diese „Erinnerungen“ aus dem Erbgut stammen oder von Eltern, Großeltern oder anderen Verwandten erzählt oder angedeutet worden sind.

Das Buch beginnt mit der Geburt der Protagonistin und endet mit der Entbindung der eigenen Tochter. So ist der Bogen schön gespannt. Dazwischen liegen Jahre der Unsicherheit, des Suchens und der Erkenntnis.

Meine Meinung:

Dieses Debüt ist nichts für Zwischendurch. Es ist nötig genau zu lesen und auf die Zwischentöne zu achten.

Inzwischen ist ja wissenschaftlich bewiesen, dass Traumata - wie z.B. Kriegserlebnisse - über an die Nachkommen weitergegeben werden. Mit welchen Dämonen wohl das Neugeborene zu kämpfen haben wird?

Fazit:

Diesem Buch, das durch seine schöne Sprache besticht, gebe ich 4 Sterne.