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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2021

Streifzug durch die alpenländische Küche

Alpenkulinarik
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Spitzenkoch Roland Essl teilt mit uns nicht nur seine köstlichen Rezepte, sondern erzählt auch Schmankerl zu Zutaten und Gerichten.

Viele Rezepte der alpenländischen Küche wurden seinerzeit mündlich weitergeben. ...

Spitzenkoch Roland Essl teilt mit uns nicht nur seine köstlichen Rezepte, sondern erzählt auch Schmankerl zu Zutaten und Gerichten.

Viele Rezepte der alpenländischen Küche wurden seinerzeit mündlich weitergeben. Früher kochte man wirklich regional, eben was Haus und Hof hergegeben hat, und saisonal. Erdbeeren im Winter? Nein, Kletzn oder anderes Dörrobst oder eingerexte Früchte - das waren die Vitaminspender seinerzeit.

Interessant ist auch zu lesen, dass Krebse im Mittelalter eine Fastenspeise bzw. ein Arme-Leute-Essen war. Da hat sich einiges geändert ....

Neben zahlreichen Köstlichkeiten begegnen wir auch so mancher historischen Persönlichkeiten wie Anna von Österreich, Joseph Wenzel Radetzky von Radetz oder den Bierbrauer Ignaz Mautner-Markhof, der das untergärige Bier „erfunden“ hat.

Die schönen Fotos machen Appetit auf die Speisen. Das eine oder andere werde ich gerne nachkochen.

Fazit:

5 Sterne für die Alpenkulinarik, auch wenn das Waldviertel geologisch zur Böhmischen Masse gehört.

Veröffentlicht am 31.10.2021

Österreich - mon Amour

So sah ich Mein Österreich. Life is a story - story.one
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Als der österreichische Journalist Hugo Portisch am 1. April 2021 im 94. Lebensjahr verstorben ist, habe ich, so wie viele andere Menschen große Trauer empfunden.
In diesem kleinen Buch, das aus einen ...

Als der österreichische Journalist Hugo Portisch am 1. April 2021 im 94. Lebensjahr verstorben ist, habe ich, so wie viele andere Menschen große Trauer empfunden.
In diesem kleinen Buch, das aus einen etwas zehn Jahre zuvor mit Hannes Steiner geführt hat, spricht er über „sein“ Österreich nach 1945. Dabei spart er die politische Anbiederung so mancher Partei an die Nazis nicht aus. Zunächst waren sehr strenge Gesetze, viel strenger als in Deutschland, niedergeschrieben, bis hin zur Todesstrafe für diejenigen, die z.B. Durch Denunziation am Tod von jüdischen Familien schuld waren (S.41). 1945 durften die Nazis noch nicht wählen. Aber 1949 buhlten die Parteien um die Stimmen dieser Bürgerinnen und Bürger ...
Dieses kleine Buch ist das zweite einer Reihe mit dem Titel „So sah ich ..“. Neben dem vorliegenden ist bereits „So sah ich mein Leben“ erschienen. Ein drittes „So sah ich die Welt“ ist in Vorbereitung.
Hugo Portisch‘ oberster Prinzip im Journalismus war: Check - Recheck - Doublecheck. Etwas, was ich im heutigen Journalismus vermisse. Heute werden Nachrichten oft der Sensationsgier wegen ungeprüft unter die Leute gebracht.
Er wird mir fehlen, der Hugo Portisch!

Veröffentlicht am 31.10.2021

In den Fängen des stalinistischen Terrors

Zuckerkind
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Die russische Journalistin und Schriftstellerin Olga Gromowa erzählt in diesem biografischen Roman die Geschichte ihrer Nachbarin Stella Nudolskaja.
Stellas Vater, ein gebildeter Mann, wird 1937 von einem ...

Die russische Journalistin und Schriftstellerin Olga Gromowa erzählt in diesem biografischen Roman die Geschichte ihrer Nachbarin Stella Nudolskaja.
Stellas Vater, ein gebildeter Mann, wird 1937 von einem Tag auf den anderen verhaftet und als „Volksfeind“ zu Zwangsarbeit verurteilt.

Auch seine Ehefrau Julia und die kleine Tochter Stella bekommen das Stalin-Regime zu spüren und werden als Angehörige eines Volksfeindes in ein Arbeitslager nach Kirgisien deportiert. Dort beginnt der Kampf ums nackte Überleben. Die beiden sind aber mit ihrem Schicksal nicht alleine sondern erhalten immer wieder (verbotenerweise) Hilfe von anderen Lagerinsassinnen. Stellas Mutter ist eine gebildete Frau, die wegen einer Lungentuberkulose hinkt und häufig ihr Plansoll nicht erreicht. Da springen Leidensgenossinnen ein und sichern damit den beiden das Überleben. Schikanen und Prügel sind an der Tagesordnung, doch dir Reichtum an Geschichten, Liedern und Märchen, die Stellas Mutter zu erzählen weiß, lassen Stella in eine andere Welt abgleiten. Das und die Gespräche mit der Mutter, die geduldig die Fragen der kleinen Stella beantwortet, retten mehrmals die Leben der beiden.

Erst nach 1947 dürfen Stella und ihre Mutter wieder nach Moskau zurückkehren. Der Vater ist inzwischen in der Lagerhaft ums Leben gekommen. Nach Stalins Tod wird die Familie wegen „fehlenden Strafbestandes“ rehabilitiert.
„Der Bürgerin Julia Jewgenjewna Lichtmacher, geb. 1902, wird bescheinigt, dass der Beschluss der NKWD-Verwaltung des Moskauer Gebiets von 28. August 1937, aufgrund durch Beschluss der Verwaltung des KGB beim Ministerrat der UdSSR für die Stadt Moskau vom 18. Dezember 1958 aufgehoben wurde.“

Ob die Verhaftung wegen des deutschen Nachnamens erfolgt ist? Oder wegen der Denunziation des Nachbarn, der es auf die wenigen Besitztümer der Lichtmacher abgesehen hat?

1988 lernen Stella und Olga sich kennen. Stella schreibt ihre Geschichte auf und Gromowa veröffentlicht diesen biografischen Roman. Zahlreiche Bilder sind erhalten und bereichern dieses Buch.

In den Aufzeichnungen klingt es, als ob es keine schlechten Menschen um Stella und Julia gegeben hätte, doch das stimmt natürlich nicht. Wie Stella Olga erzählt, verweigert sie die Erinnerung an die bösen Menschen.

Fazit:

Ein berührender biografischer Roman, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 31.10.2021

Ein komplexer Krimi

Das doppelte Grab
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Bei der Sanierung des Hauses, das ihr die kürzlich verstorbene Tante vererbt hat, findet die Kunsthistorikerin Anna Bentorp zwei Skelette. Das eine scheint ein antikes Skelett zu sein, denn neben einem ...

Bei der Sanierung des Hauses, das ihr die kürzlich verstorbene Tante vererbt hat, findet die Kunsthistorikerin Anna Bentorp zwei Skelette. Das eine scheint ein antikes Skelett zu sein, denn neben einem römischen Schwert finden sich römische Goldmünzen aus der Zeit der Varus-Schlacht, das andere ist erheblich jünger.

Und wie passen die Einschübe aus dem Kölner Kloster des 16. Jahrhunderts zu der ganzen Geschichte? Kann es sein, dass die Schrift, die der Klosterbruder Ambrosius entdeckt hat, zu dem verschwundenen Kriegsschauplatz der Varus-Schlacht führt?

Anna Bentorp ist nun mitten in ihrem fünften Fall, denn die beiden Toten lassen der Hobby-Miss-Marple keine Ruhe. Wie immer trifft sich Anna mit dem Who-is-Who in der Gelehrten. Nicht jeder ist ein integrer Wissenschaftler. Eitelkeiten und Geldgier lassen den einen oder anderen sehr seltsam aussehen. Als dann noch weitere Menschen, die auf der Suche nach der Lösung des Rätsels ermordet werden, ist nicht nur die Kripo gefordert.

Meine Meinung:

Vor Kurzem habe ich „Der Meister und der Mörder“ mit Anna Bentorp gelesen und war daher auf diesen 5. Fall sehr neugierig und die Erwartungshaltung war entsprechend hoch. Ich bin nicht enttäuscht worden, wenn mir hier dennoch ein wenig die kunsthistorischen Kenntnisse Annas gefehlt haben. Die meisten Kunsthistoriker haben sich ja auf eine bestimmte Epoche spezialisiert. So Universalgenies sind eher selten.

Der Schreibstil führt uns gespannt durch die beiden Zeitebenen, wobei mir der Handlungsstrang im 16. Jahrhundert ein klein wenig besser gefallen hat. Gier und Intrigen im Kloster - jaja, mit der Beschaulichkeit ist es hinter Klostermauern nicht all zu weit her, denn auch hier regieren Neid und Missgunst. Ein bisschen übertrieben finde ich das Hickhack zwischen den beiden Polizisten Schumann und di Luccio. Die beiden sollten doch eher sachlich zusammenarbeiten.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Ein bisschen muss ich über Annas Mutter grinsen, denn die wirkt manchmal ein wenig nervig. Aber, sie ist neunzig Jahre, da darf sie schon ein wenig schrullig sein.

Die Autorin hat mich ein wenig aufs Glatteis geführt, aber das darf ruhig so sein.

Fazit:

Ein komplexer Krimi auf zwei Zeitebenen, bei dem wenig so ist, wie es scheint. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 31.10.2021

Der Glanz der Kronen

111 royale Momente für die Ewigkeit
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Von Albert (Fürst von Monaco) bis William (2. der britischen Thronfolge) spannt sich der Bogen. Da das britische Königshaus eine recht weitverzweigte Familie ist, ist es verständlich, dass mehr als 35 ...

Von Albert (Fürst von Monaco) bis William (2. der britischen Thronfolge) spannt sich der Bogen. Da das britische Königshaus eine recht weitverzweigte Familie ist, ist es verständlich, dass mehr als 35 (!) der 111 royalen Momente sich mit den Windsors beschäftigen, auch, wenn der eine oder andere Moment (siehe Nr. 38, 48 und 49) so gar nicht königlich ist. Die „Chefin“ war da sicher nicht „amused“.

Neben lebenden Personen wirft Micheal Begasse auch den einen oder anderen Seitenblick auf verstorbene Mitglieder des Adels. Natürlich führt auch hier Lady Diana die Liste an. Interessant, weil vermutlich nur wenigen bekannt, sind Katharina von Braganza (14) oder Königin Christina von Schweden (21).

Als Österreicherin hätte ich mir als Abschluss „Z“ wie Zita von Bourbon-Parma (1892-1989), Gemahlin von Kaiser Karl (1887-1922), dem letzten Kaiser Österreich-Ungarns, gewünscht. Während Karl auf seinen Herrschaftsanspruch verzichtet hat, war Zita hier unbeugsam und mit einem Einreiseverbot nach Österreich belegt. Erst im hohen Alter von 90 Jahren durfte sie, nach Intervention von Spaniens König Juan Carlos und dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky, wieder nach Österreich einreisen.

Aber, wie der Autor andeutet, könnte es ja einen weiteren Band mit royalen Momenten geben.

Fazit:

Viele bekannte und manche unbekannte Einblicke in das Leben der Herrschaftshäuser. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.