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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2021

Den Osten Österreichs erwandern

Stille Wasser – weite Berge – goldener Wein
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Eva Gruber präsentiert in diesem Buch - wie in einem Adventkalender - 24 sorgfältig ausgewählte Wanderungen im Osten Österreichs. Die Idee, diese Naturerlebnisse in die Themen

Stille Wasser
Weite Berge
Goldener ...

Eva Gruber präsentiert in diesem Buch - wie in einem Adventkalender - 24 sorgfältig ausgewählte Wanderungen im Osten Österreichs. Die Idee, diese Naturerlebnisse in die Themen

Stille Wasser
Weite Berge
Goldener Wein

zu gliedern gefällt mir sehr gut.

Zu jeder Wanderung gibt es einen Kartausschnitt, eine Wegbeschreibung mit Länge und Schwierigkeitsgrad sowie die Anzahl der Höhenmeter, die überwunden werden müssen. Zusätzliche Informationen zur Anreise und Einkehrmöglichkeiten machen diese Wanderungen zu Naturerlebnissen, die zu allen Jahreszeiten möglich sind.

Eva Gruber ist durch ihre besonders stimmungsvollen Fotos bekannt, die auch dieses Buch komplettieren.

Fazit:

Das Buch lädt ein, den Osten Österreichs zu erwandern. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.08.2021

Ein Streifzug durch eine besondere Gegend

Schiffe, Salz und Seen
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Das Autoren-Duo beschäftigt sich mit besonderen Landschaften, nämlich mit denen von Inn und Salzach geprägten zwischen Freilassing und Passau.

Diese Landstriche sind von der letzten Eiszeit geformt und ...

Das Autoren-Duo beschäftigt sich mit besonderen Landschaften, nämlich mit denen von Inn und Salzach geprägten zwischen Freilassing und Passau.

Diese Landstriche sind von der letzten Eiszeit geformt und bieten durch ihre sanften Höhenrücken und tiefen Einschnitte, eine bezaubernde Landschaft. Seen, Moore wechseln sich mit Wäldern und fruchtbaren Ackerböden ab. Durch den Salz- und Holzhandel reich gewordene Städte zieren die Ufer der Flüsse Inn und Salzach. Und wer sagt, dass (Grenz)Flüsse immer eine trennende Barriere sein müssen, wird hier eines Besseren belehrt. Zahlreiche Brücken (18!) verbinden Österreich und Deutschland. Daher ist das erste Kapitel den Brücken gewidmet.

Dem Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ ist ebenfalls ein ganzes Kapitel gewidmet. Dazu gibt es in Oberndorf eine „Stille-Nacht-Runde“.

Auf mehr als 40 Wanderungen, Fahrrad- und/oder Städtetouren lassen sich verborgene Plätze und kulturelle Kleinode entdecken. Jeder Ausflug enthält eine Fülle von Informationen und zahlreiche Fotos. Leider fehlen Ausschnitte aus (Wander)Karten, sodass man hier extra recherchieren muss. Die Übersichtskarte im Vorsatz bringt zwar, wie der Name schon sagt, einen Überblick, aber das nützliche Detail fehlt.

Fazit:

Ein besonderer Streifzug durch eine besondere Gegend, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 01.08.2021

Weniger Krimi, denn fesselnde Nachkriegszeit

Totenreich
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Endlich ist der Zweite Weltkrieg zu Ende. Die Siegermächte beginnen mit dem großen Aufräumen und versuchen der zahlreichen Nazi-Verbrecher habhaft zu werden. Durch eine gezielte Intrige gerät Jens Druwe ...

Endlich ist der Zweite Weltkrieg zu Ende. Die Siegermächte beginnen mit dem großen Aufräumen und versuchen der zahlreichen Nazi-Verbrecher habhaft zu werden. Durch eine gezielte Intrige gerät Jens Druwe auf die Liste der Kriegsverbrecher und wird inhaftiert.

Es sieht so aus, als ob ihm niemand helfen kann. Weder Freundin Eva noch deren Bruder, der Kommunist, der desillusioniert einen Schnaps nach dem anderen in sich hineinkippt. Druwe wird zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Dann eröffnet sich eine kleine Chance: Er soll hier im Zuchthaus für den britischen Geheimdienst arbeiten, um untergetauchte Nazis ausfindig zu machen. Der Not gehorchend, nimmt er den gefährlichen Auftrag an.

Meine Meinung:

In diesem dritten Krimi nimmt sich Autor Michael Jensen eines schwierigen Themas an. Die Siegermächte sind ob der Gräueltaten des NS-Regimes teilweise überfordert. Sie sind bei der Jagd nach den NS-Schergen natürlich Aussagen und Listen angewiesen. Viele Nazis benützen das, um entweder mit falschem Namen unterzutauchen oder sich selbst in besserem Licht darzustellen. Einige nützen ihr altes Netzwerk, um sich bei den neuen Machthabern anzubiedern, und führen ihre alte Gewohnheiten, nämlich ihnen unliebsame Menschen ans Messer zu liefern, munter weiter. Vor allem die Amerikaner gehen ihnen in die Falle. Zudem zeigt sich, dass die Allianz der Siegermächte eine sehr fragil ist und bald auseinanderbricht. Die Briten sind mit ihren internen Kleinkriegen beschäftigt. Während die Russen als Reparationsleistung Maschinen und Menschen abtransportieren, sind die Amerikaner mehr an den Wissenschaftlern interessiert und sehen bei einigen sehr großzügig über deren NS-Vergangenheit weg.

Als sich dann die Westmächte zusammenschließen, um in den zuvor verbündeten Russen den neuen (alten) Feind zu sehen, freuen sich zahlreiche Nazis über deren laxe Entnazifizierungsmaßnahmen.

In genau diesem Spannungsfeld befindet sich Jens Druwe. Nur mit viel Glück und zahlreichen Klimmzügen gelingt es ihm, seine Haft zu überleben.

Autor Michael Jensen hat einen sehr fesselnden dritten Teil geschrieben. Der eigentliche Ermittlungsteil, wie wir es von einem Krimi gewöhnt sind, tritt zugunsten der Zeitgeschichte in den Hintergrund.

Diese Zeit, unmittelbar nach dem Ende des Krieges, in dem das Alte nicht mehr gilt und das Neue noch nicht etabliert ist, finde ich, ist äußerst spannend erzählt.

Fazit:

Spannend und gründlich recherchiert, ein fesselnder Krimi über die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.08.2021

Eine gelungene Fortsetzung

Tod an der Alster
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In ihrem zweiten Fall für Svea Kopetzki entführt uns Autorin Anke Küpper an die Alster. Während das Feuerwerk in der Nacht des 15. August für ein farbenprächtiges Spektakel sorgt, taumelt eine Frau vor ...

In ihrem zweiten Fall für Svea Kopetzki entführt uns Autorin Anke Küpper an die Alster. Während das Feuerwerk in der Nacht des 15. August für ein farbenprächtiges Spektakel sorgt, taumelt eine Frau vor einen Touristenbus und stirbt. Allerdings ist der Tod nicht durch den Verkehrsunfall eingetreten, sondern durch eine Stichwunde am Hals.

Schnell stellt sich heraus, dass Helene Pahde, die Tote, eine bekannte Schönheitschirurgin ist, die mit ihrem Geschäftspartner eine lukrative Klinik in der Nähe führt.

Auf der Suche nach Motiv und Täter eröffnen sich für Svea Kopetzki zahlreiche Spuren, die akribisch verfolgt werden müssen. Wer hat ein Motiv? Der vernachlässigte Ehemann? Ein eventueller Geliebter oder doch ein unzufriedener Patient? Wie passt da die Witwe, Pahde für den Selbstmord ihres Mannes verantwortlich macht und die Klinikfassade beschmiert hat, ins Bild? Warum fehlen eine Menge Bargeld und ein teurer Ring? Ist das Ganz doch nur ein missglückter Einbruch?

Das Team von Svea Kopetzki hat jede Menge zu tun, um die offenen Fragen zu beantworten. Dabei sind die Kollegen Tamme Claußen und Franziska „Franzi“ Grüner nicht ganz so belastbar wie üblich. Tamme, der von seiner Frau verlassen worden ist, muss sich um seine drei Töchter kümmern, und die kluge Franzi denkt über ein Sabbatical nach. Und Svea? Sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Meine Meinung:

Anke Küpper ist ein verzwickter Krimi gelungen, bei dem wenig so ist, wie es scheint. Geschickt führt sie ihre Leser in die Irre. So manche, anfangs vielversprechende Spur, endet in einer Sackgasse.
Die Ermittlungen sind realistisch geschildert. Auch das schlechte Gewissen Sveas wirkt authentisch. Bin schon gespannt, ob wir in einem dritten Fall das gesamte Ausmaß erfahren werden.

Gut gelungen ist auch die Darstellung der Probleme, die Alleinerziehende haben, um Job und Kinder unter einen Hut zu bringen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, warum die drei Töchter bei Tamme bleiben, und nicht bei der Mutter. Die hätte es als Lehrerin mit geregelter Arbeitszeit ja leichter als Tamme.

Fazit:

Der Krimi ist ein ausgewogener Mix aus Lokalkolorit, persönlichen Konflikten, solider Polizeiarbeit und Spannung. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.08.2021

Ein gelungener Reihenauftakt

Mühlviertler Blut
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„Mühlviertler Blut" ist der erste Band rund um Chefinspektor Oscar Stern und Gruppeninspektorin Mara Grünprecht.

Die beiden bekommen es mit zwei blutleeren Leichen zu tun. Der eine Tote ist der Pfarrer ...

„Mühlviertler Blut" ist der erste Band rund um Chefinspektor Oscar Stern und Gruppeninspektorin Mara Grünprecht.

Die beiden bekommen es mit zwei blutleeren Leichen zu tun. Der eine Tote ist der Pfarrer von Liebenau, einer kleinen Ortschaft im Mühlviertel, der andere ein bekannter Weinhändler aus Linz. Als durch eine Indiskretion bekannt wird, dass die beiden Toten jeweils zwei kleine Einstichstellen am Hals haben, wird Liebenau zum Mekka der Vampirjäger. Ein kaum beherrschbares Chaos macht den Ermittlern das Leben schwer.

Meine Meinung:

Das Ermittler-Duo ist höchst unterschiedlich. Chefinspektor Oscar Stern hat nur mehr wenige Wochen bis zu seinem wohlverdienten Ruhestand, dennoch ermittelt er mit Elan und liebt deftige Hausmannskost. Seine Gruppeninspektorin Mara Grünpecht ist jung, modern und tough. Sie lässt sich durch blöde Machosprüche nicht aus der Ruhe bringen und bringt ordentlich Schwung in die Handlung.
Die Dialoge lassen den Leser häufig schmunzeln.

Die Recherchen zwischen Weihwasser, Knoblauchzöpfen und einer sensationslüsternen Journalistenmeute haben mir gut gefallen.

Das Cover passt gut zum Mühlviertel, denn überall sieht man die mächtigen Vierkanthöfe, in deren Mauern die Granitblöcke eingemauert sind.

Fazit:

Ein gelungener Reihenauftakt, dem ich gerne 4 Sterne gebe.