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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2020

Das Glas ist halbVOLL

Auch das geht vorbei
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„Es ist, wie es ist“ und man sollte keine Energie verschwenden, die Tatsachen zu beklagen. Das ist die Quintessenz aus dem kleinen Buch, das Bestsellerautor („Die Knickerbocker-Bande“) Thomas Brezina innerhalb ...

„Es ist, wie es ist“ und man sollte keine Energie verschwenden, die Tatsachen zu beklagen. Das ist die Quintessenz aus dem kleinen Buch, das Bestsellerautor („Die Knickerbocker-Bande“) Thomas Brezina innerhalb von nur 3 Tagen geschrieben hat.

Ich bin ja kein erklärter Fan von Thomas Brezina, aber hier muss ich ihm doch danken und Recht geben. Danken, weil er in seiner humorvollen Art, den Leuten Mut macht und Recht geben, weil sich ein großer Teil der Bevölkerung dem Jammern hingibt.

Nutzen wir doch die Zeit der Einschränkungen, um all das Liegengebliebenes wie Steuererklärung machen, Dokumente ordnen, Zusammenräumen, LESEN (denn das bringt uns auf andere Gedanken), mit den Kindern spielen und die vielen kleinen Dinge, die wegen des stressigen Alltags ein wenig auf der Strecke geblieben sind, endlich nachzuholen.

„Es ist, wie es ist“ - wir sollten unsere Kräfte bündeln, um spätestens nach dem Ende der Beschränkungen mit neuem Elan das Leben wieder genießen.

Danke, lieber Thomas Brezina, für diese aufmunternden Zeilen!

Veröffentlicht am 23.03.2020

Stellenweise fesselnder Thriller

Abgefackelt
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Dieser Thriller ist das erste Buch, das ich von Autor Michael Tsokos lese. Wie schon so oft, steige ich mitten in eine Reihe ein. Diesmal, scheinen mir doch einige Informationen der Vorgeschichte zu fehlen. ...

Dieser Thriller ist das erste Buch, das ich von Autor Michael Tsokos lese. Wie schon so oft, steige ich mitten in eine Reihe ein. Diesmal, scheinen mir doch einige Informationen der Vorgeschichte zu fehlen.

Worum geht’s?

Rechtsmediziner Paul Herzfeld leidet ebenso wie seine Verlobte an einer posttraumatischen Belastungsstörung und soll quasi zur „Erholung“ die Pathologenstelle im Krankenhaus Itzehoe übernehmen. Herzfeld weiß zwar, dass sein Vorgänger verstorben ist, die Umstände verschweigt man ihm aber geflissentlich. Recht bald entdeckt er allerdings, dass in der Stadt nicht alles so ist, wie es scheint.

Seine Neugier und sein kriminalistischer Spürsinn sind geweckt. Abermals begibt er sich in akute Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Man merkt deutlich, dass der Autor in seinem Brotberuf Rechtsmediziner ist. Die detailreichen Schilderungen der Obduktionen sind wohl nicht jedermanns Sache. Mich interessiert die Arbeit von Pathologen doch sehr. Das ist etwas, was man im echten Leben ja kaum zu sehen bekommt und daher hat man doch, gefördert von diversen Krimi-Serien des Fernsehens, eine bestimmte Vorstellung der Rechtsmediziner.
Was mich irritiert, ist das Verhalten des leitenden Kriminalbeamten. Er hat eine vorgefasste Meinung, wer der Täter sein kann und jeder, der ihm das Gegenteil beweist, wird zum persönlichen Todfeind, hier eben Herzfeld. Wo sind da die Dienstaufsichtsbehörde oder die Interne Revision, die normalerweise bei jeder Kleinigkeit aufmarschieren? Wie kann so jemand eine leitende Funktion innehaben?

Der Skandal, dem Paul Herzfeld auf die Spur kommt, enthält neben einiger Verschwörungstheorien, auch ein Körnchen Wahrheit. Wie sich der flächendeckende Ausbau von G5 auf die Menschen auswirken wird, ist ja noch nicht hinreichend erforscht.

Mit Herzfelds Privatleben hadere ich ein bisschen. Die kleine Familie lebt natürlich in einer großen Stresssituation, zumal die Leiche des Täters aus dem Vorgängerbuch noch nicht gefunden worden ist. Dennoch verstehe ich die Frauen nicht, wenn sie sich über die ständige Abwesenheit (sei es körperlich oder geistig) ihrer Polizistenmänner beklagen. Hey, Verbrecherjagd hat keine geregelten Arbeitszeiten. Vor allem, sie wissen ja, worauf sie sich einlassen, wenn sie mit einem Polizisten zusammen sind.


Der Cliffhanger in „Abgefackelt“ beweist, dass die Reihe noch nicht zu Ende ist und ein (?) weiterer Fall auf Paul Herzfeld wartet.

Fazit:

Ein stellenweise fesselnder Thriller, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Investieren erklärt

Money, honey!
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Dieses Buch habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich selbst bin in der glücklichen Lage nicht von Altersarmut betroffen zu sein, doch viele meiner Geschlechtsgenossinnen trifft dieses Schicksal.

Allerdings ...

Dieses Buch habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich selbst bin in der glücklichen Lage nicht von Altersarmut betroffen zu sein, doch viele meiner Geschlechtsgenossinnen trifft dieses Schicksal.

Allerdings ist es möglich, trotz dieser himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass Frauen wegen der vielen unbezahlten Tätigkeiten in Haushalt, Kinder- und Altenbetreuung wenig(er) Gehalt und damit auch weniger Pension bekommen, etwas zu tun. („Gender Pay Gap“)

Ich teile die 13 Kapitel des Buches in zwei Teile:

Die Ist-Stand-Analyse samt einfachen Tipps, um ein wenig Geld zur Kapitalbildung frei zu machen, und in den großen Bereich „Anlagemöglichkeiten“.

Zuerst so, schreibt die Autorin, ist es ratsam, eine Vermögensaufstellung sowie eine detaillierte Einnahmen/Ausgabenrechnung zu machen. Außerdem kann die Arbeitnehmerveranlagung eine Steuerrückzahlung bedeuten. Ausgabenseitig sollten auch kleine Euro-Beträge aufgeschrieben werden. Abos (Fitness-Studio!) auf ihre unbedingte Notwendigkeit überprüft werden, Tauschen statt kaufen oder das Verkaufen von Büchern auf den entsprechenden Plattformen bringt ein kleines Zusatzeinkommen und schafft Platz. Nachhaltig ist es auch.

Diese Tipps klingen logisch, vieles ist einfach machbar, manches zwingt uns, sich von lieb gewonnenen Gewohnheiten zu trennen.

Im zweiten Bereich zählt die Autorin alle Möglichkeiten auf, Geld zu investieren. Sie verschweigt die Risiken, die auf auf die Anleger lauern, nicht. Allerdings sind Frauen ohnehin ein wenig vorsichtiger beim Investieren.

Hier muss ich anmerken, dass doch einiges Wissen vorausgesetzt wird. Da sich das Buch an Frauen richtet, die bislang eher nur mit Bausparverträgen und/oder Lebensversicherungen zu tun haben, geht es in den folgenden Unterkapiteln ein wenig zu schnell. Manches wird nur gestreift, oder recht hurtig erklärt. Über das Investment in Immobilien, sei es tatsächlich Wohnungen oder „nur“ Immobilienfonds, wird nur über knappe 5 Seiten berichtet. Das erscheint mir doch recht komprimiert.

Als Anfängerin nur auf Basis eines Buches wie diesem hier, in den Aktienmarkt einzusteigen, halte ich nicht für opportun. Ganz ohne persönliche Beratung, sei auch nur, um die vielen Informationsquellen zu finden und sortieren, wird es nicht gehen.

Das Buch ist humorvoll geschrieben. Das Buch fällt in der Buchhandlung durch seine Covergestaltung definitv auf: Weißer HIntergrund mit pink- und goldfarbener Schrift, wobei die Stapel des erwirtschafteten Gewinns sich noch haptisch hervorheben.

Fazit:

Das Buch macht neugierig und kann helfen, die für sich selbst richtige Anlageform zu finden. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Zaubert ein Lächeln auf das Gesicht

Tulpen
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Jane Eastoe beschenkt ihre Leser mit außergewöhnlichen Blumenfotos und vielen Informationen über diese Frühlingsblüher.

Die Geschichte der Tulpen ist den meisten ja hinlänglich bekannt. Genauso wie die ...

Jane Eastoe beschenkt ihre Leser mit außergewöhnlichen Blumenfotos und vielen Informationen über diese Frühlingsblüher.

Die Geschichte der Tulpen ist den meisten ja hinlänglich bekannt. Genauso wie die erste (?) wirtschaftliche Blase, die tausende Menschen ins Verderben gerissen hat. (Siehe auch hist. Romane wie „Tulpengold“ oder „Tulpenfieber“).

Die Autorin beschreibt nun in sieben Kapiteln, was beim Umgang mit Tulpen alles zu beachten ist:

Einleitung
Die Geschichte der Tulpen
die klassische Zierblume
Die üppige Blüte
Mosaik der Schönheit
Launenhaftes Vergnügen
Pflanzung und Pflege

Jane Eastoe porträtiert nun 50 Tulpensorten, die von der preisgekrönten Fotografin Rachel Warne perfekt in Szene gesetzt werden. Die Vielfalt der Tulpen ist nahezu unendlich und jedes Jahr kommen neue Züchtungen hinzu. Es muss ein wahrer Augenschmaus sein, während der Tulpenblüte durch die Niederlande zu fahren und die bunten Blütenmeer zu sehen.

In dieses Buch habe ich mich sprichwörtlich „verschaut“. Ich kann es nicht oft genug durchblättern und an den wunderschönen Fotos erfreuen. Als Tulpen-Junkie kaufe ich diese Schnittblumen solange es geht. Im Herbst werde ich das Buch zu Rate ziehen, wenn es gilt, Tulpenzwiebel in die Beete zu verpflanzen.

Fazit:

Ein farbenprächtige Sachbuch, das darauf wartet gelesen, bestaunt und verschenkt zu werden. Tulpe ist nicht gleich Tulpe - die Variationen sind vielfältig. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung.

Veröffentlicht am 19.03.2020

Gasperlmaier allein zu Haus - hat mich gut unterhalten

Letzter Jodler
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In seinem achten Fall hat Postenkommandant Franz Gasperlmaier einiges einzustecken: Da ist zum einen das Sabbatical seiner Ehefrau Christine, die sich ob Franzens Flugangst alleine auf eine Weltreise begibt, ...

In seinem achten Fall hat Postenkommandant Franz Gasperlmaier einiges einzustecken: Da ist zum einen das Sabbatical seiner Ehefrau Christine, die sich ob Franzens Flugangst alleine auf eine Weltreise begibt, der Kampf mit der Waschmaschine und dem ewig leeren Kühlschrank und zum anderen die Mühe mit einem verzwickten Kriminalfall im Umfeld der volkstümlichen Musik.
Dabei hat dieser 15. August so schön begonnen. Franz und sein ehemaliger Chef, der Kahlß-Friedrich wollen den sogenannten Pfeifer-Tag, eine traditionelle Volksmusikveranstaltung auf der Weißbachalm genießen. Doch dieses Jahr musizieren nicht nur die üblichen Seitlpfeifer, die unplugged ihre alten Volksweisen zum Besten geben, sondern auch elektrisch verstärkte Pseudo-Volx-Musikanten, die man aller Orten aus den Radios plärren hört und die mit vollbusigen und leicht geschürzten Frontsängerinnen Zuschauer gewinnen wollen. „Ödenseer“ gegen „Kainische Hasenjäger“ heißt das Match.

Nach dem wir uns hier im rauen Bergland befinden, werden Meinungsverschiedenheiten eher mit Fäusten, denn mit Worten ausgetragen. Gasperlmaier kann eine Eskalation gerade noch verhindern und kurze Zeit scheint es doch ein musikalischer Feiertag zu werden. Doch mit der Feiertagsruhe ist es schnell vorbei, als man hinter einer Fichte die Leiche des Leadsängers der Hasenjäger findet.

Motive den Pönitzer umzubringen gibt es viele, Verdächtige auch. Also kein leichtes Unterfangen für den verlassenen Gasperlmaier, der nicht einmal ein sauberes Hemd in seinem Schrank findet. Doch gemeinsam mit Frau Doktor Kohlross aus Liezen klappert der Franz die Verdächtigen ab.
Als dann das zweite männliche Mitglied der Hasenjäger tot aufgefunden wird, wird die Motivlage ein wenig klarer ...

Meine Meinung:

Herbert Dutzler meint es diesmal mit seinem Gaspermaier nicht allzu gut. Nicht nur, dass er ohne seine Christine ziemlich hilflos ist, wird er zum Objekt der Begierde der ebenfalls einsamen Nachbarin. Die bringt ihm einen Topf Gulasch und nach mehreren Schnapserln passiert das, was man im Allgemeinen „a b‘soffene G’schicht“ nennt. (Nein, es wird nicht der Polizeiposten an eine Oligarchennichte verhökert!) Der Franz muss sich nicht nur mit seinem schlechten Gewissen herumplagen sondern erhält wenig später noch einen rabiaten Ellenbogen ins Auge, als er wieder einen Raufhandel beendet und lädiert letzten Endes noch sein Knie.

Der Disput zwischen Volksmusik, volkstümlicher und volksdümmlicher Musik wird auch im echten Leben mit harten Bandagen geführt. Tote hat es allerdings bislang noch keine gegeben. So gesehen ist dieser Krimi ein humorvolles Abbild der Wirklichkeit: Der Kampf wischen Tradition und Moderne.

Postenkommandant Gasperlmaier ist nicht unbedingt der „große Macher“. Er hat es lieber, wenn ihm jemand sagt, wo es lang geht. Diese Mentalität legt er sowohl im Beruf- als auch im Privatleben an den Tag. Entweder gibt die Frau Doktor den Ton an oder seine Christine. Diesmal, und das merkt er sogar, scheint ihm auch die junge Kollegin Manuela Reitmair Befehle zu geben. Bei soviel Frauenpower sieht er leider ganz schlecht aus, der Franz. Dennoch ist er liebenswürdig und kann fast niemandem etwas abschlagen, auch nicht der einsamen Maresi.

Fazit:

Ein unterhaltsamer Krimi, der die Musikbranche gehörig aufs Korn nimmt. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und gebe diesem 8. Gasperlmaier-Krimi gerne 5 Sterne.