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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2019

Hat mich nicht überzeugt

Kretische Feindschaft
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Michalis Charisteas ist Kriminalbeamter und lebt trotz seiner 30 Jahre noch immer bei seinen Eltern. Obwohl die Wohnverhältnisse beengt sind, fühlt er sich dort wohl. Die Einmischungen und Ratschläge diverser ...

Michalis Charisteas ist Kriminalbeamter und lebt trotz seiner 30 Jahre noch immer bei seinen Eltern. Obwohl die Wohnverhältnisse beengt sind, fühlt er sich dort wohl. Die Einmischungen und Ratschläge diverser Familienmitglieder nimmt er gerne in Kauf, obwohl, wenn Hannah, seine deutsche Freundin, in Kreta Urlaub macht, ein wenig mehr Privatsphäre wünschenswert erscheint. Neben
der verzweigten Familie und deren Befindlichkeiten, nimmt die Kulinarik und das Lokalkolorit einen großen Raum in diesem Buch ein.

Dafür kommt das Krimigeschehen meiner Ansicht nach, viel zu kurz.
Der Bürgermeister ist verschwunden und obwohl die Mehrzahl der Polizisten an eine lange Nacht mit einer feurigen Geliebten denken, macht sich Michalis doch auf die Suche nach dem Vermissten. Der wird dann tatsächlich tot in seinem Auto gefunden, das über die Klippen gestürzt ist. Unfall, Selbstmord oder Mord? Michalis wird misstrauisch, als er den Befehl „von oben“ erhält, nicht weiter zu ermitteln. Wer hat hier etwas zu vertuschen? Die Sache stinkt zum Himmel. Damit noch nicht genug, gibt es einen weiteren Toten ....

Meine Meinung:

Leider ist dieser Krimi nicht nach meinem Geschmack. Die dominante Familie, die sich überall einmischt, mag vielleicht ortsüblich sein, aber dem Krimi hat sie nicht gut getan. Außerdem kann man die Vermutung hegen, dass die Polizei wirklich faul oder korrupt sein könnte. Spannung kommt für mich nur ganz wenig auf. Ich habe mehrfach nur darauf gewartet wer nun als nächstes mit Geld und Beziehungen, das Gesetz umgeht bzw. aushebelt. Doch alles Schlitzohren?
Ermittlungsarbeiten wie ich sie aus anderen Krimis kenne, kommt hier nur wenig vor. Wer eine leichte Sommer- und Strandlektüre mit kretischem Flair lesen will, ist hier richtig. Wer ordentliche Ermittlungsarbeit mit Durchforsten von Mülltonnen und Klinken putzen sowie Anteil an den kriminalistischen Überlegungen schätzt, wird wohl zu einem anderen Krimi greifen müssen.

Auch der Schreibstil ist eher einfach gehalten. Es kommt eine recht hohe Personenanzahl vor, die wenig zum Mordfall beizutragen haben, die man sich aber in Anbetracht der Morde, zumindest eine Zeitlang merken sollte.

Fazit:

Wenig Spannung und eine dominante Familie, lassen mich ein wenig enttäuscht zurück. Es reicht gerade einmal für 2 Sterne.

Veröffentlicht am 28.11.2019

Bizarre Morde in Aix-en-Provence

Die Mirabeau-Morde
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Der Münchener KHK Stefan Eltjen soll an der Aufklärung eines unklaren Todesfall einer jungen deutschen Studenten mitwirken und wird wegen seiner Sprachkenntnisse nach Aix-en-Provence entsendet. Eltjen ...

Der Münchener KHK Stefan Eltjen soll an der Aufklärung eines unklaren Todesfall einer jungen deutschen Studenten mitwirken und wird wegen seiner Sprachkenntnisse nach Aix-en-Provence entsendet. Eltjen denkt an einen Routinefall und sieht sich schon ein paar Tage Urlaub machen. Wie weg vom nervigen Chef ließe es sich gut entspannen. Doch daraus wird leider nichts, denn die tote Studentin ist Teil einer Mordserie, deren Opfer besonders bizarr drapiert sind und eine verschlüsselte Botschaft verbreiten.
Eltjen bleibt weiterhin im Team von Commissaire Dubarry. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, muss tief in der Vergangenheit von Aix-en-Provence gewühlt werden.

Es dauert recht lange, bis die Spur zum Täter zeigt. Die Auflösung ist nicht gänzlich überraschend, auch wenn sich der Autor sehr viel Mühe gegeben hat, die Spuren des Täters zu verschleieren.

Meine Meinung:

Die Idee, eines Serienmörders, der die Ermittler mit historischen Sprüchen an der Nase herum führt, hat mir sehr gut gefallen. Der Leser erfährt einiges über Honoré Gabriel Victor de Riqueti, Comte de Mirabeau, eine schillernde Persönlichkeit der Aufklärung, nach der Cours Mirabeau in Aix-en-Provence benannt.

Nicht so toll hat mir die Figur des KHK Stefan Eltjen gefallen. Er wirkt auf mich oberlehrerhaft, der den Eindruck vermittelt, auf seine französischen Kollegen und Gastgeber herabzusehen. Dazu kommt, dass der Leser wenig von ihm weiß. Familie? Single? Hobbys? Man erfährt rein gar nichts über ihn. Nun ja, er scheint kein Kostverächter zu sein, denn er bandelt sofort mit Alis, der französischen Ermittlerin an. Nun ja, das macht ihn mir nicht ganz so sympathisch.

Über Alis erfährt der Leser ein wenig mehr, vor allem weil sie einen unheimlich belesenen und historisch interessierten Großvater hat, der die kryptischen Botschaften des Mörders zu lesen vermag.
Sehr interessant habe ich die historischen Einlässe über die Gerichtsbarkeit im Mittelalter gefunden. Allerdings ist es nicht jedermanns Sache, über die Grausamkeit, mit der damals Recht gesprochen worden ist, lesen zu wollen.

Der abschätzige Umgangston mit dem die beiden Jungpolizisten konfrontiert sind, man nennt sie nicht beim Namen sondern nur A1 und A2, ist gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig.

Die beiden Nizza-Krimis des Autors haben mir besser gefallen.

Fazit:

Ein nicht uninteressanter Provence-Krimi, dem ich Aufgrund der Charakterschwächen der Hauptpersonen diesmal nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 28.11.2019

20 Kurzkrimis rund um ALbrecht Dürer und seine Zeitgenossen

Dürer und die Fratze des Teufels
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Hier handelt es sich um eine Sammlung von 20 Kurzgeschichten, die in und um Nürnberg herum zur Zeit Albrecht Dürers angesiedelt sind.

So unterschiedlich die Autorinnen, so unterschiedlich die Qualität ...

Hier handelt es sich um eine Sammlung von 20 Kurzgeschichten, die in und um Nürnberg herum zur Zeit Albrecht Dürers angesiedelt sind.

So unterschiedlich die Autorinnen, so unterschiedlich die Qualität der Geschichten.
Einige entpuppen sich als spannende Kurzkrimis, die die Grausamkeiten der damaligen Zeit genauso wie die Gottesfürchtigkeit widerspiegeln , anderen wiederum fehlt es ein wenig an Spannung. Es ist eine Zeit des Umbruchs. Die katholische Kirche ist auf Grund Martin Luthers Lehren in Aufruhr.

Auch die sprachliche Umsetzung weist große Unterschiede auf. So wirkt die eine Geschichte authentisch, bei anderen blitzt das eine oder andere moderne Vokabel durch.

Die Idee, Albrecht Dürer und seine Zeit sowie Nürnberg, zu beleuchten, ist interessant, wenn auch die Umsetzung manchmal nicht ganz so gelungen ist. Gut gefällt mir, dass nach jeder Geschichte, so quasi im Abspann, die historische Hauptperson noch einmal kurz präsentiert wird.

Mir sind diese Kurzkrimis diesmal einfach zu kurz. Das Spektrum der Sterne ist von 2 - 5, ergibt einen Mittelwert von 3 Sterne.

Veröffentlicht am 28.11.2019

Eine gelungene Fortsetzung

Die Bildermacherin und der böse Wolf
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In diesem zweiten Krimi kehrt die Bildermacherin, wie Amalia im Dorf genannt wird, endgültig (?) nach Pfunders, in die Heimat ihrer Großmutter zurück. Bevor sie sich noch häuslich eingerichtet hat, findet ...

In diesem zweiten Krimi kehrt die Bildermacherin, wie Amalia im Dorf genannt wird, endgültig (?) nach Pfunders, in die Heimat ihrer Großmutter zurück. Bevor sie sich noch häuslich eingerichtet hat, findet sie die von Wölfen zerfleischte Leiche von Celina, jener Biologin, die gemeinsam mit ihrer Chefin Dr. Sommer, für die Wiederansiedlung von Wölfen in Pfunders und Umgebung einsetzen. Damit hat Celina einen Großteil der Dörfler gegen sich aufgebracht.
Allerdings ist recht bald klar, dass die Wölfe nicht an Celinas Tod schuld sind.

Um sich und die dörfliche Neugier von ihrem Privatleben abzulenken, beginnt Amalia sich vorsichtig umzuhören. Immerhin gehört Michl, der Ehemann ihrer besten Freundin Eva, zu jenen Verdächtigen, die mit Celina ein Verhältnis hatten. Als sich dann noch heraus stellt, dass die Tote schwanger war, wird es für Michl, aber auch für Eva eng.

Meine Meinung:

Wie schon im ersten Band handelt es hier um einen eher ruhigen Krimi, der durch schöne Sprache, fein gezeichnete Charaktere und Südtiroler Lokalkolorit punktet. Herrlich sind auch die vielen Dialektworte, die passend in den Text integriert sind. Für Leser, die eine Übersetzung dieser Begriffe brauchen, findet sich im Anhang ein ausführliches Glossar.


Den Autorinnen gelingt es sehr gut, die Südtiroler Lebensart subtil unterzubringen. Da darf natürlich die lebende Dorfzeitung in Form von Nanne, natürlich nicht fehlen. Geschickt werden die Leser auf falsche Spuren gelockt. Lange stehen Michl und Eva im Fokus von Maresciallo Marchetti, einem sympathischen Ermittler, den die Dörfler, wie alle Carabineri abschätzig „Karpf“ nennen. Dass er sich mit Amalia zum Abendessen trifft, wird natürlich genauso beobachtet, wie alles andere im Dorf.

Letztendlich ist die Auflösung nicht ganz überraschend, aber schlüssig und gut herausgearbeitet.
EIne Fortsetzung, in dem Maresciallo Marchetti, den das eine oder andere Geheimnis umgibt, eine weiter Rolle spielt, ist für mich gut vorstellbar.

Fazit:

Zwischen all den blutrünstigen Krimis und Thrillern ist dieser Krimi ein wahres Lesevergnügen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 28.11.2019

Hat mich nicht vollends überzeugt

Der kleine Kaiser ist zurück
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Der Autor dieses Buch lässt diesmal niemand geringeren als Napoleon Bonaparte, der zuvor als Eisblock im Meer schwimmt und aufgetaut werden muss, in der Gegenwart aufwachen.

Diese Idee ist nun nicht ...

Der Autor dieses Buch lässt diesmal niemand geringeren als Napoleon Bonaparte, der zuvor als Eisblock im Meer schwimmt und aufgetaut werden muss, in der Gegenwart aufwachen.

Diese Idee ist nun nicht wirklich neu, sondern greift nur jene von Timur Vermes („Er ist wieder da“) oder Colette Deluxe („Im Bett mit Marilyn“) wieder auf.
Anfangs konnte ich über die Missverständnisse, die Napoleon in der für ihn völlig fremden Zeit hat, herzlich lachen. Doch im Mittelteil ist die Geschichte ziemlich langatmig.
Erst das Ende hat mich wieder ein bissschen versöhnt, allerdings nicht wegen des (angekündigten) Humors, sondern mit der völlig irren Idee, wie man IS-Kämpfer und Terroristen „umprogrammieren“ kann.

Sprachlich ist das Buch keine Meisterleistung. Rund ein Dutzend Mal wird erklärt, dass Napoleon (also der echte) besonders intelligent war. Immerhin ist es dem Autor in zweiten Hälfte auch aufgefallen, dass der er sich hier mehrfach wiederholt und hier dadurch die Geduld der aufmerksamen Leser strapaziert.

Leider konnten auch die in den Text eingeflochtenen geschichtlich verbürgten Teile nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch nur ein müder Abklatsch von Timur Vermes‘ Idee ist. Den hoch gelobten Humor konnte ich nur rudimentär in kleinen (Cola Light) Dosen finden. Schmunzeln musste ich, dass einige von Napoleons Marotten, wie das Mitschleppen der Badewanne, eingeflossen sind. Ansonsten kann ich dem Buch leider nur mit gutem Willen knappe 3 Sterne geben.